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Autor Thema: Cypripedien und andere Gartenorchideen  (Gelesen 232531 mal)

Irm

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Cypripedien und andere Gartenorchideen
« am: 26. März 2004, 09:50:24 »

Da ich mit Norbert einen anderen Orchideen"verrückten" gefunden habe ... hmpf .. möchte ich doch gerne die Erfahrungen nicht nur per mail austauschen. Vielleicht findet sich ja noch ein Liebhaber dieser netten Pflänzchen ?
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Irm

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Re:Cypripedien und andere Gartenorchideen
« Antwort #1 am: 26. März 2004, 09:52:31 »

Im Gegensatz zu knorbs habe ich alle meine Pflanzen im Garten, decke sie im Winter lediglich zeitweise mit einer Glasscheibe gegen zu viel Nässe von oben ab.
Natürlich habe ich trotzdem hin und wieder traurige Ausfälle ..
Diese da gedeiht aber gut :
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brennnessel

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Re:Cypripedien und andere Gartenorchideen
« Antwort #2 am: 26. März 2004, 11:11:02 »

Nachdem mir vor einigen Jahren mein heimischer Frauenschuh kaputt ging, nachdem ich ihn teilen wollte, habe ich derzeit nur noch eine Bletilla in meinemGarten. Die kommt verlässlich jedes Jahr wieder, vermehrt sich aber leider nicht! LG Lisl
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knorbs

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Re:Cypripedien und andere Gartenorchideen
« Antwort #3 am: 26. März 2004, 11:22:24 »

hi irm,

Zitat
Natürlich habe ich trotzdem hin und wieder traurige Ausfälle

...die haben wir alle...nicht nur bei den orchids. schließlich fallen wir ja nicht als meister vom himmel. bei mir läuft das meistens über "try&error". und "error" bei cypries tut halt besonders weh...dem ego + dem geldbeutel.

ich beschränke mich mal vorerst nur auf meine erfahrungen mit den cypries...(s. betreff ;) weeeeites feld).

angefangen habe ich vor vielen jahren mit freilandversuchen...auch auf die gefahr eines furchtbaren aufgeschreis (der frei von schuld ist werfe den ersten stein)...es war ein kleiner c. calceolus aus der nahen umgebung. ich konnte ihn über mehrere jahre halten, trotzdem ich ihn in - vom jahrelangen mulchen - humose (!!!) gartenerde gesetzt habe. vielleicht lags auch daran...ich dünge in der fläche nie, wenn dann gezielt um einen pflanzenhorst. durch das ständige mulchen wird ja vor allem der stickstoff im boden reduziert, weil der von den bakterien bei der aufspaltung des organischen materials als "brennstoff" verbraucht wird, ein kleiner teil wird sicherlich über die mineralisation wieder zugeführt. mein boden ist zumindest in der oberen 50 cm schicht im waldbereich meines garten sandig humos...staunässe tritt nie auf.

der calceolus entwickelte sich so gut, dass er gaaaanz langsam bestockte und sogar doppelblüten produzierte...also 2 schuhe übereinander. wie's halt so geht...ich meinte es sähe gut aus, wenn in der unmittelbaren nähe ein kleiner rhodo stünde (weiss den namen nicht mehr, so ein kleinblättriger, nix ausgefallenes). und weil der rhodo nach einiger zeit nicht mehr so recht blühen wollte, gab ich rhododünger in dessen wurzelbereich. ...mein calceolus hat sich im darauf folgenden jahr verabschiedet :'( ...klar...man hätte es natürlich wissen müssen, aber man wird halt nachlässig + leichtsinnig wenn's gut läuft.

ich habe mal gelesen - man verzeihe mir, wenn ich es nicht so richtig und sehr vereinfacht rüberbringe - dass "wilde" cypries (+ andere orchideen) in ihren wurzelspitzen noch den zur keimung notwendigen mykorrhiza-pilz beherbergen. der pilz mineralisiert die organischen substanzen im boden + gibt die notwendigen stoffe an die cyprie ab. im grunde sei es keine echte symbiose zwischen pilz + orchidee. der pilz wird durch abwehrstoffe der orchidee gehindert, weiter in das pflanzengewebe einzudringen, wodurch er die pflanze zerstören würde. wenn man nun düngt + vor allem stickstoff, führt das zu einem explosionshaften wachstum des pilzes und die pflanze ist nicht mehr in der lage sich der ausbreitung in das restliche gewebe zu erwehren...sie wird zerstört. das erklärt meines erachtens auch die wachstumsweise der cypries...das rhizom steckt meist in eher mineralischem boden (calceolus->lehmig,kalk) , während die oft sehr langen wurzeln im grenzbereich zwischen dünner humoser mulchschicht + unterboden umherstreifen. ich denke, dass gibt schon hinweise für das substrat für eine erfolgreiche pflanzung im freien unter gartenbedingungen.

das heisst nun nicht, dass cypries keine nährstoffe brauchen. gerade bei topfkultur zwingend notwendig. nur muss man vorsichtig dosieren + evtl. mehr über blätter mittels flüssiger mineraldünger düngen. da bin ich noch am ausprobieren. von erfolgreichen cypriepflegern bekam ich den tipp mit "wuxal" von bayer (mineralischer flüssigdünger). das teste ich heuer mal. wuxal wird nährstoffabgestimmt für alle möglichen pflanzen angeboten. ich habe den für rosen genommen...aufsteigendes n-p-k- verhältnis mit eisen-zusatz. da meine getopften cypries alle in reinem oder fast reinem mineralischen substrat stehen, gebe ich ins gießwasser auch eisenchelat um der chlorose vorzubeugen. natürlich darf man sich nicht an die auf der flasche angegeben mengen richten, sondern erheblich weniger...wie wenig...da bin ich noch am testen (z. zt. probiere ich mit 2 ml/L nur auf blatt sprühen).

so reicht erst mal... evtl. gibt's heute abend ne fortsetzung :)

hab noch ein altes foto gefunden...ist sehr mau, eingescanned.

norbert
« Letzte Änderung: 26. März 2004, 11:29:57 von knorbs »
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knorbs

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Re:Cypripedien und andere Gartenorchideen
« Antwort #4 am: 26. März 2004, 11:30:40 »

oh geht nicht über ändern..na dann halt so...
« Letzte Änderung: 26. März 2004, 11:30:52 von knorbs »
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brennnessel

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Re:Cypripedien und andere Gartenorchideen
« Antwort #5 am: 26. März 2004, 12:08:47 »

oh, du kannst das gut erklären, Norbert! Da fällt mir etwas ein, das uns Herr Franz Fuchs, der Orchideen- und besonders Frauenschuhspezialist vom Linzer Botanischen Garten bei einem Vortrag mal sagte. Er meinte, dass so mancher Frauenschuh auf das Konto von "markierenden" Katern oder Hundemännern ginge, weil man diese Kleinode gerne an sehr auffällige Gartenplätze in Wegnähe setze. Das sind auch die für diese Männchen ganz wichtigen Stellen, die dringend markiert gehören.... Für die salzempfindlichen Orchideen ist dabei einmal schon zu viel!
LG Lisl
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Irm

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Re:Cypripedien und andere Gartenorchideen
« Antwort #6 am: 26. März 2004, 12:09:50 »

tja, schade um die Superpflanze ...
Ich bin übrigens von wenig Flüssigdünger mittlerweile doch zu "wöchentlich-einmal-kräftig" Flüssigdünger übergegangen, allerdings im Garten, denn da kann ein kräftiger Gewitterguß ja gleich alles wegspülen.
Lisl, Bletilla braucht ein paar Jahre, wenn man sie völlig ungestört wachsen läßt, dann siehts so aus :
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brennnessel

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Re:Cypripedien und andere Gartenorchideen
« Antwort #7 am: 26. März 2004, 12:16:11 »

 :D oh, wunderschön!!!!! Meine hat zudem ganz schmale weiße Blattränder. Ich habe die vor einigen Jahren in einer holländischen Versandfirma bestellt. LG Lisl
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Irm

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Re:Cypripedien und andere Gartenorchideen
« Antwort #8 am: 26. März 2004, 12:26:48 »

ja, so eine ist bei mir auch mit in dem Busch. Vielleicht wachsen die langsamer ? Mussichmalbeobachtendiesesjahr ;)
Ansonsten: gib ihm einmal wöchentlich Orchideen-Flüssigdünger.
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brennnessel

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Re:Cypripedien und andere Gartenorchideen
« Antwort #9 am: 26. März 2004, 12:35:01 »

..aber jetzt doch noch nicht, oder? Ist noch nichts zu sehen, naja, heute liegt ja noch Schnee ...... LG Lisl
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knorbs

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Re:Cypripedien und andere Gartenorchideen
« Antwort #10 am: 26. März 2004, 12:58:57 »

irm...je leichter + günstiger man an cypries rankommt, desto eher ist man bereit zu experimentieren.

leute wie frosch haben ja die ganze thematik so richtig ins rollen gebracht denk ich mal. mir ist erst in den letzten 2-3 jahren aufgefallen, dass jetzt schon im "supermarkt" nz-dactylorhizas angeboten werden. bei den cypries wird's sich nicht anders entwickeln. mittlerweile ist die asymbiotische sämlingsvermehrung (sterile in vitro kultur) nicht mehr nur den speziallabors vorbehalten...schlaue + wißbegierige "laien" schaffen das auch schon (gell "ophrys"). schaut mal bei ebay vorbei + gebt als suchbegriff cypripedium ein...25 treffer mit sämlingsnz (meist von pinkepank). so kommt man schnell und einigermaßen günstig an eine größere anzahl von pflanzen.

und insofern gebe ich dir recht, dass solche aus asymbiotischer vermehrung stammende cypries wesentlich besser gedeihen + auf höher dosierte mineraldüngergaben gut ansprechen...aber ich möchte das nicht auf "wildcypries" übertragen wollen.

meine cypriesämlinge stehen jetzt im 2. jahr nach herausnahme aus der flasche. ich habe bisher von 20 pflanzen null ausfälle wg. pflege oder substrat (eichörnchen haben eine schale mit 5 sämlingen heruntergeschmissen, 2 konnte ich noch retten). die ersten triebspitzen dieser sämlinge kommen gerade durch...etliche als doppeltrieb. letztes jahr hatte ich welche mit 3-fachtrieb! infos zu "meinem" substrat gibt's heut abend ;D

ich bin vorsichtig was das düngen betrifft...du hast ja ziemlich viele aus der in vitro-vermehrung...die packen das gut....bei meinen adulten cypries bin ich vorsichtig 8) .die sollen erst mal samen ansetzen...dann muss "ophrys" ran ;D ;D ;D

norbert
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Re:Cypripedien und andere Gartenorchideen
« Antwort #11 am: 26. März 2004, 14:28:17 »

wer über die wechselwirkung zwischen orchidee + pilz näheres wissen will, soll sich hier mal umschauen:
http://www.myorchids.de/myk.htm

eine seite von dr. beyrle (der beherrscht die symbiotische vermehrung; verkauft auch erdorchids, leider nicht billig). dort ist alles sehr schlüssig + auch für laien verständlich erklärt.

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Re:Cypripedien und andere Gartenorchideen
« Antwort #12 am: 26. März 2004, 18:39:45 »

habe mal ein bischen fotografiert um zu zeigen was ich meine ;)

das foto zeigt einen sämling von cypripedium reginae x margaritaceum (heuer wird's sein 2. jahr aus der flasche). im herbst habe ich beim einräumen ins kalthaus auf das rein mineralische substrat eine dünne schicht (knapp 1 cm) abgelagerte, aber noch nicht verrottete fichtennadeln getreut. man kann deutlich erkennen, wie die neuen wurzeln das mineralische substrat verlassen und die mulchschicht auf nahrungssuche durchwandern.

einer der es wissen muss hat mir gesagt, der häufigste anfängerfehler sei, die frisch aus der flasche entnommenen sämlinge in organisches material zu setzen. es sei so, als wenn mein ein frisch geborenes baby in eine total verdreckte umgebung setzt. eigentlich logisch...die sämlinge sind in keimfreier umgebung herangewachsen und werden einem milieu voller pilze + bakterien ausgesetzt.

mein substrat für cypriesämlinge ist eigentlich total simpel. das ist natürlich auch nicht keimfrei, aber sicher nicht so, als wenn erdiges substrat mit reingemischt wird. ich nehme perlit in kleiner körnung (0-3 mm), habe aber auch schon 3-6mm genommen, weil ich nichts anderes da hatte, quarzsand, bentonit...heuer habe ich auch mal seramis dazugemischt. es klappt (bisher ;D ). mit der zeit bildet sich auf der oberfläche der einzelnen körnchen so ein algenüberzug...nichts störendes oder was verklebt...aber ein zeichen, dass sich das substrat "besiedelt". der quarzsand + das betonit waschen sich in die hohlräume ein, so dass die kleinen rhizome + wurzeln gut umhüllt sind. trotzdem fließt das wasser sehr schnell ab + das substrat bleibt luftig.

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Katrin

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Re:Cypripedien und andere Gartenorchideen
« Antwort #13 am: 26. März 2004, 22:38:58 »

Ohohoh!!!
Habe heuer auch eine Bletillia striata gekauft, ebenfalls bei einem holländischem Versender ;) und werde sie demnächst einbuddeln. Was muss ich da beachten? Der Boden ist sicher kalkig, wie alles hier, ist das recht wuchshemmend? Mag aber nicht unbedingt Torf nehmen, ist so umweltschädigend, dass der immer noch abgebaut wird.

VLG, Katrin
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Re:Cypripedien und andere Gartenorchideen
« Antwort #14 am: 26. März 2004, 23:06:12 »

@katrin

zwei zitate von einem bekannten, der die striata pflegt:

Zitat
dass bletilla keinen frost verträgt ist ein uraltes gerücht. zumindest striata übersteht bei mir ungeschützt temperaturen von -25 grad und für mich DIE anfängerorchidee überhaupt.

Zitat
hab bletilla seit 5 jahren bei den dactys stehen und ist bei mir aufgrund der veg. vermehrung eher ungeliebt und nur geduldet.
der letzte winter war hart und teilweise frost bis minus 20 grad über mehrere tage bei westexponiertem standort, das heist da pfeift der wind. abgedeckt hab ich noch nie. substrat besteht aus kies, torf, torfersatz und bissl lehm und eigentlich eher mager, wegen den dactys halt. könnte etwas fetter sein dann würden evtl auch alle 30 triebe blühen.
und noch was, unten ist folie drin also durchaus auch im herbst/ winter nass. also machts nicht zu viel gschiess um das kraut "eingraben und warten"
;D ;D no comment

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