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Autor Thema: Buchsbaumzünsler: Wo ist er schon?  (Gelesen 100359 mal)

cydorian

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Re: Buchsbaumzünsler: Wo ist er schon?
« Antwort #810 am: 06. Mai 2017, 15:24:08 »

Die Raupe schützt sich mit den Giftstoffen des Buchs ihrerseits vor Frass. Ansonsten wäre sie leichte Beute, sie bleibt ja immer gut erreichbar im Baum. Die Taktik, Gifte der Nahrungspflanze zum eigenen Schutz zu nutzen schaffen viele Organismen. Beispielsweise ein anderer heimischer Schmetterling, der Blutbär mit Hilfe des Jakobskreuzkrauts. Der hat aber weit längere Vermehrungszyklen, die Pflanze ist auch viel kleiner, so dass er für diese Art nie bedrohlich wird. Das Gleichgewicht stimmt.

In China gibt es angeblich Vogelarten, die den Buchsbaumzünsler sehr gerne fressen. Das Gift ist also kein unüberwindliches, grundsätzliches Hindernis. Wenn nun hierzulande eine Vogelart wie die Mönchsgrasmücke anfängt, ein bisschen Zünsler zu fressen, könnte da auch eine evolutionäre Anpassung in Gang gesetzt werden. Individuen, die ihn besser vertragen haben einen evolutionären Vorteil, zumal die Raupen auch in sehr nahrungsarmen Zeiten verfügbar sind. Sie pflanzen sich also eher fort und so dreht sich der Kreis in eine bestimmte Richtung. Irgendwann mal gibts dann Arten, die ihn gut fressen können. Fragt sich nur, wer schneller ist. Der Vogel-Fressfeind oder der Exitus der Buchsbäume. Ich tippe auf letzteres.
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Crambe

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Re: Buchsbaumzünsler: Wo ist er schon?
« Antwort #811 am: 06. Mai 2017, 15:26:22 »

Hier ist er jedenfalls noch nicht.  :D
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bristlecone

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Re: Buchsbaumzünsler: Wo ist er schon?
« Antwort #812 am: 06. Mai 2017, 15:36:59 »

Fragt sich nur, wer schneller ist. Der Vogel-Fressfeind oder der Exitus der Buchsbäume. Ich tippe auf letzteres.

Weder noch, vermute ich, jedenfalls in Mitteleuropa: Buchsbaum als Ziergehölz im Garten wird in nicht allzu ferner Zukunft passé sein. Damit entfällt dann auch ein evolutionärer Vorteil für Vögel im Garten, die den Zünsler bzw. dessen Raupen fressen.

Buchsbaum wird aber, was die Bedrohung durch den Zünsler angeht, noch sehr lange an natürlichen Standorten oder dort, wo er fest eingebürgert ist, überleben, und sei es bloß als so eine Art "Kriechholz".

Anders aussehen und ausgehen könnte es weiter südlich, wo Buchsbaum fester und verbreiteter Bestandteil der heimischen Flora ist. Dort könnten Vögel, die Zünsler fressen, den besagten Evolutionsvorteil vielleicht haben.

Ich tippe aber eher auf parasitäre Insekten als "Dämpfer" für den Zünsler.
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Re: Buchsbaumzünsler: Wo ist er schon?
« Antwort #813 am: 06. Mai 2017, 16:42:14 »

Ich zitier mich gern nochmal selber:

...
Mich würden ja mal fundierte Untersuchungen zu den empirischen Beobachtungen hier aus dem Forum oder andernorts interessieren:

"Die Spatzen fressen den Buchsbaumzünsler"

"Die Natur schlägt zurück!"

"Natürliche Feinde des Buchsbaumzünslers?"

"Der Buchsbaumzünsler frisst und frisst..(Abschnitt "Bekämpfung)"

"...NATÜRLICHE GEGENSPIELER
Zu natürlichen Feinden der Raupen oder Falter
gibt es bisher keine sicheren Erkenntnisse. In der
letzten Zeit wurde allerdings häufig beobachtet,
dass einige Vögel die Raupen gefressen oder zumindest
abgetötet haben.
Ob Vögel als effektive Gegenspieler eine entscheidende
Rolle einnehmen, kann zum jetztigen Zeitpunkt
sicher noch nicht abschliessend geklärt
werden. Weitere Beobachtungen sind hier notwendig.
Sollte sich herausstellen, dass Vögel im
Buchsbaumzünsler eine neue Futterquelle entdeckt
haben, sollte die Bekämpfung der Raupen
mit Pflanzenschutzmitteln sehr zurückhaltend erfolgen.

Über Hinweise zu dieser Thematik ist die Stadtgärtnerei
dankbar...."


Ich hatte den Herrn, der in der von neo verlinkten Studie angeführt wird, angeschrieben.
Sinngemäß schrieb er mir zurück, daß durch eine Studie belegt ist, daß die Buchsbaumzünslerraupe Buxin in ihrem Gewebe speichern.
Dazu gibt es folgende Hypothese, daß, wenn Alt-Vögel die Zünslerraupen "verdünnt" mit anderen Insekten verfüttern z.B. 20% Zünslerraupen, 80% andere Insekten, daß das den Jungvögeln nicht schadet.
Diese Hypothese wurde aber noch nicht überprüft.

Alles in allem - diese ganzen Beobachtungen raupenvertilgender Vögel (und ob und wie Altvögel das Buxin vertragen), Wespen etc. hat sich erstaunlicherweise noch kein Wissenschaftler genauer angeschaut  ???
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Re: Buchsbaumzünsler: Wo ist er schon?
« Antwort #814 am: 06. Mai 2017, 16:57:44 »

Jetzt könnten andere wie hemerocallis sich auch selbst zitieren, die geschrieben haben, warum solche Studien an Vögeln nicht ganz so einfach zu machen sind.

Im Übrigen:
"Buxin" als Einzelstoff gibt es nicht, Buchs enthält eine ganze Reihe von Toxinen. Das macht Untersuchungen nicht gerade einfacher.

Und dass sich "das noch kein Wissenschaftler angeschaut hat", stimmt einfach nicht - vielleicht hast du bloß noch nicht geschaut, was derzeit so gemacht wird?

Man könnte z.B. mal nach "Cydalima perspectalis predators" googeln, für den Anfang, da finden sich z. B. folgende Paper:

Biology and natural enemies of Cydalima perspectalis in Asia: Is there biological control potential in Europe?

Development of a biocontrol program against the Box Tree Moth
Zitat daraus: "Other control solutions are being tested in the SaveBuxus project (pheromone traps, birds as predators, nematodes, Bt,…). Protection against BTM can only be effective by combining several methods that respect the environment."

SAVEBUXUS: Development and evaluation of biocontrol solutions against the box tree moth and box blight
« Letzte Änderung: 06. Mai 2017, 17:00:26 von bristlecone »
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Re: Buchsbaumzünsler: Wo ist er schon?
« Antwort #815 am: 06. Mai 2017, 17:01:52 »

Tja, du bist einfach besser darin, nach wissenschaftlichen Studien zu suchen  :)
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Re: Buchsbaumzünsler: Wo ist er schon?
« Antwort #816 am: 06. Mai 2017, 17:09:39 »

Hm, alle drei drehen sich anscheinend nur um parasitierende Insekten  ???
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Re: Buchsbaumzünsler: Wo ist er schon?
« Antwort #817 am: 06. Mai 2017, 17:25:51 »

Tja, du bist einfach besser darin, nach wissenschaftlichen Studien zu suchen  :)

Nee, du bist nur zu faul zum Suchen!  ;)
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Re: Buchsbaumzünsler: Wo ist er schon?
« Antwort #818 am: 06. Mai 2017, 17:29:29 »

Noch 'n bisschen was zum Lesen an diesem - hier - verregneten Samstag:

In its invaded range, C. perspectalis experiences little, if any, competition with other herbivores or mortality by natural enemies. Occasionally, wasps, Vespula spp., and birds, Parus spp., have been observed to prey on the larvae and the bird Phoenicurus phoenicurus may feed on the adults. It is however not established if birds use C. perspectalis as a food source as larvae picked up by birds are often killed and left aside or regurgitated (Leuthardt and Baur, 2013). It is therefore, not very likely that birds can control the invasive population in Europe.


Phoenicurus phoenicurus ist der Gartenrotschwanz.

The only detected parasitoids feeding on C. perspectalis in Europe are polyphagous species (Wan et al., 2014) and predation by birds is low, probably due to the high levels of toxic alkaloids sequestered by the larva (Leuthardt and Baur, 2013). Therefore, neither would be useful biological control agents. Trichogramma, pathogens and entomopathogenic nematodes are effective in the laboratory, but not yet in the field (Göttig and Herz, 2014; Wan et al., 2014). The introduction of specific parasitoids from the area of origin should be envisaged because it represents the only long-term control option in natural habitat. Unfortunately, little is known on the natural enemies of the moth in Asia.


Letzteres - also das Einführen von spezifischen Parasiten - ist natürlich ein nahe liegender Gedanke. Bevor man das tut, muss man aber so sicher wie möglich sein, dass der dann nicht auf andere Insektenarten "ausweicht", die ihm hier besser bekommen. Dann hätte man nicht bloß nichts erreicht, sondern den Schaden womöglich weiter verschlimmert.
« Letzte Änderung: 06. Mai 2017, 17:33:21 von bristlecone »
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cydorian

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Re: Buchsbaumzünsler: Wo ist er schon?
« Antwort #819 am: 06. Mai 2017, 18:07:07 »

Buchsbaum wird aber, was die Bedrohung durch den Zünsler angeht, noch sehr lange an natürlichen Standorten oder dort, wo er fest eingebürgert ist, überleben, und sei es bloß als so eine Art "Kriechholz".

Das glaube ich nicht. Eher bestehen Chancen, dass die Buchsdichte so gering wird, dass die Falter keine weit entfernten Wirtspflanzen erreichen. Diesen Effekt werden wir in den nächsten Jahren schon dort erleben, wo er vorrangig nur als Gartenpflanze vorkam und wo er gerade schnell ausgerissen wird.
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Re: Buchsbaumzünsler: Wo ist er schon?
« Antwort #820 am: 06. Mai 2017, 18:16:44 »

Tja, du bist einfach besser darin, nach wissenschaftlichen Studien zu suchen  :)

Nee, du bist nur zu faul zum Suchen!  ;)

Tja, da liegst du absolut falsch, mein Lieber.
Wie eigentlich meine zitierte Link-Liste beweist.
Hab einfach nicht so die Übung, die richtigen Schlagwörter zu finden - und bisher hatte ich Englisch als Suchsprache da nicht wirklich auf dem Schirm.

Es wunderte mich eigentlich letztens, dass du bei der Frage, wieso Stickstoff durch Mulchmaterialen fehlen kann, selber nicht fündig geworden bist.

Ich finde ja die Überlegung, weitere nichteinheimische Arten zur Bekämpfung einzuführen eher schwierig, es gab schon genug Beispiele, wo das gründlich schief gegangen ist  :-\
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SusesGarten

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Re: Buchsbaumzünsler: Wo ist er schon?
« Antwort #821 am: 12. Mai 2017, 21:27:34 »

Bei uns ist der Zünsler dann jetzt auch angekommen. Wir haben einige nicht sehr wertvolle Solitärbuchsbäume und etwa 40 m Hecke, die teilweise bis 80 cm hoch ist. Alle wurde in den letzten Jahren nicht geschnitten.

Indische Laufenten fressen sie übrigens gern. Aber das ist natürlich keine allgemeine Bekämpfungsmöglichkeit.
Ob das stimmt, werden wir in Kürze wissen.
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Viele Grüße, Susanne

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Re: Buchsbaumzünsler: Wo ist er schon?
« Antwort #823 am: 24. Mai 2017, 11:53:33 »

ich habe gestern 8m Buchsbaumhecke rausgerissen.
In der gesamten Nachbarschaft sehen die Buchsbäume nicht besser aus als meine.
Mit ein bisschen glück und viel Chemie überleben vlt. 2 meiner runden buchsbäume. bin total sauer grade
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Re: Buchsbaumzünsler: Wo ist er schon?
« Antwort #824 am: 24. Mai 2017, 12:14:41 »

Hier kannst du ihnen bei der Arbeit zusehen: https://www.youtube.com/watch?v=uhFHowOOLkE
Und da steht was drüber: http://www.rp-online.de/nrw/staedte/krefeld/buchsbaumzuensler-eine-ganz-natuerliche-geheimwaffe-aid-1.5330959

Daß Laufenten die Falter fressen, erscheint glaubhafter als daß sie auf Dauer Raupen ernten. Warum sollten gerade Laufenten gegen das Buchbaum-Fraßgift immun sein? Sie fressen ja die Buchsbäume selbst auch nicht. Klingt mir eher nach einem Märchen als nach gesicherten Erkenntnissen.
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Hemerocallis
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