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News: Wer am längsten warten kann, erreicht sein Ziel oft als erster. (Chinesisches Sprichwort)
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27. Mai 2017, 02:38:18
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|6|8|Holzhacken ist deshalb so beliebt, weil man bei dieser Tätigkeit den Erfolg sofort sieht.  Albert Einstein

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Autor Thema: Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) - Das Ende der Naschzeit im Garten?  (Gelesen 88385 mal)

NaDeWe

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Hier nochmal im dafür wohl vorgesehenen Bereich der Erfahrungsbericht aus der letzten Woche über betroffene Heidelbeerpflanzen in unserem Garten:

Zitat
Die Beobachtung ist folgende: [...]normal ist auch, dass die reifen Beeren mehrere Tage hängenbleiben können, dennoch ihre Frische und knackige Konsistenz behalten.

Dieses Jahr ist alles anders. Bis auf Elizabeth reifen alle ziemlich zeitgleich heran. Earlyblue verlief noch halbwegs normal, doch die zuletzt übrigen Beeren verhielten sich wie 3/4 der Ernte der anderen Beeren: Sie reifen dermaßen schnell, dass ein gemütliches Hängenlassen und portionsweises Ernten nicht mehr möglich ist. Der Geschmack, der zunächst wie gewohnt lecker anfängt wandelt sich innerhalb einer bis eineinhalb Wochen ins Abscheuliche. Die Hälfte der anvisierten Ernte liegt bereits auf dem Boden. Besonders extrem bei Reka. Die, die noch nicht zu Boden gefallen sind, sind unnatürlich weich, lassen sich nicht einmal auf die sanftest denkbare Weise abziehen ohne zerquetscht zu werden. Andere Beeren, die noch nicht so weich sind, und hier jetzt das Erstaunliche, reagieren bei leichtem Druck mit Austritt von Flüssigkeit aus einer oder mehreren "Poren". Und reif werden die Beeren auch nicht wie gewohnt, mir scheint fast notreif [...]

Was passiert da gerade? Zu beobachten sind im eingenetzten Bereich der Beeren, dass da wespenähnliche Flugobjekte herumschwirren. Werden die Beeren von denen vielleicht massenweise angestochen? Heidelbeeren stehen seit Jahrzehnten im Garten, dieses Phänomen gab es aber noch nie.

Freundliche Postings aus einem anderen Thread hier noch einmal zusammengefasst bringen das Problem auf den Punkt:
http://www.isip.de/isip/servlet/contentblob/111426/Dokument/33234
http://www.ages.at/ages/landwirtschaftliche-sachgebiete/pflanzengesundheit/obstbau/kirschessigfliege/
http://de.wikipedia.org/wiki/Kirschessigfliege

Und es ist so: Den Schaden verursachen tatsächlich Scharen von Kirschessigfliegen, gut zu erkennen am schwarzen Punkt an den Flügelspitzen. Sie sitzen zu mehreren auf einer ausgereiften Beere, auf vielen Beeren. Dass im ersten Link behauptet wird, dass diese KEF Heidelbeeren nur gering befallen, kann ich keineswegs unterstreichen. Geschätzt liegt etwa die Hälfte der Ernte von 4 Sträuchern der mittleren Erntezeit auf dem Boden. Und täglich folgen eine Handschaufel voll. Fallen sind noch nicht aufgestellt, ist jetzt eh zu spät.

Frust macht sich breit. Vor allem, wenn wir uns ein Bild machen, wie es im nächsten Jahr aussehen soll. Kleinmaschige Netze über die Heidelbeeren und andere "weichschalige" Früchte? Der Garten wird dann in der schönsten Zeit des Jahres nicht mehr schön anzusehen sein. Sträucher fällen und entsorgen und stattdessen eine Standleitung zum heimischen Obstbauer aufbauen? Auch nicht der Brüller. Vollkatastrophe!

Habt ihr noch weitere Tipps, eigene Erfahrung gemacht im Umgang mit diesen Invasoren?
« Letzte Änderung: 26. Juli 2014, 07:40:53 von NaDeWe »
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Elro

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Wenn mich nicht alles täuscht sind meine Himbeeren befallen.
Seit ein paar Tagen beoachte ich runter gefallene Früchte obwohl ich immer sehr sorgfältig jeden zweiten Tag durchpflücke und auch schlechte Früchte entferne.
Bei einigen Früchten stellte ich fest, daß sie weich sind, wie überreif und als ich sie öffnete war Himbeersaft drin wo jede Menge(3-8) weiße fadendünne 2-3mm große Maden drin "schwimmen":o
Das ernten wird jetzt sehr mühselig werden wenn man jede Frucht genauer anschauen muß. Trotzdem habe ich im Haus doch noch eine Maschfrucht mit Befall entdeckt >:(
Wer weiß wieviele wir schon verfuttert haben.
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Liebe Grüße Elke

partisanengärtner

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Wenn der Geschmack nicht ecklig ist, habe ich nur ein kleines Problem mit der Eiwißbeilage.
Werde mich dran gewöhnen...müssen. :P
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Axel

Elro

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Nee, eklig waren sie nicht aber ich habe mich hinterher geekelt ;D
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Liebe Grüße Elke

NaDeWe

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Zitat
Wenn mich nicht alles täuscht sind meine Himbeeren befallen
Ich beobachte winzige Fliegen auf den Beeren, deren Flügelspitzen einen dunklen Punkt aufweisen (Männchen). Larven in der Beere habe ich noch nicht erkennen können (will ich auch nicht). Die Heidelbeeren werden schnell matschig-weich und lassen sich leider nicht einfach spalten zum Nachschauen.

Zitat
Wenn der Geschmack nicht ecklig ist, habe ich nur ein kleines Problem mit der Eiwißbeilage
Die Heidelbeeren, die von den Viechern zerstochen sind, schmecken essig-ähnlich, wiederlich, noch nie in sowas scheussliches gebissen. Daran gewöhnen könnte ich mich nie. Haben mittlerweile das Vogelschutznetz entfernt, und siehe da: Selbst die gefräßigen Amseln verschmähen die Beeren.

Mal eine Frage zur Überwinterung der KEF:
In einem der Links oben wird erwähnt, dass die sich im Winter frostgeschützt zurückziehen. Aber wohin? Vielleicht dort, wo die Kolonie die Früchte heimgesucht hat? Also im sauren, locker flockigen Heidelbeerboden? dort könnte man dann im kalten Winter umgraben und die Fliegen "freilegen" ;D, allerdings dann auch die flachen Wurzeln der Heidelbeeren >:( Oder bevorzugen sie lehmigen Boden, oder Baumrinde, oder...? Man muss denen doch irgendwie außerhalb der Saison auf die Pelle rücken können, gerade wenn der Winter zu mild verläuft ....

Wie sieht es eigentlich mit Ablenkung aus? KEF fliegen doch eigentlich bevorzugt auf Kirschen. Gibt es auch Kirschsorten, die noch im September/Oktober reifen? Dann beginnt nämlich die Erntezeit der Herbsthimbeeren. Eine "Umsiedlung" z.B. zum Nachbarn wäre nicht schlecht. Ich würde ihm auch eine späte Kirschbaumsorte schenken :-\ ;D
« Letzte Änderung: 26. Juli 2014, 08:08:52 von NaDeWe »
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partisanengärtner

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Vielleicht würden ja Gelbtafeln oder eben auch Blau oder Rottafeln die Biester auf den Leim locken?
Wie finden die denn passende Früchte, da hat soch sicher schon jemand geforscht?

Bei meinen Kirschen war ein Zweig mit Früchten vollständig jede Frucht angestochen. Die waren schon vollreif und die Fliege war vermutlich gerade vor mir da. Geschmeckt haben sie noch gut und ich habe mich als Schädlingsvernichter gefühlt.
« Letzte Änderung: 26. Juli 2014, 09:58:48 von partisanengärtner »
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Axel

Daniel - reloaded

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Das Problem scheint dieses Jahr recht massiv zu sein. Zumindest sind in diversen Kulturen für den Profibereich Insektizide wegen Gefahr im Verzuge kurzfristig genehmigt worden, ich kann mich nicht daran erinnern, dass das in den letzten Jahren auch der Fall war.

Im Kleingarten würde ich es mal mit Fruchtfliegenfallen oder Essigwasser (wie für die normalen Fruchtfliegen) versuchen. Das Abdecken der Pflanzen mit Insektenschutzvliesen halte ich bei Beerenobst und Kirschen für nicht praktikabel, ein klitzekleines Loch und die Wirkung ist dahin.
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Was man über mich sagt(e):
Ich habe den Jargon eines Bauarbeiters, die Abgeklärtheit und Resolutheit einer Puffmutter und den Charme einer Drahtbürste...

(In Erinnerung an die Zeit im Wohnheim der Meisterschule)

tarokaja

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Eine ganz gute Zusammenstellung, finde ich...

Wirtschaftliche Schäden durch Kirschessigfliege
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gehölzverliebt bis baumverrückt

partisanengärtner

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Ich habe mir gerade die Fotos im Netz bezüglich eines Befalles der Aprikosen eines Freundes angesehen. Gartenplaner hat da die Kirschessigfliege ins Spiel gebracht. Danke nochmal.
Sieht sehr danach aus. :P
Interesting times......
« Letzte Änderung: 26. Juli 2014, 13:37:10 von partisanengärtner »
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Axel

Martina777

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Was machen die Japaner dagegen?
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Keine Ahnung.
Heute habe ich die Biester in den Brombeeren entdeckt >:(
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Zitat
Im Kleingarten würde ich es mal mit Fruchtfliegenfallen oder Essigwasser (wie für die normalen Fruchtfliegen) versuchen. Das Abdecken der Pflanzen mit Insektenschutzvliesen halte ich bei Beerenobst und Kirschen für nicht praktikabel, ein klitzekleines Loch und die Wirkung ist dahin.
Nach einem arbeitsreichen Tag haben wir gestern genau das gemacht. Sämtliche Restbeeren abgerupft und, wie auch die befallenen entsorgt, so wie geraten, 30 cm tief, mindestens. Dabei ergab es sich automatisch, dass auch gleich eine schätze mal 6 cm hohe Bodenschicht mit den Beeren weggeschabt werden konnte, zu was das auch immer nützlich war. Dann über die Herbsthimbeeren ein dichtes, dickes Netz gespannt (kann wegen des schweren Materials nicht reißen), an den unteren Enden ringsum mit Ziegeln beschwert. Problematisch nur der Eingang, wird beidseitig großzügig zusammengerollt und zugeklammert. Sieht jetzt aus wie ein kleines Gewächshaus mit Naht, hässlich >:( aber funktionell, zumindest im Plan. Dazu noch testweise zwei durchlöcherte Konfitürendosen um die berupften Heidelbeeren herum angelegt.

Später dann noch wird, wie in einem anderen Thread aus einem anderen Grund dazu geraten, die bevorstehende Ernte der Kakis vorgezogen, unreif vom Baum geholt und zur Nachreife fliegensicher gelagert.

Das sollte erstmal reichen. Was für ein Aufwand, hat den ganzen Tag gedauert >:( >:( . Damit wäre wohl die Nahrungs- und Fortpflanzungsgrundlage zumindest in unserem Garten aber auch in nächster Umgebung, Nachbarn haben keine weichschaligen Früchte, für dieses Jahr entzogen. Das muss reichen. >:( Dann noch auf einen heftigen, fetten Winter wetten. Hat bei Deutschland in Brasilien auch funktioniert ;D ;D

Zitat
Was machen die Japaner dagegen?
Die haben wohl natürliche Gegenspieler zu den Fliegen, die das System in Gleichgewicht halten.
« Letzte Änderung: 27. Juli 2014, 09:21:43 von NaDeWe »
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Martina777

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 :P Das sind dann die Momente, wo ich sehr dankbar wäre, wenn "Dernichtgenanntwerdendarf" ein hübsches effizientes Mittelchen, für den Kleingarten genehmigt, anbieten würde.
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oile

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Ach herrjeh, in Brandenburg gibt's die auch. ::) Da kann ich nur hoffen, dass sie meine Himbeeren nicht entdecken. :-\
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Der Aufenthalt in postfaktischen Paralleluniversen kann Ihrer Gesundheit schaden.

cydorian

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In der Schweiz ist der Asien-Import innerhalb weniger Jahre zur Katastrophe geworden, Artikel vor wenigen Tagen:

"Das Landwirtschaftliche Zentrum Ebenrain in Sissach BL berichtet von deutlich höheren Schäden als in den Vorjahren und von einem Produzenten, der die ganze Ernte aufgeben musste. Und im Kanton Zürich sind gemäss Angaben des Landwirtschaftlichen Zentrums Strickhof Winterthur ZH auf einzelnen Höfen 30 bis 40 Prozent der Früchte befallen." Quelle

In Zukunft wird das wohl den Trend zum geschützten Anbau verstärken. Bei vielen Obstsorten ist das jetzt schon ein starker Trend. Beispielsweise Himbeeren in long cane - Kulturen unter Glas, Eintritt ins Gewächshaus durch Luftschleusen; Erdbeeren auf Stellagensystemen unter Glas in Substratsäcken.

Nach Nachsehen haben Leute mit Hausgarten, das sind im Prinzip Globaliserungsverlierer die die ganz speziellen Folgen des grenzenschlosen schnellen internationalen Warenaustauschs mitzutragen haben, ob sie wollen oder nicht. Aber es gibt sicher auch klammheimlich etwas Freude, dadurch Leuten Obst verkaufen zu können die es vorher selber hatten. Die Kirschessigfliege wird Umsätze und Steuereinnahmen erhöhen.
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