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Autor Thema: Nachhaltige Eisendüngung  (Gelesen 1171 mal)

Staudo

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Re: Nachhaltige Eisendüngung
« Antwort #15 am: 23. Oktober 2016, 20:54:18 »

@Rasendünger mit Eisensulfat: Das ist verpackte Schwefelsäure, die das Moos abtöten soll. Das Eisen im Eisensulfat ist praktisch nicht aufnahmefähig für Pflanzenwurzeln, ist zu schnell umgewandelt in Rost. Wenn dann ists ein Schwefeldünger.

Gegen Eisenmangelchlorosen bei getopften Gräsern helfen hohe Gaben Eisensulfat gut.
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Es könnte mal wieder regnen. Aber bitte nicht am Freitag.

Dietmar

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Re: Nachhaltige Eisendüngung
« Antwort #16 am: 23. Oktober 2016, 21:07:40 »

IN "SACHGERECHTE DÜNGUNG  IM WEINBAU " http://hbla.weinobstklosterneuburg.at/upload/documentbox/Broschuere_Sachgerechte_Duengung_im_Weinbau_02_05_2014.pdf

wird aber eine Eisendüngung mit Eisensulfat empfohlen, solange der Kalkgehalt des Bodens nicht höher als 15% ist, was bei den meisten Böden der Fall ist. Bei einer zu hohen Gabe kommt es zu "Verbrennungen" durch den sehr niedrigen pH-Wert des Eisensulfates. Eine Umsetzung zu Schwefelsäure ist dazu nicht erforderlich. Eher kommt es zu einer Reaktion mit dem Kalzium zu Kalziumsulfat (Gips).
Mir ist bewusst, dass eine Eisendüngung mit Eisensulfat wegen der Giftigkeit und der Verätzungsgefahr nicht das erste Mittel der Wahl ist, aber Eisensulfat ist eben sehr viel preiswerter als Eisenchellat.

Außerdem nutze ich Eisensulfat wegen eines ganz anderem Grund und deshalb ist dieses bei mir vorrätig. Da ich ab und an mit einem Wohnmobil verreise und dieses ein Trockenklo hat, gibt es insbesondere bei höheren Temperaturen trotz reichlicher Gabe der vorgeschriebenen Chemikalie ein starkes Geruchsproblem. Schüttet man eine gewisse Menge Eisensulfat dazu, vermindert sich der Geruch erheblich. Dabei verfärbt sich dann der Toiletteninhalt tiefschwarz. Allerdings sollte man darauf achten, dass das Eisensulfat nicht auf das Toilettenbecken oder den Fußboden kommt. Das ergibt Rostflecke. Mancher Kleingärtner hat im Garten ein Plumpsklo. Dort wäre dieser Trick hilfreich.

In der Landwirtschaft kann Eisensulfat dazu benutzt werden, den Gestank von Gülle zu verringern. Allerdings scheuen die meisten Bauern die Kosten für das Eisensulfat und lassen es lieber stinken.
« Letzte Änderung: 23. Oktober 2016, 21:18:26 von Dietmar »
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Dietmar

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Re: Nachhaltige Eisendüngung
« Antwort #17 am: 24. Oktober 2016, 09:19:08 »

Viele führen die Anti-Mooswirkung von Eisensulfat auf die ätzende Wirkung des Sulfats zurück. Es gibt jedoch auch einen weiteren Mechanismus:
https://de.wikipedia.org/wiki/Eisentoxizit%C3%A4t

Bestimmte einfache Pflanzen wie Moose und Flechten reagieren auf einen hohen Eisengehalt im Boden durch Absterben - siehe Link.
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kpc

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Re: Nachhaltige Eisendüngung
« Antwort #18 am: 24. Oktober 2016, 13:36:17 »

Nur solange es nicht um akuten Eisenmangel geht ............

Da stelle me uns e mal janz dumm.
Alle Pflanzen brauchen Eisen. ( auch die die nicht in Gärten wachsen )
Woher bekommen die also seit Jahrmillionen ihr Eisen ?
Aus dem Boden, aus üblicherweise nicht- oder nur schwerlöslichen Verbindungen. Wie das geht steht hier.

Würde da nicht irgendeine Gabe von Eisenoxyd/-Hydroxid oder gar Eisenspänen zu einer langfristigen Versorgung führen ?
Mein Opa, ein organisierter aber experimentierfreudiger Kleingärtner  :), hat früher Eisenhammerschlag und Schleifstaub verteilt.

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Dietmar

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Re: Nachhaltige Eisendüngung
« Antwort #19 am: 24. Oktober 2016, 14:36:37 »

@kpc

Lt. dem Link müsste also eine Gabe von dreiwertigen Eisenoxiden langfristig doch helfen. Meine Bodenanalyse stellte einen akuten Eisenmangel fest und wenn kein dreiwertiges Eisen da ist, kann die Pflanze mit ihren Wurzeln auch keines in wasserlösliches zweiwertiges Eisen umwandeln.

Ich hatte irgendwo gelesen, dass die Eisendüngung das schwierigste Düngerproblem ist, da Eisensulfat und Eisenchelate zwar schnell wirken, aber nach ein bis 2 Wochen wiederholt sich der Eisenmangel und man muss wieder Blattdüngen. Deshalb fragte ich ja nach einer nachhaltigen Eisendüngung.

Darüber hinaus gucken die Nachbarn, wenn ich wöchentlich spritze. Sie denken, dass ich die ganze Umwelt vergifte. Dabei ist es doch meistens nur Blattdünger.
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kpc

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Re: Nachhaltige Eisendüngung
« Antwort #20 am: 24. Oktober 2016, 15:57:01 »

@Dietmar
Ich weiß nicht was deine Bodenanalyse wirklich aussagt. Tatsächlich zu wenig Eisen oder zu wenig pflanzenverfügbar ?
Ich habe vor einiger Zeit mal recherchiert.
Das war das Fazit: In fast allen Böden ist genug Eisen.
Die Verfügbarkeit kann aber eingeschränkt sein. Die genannten möglichen Gründe waren:
zu hoher pH-Wert, zu hoher Kalkgehalt, zu viel Phosphat, zu viel Nitrat, Boden verdichtet zu naß ( zu wenig Sauerstoff im Boden ),
Bindung an Huminsäuren durch zu viel Humus, kupferhaltige Spritzmittel.
Wirklich weitergeholfen hat mir das nicht. Zum Glück habe ich das Problem nur bei einigen Kübelpflanzen.

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Re: Nachhaltige Eisendüngung
« Antwort #21 am: 25. Oktober 2016, 08:39:19 »

Ich habe gerademal eine email an das Labor geschickt und gefragt, was genau gemessen wurde. Mal sehen, ob und welche Antwort ich erhalte.

Zu den "Fragen":
- pH-Wert: knapp unter 7 (6,7)
- Kalkgehalt: Mangelversorgung - soll Kalken
- Phosphor: höher, als empfohlener Bereich, obwohl nie P gedüngt
- Nitratgehalt: am unteren Ende des empfohlenen Bereiches
- Bodenverdichtung: nein, da sandiger Lehmboden, eher zu schnell ausgetrocknet
- Humusgehalt: am unteren Ende des empfohlenen Bereiches
- Kupfer: Mangelversorgung
- Kalium: über empfohlenen Bereich, obwohl nie gedüngt
- Magnesium: oberhalb des empfohlenen Bereiches
- Eisen: Mangelversorgung
- Zink: Mangelversorgung
- Bor: in Mitte des Bereiches

Mit "Bereich" ist die Spanne an Konzentrationen gemeint, welcher für Gartenböden empfohlen wird.
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kpc

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Re: Nachhaltige Eisendüngung
« Antwort #22 am: 25. Oktober 2016, 13:39:44 »

Hallo Dietmar,
ich hoffe mal, dass die Pflanzenverfügbarkeit getestet wird, sonst hat das wenig Sinn.
Wie es ohne Düngung zu einem Kaliumüberschuss kommen kann ist mir rätselhaft.
Auffällig dagegen ist der Mangel an Eisen,Kupfer und Zink.
Bei allen drei Elementen wird wird als mögliche Ursache Phosphorüberschuss angegeben.
Kalium/Magnesium - wirklich kein Kalimagnesia gegeben ?
Magnesium - Dolomitkalk eingesetzt ?

@Alle
wo kann man denn preisgünstig Bodenanalysen machen lassen. ( privat, nicht als Landwirt )
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Dietmar

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Re: Nachhaltige Eisendüngung
« Antwort #23 am: 25. Oktober 2016, 13:53:07 »

Zitat
wo kann man denn preisgünstig Bodenanalysen machen lassen. ( privat, nicht als Landwirt )

http://www.bodenanalyse-zentrum.de/bodenanalysen/bodennaehrstoffanalyse.php

Es gibt aber in D eine Reihe von Laboren, aber man sollte sich auf eine Bodennährstoffanalyse beschränken und nicht auch ohne konkreten Verdacht nach Schadstoffen suchen, denn es wird umso teurer, nach desto mehr Stoffen gefahndet wird.
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Dietmar

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Re: Nachhaltige Eisendüngung
« Antwort #24 am: 25. Oktober 2016, 13:58:10 »

Der Kalium- und Phosphorüberschuß kann durch keinen Mineraldünger verursacht worden sein, da nie damit gedüngt, auch keinen Kombidünger wie Blaukorn. Ich habe aber gelesen, dass in D vor allem Lehmböden häufig von Natur aus eine Überversorgung mit diesen beiden Nährstoffen haben.

Mit Dolomitkalk habe ich mal eine geringe Menge gedüngt, direkt an den Reben gestreut. Die Probennahme erfolgte jedoch in großem Abstand zu den Reben, also ist so eine große Überversorgung damit kaum erklärbar.
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Dietmar

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Re: Nachhaltige Eisendüngung
« Antwort #25 am: 25. Oktober 2016, 14:02:59 »

Im Bereich der Reben, wo ich die Bodenproben genommen habe, habe ich auch nur selten und wenig Kompost gedüngt, weil man diesen da nicht untergraben kann und nur hingestreuter trocknet und wird dadurch
ganz leicht und schon ein kleiner Wind weht den trockenen gesiebten Kompost weg.

Vor dem Hausbau war da ein Garten mit uralten Apfelbäumen, total vergreist und der ehemalige Besitzer war viele Jahre alt und krank und war deshalb jahrelang nicht im Garten. Deshalb hat er ja das Grundstück verkauft.
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Dietmar

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Re: Nachhaltige Eisendüngung
« Antwort #26 am: 25. Oktober 2016, 14:07:48 »

Zitat
ich hoffe mal, dass die Pflanzenverfügbarkeit getestet wird, sonst hat das wenig Sinn.

Wenn ich den Link ein paar Beiträge vorher richtig deute, ist praktisch alles Eisen im Boden nicht verfügbar und erst die Wurzeln der Pflanzen machen aus 3-wertigem unlöslichen Eisen ein zweiwertiges lösliche Eisen. Letzteres wird aber in kurzer Zeit wieder oxydiert. Im anderen Fall sollen Pflanzenwurzeln das Eisen dadurch erschließbar machen, dass Chelate gebildet werden.
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b-hoernchen

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Re: Nachhaltige Eisendüngung
« Antwort #27 am: 18. Dezember 2016, 19:49:28 »

Dass Eisen grundsätzlich im Boden nahezu abwesend ist, kann ich mir bei einem Anteil von annähernd 4% am Aufbau der Erdkruste kaum vorstellen, dann hättest du schon einen sehr exotischen Boden. Aber bitte, du kannst ja Eisen in Form von Eisenpulver zufügen.
Mein Tonboden ergibt einen rotbrennenden Ziegel, insofern habe ich keinen Zweifel am natürlichen Eisengehalt. Es mangelt eher an der Verfügbarkeit in pflanzenaufnehmbarer Form infolge des hohen Kalkgehaltes. Lösen mittel Schwefelsäure  - aber auch Sand einarbeiten (luftig machen) hilft - vermutlich hilft Sauerstoffzufuhr bei der Bereitstellung von Säuren aus organischem Material, welche das Eisen lösen und bei der Entwicklung eines Bodenlebens, das Eisen verfügbar macht. Ebenso hilft Holzspäne einarbeiten, vermoderndes organisches Material, welches Säuren liefert.
Meine Birnen auf Quittenunterlagen, , ebenso Quitte cydora robusta sehen deutlich besser aus, wo der Boden weniger dicht ist und ich einige hundert Liter Sand und Holzhäcksel ins Pflanzloch eingeabeitet habe.

Danke, kpc für den instruktiven link zur aktiven Aufnahem von Eisen durch Pflanzenwurzeln!
« Letzte Änderung: 18. Dezember 2016, 20:03:57 von b-hoernchen »
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Dietmar

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Re: Nachhaltige Eisendüngung
« Antwort #28 am: 18. Dezember 2016, 20:47:07 »

Ich habe jetzt im Bereich der Reben Vulkanasche ausgestreut. Diese besitzt einen einstelligen Prozentgehalt an Eisenoxid. Vorher habe ich Eisenoxidpigmente zusätzlich der Vulkanasche untergemischt. Ein paar Tage war der Boden rot gefärbt, aber die Eisenoxidpigmente sind so fein, dass sie nach wenigen Tagen mit dem Regen vollständig im Boden eingesickert sind. Jetzt ist im Boden ganz fein gemahlenes Eisenoxid enthalten und ich hoffe, dass sich die Wurzeln der Reben das Eisen durch Chelatbildung nach und nach verfügbar machen und ich hoffe, dass in meinem Leben kein Eisenmangel dadurch auftreten kann, dass kein Eisen im Boden vorhanden ist.
Ich hatte an anderer Stelle geschrieben, dass ich mit einer Cafeteria eine Bezugsquelle für Kaffeesatz gefunden habe. Da geht es mir weniger um die organische Substanz als Dünger, sondern um ganz spezielle Effekte:
1. Die Kompostwürmer jauchzen bei Zugabe von Kaffeesatz und vermehren sich (hoffentlich) prächtig, wodurch mein Kompost schneller und besser verrottet.
2. Mit Kaffeesatz kann der Boden zwar schwach, aber nachhaltig etwas saurer gemacht werden. Davon profitieren meine Rododendren, Azaleen, Heidel- und Preiselbeeren.
3. Mit der "Kaffeesäure" wird das im Boden fixierte Eisen in für Pflanzen verfügbares Eisenchelat umgewandelt. Eine Düngung meiner Weinplantage mit Kaffeesatz ist im Winterhalbjahr wenig sinnvoll, da die Reben inaktiv sind und kein Eisen benötigen, aber im Frühjahr werde ich Kaffeesatz im Boden unterheben. Die Wirkung ist sicherlich nur beschränkt, aber besser als nichts.
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