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17. August 2017, 19:17:25
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Autor Thema: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.  (Gelesen 5703 mal)

Tester32

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Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
« Antwort #15 am: 24. Januar 2017, 21:47:20 »

Habe heute etwas rumgelesen zum Thema KEF. Sie fliegen bei relativ niedrigen Temperaturen, durch frühere Sorten kann man das nicht umgehen. Und sie reagieren wohn nicht nur auf reife Farbe, auch grüne Früchte werden befallen, wenn auch geringer. Daher wäre eine weiße Brombeere keine Lösung. Ich denke, es wird eher in 3-10 Jahren Fallen mit passenden Lockmitteln geben, oder langfristig werden Nütlinge eingeführt oder so neue Nützlinge so gezüchtet, dass sie die KEF fressen. Das wäre vermutlich einfacher, als zig neue Pflanzensorten zu züchten. Es macht glaube ich wenig Sinn, gegen jeden neuen Pflanzenschädling die gesamte Sortenpalette neu zu züchten. Bzw. es macht Sinn bei Pilzen, aber die Fliegenbekämpfung muss auch anders gehen.





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Tester32

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Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
« Antwort #16 am: 24. Januar 2017, 21:54:24 »

Wenn ich mit diesem Niveau zufrieden wäre, könnte ich die Marmelade auch gleich kaufen. Zentis Frühstücks-Konfitüre extra Brombeere 0,99 €. Wohl dem, der damit zufriedenzustellen ist, ich bins nicht.

Das sehe ich auch so. Nichts geht über den Frischeverzehr und ein Kleingarten sollte geschmackich die Sorten in Markt-Regalen deutlich schlagen! Wenn man keine Transport- und Lagerungsanforderungen hat, dann sollten auch leckere Sorten mit dünnen Schalen und weichlichem Fruchtfleisch gehen.
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Яib-∃səl

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Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
« Antwort #17 am: 24. Januar 2017, 22:13:15 »

Wir müssen ein wenig aufpassen, dass das hier nicht zu KEF-lastig wird. Eine einfache, ökologisch sinnvolle und ernährungsphysiologisch sinnvolle Methode mit der KEF umzugehen, ist sie einfach mit zu essen.

Ich denke dass man dann um Neuzüchtungen gegen die KEF, nicht vorbei kommt. Kulturnetze wären auch eine Alternative (ähnlich wie bei Kirschen), wobei dann dornige Sorten weg fallen würden.

Ich habe im Garten eine stark bedornte Sorte, die ich an Drähten gezogen habe (kaukasische, verwildert?). Dann habe ich zwei Taybeeren, eine ist bedornt die andere nicht. An einem Rosenspalier rankt eine dornige Schlitzblättrige Brombeere hoch. In Töpfen findet man bei mir noch eine Loch Ness, und zwei einheimische Wildbrombeeren. Die eine kommt von der Sieg-quelle und hat schöne behaarte blätter, seht weich :).

Die zweite wilde Brombeere wächst ähnlich wie Himbeeren. Sie Hat etwa 1,50m lange aufrecht wachsende, schwach bedornte Ruten. Die Ruten sind aber deutlich dicker, als die von Himbeeren. Hier und da findet man auch Kratzbeeren. Davon habe ich auch mal eine Kultursorte gesehen. Fragt mich aber bitte nicht wo. Aber ich würde nicht sagen dass sie blau bereift ist.

PS Da habe ich noch eine dritte einheimisch Wildbrombeere vergessen, die da irgendwo im Garten wächst :).

Ich bin aber auch vergesslich...
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Яib-∃səl

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Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
« Antwort #18 am: 24. Januar 2017, 22:16:03 »

PPS: Brombeeren müsten in der Zeit reifen, wie frühe Kirschen, um von der KEF nicht befallen zu werden. Gelbe Kirschen und anderes grünfruchtige wird aber weit wenigeer bis gar nicht von der KEF befallen. Daher roden viele die Blauen und roten Reben und pflanzen gelbe. Weiße und gelbe Brombeeren würden dann bei stark befallenen Orten doch weit besser sein.
« Letzte Änderung: 24. Januar 2017, 22:18:48 von Rib-Esel »
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Яib-∃səl

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Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
« Antwort #19 am: 24. Januar 2017, 22:30:44 »

Wenn ich mit diesem Niveau zufrieden wäre, könnte ich die Marmelade auch gleich kaufen. Zentis Frühstücks-Konfitüre extra Brombeere 0,99 €. Wohl dem, der damit zufriedenzustellen ist, ich bins nicht.

Das sehe ich auch so. Nichts geht über den Frischeverzehr und ein Kleingarten sollte geschmackich die Sorten in Markt-Regalen deutlich schlagen! Wenn man keine Transport- und Lagerungsanforderungen hat, dann sollten auch leckere Sorten mit dünnen Schalen und weichlichem Fruchtfleisch gehen.

Wenn es um den Frischverzehr geht, dann stimme ich zum Teil zu, aber sonst nicht.

Man kann doch Mehrfrucht-produkte herstellen, wie Liköre, Marmeladen und so weiter. Diese kann man nicht im Supermarkt für 0,99€ kaufen :). Jeder der Apfelbeeren, Holunder usw hat, der kommt ohne Tonnen von Zucker nicht aus. Ich bin mehr für die Verarbeitung, als für das Naschen. Da  würde bei mir zu viel vergammeln.
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Wurmkönig

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Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
« Antwort #20 am: 25. Januar 2017, 06:43:02 »

Arapaho macht vergleichsweise dünne Triebe, ich habe sie 2 x umgesetzt - seitdem will sie nicht mehr so richtig wachsen, der Geschmack war OK. Sie muss sich an ihrem Standort (leichter Schatten) aber auch gegen eine seit Jahren etablierte unbekannte Sorte (vermutlich Navaho) behaupten. Mein Favorit ist aber Choctaw, ein derartiges Wuchsbild habe ich noch nie gesehen, die Früchte sind nicht wesentlich kleiner als Arapaho. Das gab heuer über 3.5 m hohe Lanzen die aus der Erde geschossen sind, ob sie den harten Winter überstehen werden wird sich zeigen.
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Tester32

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Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
« Antwort #21 am: 25. Januar 2017, 10:28:29 »

Arapaho macht vergleichsweise dünne Triebe, ich habe sie 2 x umgesetzt - seitdem will sie nicht mehr so richtig wachsen, der Geschmack war OK. Sie muss sich an ihrem Standort (leichter Schatten) aber auch gegen eine seit Jahren etablierte unbekannte Sorte (vermutlich Navaho) behaupten.

Stimmt es, dass die Arapaho und die (vermutliche) Navaho ähnlich schmecken? Und schmeckt man bei der Navaho das Mehr an Zucker raus? Und im Vergleich zu Choctaw?

Mir gefällt, dass Arapaho bis -24°C gehen soll, während Navaho nur bis -20°C. In meiner Gegend mit Winterrekordtemperaturen bis -23°C (dieses Jahr bis -18°C) würde ich die Navaho sicher abdecken müssen, bei der Arapaho geht es evtl. auch ohne. Oder auch nicht, die Maximaltemperaturen sagen nur über Ruten aus, die Blütenknospen erfrieren auch bei geringeren Temperaturen. Daher würde ich evtl. beide abdecken müssen und dann ist die Winterfestigkeit auch egal.

Und wo hattest Du die Arapaho bitte bekommen? Sie ist bei uns in D. sehr schnwer zu bekommen, Navaho wird dagegen wie Sand am Meer angeboten, ob die wohl so populär ist? Choctaw ist normal erhältlich.

Hast/hattest Du Deine 3 Sorten in Sonne oder Halbschatten? Einige Sorten sollen die volle Sonne nicht mögen und Sonnenbrand (oder Beerensonnenbrand) bekommen, gerade im letzten Jahr war das problematisch. Dieses Thema würde mich sehr interessieren, aber leider gibt es wenig Infos dazu.


« Letzte Änderung: 25. Januar 2017, 10:34:54 von Tester32 »
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Wurmkönig

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Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
« Antwort #22 am: 25. Januar 2017, 13:22:31 »

Hallo Tester32, ich habe die Sorten Theodor Reimers, Loch Ness, Navaho, Asterina (mittlerweile gerodet), Arapaho und Choctaw (gab`s vor einigen Jahren bei Lubera) und noch einige andere Rubus-Arten. Kirschessigfliegen habe ich bei mir bislang noch nicht festgestellt.

Die waren seinerzeit (also 3 - 4 Jahre) in Töpfen angepflanzt (Topfgröße ca. 45 x 45 x 50 cm) und auf einem Pflanzgerüst direkt in der prallen Sonne aufgestellt.
Ob es an den Töpfen lag oder an der Sonne kann ich nicht sagen - das Wachstum war eher bescheiden obwohl die Erde mit Osmocote-Dünger gut versorgt war (ähnlich wie bei den Himbeeren). Gefruchtet haben sie immer (bis auf die Black Jewel - die hat schön geblüht, aber dann nur "Krümelfrüchte" gebildet - nach 3 Jahren gerodet), Sonnenbrand gab es manchmal, aber die Ausfälle nach entsprechender Witterung waren nicht der Rede wert (das ist bei Stachelbeeren weit schlimmer).

Meines Erachtens wachsen die Pflanzen im leichten Schatten deutlich besser – heute vielleicht sogar „zu gut“ (verstärktes vegetatives Wachstums bei Beschattung kennt man aber auch von anderen Obstsorten), bei der Fruchtbildung konnte ich keine Unterschiede erkennen. Auch die wilde Sorte hat sich eher im Schatten entwickelt. Heute muss ich Mitte/Ende August schneiden, das beeinträchtigt aber nicht die Fruchtbildung im nächsten Jahr. Rein gefühlsmäßig würde ich sagen, die Abreife der Früchte war bei direkter ständiger Besonnung konzentrierter als heute (damaliges Erntefenster ca. 1-2 Wochen, heute 2-3 manchmal 4 Wochen).

Die Unterschiede im Zuckergehalt ... puhh, schwierig. Die schmecken alle sehr gut (aromatisch und süss, bis auf die Theodor Reimers – da sind mir auch die Früchte zu klein), wenn man den richtigen Erntezeitpunkt erwischt und das ist bei diesen Beeren die große Aufgabe. Ich würde sagen, die muss man täglich durchpflücken und es braucht ein geschultes Auge um den Farbumschlag und das stumpf werden der Beerenhaut zu erkennen. Einen Tag zu spät hast du manchmal schon angeschimmelte Beeren da hängen.
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Tester32

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Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
« Antwort #23 am: 26. Januar 2017, 13:58:06 »

Hallo Wurmkönig,

danke für die Infos zu Erfahrungen mit Sonne. Dass man durch das Pflanzen im Halbschatten die Ernte von 1-2 auf 2-4 Wochen ausdehnen kann, war mir nicht bekannt und ist erfreulich. :)

Die waren seinerzeit (also 3 - 4 Jahre) in Töpfen angepflanzt (Topfgröße ca. 45 x 45 x 50 cm) und auf einem Pflanzgerüst direkt in der prallen Sonne aufgestellt.
Ob es an den Töpfen lag oder an der Sonne kann ich nicht sagen - das Wachstum war eher bescheiden obwohl die Erde mit Osmocote-Dünger gut versorgt war (ähnlich wie bei den Himbeeren).

Vermutlich spielte die Topfgröße mit. Brombeeren haben ein starkes Wurzelsystem, das braucht Platz. Ein Brombeerzüchter, der 30kg von einer seiner Pflanzen erntet, empfielt für die Brombeeren ein Loch von mindestens 1m x 1m x 60cm auszubuddeln, besser 1m x 1m x 1m.

Warum hast Du die Asterina gerodet?
« Letzte Änderung: 27. Januar 2017, 10:46:39 von Tester32 »
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Wurmkönig

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Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
« Antwort #24 am: 26. Januar 2017, 20:41:06 »

Ja, den Platzbedarf habe ich sicherlich unterschätzt - beim Umsetzen in die Erde war aber die Durchwurzelung aber sehr bescheiden. Da hat wohl das Kleinklima im Boden nicht gepasst.

Die Asterina war geschmacklich nicht überzeugend, allerdings haben sich einige Himbeeren im Laufe der Zeit geschmacklich deutlich verbessert - vielleicht hätte die Asterina noch nachgezogen? Irgendwann hat sich dann die rote Waldameise in dem Topf eingenistet und da fand ich die Tiere interessanter.
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Tester32

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Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
« Antwort #25 am: 27. Januar 2017, 15:17:23 »

Ich habe einen interessanten Artikel mit Empfehlungen der Arkansas-Sorten für Kleingärtner gefunden. Beschreibt die Anfälligkeit für Krankheiten. Ich kopiere die Tabelle mal rein. Fall jemand eine Übersetzung braucht, gibt Bescheid.

Weiß jemand, was die chill hours bedeuten? Ich habe gegoogelt, konnte es aber irgendwie nicht kapieren, was das ist und wie man es in der Praxis nutzten kann.

Blackberry Production in the Home Garden 

Table 1. Characteristics of Recommended Blackberry Varieties for Home Gardens

Chickasaw Thorny. High yielding with large fruit. Disease resistant to anthracnose and orange rust. Mid-season harvest with medium storage potential. Requires approximately 500 chill hours.

Choctaw* Thorny. High yielding cultivar; medium fruit size. Disease resistance to anthracnose and orange rust. Early ripening. Low storage potential.

Shawnee Thorny. High yield with medium to large fruit size. Disease resistance to anthracnose and orange rust. Early to mid harvest season with low storage potential.

Apache Thornless. High yield with large fruit. Disease resistant to anthracnose and double blossom. Late harvest season with high storage potential. Requires approximately 800-900 chill hours.

Arapaho Thornless. Moderate yield with medium fruit size. Disease resistance to anthracnose and double blossom. Early to mid harvest season. High storage potential.

Kiowa Thorny, erect; very large fruit. Ripens over a long period, the longest fruiting of the Arkansas varieties. Storage and handling potential very good, among the best of the thorny varieties. Requires approximately 200 to 300 chill hours.

Navaho Thornless. Moderate yield with small to medium size fruit. Excellent, consistently rated the highest of the Arkansas varieties. Disease resistant to anthracnose and double blossom; susceptible to orange rust. Late harvest season with very high storage potential. Requires approximately 800-900 chill hours.

Ouachita Thornless, very erect canes. Early to mid-season ripening. Resistant to double blossom/rosette. High storage potential. Requires approximately 400-500 chill hours.

Prime-Jim® Primocane-fruiting; thorny, erect. Floricane yields comparable to floricane-fruiting thorny and thornless varieties. Primocane yields vary greatly by location, best in North Arkansas. Floricanes susceptible to double blossom/rosette, but primocanes avoid this disease since the disease does not appear until the second season on the canes. No orange rust observed and only slight anthracnose observed. Low storage potential. Recommended only for home garden use and very limited commercial trial. Requires approximately 300-400 chill hours.

Prime-Jan® Primocane-fruiting; thorny, erect. Similar to Prime-Jim®. Requires approximately 300-400 chill hours.
« Letzte Änderung: 22. April 2017, 23:13:53 von Tester32 »
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cydorian

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Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
« Antwort #26 am: 27. Januar 2017, 15:21:18 »

Im kalten Deutschland irrelevant. "chill hours" sind die Zeiten der kühlen Winterruhe. Die haben wir hier mehr als genug...
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Tester32

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Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
« Antwort #27 am: 30. Januar 2017, 21:35:32 »

Sortenbeschreibung Kiowa

Die Brombeere Kiowa (getestet als Ark. 1380) wurde 1995 an der Uni Arkansas gezüchtet (US Patent PP9861 P). Autoren der Sorte: James N. Moore, John R. Clark
Sie stammt von nicht patentierten Arkansas Selektionen Ark. 791 und Ark. 1058 ab. Die Pflanze wurde 1983 für Tests ausgewählt und an vier Orten in Arkansas sowie anderen Versuchsstationen in diversen anderen Staaten getestet.

Die Pflanze wächst aufrecht. Zwar nicht so aufrecht wie "Shawnee", aber die starren bedornten Ruten sind dennoch selbsttragend und benötigen in warmen Regionen keine Spaliere. In Deutschland ist die angegebene Winterfestigkeit von -24°C nicht bestätigt, eine Abdeckung ist zwingend erforderlich, dadurch auch eine Erziehung am Spalier. Die Abdeckung einer nicht erzogenen Pflanze dieser Sorte mit ihren bedornten starren Ruten dauert sehr lange und generiert viele Schimpfwörter, Verletzungen und Drohungen die Pflanze abzuholzen.  ;D

Für eine bessere Ernte solten die Ruten in Höhe von 1,0 - 1,2m abgeschnitten und die Nebenruten vor dem Winterschlaf auf 40 cm gekürzt werden.

Die Sorte hat eine sehr große Beere. Die Beeren wiegen 9-14g, durchschnittlich 12g, manche Examplare gehen bis 20g. Die Beeren an einem Busch haben unterschiedliche Größen. Sie sind sind schwarz und glänen. Der Geschmack ist gut. Mit ca. 10% Zucker gehört die Beere zu den Mittelsüßen, ähnlich Chickasaw, Shawnee. Eine leichte Säure-Note ist auch vorhanden, dadurch schmeckt die Beere nicht fad. Sehr saftig. Die Beeren haben geschmacklich eine ähnliche Note wie Granatäpfel. Die Samen stören nicht, durch die große saftige Beere fallen sie nicht auf.

Offiziell dauert die Ernte 6 Wochen, es gibt aber auch Berichte über eine deutlich längere Ernte. Hier im Forum berichtete jemand, dass er die Beere bei der BLWG noch im Oktober verkosten konnte.

Pflanze ist wenig anfällig für Krankheiten. Moderat widerstandsfähig gegen Anthracnose und resistent gegenüber Rost. Empfindlich gegenüber Rosette (scheinbar was Amerikanisches), aber weniger als andere Bedornte.

Lagerhaltung und Transport: befriedigend bis gut. Wenn man eine reife Beere in die Hand nimmt, hinterläßt sie Saft auf der Haut, wie für viele Brombeeren typisch. Das heißt für den Transport müsste man wohl Beeren im Stadium der sogenannten "technischen Reife" pflücken.

Passende Bilder kann ich aus Copiright-Gründen nicht einfügen, aber wer möchte, kann sich die Bilder hier anshauen (unten in den Artikel-Kommentaren, etwas scrollen).
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Tester32

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Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
« Antwort #28 am: 19. März 2017, 17:10:02 »

Habe eine Loch Tay und eine Kiowa eingepflanzt. Das Loch habe ich reichlich mit Kompost gefüllt, wie es sich gehört. Hoffentlich macht es den Pflanzen nichts aus, dass er nicht komplett fertig war. Sollte aber kein Problem sein, das volle Wurzelwerk entwickeln die Pflanzen eh bis zum 5en Lebensjahr.

Ein Tipp für Neulinge. Habe selber gerade gelernt.  :) Die Ranken des ersten Jahres (ich glaube auf Englisch Primocanes) muss man ja gleich hinlegen und liegend wachsen lassen. Damit erschlägt man gleichzeitig zwei Fliegen mit einer Klappe:
1. im Herbst muss man die Ranken nicht mühsam niederlegen, sie liegen bereits. Das spart viel Zeit, bei dornigen Sorten spart das Verletzungen und die Ranken brechen nicht ab.
2. man kommt mit einem kleineren Spalier aus, weil auf diesem nur die zweijährigen Ranken drauf sind. 
So, und jetzt der Tipp selbst. Auf ebay gibt es fertige Zeltnägel, 30 cm lang, 3-4mm im Durchmesser, verzinkt. Diese Zeltnägel sind günstig (25-35 cent) und ideal dafür geeignet, die Ranken am Boden festzuhalten. Eine junge Ranke umgebogen, mit 1-2 Zeltnägeln am Boden befestigt und fertig. Ist noch einfacher als eine Pflanze an einem Bambusstock zu befestigen, bin richtig begeistert, habe mir das komplizierter vorgestellt.  :)
« Letzte Änderung: 19. März 2017, 23:28:57 von Tester32 »
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Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
« Antwort #29 am: 23. März 2017, 22:20:12 »

Ich hatte einen Anfängerfehler gemacht.  :) Am Boden erzieht man ja neue Triebe. Was bekommt man aber, wenn man jetzt im Frühjahr eine Brombeere im Topf kauft? Richtig, die alten Triebe des letzten Jahres. Diese müssen natürlich nicht hingelegt werden, sondern können ruhig vertikal stehen bleiben, die meisten sind eh gestäbt.

Wichtig ist es dagegen, die Blüten oder beim späteren Kauf den Fruchansatz von diesen alten Ruten zu entfernen. Weil die Pflanze im ersten Jahr keine Kräfte für die Beeren verlieren sollte, sondern neue Triebe und Wurzeln bilden sollte.

Die alten Ruten werden dann im Herbst entfernt, damit man sie nicht hinlegen muss und die Krankheiten nicht von alten auf die neuen Ruten überspringen.
« Letzte Änderung: 23. März 2017, 23:02:33 von Tester32 »
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