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Autor Thema: Weinbau: Krankheiten, Schädlinge, Pflanzenschutz, Boden, Düngung  (Gelesen 101136 mal)

Dietmar

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« Letzte Änderung: 21. Februar 2009, 14:36:05 von Dietmar »
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Werner987

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Re:Weinbau: Krankheiten, Schädlinge, Pflanzenschutz, Boden, Düngung
« Antwort #1 am: 09. April 2009, 15:51:15 »

zu ostern werden sich viele gartenfreunde der verschönerung ihres grünen umfeldes widmen.
wer es bisher nicht getan hat sollte jetzt das laub und traubenreste unter den weinreben entfernen. das beseitigen dieser infektionsquellen vermindert das risiko eines schnellen erstbefalls mit falschem mehltau.
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max.

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Re:Weinbau: Krankheiten, Schädlinge, Pflanzenschutz, Boden, Düngung
« Antwort #2 am: 25. April 2009, 20:58:08 »

im letzten jahr gab es in meiner gegend große schäden durch oidium. wer davon geplagt war, sollte bei den anfälligen sorten jetzt schon dagegen behandeln (schwefel).
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Syrah

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Re:Weinbau: Krankheiten, Schädlinge, Pflanzenschutz, Boden, Düngung
« Antwort #3 am: 25. April 2009, 21:27:32 »

Hallo,
Schwefel ist eine gute Idee. Ansonsten ist es wichtig, dass rund um die Blüte die Reben geschützt sind. In dieser Periode sind die Pflanzen besonders anfällig. Oidium gibts dann am meisten, wenns trocken und heiss ist, mit Morgentau. Im Gegensatz zu Mildiou, braucht Oidium kein Regen. Oidium ist auch sehr gut bekämpfbar mit SSH-Präparaten. Man darf diese jedoch allerhöchstens drei Mal pro Jahr anwenden, wegen Resistenzgefahr.
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max.

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Re:Weinbau: Krankheiten, Schädlinge, Pflanzenschutz, Boden, Düngung
« Antwort #4 am: 25. April 2009, 21:32:16 »

schwefel verwende ich nur bis zur vorblüte. danach die teureren organischen fungizide, wirkstoffabwechselnd, um resistenzbildung zu vermeiden.
die bioleute haben es da schwerer.
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Syrah

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Re:Weinbau: Krankheiten, Schädlinge, Pflanzenschutz, Boden, Düngung
« Antwort #5 am: 25. April 2009, 22:23:07 »

Das stimmt schon max, Bioläute habens nicht einfach. Vielleicht gibts in diesem Forum welche. Würde mich interessieren, wie sie gegen Oidium vorgehen.
mfg.
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Dietmar

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Re:Weinbau: Krankheiten, Schädlinge, Pflanzenschutz, Boden, Düngung
« Antwort #6 am: 26. April 2009, 21:50:22 »

Ich möchte mal kurz an die phosphorige Säure in Blattdüngern erinnern.

Da die Preise von solchen Blattdüngern extrem überteuert sind, habe ich mal einen Versuch gemacht.

Vorgeschichte:

In der damaligen DDR war durch Industrie, Kraftwerke und Brikettfeuerung der Schwefeldioxidgehalt in der Luft recht hoch. Dieser schädliche Schwefeldioxidgehalt hatte aber eine positive Nebenwirkung. Die mit der Luftfeuchte oder Regen gebildete schweflige Säure hat die Blätter von Wein, Tomaten, Kartoffeln usw. benetzt und die Pilzerkrankungen unterdrückt. Damals brauchten der Wein und die Kartoffeln nicht oder nur sehr wenig gespritzt werden, heute alle 2 Wochen. Bei Tomaten trat die Kraut- und Braunfäule erst im Oktober auf, jetzt schon Ende Juli.

Da hatte ich mal die Idee, Kaliumdisulfid, welches es im Gegensatz zu den Blattdüngern recht billig zum Schwefeln der Weine gibt, zum Spritzen gegen Pilzerkrankungen zu nehmen. Zur Erklärung: Durch die Wein- und Apfelsäure wird das Kaliumdisulfid in schweflige Säure umgewandelt und diese bekämpft dann unerwünschte Pilzerreger im Wein.

Da Sulfide und Phosphide sehr ähnliche chemische Eigenschaften haben und mit Verweis auf die DDR, habe ich diese Idee mal im Weinbauforum vorgestellt und negative Anworten erhalten. Es hat zwar niemand probiert, aber man befürchte, dass die Blätter "verbrennen".

Nun habe ich kürzlich mal einen Versuch gemacht und mit der zigfachen Überkonzentration (normal wäre 0,01 ... 0,02 %) Unkraut gespritzt, um zu testen, ob die Blätter "Verbrennen". Es gabe keinerlei Blattschäden bei keinem der vielen gespritzten Unkräutern. Dann habe ich noch etwas Essig zugegeben, weil dann die schweflige Säure massiv freigesetzt wird - auch keine Blattschäden.

Dieses Jahr werde ich das mal am Wein testen, zunächst erst einmal an wenigen Reben. Wenn das der Wein aushält, hätten wir einen wirksamen "Blattdünger" zur Versorgung der Blätter mit Kalium ;D ;D ;D, der so nebenbei und ganz überraschend auch gegen Pilzerkrankungen hilft, wahrscheinlich wie die phosphorige Säure gegen Pero, aber wesentlich billiger. Und Kaliumdisulfid ist noch dazu bei Wein zugelassen und seit vielen Jahrzehnten im Gebrauch.

Ich werde das Kaliumdisulfid wahrscheinlich mit Bittersalz mischen, um in einem Ritt auch etwas gegen Magnesiummangel zu tun. Alles noch dazu Bio und man braucht keine Resistenzen zu befürchten. Da keine langen Wartezeiten erforderlich sind, könnte man das Mittel auch noch nach der Schlussspritzung einsetzen.

Was sagt Ihr dazu?
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max.

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Re:Weinbau: Krankheiten, Schädlinge, Pflanzenschutz, Boden, Düngung
« Antwort #7 am: 26. April 2009, 22:11:25 »

für keltertrauben wäre mir das risiko zu hoch, nicht wegen der verbrennungen, sondern, daß es evtl. nicht funktioniert. aber bei tafeltrauben würde ich es probieren, wenn ich nicht ohnehin die ganzen hardcore-mittelchen hätte...
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Syrah

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Re:Weinbau: Krankheiten, Schädlinge, Pflanzenschutz, Boden, Düngung
« Antwort #8 am: 27. April 2009, 09:52:26 »

@dietmar
Es gibt noch andere Beispiele mit Schwefel. Seit man weniger Schwefel in die Luft lässt, muss man den Raps mit Schwefel düngen, weil er durch die Luft nichts mehr kriegt. Zu Deinen Reben: Wenn Du das auf ein paar Rebstöcken probierst, dann ist das Risiko nicht enorm, ich würde es tun. Wenn es auf dem Unkraut verträglich war, dann heissts aber noch nicht, dass es auf Rebblättern funktioniert. Du wirsts sehen. Allerdings, mehr als zweimal pro Jahr sollte man nicht spritzen, wegen den Nebeneffekten. Indirekt fördert man damit die Milben (rote Spinne), weil die Raubmilben damit ziemlich dezimiert werden und das ganze nicht mehr im Gleichgewicht bleibt. Wenn die Milben überhand nehmen und Du sie dann bekämpfen müsstest, so wären dann Deine billigen Spritzungen plötzlich sehr teuer. Egal, gegen was man spritzt, bio oder nicht bio, man sollte immer nützlingsneutrale Mittel verwenden, dies gilt auch für den Obstbau.
Manganmangel: Bin auch einverstanden mit dem Bittersalz. Längerfristig wäre es aber besser, Nährstoff-oder Spurenelementemangel mit einer veränderten Bodendüngung zu korrigieren. Blattdünger, wie Bittersalz, sind zwar gut, aber eben auch nur kurzfristig und vorallem auch sehr teuer. Vielleicht hat Dein Boden ja genug Magnesium, vielleicht wird es nur blockiert. Eine Bodenanalyse gäbe Aufschluss.
mfg

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Werner987

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Re:Weinbau: Krankheiten, Schädlinge, Pflanzenschutz, Boden, Düngung
« Antwort #9 am: 27. April 2009, 16:09:10 »

in weinbaugebieten muß man aufpassen, daß das natürliche gleichgewicht zwischen nützlingen und schädlingen nicht nachhaltig gestört wird.
außerhalb dieser gebiete mit relativ wenig angepflanzten reben stellt sich die frage, ob sich überhaupt eine population mit nützlingen etablieren kann.
meine einzige chemische spritzung der letzten jahre galt den kräuselmilben, die offensichtlich an meinem standort keine fressfeinde vorfanden. der ertragsverlust der betroffenen reben betrug über 50 %!

aus diesen gründen möchte ich Dietmar ermutigen, einen versuch mit Kaliumdisulfid an mehltaugefährdeten sorten zu wagen.
selbstverständlich sollte man auf vorhandene nützlinge achten:
im vorjahr beobachtete ich an einigen reben größere ansammlungen von Roten Samtmilben - angebliche gegenspieler von schadmilben.
kann jemand diese aussage bestätigen? ???

Rote Samtmilbe
Tod einer Ameise

die anwesenheit von pockenmilben ist bereits auf etlichen blättern sichbar. sie sind zwar nicht besonders schädlich, beeinträchtigen aber das optische erscheinungsbild.

seit einigen jahren spritze ich verdünnte milch gegen oidium. die aktuelle rezeptur habe ich auf 2 teile wasser und 1 teil milch heruntergesetzt, um "tropfsteine" an beeren und störende gerüche zu minimieren, denn die meisten reben befinden sich an wandspalieren. ich kontrolliere meine tafeltrauben fast täglich auf evt. befall. bei ersten mehltauanzeichen wird sofort gespritzt (in der regel nach der blüte). im vergangenen jahr sind sogar einige leicht befallene trauben ausgeheilt.
die wirkung beruht m.e. auf der ansiedlung von milchsäurebakterien, die dem mehltau ein unbekömmliches, saures millieu bereiten. (vlt. probiere ich auch mal stark verdünnten essig.)

für winzer wird diese mehthode wahrscheinlich weniger sinnvoll sein, weil die milch an freistehenden reben schneller abgewaschen wird. zudem könnte sie die weingärung negativ beeinflussen.
im bioweinanbau werden auch tonerdepräparate, urgesteinsmehl, wasserglas und diverse kräuterextrakte angewendet...
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Dietmar

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Re:Weinbau: Krankheiten, Schädlinge, Pflanzenschutz, Boden, Düngung
« Antwort #10 am: 27. April 2009, 21:43:16 »

Ein neues Problem:

Während einige Sorten angefangen haben, kräftig zu treiben, hängen einige zurück und sind noch im erweiterten Knospenstadium kurz vor dem Entfalten der ersten Blätter.

Nun scheint es dieses Jahr ein Untier zu geben, welches die ganz kleinen Blätter bzw. die Knospen in Bodennähe abknabbert. Da bei mir fast alle Reben bis auf ein paar cm über der Veredelung zurück gefroren waren, bedeutet dies die Gefahr des Totalverlustes der Rebe. Mittlerweile hat dies schon mehrere Nachzügler erwischt. Vorsichtshalber habe ich Schneckenkorn gestreut, da schon einige spanische Wegschnecken unterwegs sind. Aber vielleicht sind es auch andere Untiere.

Ich habe noch Amseln in Verdacht, die vielleicht gerade eine Gründiät für die Bikinifigur machen. ;D

Die weiter entwickelten Reben haben dagegen keinerlei Fraßspuren.

Welcher Bösewicht könnte es noch sein?
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Werner987

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Re:Weinbau: Krankheiten, Schädlinge, Pflanzenschutz, Boden, Düngung
« Antwort #11 am: 27. April 2009, 22:36:35 »

Ich habe noch Amseln in Verdacht, die vielleicht gerade eine Gründiät für die Bikinifigur machen. ;D

sagt denn dein wachtmeister nur miau? ???

an wenigen erdnahen augen habe ich auch schäden festgestellt.
die knospen sind nur in der mitte ausgefressen.
ich verdächtige bei mir einen käfer, vlt. die Feuerwanze.
voriges jahr hatten diese käfer reichlich hibiskus-samen zum knabbern.
der hibiskus wurde gerodet und mußte wertvolleren kulturen weichen. den namen der gattung brauche ich sicher nicht erwähnen. ;D



Auge ausgefressen.jpg

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Re:Weinbau: Krankheiten, Schädlinge, Pflanzenschutz, Boden, Düngung
« Antwort #12 am: 28. April 2009, 12:53:12 »

@ alle

Bei mir im Wintergarten fangen die Gescheine an zu blühen. Für mich stellt sich die Frage, wann ich die chemische Keule schwingen soll. Die Triebe sind etwa einen Meter lang. Letztes Jahr war alles 2 Wochen oder mehr später, da kamen die ersten Anzeichen von Mehltau. Wie lange soll ich noch warten? Sind die Blüten nicht besonders gefährdet? Es brennt mir unter den Nägeln, aber ich möchte auch so spät wie möglich, am besten natürlich gar nicht, spritzen.
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Re:Weinbau: Krankheiten, Schädlinge, Pflanzenschutz, Boden, Düngung
« Antwort #13 am: 28. April 2009, 12:57:07 »

@apfelfreund

esther war das oder??? sonstige sorten ???
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Apfelfreund

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Re:Weinbau: Krankheiten, Schädlinge, Pflanzenschutz, Boden, Düngung
« Antwort #14 am: 28. April 2009, 14:10:27 »

Traubenfreund,

ja es ist die Esther.
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