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Autor Thema: Weißanstrich für Obstbäume?  (Gelesen 6614 mal)

Landfrau

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Weißanstrich für Obstbäume?
« am: 20. November 2007, 15:50:08 »

HAllo,

bei meiner Spaziergehrunde durch eine nahe gelegene Kleingartenkolonie fiel mir ein Garten auf, dessen Obstbäume alle akribisch geweißelt waren. Früher hatte es das häufiger zu sehen gegeben.

Warum macht man diese Anstriche?
Kann man die Anstrichmasse ggf. selber herstellen?

danke, Landfrau
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Wenn ich etwas verstehe, bin ich frei davon.

Susanne

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Re:Weißanstrich für Obstbäume?
« Antwort #1 am: 20. November 2007, 17:10:41 »



Der Weißanstrich reflektiert die Wintersonne und hilft dadurch, Risse in der Rinde zu vermeiden. Außerdem gibt es Weißanstriche mit pflegenden Substanzen. Selbermachen geht auch.

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Arachne

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Re:Weißanstrich für Obstbäume?
« Antwort #2 am: 20. November 2007, 22:28:40 »



Der Weißanstrich reflektiert die Wintersonne und hilft dadurch, Risse in der Rinde zu vermeiden. Außerdem gibt es Weißanstriche mit pflegenden Substanzen. Selbermachen geht auch.



Bin neugierig geworden: wie stellt man den Weißanstrich selber her? Bitte um die Zutatenliste.

LG Arachne
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max.

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Re:Weißanstrich für Obstbäume?
« Antwort #3 am: 20. November 2007, 22:51:14 »

die weißanstriche sind ganz aus der mode gekommen. vielleicht ja auch mit recht.

1.
es gibt immer weniger tafelobst auf hochstämmen: d.h. bei den üblichen zwergbäumchem müßte man die ganzen bäumchen einpinseln
2.
in den alten weißanstrichen waren sicher insektizide drin, die es inzwiaschen nicht mehr gibt. deshalb ist-
3.
ihr verbliebener nutzen die verhinderung von frostrissen. mir ist noch nie ein obststamm durch frostrisse beschädigt worden. ob das mit meinem örtlichen klima zu tun hat, weiß ich nicht.
4.
weißgestrichene obststämme sehen unschön aus.
5.
für einen dauerhaften weißanstrich: einfach irgendeine fassadenfarbe. die sind ja alle lösemittel- und schadstofffrei.
wenn sie im sommer abwittern soll: eine ganz billige innendispersion vom geizgeilsten baumarkt.
alternativ dazu: kreide in topfenkasein. auf wunsch mail ich dir dasezept.
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Arachne

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Re:Weißanstrich für Obstbäume?
« Antwort #4 am: 20. November 2007, 23:12:39 »

Hm, Dispersions- oder Fassadenfarben würde ich zwar auf meinen Wänden, aber doch nicht unbedingt auf lebendem Holz in meinem Garten verwenden wollen ... :-\
Habe aber mal gerüchteweise etwas von natürlichen Materialien gehört (a la: man mische Rinderdung, Kalk u. a. ...)
Eben eine Behandlung, die einen Winter über hält.

LG arachne
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max.

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Re:Weißanstrich für Obstbäume?
« Antwort #5 am: 20. November 2007, 23:17:39 »

@arachne:
wieso denn nicht: dispersionsfarben sind lösemittelfrei und sehen genau so häßlich aus wie selbstgebastelte.
zur "natürlichen" variante:
das hab ich doch erwähnt. kalk/kreide und quark. ist das denn nicht natürlich genug?
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Susanne

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Re:Weißanstrich für Obstbäume?
« Antwort #6 am: 21. November 2007, 07:18:38 »



Ein Rezept habe ich leider nicht. Google mal mit Weißanstrich oder Kalkmilch.

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brennnessel

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Re:Weißanstrich für Obstbäume?
« Antwort #7 am: 21. November 2007, 07:32:53 »

Da gibt es auch die Mischung: Kalk, Urgesteinsmehl, Lehm und wenn man hat: gemahlene Heilkräuter (und EM).
In raueren Gegenden hat so ein heller Anstrich durchaus Sinn, besonders beim empfindlicheren Steinobst, wie z.B. Aprikose und Pfirsich!
Dadurch erwärmt sich untertags sonnseitig die (sonst dunkle) Rinde nicht so schnell und die Bäume gehen nicht zu früh in Saft!
Kalk wirkt desinfizierend, aber manche sagen, er wirkt auch ätzend... ::) .


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Ayamo

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Re:Weißanstrich für Obstbäume?
« Antwort #8 am: 21. November 2007, 14:37:32 »

Rissgefährdungen treten besonders gegen Ende des Winters auf, wenn es nachts sehr kalt ist, aber tagsüber schon kräftig die Sonne scheint. Auf einem scharzen Stamm kann es da starke Temperaturschwankungen geben.
Andererseits hat mir die Brandenburger Vertreterin des Pomologenvereins gesagt, dass die Gefahr nur gegen Ende von HARTEN Wintern bestehen, wie wir sie eigentlich kaum noch kennen. Oder wann sind das letzte Mal Obstbäume ist Deutschland erfroren? irgendwann in den 50ern...

@ Landfrau:
Weil ich das von meinen Großeltern vom Land her auch so kenne, habe ich das für meine Hochstämme im letzten Winter auch gemacht - als Neuling aus Vorsicht, da mein Garten in einem Frostloch liegt.
Im Baumarkt ist ja ein Anstrich von Neudorff für ca. 10 €/Liter zu haben, grob veranschlagt hätte ich also 100-200 € für das Einpinseln ausgegeben. Wollte ich irgendwie nicht... :-\

Einkaufen: Branntkalk - http://de.wikipedia.org/wiki/Branntkalk
den gibt's im Baumarkt, 40 Liter kosteten 1,80, davon ist jetzt noch mehr als die Hälfte übrig.
Dieses Pulver in Wasser auflösen (=Kalk löschen, Vorsicht mit den Augen - exotherme Reaktion), man erhält dann den sog. Löschkalk.
http://de.wikipedia.org/wiki/Calciumhydroxid

Diese Pampe konnte ich mit einer Quaste einigermaßen gut auftragen. Auf den borkigen Hochstämmen hielt die Farbe sehr gut bis heute in der Rinde.
Versuchsweise habe ich auch glattere Rinde (Apfel-Buschbäume) eingepinselt, darauf hält das Zeug nicht gut. Könnte sich dann vielleicht auch negativ auf den pH-Wert des Bodens auswirken. Insofern könnte man vielleicht handelsüblichen Leim zugeben (das hab ich aber noch nicht ausprobiert).
Die kleinen Bäumchen brauchen den Anstrich aber auch nicht so sehr, da dünne Durchmesser schnell erwärmt werden. Die Frostrissgefahr besteht (höchstens) auf voluminösen dicken, dunklen Stämmen, wo die Sonnenseite und der Holukern nicht so schnell warm werden wie die sonnenzugewandte dunkle Seite.

Grüße
Ayamo
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Murkser

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Re:Weißanstrich für Obstbäume?
« Antwort #9 am: 21. November 2007, 18:33:40 »

Hallo,

es gibt aber heutezutage auch gelöschten Kalk zu kaufen.

mfg
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der Murkser

max.

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Re:Weißanstrich für Obstbäume?
« Antwort #10 am: 21. November 2007, 19:11:18 »

Zitat
...es gibt aber heutezutage auch gelöschten Kalk zu kaufen....
in den baumärkten meiner region: ausschließlich gelöschten. ich wüßte garnicht, wo ich noch ätzkalk kaufen könnte, wenn ich das wollte.
aber für die herstellung von kalkanstrichen und kalktemperafarben braucht man auch keinen ätzkalk, sondern den gelöschten.
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Saxmann

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Re:Weißanstrich für Obstbäume?
« Antwort #11 am: 21. November 2007, 19:55:59 »

Zitat
...es gibt aber heutezutage auch gelöschten Kalk zu kaufen....
aber für die herstellung von kalkanstrichen und kalktemperafarben braucht man auch keinen ätzkalk, sondern den gelöschten.
ähem: Wenn man Ätzkalk in Wasser schmeist, wird er ( zum ) gelöscht (en).---Oder hab ich grad einen Bläckaut ?? ???
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Amur

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Re:Weißanstrich für Obstbäume?
« Antwort #12 am: 22. November 2007, 10:17:44 »

Wenn Anstrich dann Kalk, der aufgrund seiner alkalischen Wirkung schon einiges Ungeziefer, welches unter den Rindenschuppen überwintern will, um die Ecke bringt.
Heilkräuter etc. dienen eher der eigenen Beruhigung.

Genaues Rezept muß ich erst zu Hause nachsehen.

Der Anstrich hilft vor allem bei sonnigen Spätwintertagen die Temperatur und damit den Saftfluss im Stamm möglichst nieder zu halten bzw. zu verzögern. Aber das hat bei unseren Bäumen wohl nicht geholfen. Mein Vater hatte trotz Anstrich öfter gerissene Rinde.

Im übrigen sind im Winter 84/85 einige Obstbäume zumindest geschädigt worden und bei Walnüssen waren hier praktisch alle geschädigt und sehr viele ganz hinüber. Das war nämlich nach 1928/29 der Winter mit den tiefsten Temperaturen seit aufgeschrieben wird. Jedenfalls im süddeutschen Raum.
Also noch nicht soo lange her.

mfg
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Zuccalmaglio

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Re:Weißanstrich für Obstbäume?
« Antwort #13 am: 22. November 2007, 22:17:42 »

Ja, 84/85 war sehr heftig. Ein Ontario ging dabei über die Wupper und selbst die Winterramburen hatten vereinzelt kräftige Risse.
Alles ohne Anstrich.
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Tschöh mit ö

Aromasüß

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Re: Weißanstrich für Obstbäume?
« Antwort #14 am: 12. Februar 2017, 12:36:25 »

Welche Erfahrung habt Ihr mit dem Weißanstrich der Obstbäume?
Für das Selberrühren der Kalkbrühe kennt das Internet sehr unterschiedliche Mengen, Mischungen und Rezepte.

1) Welche Rezepte verwendet Ihr? - Die meisten Angaben schwanken zwischen 1 kg und 2,5 kg Kalk (oder Branntkalk) je 10 Liter Wasser zzgl. Kleister. (Es gibt noch andere Mengenangaben.)

2) Wer erst jetzt die Bäume "weißt" - kurz vor der Frostrisse-Gefahr im "ausklingenden Winter" -, braucht vielleicht weniger Kalk in der Brühe als die, die schon im Herbst ihre Bäume pinseln? Die Brühen scheinen sehr unterschiedlich stabil an den Bäumen zu haften - so mein Eindruck, wenn mich bei den Nachbarn umschaue.

3) Welche Faustregeln haben sich für die Menge bewährt? - Wenn ich es richtig verstehe, reichen 2 Liter ungefähr für den kleineren Garten (rd. 3 Hoch-/Halbstämme + 7 Busch/Jungbäume). Stimmt das?

4) Mischt Ihr überhaupt (noch) selber? Oder lohnt sich der Preisvorteil gegenüber den Fertigprodukten zu wenig? Oder habt Ihr das Weißen wieder ganz aufgegeben?


Die kompakteste Information im Netz scheint mir zu sein:
hortima-ch -> Weissanstrich_fuer_Obstbaeume_Landratsamt_Biberach.pdf
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