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News: Man kann auf seinem Standpunkt stehen, aber man sollte nicht darauf sitzen.  (Erich Kästner)
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22. Juni 2017, 22:37:50
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News: Man kann auf seinem Standpunkt stehen, aber man sollte nicht darauf sitzen.  (Erich Kästner)

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Autor Thema: Beweidungsprojekt  (Gelesen 38547 mal)

Zausel

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Re: Beweidungsprojekt
« Antwort #570 am: 29. März 2017, 19:48:16 »

Ach ja, natürlich muß man solchen Beschwerden nachgehen. ...
Solchen:
Zitat
... Einer schrieb mal einen Beschwerdebrief ans Veterinäramt.
Er könne spüren, hieß es darin, dass es Doppelsteins Schafen nicht gut gehe. Das erkenne er daran, dass die Tiere "so traurig gucken". ...

So ein Quatsch. Die Leute, die sich engagieren und Ahnung haben, sollen sich weiter kümmern und nicht von solch idiotischem Irrsinn belästigt werden.
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lerchenzorn

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Re: Beweidungsprojekt
« Antwort #571 am: 29. März 2017, 20:45:55 »

Dazu braucht die Beschwerde-Behörde ein Rückgrat und ein paar Ideen, wie sie selbst das "dem Bürger" erklärt. Kann eigentlich nicht soo schwer sein.
Aber wie ist das mit dem Glashaus ...?  :-X
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häwimädel

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Re: Beweidungsprojekt
« Antwort #572 am: 29. März 2017, 21:01:40 »

Dazu braucht die Beschwerde-Behörde ein Rückgrat ...
oder einfach nur ein bißchen Fachwissen? Oder auch nur die Zeit, um auf solche "Beschwerden" sach- und fachgerecht antworten zu können? Ohne näher über die Einzelfälle Bescheid zu wissen, könnte ich mir vorstellen, daß an den "aufmerksamen Bürger" ein Formbrief rausgeht, ungefähr so: "Vielen Dank fürIhren Hinweis. Wir nehmen Ihre Besorgnis ernst (= irgendwann sind ja Wahlen), wir werden dem nachgehen (= wir tun was)"  :-\ Das Schreiben wird dann "mit der Bitte um (schriftliche) Stellungnahme" bis... an die Schäferin weitergeleitet, die ja sonst nichts zu tun hat... - Mir wäre schon viel früher der Kragen geplatzt.

Jammerschade, daß Engagement und sinnvolles Tun so ausgebremst werden.  >:(
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frauenschuh

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Re: Beweidungsprojekt
« Antwort #573 am: 05. April 2017, 21:35:43 »

Vielleicht ist die Bezeichnung "Hausschaf" - wenn auch korrekt im Wortlaut - einfach keine glückliche Bezeichnung.

Wechseln wir zu einem Heimtier: Dem Hund.

Ein Chinesischer Nackhund bekommt leicht einen Sonnenbrand. Ein normaler Fellhund ahlt sich in der Sonne ohne Schaden zu nehmen.

Das Pferd: Eine Araberstute im Rückedienst - wäre Tierquälerei.

Das Schaf... auch dort gibt es eben die "buntesten" Zuchtformen je nach Nutzungsform. Landschafrassen haben überwiegend Wolle am Bauch. In der Herdbuchzucht wird bei unseren Rassen sehr (!) viel Wert auf Wolle am Bauch gelegt. Defakto habe ich kein Schaf, dass da keine Wolle hätte. Es wäre nicht geeignet für uns. Wir haben in der Zucht auch noch nie ein solches gehabt.

Ich habe eine Bekannten mit Merino- Fleischschafen. Berechtigter Weise latschen die bei Regen unter ihren Unterstand. Die Wolle, die wir so kuschelig weich finden, saugt sich hoffnungslos voll - auch wenn sie sicher noch das Wollfett haben, das die Haut schützt. Aber wer will schon schwere nasse Wolle mit sich rum schleppen.

Bei unseren Schafen wird im Herdbuch auch auf die Wollqualität streng geachtet. Nein. Nicht in dem Sinne, dass sie gut verwertbar wäre. Nichts zum Stricken, kein Einkommen durch hochwertigen Wollverkauf.

Unsere Rassen müssen eine weiche isolierende Schicht auf der Haut haben -oben auf aber sozusagen Regenrinnen: Der grobe Anteil der Wolle leitet das Wasser ab.

Es ist bedauerlich, dass viel Wissen verloren geht. Das schürt Konflikte. "Das Schaf" - gibt es nicht allgemeingültig. Keiner rennt in den Wald und trägt einem Mufflon einen Wetterschutz hinterher. Dem Wildschwein auch nicht - auch wenn das "gemeine" Mastschwein in den großen Ställen auf Fußbodenheizung liegt. Zu empfindlich.

Es würde manchen Tierschützer beunruhigen, wenn er wüsste, was in Ställen für Probleme auftreten, die es draußen nicht hat. Ich habe über die Jahre mehrfachst beschrieben, wie sich draußen die lammenden Zibben absondern und erst in die Herde zurück gehen, wenn die Mutter-Lamm-Bindung sitzt. In Ställen --- ist das anders. Es gibt ein nettes und sehr lehrreiches Buch über einen Schäfer in Irland.  8) Es hilft die winterliche "Stallwelt" zu verstehen.

Zu glauben, Schafe oder irgendwelche Nutztiere, seien per se ausschließlich gut im Stall aufgehoben, der irrt.

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Staudo

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Re: Beweidungsprojekt
« Antwort #574 am: 05. April 2017, 21:40:07 »

Danke.
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Sommer ist Mist.

Zausel

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Re: Beweidungsprojekt
« Antwort #575 am: 06. April 2017, 18:49:09 »

*... ist jetzt weniger besorgt ...*    ;)
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frauenschuh

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Re: Beweidungsprojekt
« Antwort #576 am: 20. April 2017, 21:54:49 »

Wir starten in die nächste Pflegesaison  8)

Dieses Wochenende soll die Beweidung der Lummerke wieder starten. Ein Start mit Hindernissen. Wir müssen improvisieren, weil die Zicken immer noch nicht gelammt haben. Also gehen dieses Jahr Kastrat und Ziegenbock mit einer Schafbockgruppe "auf die Alm". Wir sind total überrascht, dass sich die Böcke perfekt vertragen. Die schlafen sogar alle gemeinsam im Zelt. Das hatten wir schon ganz anders. Warum also nicht. Die Schafe mähen den Grünlandbereich, die Ziegen knuspern die Hainbuchen. Ergänzt sich perfekt.
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frauenschuh

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Re: Beweidungsprojekt
« Antwort #577 am: 24. April 2017, 06:49:35 »

 8) es hat geklappt: Seit gestern ist die Beweidungssaison eröffnet. Unsere Böcke sind am Ende wieder zu Fuß "auf die Alm" geschritten. Leidlich manierlich. Dieses mal war der Große tiefenentspannt, während der Kleine gerne mal den Wald erkundet hätte. In der Ruhe liegt die Kraft. Ob sie die Fläche wiedererkannt haben? Sie sahen etwas ratlos aus. Dabei ziehen sie bestimmt wieder 6 Monate zweimal durch die Fläche...
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frauenschuh

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Re: Beweidungsprojekt
« Antwort #578 am: 29. April 2017, 21:17:56 »

Und seit vorgestern sind auch die Skudden wieder auf den Wohlkopfswiesen. Und schon nörgelt man wegen der Segge  :P Ist schon fast zu spät, sie blüht schon. Die Biotoppflege nimmt nun Fahrt auf: Nur noch eine Zäunung und die Schnucken stoßen zu der Skuddenherde. Dann wird es spannend, denn das wird das Tempo der Saison offenbar. Das wird... knackig  :-X
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neo

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Re: Beweidungsprojekt
« Antwort #579 am: 07. Mai 2017, 10:23:14 »

Und schon nörgelt man wegen der Segge  :P

Seit letztem Jahr grasen Schafe jetzt in regelmässigen Abständen in der Wiese im Quartier, sehr schön! Und sehr angenehm, weil der Kleintraktorlärm des Bauern der vorher hier mähte jetzt wegfällt.
Es ist beschaulich, ausser denn den Schafen passt was nicht. Und im ersten Jahr war das so als die Schafe auf das sumpfige Gelände gleich unterhalb unseres Hauses geführt wurden, heissa, konnten die sich über die schlechte Grasqualität beschweren bis in die Nacht hinein! Und mich mit vorwurfsvollen Bicken strafen, wenn ich zu ihnen herunterschaute. ;D Aber es hat genutzt, bisher mussten sie dort nicht mehr fressen.
Ich wünsche eine gute Saison! ;)
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frauenschuh

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Re: Beweidungsprojekt
« Antwort #580 am: 07. Mai 2017, 17:26:12 »

Danke  ;D

Heute Abend blöken drei Schafe im Garten - ich kann jetzt nicht mehr scheren.  :P 3,5 Stunden Lummerke zollen ihren Tribut. Trotz all der Anstrengung und auch, wenn ich am Ende die Litze nicht mehr vollenden konnte und somit Restarbeiten für morgen bleiben... es war wieder einmal toll. Seit heute sind unsere Böcke mit auf der Fläche. Falls jemand einen traumhaften Skuddenbock, gekört, sucht... wir müssen uns dieses Jahr sehr schweren Herzens von Mephisto trennen, der sich dermaßen super handeln lässt und der brav mit seinen Söhnen auf die Fläche zieht. Dazu ein geduldiger (wenn auch nicht nachgebender) Sparringspartner für die Ziegen ist. In Gesellschaft dieser bunten Truppe und dem glucksenden Bach war es eine friedliche Zäunung. man merkt, dass es Anfang der Saison ist. Am Ende ließen die Kräfte nach und ich musste abbrechen, weil ich nicht mehr trittsicher im Steilhang unterwegs war.

Um mich rum torkelten Schmetterlinge - jede Menge Aurorafalter am Wiesenschaumkraut. Ein Bläuling, dem ich nur stirnkrausend nachsehen konnte. Ich sollte lernen die Kamera in die unteren Bereiche zu bringen. "Bläuling"... puh, was kann es da auf Waldwiesen geben?!

Der Eindruck mag täuschen, aber mir scheint, dass es dieses Jahr mehr Wanderer auf der Lummerke gibt. Ich kann da nur zuraten  ;) Der Solling ist wirklich schön. Man ist da fast allein unterwegs. Und wem´s gefallen hat, der kann sich gerne melden. Man lenke doch bitte sein Augenmerk auf die brachfallenden Wiesen. ich leite das gerne weiter  8) ;D

Zum Schluss, als ich stark ermattet zum Auto kam, schlängelte sich auf dem Weg gerade eine Blindschleiche. Einbildung, aber sie lächelte auch noch dekorativ mit erhobenem Haupt in die Kamera, bevor sie sich auf die Weide begab. Recht hat sie. Wo Dung ist, sind Insekten. Auch Totholz zum sonnen ist vorhanden. Mir lief heute im Steilhang auch eine Waldeidechse voraus. Sie wissen schon, warum sie unsere Weide schätzen.
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Waldschrat

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Re: Beweidungsprojekt
« Antwort #581 am: 07. Mai 2017, 17:33:15 »

Boah, so groß sind die hiesigen Schleichen nicht.  ::)

Ich kann Euch nur bewundern ob der Energie und des Einsatzes. Toll.
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frauenschuh

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Re: Beweidungsprojekt
« Antwort #582 am: 20. Mai 2017, 10:26:18 »

Kleine Anmerkung zu einer Orchideen-Fläche: Die private Fläche haben wir im April beweidet. Also eigentlich nach alter Lehre ein no go. Nachdem wir aber auf der Fortbildung gelernt haben, dass das förderlich sein kann... haben wir das munter probiert:

Es blühen jetzt wunderbar die Waldvögelein! Wer bringt es der UNB im Nachbarlandkreis bei  :-X Da dürfen wir erst im Juni auf die Flächen und kämpfen seit jahr und Tag mit den daraus resultierenden Problemen: Überständiges Gras und beginnende Verholzung der frischen Triebe. Nur weil wir Anfang Juni rauf dürfen, heißt das ja nicht, dass wir zeitnah über die ganze Fläche kommen.  ::)
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frauenschuh

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Re: Beweidungsprojekt
« Antwort #583 am: 05. Juni 2017, 09:46:15 »

...und dennoch sind wir jedes Jahr wieder stolz, wenn wir es zu Anfang Juni schaffen. Das ist schließlich mit Schur und enormen Graswachstum die Hauptkampfzeit für uns. Frisch geschoren haben somit unser WGH-Deckbock und seine zierliche Skudden-Winterbegleitung gestern die Kleinfläche im NSG erobert. Die Kleinfläche erstaunt uns dieses Jahr immerhin mit drei Orchideenarten. Als wir zäunten berichteten wir einem Passanten noch von einer. So kann´s gehen  ;) Jemand reagierte lautstark auf unseren Anblick - hielten wir doch ein Schäufelchen in der Hand. Wahrscheinlich dachte da jemand, wir wollten Orchideen ausbuddeln oder ansalben. Dabei war des Rätsels Lösung viel einfacher: Ein einsames Greiskraut hatte sich so verbissen am Untergrund festgehalten, dass ich ihm mit dem Schäufelchen zu Leibe rücken musste. Die Kleinfläche ist mühsam genug. Da brauchen wir diesen Umstand nicht auch noch, also wehret den Anfängen. Jenes Greiskraut drückt von der Autobahn über die Landstraße auf unsere Flächen. Also wenn jemand auf den armen Schmetterling verweisen möchte, der das Greiskraut doch braucht: Daran hat es wirklich keinen Mangel  :-X

Es hat nur ein schwaches Handy-Beweisbild. Es dämmerte schon, der Tag war wieder laaaang.
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Quendula

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Re: Beweidungsprojekt
« Antwort #584 am: 05. Juni 2017, 13:12:06 »

Auch ohne Wolle eine stattliche Erscheinung  :).
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Nimm die Dinge so, wie sie kommen - aber sorge dafür, dass sie so kommen, wie du sie haben willst.
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