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News: Die meisten jagen so sehr dem Genuß nach, daß sie an ihm vorbeilaufen.  (Søren Kierkegaard)

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Autor Thema: Nachhaltige Eisendüngung  (Gelesen 1317 mal)

Dietmar

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Nachhaltige Eisendüngung
« am: 21. Oktober 2016, 15:56:22 »

Bestimmt nicht nur mein Boden hat einen extrem niedrigen Eisengehalt (lt. Bodenanalyse), so dass insbesondere bei bestimmten Wetterlagen Eisenmangelkrankheiten entstehen können. Bisher hatte ich dagegen Eisensulfat gestreut bzw. gegossen bzw. mit Eisenchellat eine Blattdüngung vorgenommen.

So richtig glücklich bin ich damit nicht, denn durch die hohe Wasserlöslichkeit kann man sehr schnell Überdüngen, was zur Verätzung der Pflanzen führt (z.B. Eisensulfat). Das Hauptproblem für mich ist jedoch, dass die Wirkung nach kuzer Zeit wieder nachlässt, weil der Eisendünger durch die sehr gute Wasserlöslichkeit ins Grundwasser ausgewaschen wird. Bei der Blattdüngung wird zwar den Blättern kurzfristig Eisen zugeführt, aber der Eisenmangel des Bodens bleibt bestehen. Kennt jemand eine nachhaltige Lösung, die die Eisenversorgung des Bodens langfristig verbessert, wobei das für die Pflanzen verfügbare Eisen nur langsam freigesetzt wird?

Ich meine damit weniger eine zeitweise Immobilisierung des Eisensulfats durch granulierten Dünger, weil da die Wirkungsdauer auch nur einige Wochen ist. Im Internet habe ich dazu nicht Neues gefunden. Bei Eisendünger findet man nur Eisensulfat und Eisenchellat.
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oile

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Re: Nachhaltige Eisendüngung
« Antwort #1 am: 21. Oktober 2016, 16:14:36 »

Ich würde ganz naiv die üblichen Maßnahmen zur Bodenverbesserung ergreifen,  z. B. Kompost einbringen.
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Der Aufenthalt in postfaktischen Paralleluniversen kann Ihrer Gesundheit schaden.

Isatis blau

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Re: Nachhaltige Eisendüngung
« Antwort #2 am: 21. Oktober 2016, 16:22:32 »

Die Wassellöslichkeit von Eisensulfat ist doch kein Problem: wenn Du einen Löffel Eisensulfat in Wasser gibst, wird das Wasser trüb. Es hat sich Eisenhydroxid gebildet, das nur in sehr saurer und sehr alkalischer Umgebung leicht löslich ist.

Im pH-Bereich von normalen Gartenböden wird Dein Eisensulfat zu Eisenhydroxid hydrolisiert, das ist schwer löslich und verschwindet Dir nicht.
Mit der Zeit bildet sich aus dem weißen Eisen(II)hydroxid rostfarbenes Eisen(III)hydroxid, aber das ist auch nicht leicht löslich.
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Dietmar

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Re: Nachhaltige Eisendüngung
« Antwort #3 am: 21. Oktober 2016, 16:24:58 »

Ich kompostiere alles, was möglich erscheint, auch z.B. Eierverpackungen, Zellstofftaschentücher uvm. . Sicherlich wird dadurch auch eine gewisse Menge Eisen zurückgeführt, aber trotz 15-jähriger Praxis hat sich der Eisengehalt meines Bodens nicht verbessert. Das liegt auch an besonders eisenzehrende Pflanzen wie Gras und Trauben. Bei beidem kann man den Kompost nicht untergraben wie auf einem Gemüsebeet, sondern den gesiebten Kompost nur in der "mähfreien" Zeit ausstreuen  und beim Wein etwas vorsichtig einharken.
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Dietmar

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Re: Nachhaltige Eisendüngung
« Antwort #4 am: 21. Oktober 2016, 16:32:06 »

Zitat
Die Wassellöslichkeit von Eisensulfat ist doch kein Problem: wenn Du einen Löffel Eisensulfat in Wasser gibst, wird das Wasser trüb. Es hat sich Eisenhydroxid gebildet, das nur in sehr saurer und sehr alkalischer Umgebung leicht löslich ist.

Vielleicht habe ich zu selten mit Eisensulfat gedüngt, jedenfalls hat sich lt. Bodenanalyse der Spurennährstoff Fe nicht erhöht. Allerdings weiß ich nicht, wie der Fe-Gehalt gemessen wird - nasschemisch oder mit Röntgenfluoreszenz. Bei letzterer wird alles Eisen gemessen, egal in welcher Verbindung, bei ersterer sicher nur bestimmte ausgewählte Verbindungen. Sicher gibt es weitere Verfahren, wie zum Beispiel Gaschromatographen und sonstige Spektralverfahren. Insofern weiß ich nicht, was bei der Bodenanalyse wirklich gemessen wurde.
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Dietmar

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Re: Nachhaltige Eisendüngung
« Antwort #5 am: 21. Oktober 2016, 16:36:04 »

Wenn ich mich richtig erinnere, werden Eisenhydroxide (auch Eisenoxide) als Pigmente für Farben und Beton eingesetzt. Kann man damit auch sinnvoll düngen?
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bristlecone

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Re: Nachhaltige Eisendüngung
« Antwort #6 am: 21. Oktober 2016, 16:53:05 »

Ich kann mir nicht vorstellen, dass bei einer Bodenanalyse der Gesamtgehalt an Eisen im Boden bestimmt wird, denn der ist irrelevant.
Der größte Teil des Eisens liegt - wie z. B. auch Silizium oder Aluminium - in Form von Verbindungen vor, in denen diese Elemente für Pflanzen kaum verfügbar sind.
Entscheidend ist der pflanzenverfügbare Anteil. Ich vermute, man bestimmt die Menge an Eisen im Boden, die sich in einer bestimmten Lösung auflösen lässt, vielleicht in Zitratlösung oder etwas Ähnlichem.

Nachhaltig mit Eisen düngen ist schwierig: Einfache wasserlösliche Eisenverbindungen wie Eisen(II)sulfat werden in Abhängigkeit vom pH-Wert des Bodens entweder allmählich ausgewaschen oder oxidiert und in Form schwer löslicher Verbindungen (basische wasserhaltige Eisenoxide) festgelegt, die die Pflanzen nicht mehr oder nur schlecht aufnehmen können.

Wenn wirklich Eisenmangel besteht, würde ich zu einem der Eisen-Chelatdünger greifen. Nicht billig, aber wirksam.   
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Isatis blau

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Re: Nachhaltige Eisendüngung
« Antwort #7 am: 21. Oktober 2016, 17:20:48 »

Wenn ich mich richtig erinnere, werden Eisenhydroxide (auch Eisenoxide) als Pigmente für Farben und Beton eingesetzt. Kann man damit auch sinnvoll düngen?

Ob das sinnvoll ist, weiß ich nicht. Das Eisen im Eisenhydroxid löst sich ja nur in pH-Bereichen, in denen Pflanzenwachstum nicht möglich ist.
Wenn Du eine Bodenanalyse hast machen lassen, dann hast Du doch auch eine Düngeempfehlung bekommen.
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bristlecone

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Re: Nachhaltige Eisendüngung
« Antwort #8 am: 21. Oktober 2016, 17:31:54 »

Diese Farbpigmente sind sehr schwer löslich, um nicht zusagen: unlöslich. Als Eisendünger eignen sie sich ebenso wenig wie Rost.
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Selene10

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Re: Nachhaltige Eisendüngung
« Antwort #9 am: 22. Oktober 2016, 18:11:45 »

Es überrascht mich, dass deine Kompostgaben den Eisengehalt im Boden nicht erhöht haben.
Bei mir hat's gewirkt, ich habe seit vielen Jahren ein Kumquatbäumchen im Topf. anfangs habe ich ihm im Sommer mehr oder weniger regelmäßig den für Zitruspflanzen empfohlenen Flüssigdünger gegeben, trotzdem bekam er gelbliche, kränkliche Blätter. Seit ich jedes Jahr im Frühjahr den Kumquat reichlich mit Kompost versorge, sind die Blätter gesund, glänzend und dunkelgrün. Das müsste doch auch bei Reben funktionieren.
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Dietmar

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Re: Nachhaltige Eisendüngung
« Antwort #10 am: 23. Oktober 2016, 17:08:11 »

Nun ja, dann war das mit den Eisenpigmenten eine Schnapsidee.

Zur Düngeempfehlung der Bodenanalyse: Empfehlung zur Düngung mit Eisensulfat.

Ich verwende auch Eisenchelat, aber bisher nur zur Blattdüngung bei Chlorose. Die Blattdüngung verändert aber nicht den Eisengehalt im Boden. Da das Zeug ziemlich teuer ist, hat es mich bisher gereut, damit zu gießen.

Was haltet Ihr von Eisenoxidgelb (chemisch Eisenoxidhydroxid, α-FeOOH)? Dann gibt es noch Cyanverbindungen mit Eisen (blau), aber bei dem Wort Cyan fühle ich mich nicht so richtig wohl, denn mit einer chemischen Umwandlung im Boden könnte ja eventuell Blausäure freigesetzt werden - FeIII4[FeII(CN)6]3,.
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RosaRot

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Re: Nachhaltige Eisendüngung
« Antwort #11 am: 23. Oktober 2016, 17:58:45 »

Zur Düngeempfehlung der Bodenanalyse: Empfehlung zur Düngung mit Eisensulfat.

Es gibt doch Rasendünger, der Eisensulfat enthält.
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Viele Grüße von
RosaRot

bristlecone

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Re: Nachhaltige Eisendüngung
« Antwort #12 am: 23. Oktober 2016, 18:10:39 »

Zur Düngeempfehlung der Bodenanalyse: Empfehlung zur Düngung mit Eisensulfat.

Ich verwende auch Eisenchelat, aber bisher nur zur Blattdüngung bei Chlorose. Die Blattdüngung verändert aber nicht den Eisengehalt im Boden. Da das Zeug ziemlich teuer ist, hat es mich bisher gereut, damit zu gießen.

Was haltet Ihr von Eisenoxidgelb (chemisch Eisenoxidhydroxid, α-FeOOH)? Dann gibt es noch Cyanverbindungen mit Eisen (blau), aber bei dem Wort Cyan fühle ich mich nicht so richtig wohl, denn mit einer chemischen Umwandlung im Boden könnte ja eventuell Blausäure freigesetzt werden - FeIII4[FeII(CN)6]3,.

FeOOH ist eines dieser basischen Eisenhydroxide, die sehr schlecht wasserlöslich sind. Ob sie von Pflanzen aufgenommen werden können, dürfte davon abhängen, ob die Pflanzenwurzeln das Eisen daraus in eine lösliche Form bringen können.
Üblicherweise sind solche basischen Hydroxide, wenn sie frisch entstanden sind, Kolloide. Die altern rasch unter Bildung immer größerer Verbände und werden dann immer schlechter löslich. Das Endstadium dieser Geschichte ist dann wieder etwas Ähnliches wie Rost.

Mit Kaliumhexacyanoferrat(II) = gelbem Blutlaugensalz zu düngen dürfte nicht praktikabel sein. Erstens wegen des Preises, zweitens halte ich es für fraglich, ob Pflanzen daraus Eisen aufnahmen können. Drittens:
Mit löslichem Eisen reagiert diese Verbindung unter Bildung erst kolloid, dann unlöslicher Verbindungen, dem so genannten Berliner Blau.
Giftig sind diese Cyanoferrate übrigens nicht, auch nicht im Boden.
Es sei denn, man erhitzt sie mit konzentrierter Schwefelsäure und hängt die Nase in die entstehenden Dämpfe.


Lange Rede, kurzer Sinn: Bleib bei der Blattdüngung, wenn die funktioniert.
« Letzte Änderung: 23. Oktober 2016, 18:14:05 von bristlecone »
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thuja thujon

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Re: Nachhaltige Eisendüngung
« Antwort #13 am: 23. Oktober 2016, 18:33:38 »

Unterm Strich kann ich mir trotzdem noch nicht vorstellen, dass die Bodenanalyse ein nur halbwegs realistisches Bild der Nährstoffe im Boden geliefert hat. Da höre ich zuviel Käse, der einfach nicht zusammen passt. Wo hat die Börde wohl die Farbe her wenn nicht vom Eisen?

Eisenmangel, nee, ehrlich gesagt kann ich das nicht glauben. Festgelegt, Staunässe, ja. Aber Mangel, nee.

Hier sollte man wohl mal das Redoxpotential von Eisen, Mangan usw betrachten.

Wenn mit Kompst gedüngt wird, wie kommt der zu den Wurzeln oder zu der Zone, wo die Bodenprobe gezogen wurde?


@Rasendünger mit Eisensulfat: Das ist verpackte Schwefelsäure, die das Moos abtöten soll. Das Eisen im Eisensulfat ist praktisch nicht aufnahmefähig für Pflanzenwurzeln, ist zu schnell umgewandelt in Rost. Wenn dann ists ein Schwefeldünger.
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Dietmar

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Re: Nachhaltige Eisendüngung
« Antwort #14 am: 23. Oktober 2016, 20:48:14 »

Vielen Dank für Eure Infos.

Mich würde mal interessieren, in welcher chemischen Form das für Pflanzen verfügbare Eisen im Boden vorliegt. Wisst Ihr etwas dazu?
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