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Autor Thema: Kartoffeln machen den Boden locker - und andere Gartenweisheiten???  (Gelesen 1650 mal)

flobob

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Re: Kartoffeln machen den Boden locker - und andere Gartenweisheiten???
« Antwort #15 am: 21. April 2017, 13:43:11 »

das ganze umgraben ist sowieso fuer die katz und zerstoert nur den boden.
den besten boden habe ich dort wo ich noch nie umgegraben habe und ich muss dort nie giessen. auch nicht bei trockenheit.
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thuja thujon

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Re: Kartoffeln machen den Boden locker - und andere Gartenweisheiten???
« Antwort #16 am: 21. April 2017, 13:50:20 »

Zitat
Dazu hast Du den Satz aus dem Zusammenhang gerissen. Das Fazit der Arbeit ist, daß Mulchen viele Vorteile hat. Der untersuchte Boden war übrigens kein Sand, sondern Löß-Schwarzerde.
Das dürfte auf Sandboden ebenso nachweisbar sein. Aus dem Zusammenhang gerissen sind viele Aussagen zum Thema. Man kann im Frühjahr die Öberfläche flach hacken, dass die Kapillaren gebrochen werden, spart auch Wasser. Da noch Mulch drauf bringt dann etwas mehr Wasser wie ohne hacken vorher bzw ungehackt und Mulch drauf ist auch nicht das gelbe vom Ei.

Ich hab nix gegen Mulch, solange es der richtige ist und nicht überdosiert wird. Wie beim Blaukorn auch, mit jedem Produkt kann man wohl was falsch machen wenn man will.

Ich mag das absolute nicht, dieses aus dem Zusammenhang reissen oder strak vereinfachen und dann in den Himmel loben.


Mit der Grabegabel stell ich mir das lockern zum Unkraut zupfen mühsam vor. Warum kein Sauzahn, der geht ebenso tief.
Wassersparender ist das frühzeitige hacken mit zB einer Pendelhacke und die noch jungen Unkrautreste liegen lassen.

@martina 2: ich wohne hier im Trockengebiet, irgendwann ist jeder Acker mal trocken. Auch Disteln vertrocknen hier das ein oder andere Frühjahr mal. Egal wie man die Winterfeuchtigkeit erhält, durch Anbau von Winterungen die frühzeitig den Boden beschatten, tief wurzeln und damit eher Wasser hochholen oder lockern als Flachwurzlerkartoffeln die niemals gut für die Bodenstruktur sind. Über Sommer in der Hitze brach liegen lassen und mulchen, dann evaporieren wenigstens keine blätter das wertvolle Wasser, aber das führt halt auch oft nicht zum Ziel. Es ist kein Geheimnis, das viele Gemüse ohne Beregnung nicht wirklich gut gehen (Qualitätsanforderungen).

Der einzigste Nutzen von Kartoffeln für den Boden kann sein, dass man 3 mal im Boden rumrührt. Lässt man die Kartoffeln weg und rührt 3 mal ohne was im Boden rum, zB 3 mal Unkrautkur hintereinander oder 2 mal Unkrautkur und einmal Phacelia oder ähnliches, hat man mehr für den Boden getan als mit den Kartoffeln. Nachteil, man erntet noch nix, Vorteil: mehr Humus und weniger Unkraut drin als es nach den Kartoffeln der Fall wäre(Spätverunkrautung, Förderung der Wärmekeimer).
Das lockern liegt jedenfalls nicht an den Kartoffeln selbst und damit ist der zu stark vereinfachte Satz `Kartoffeln lockern den Boden` falsch.
Das trifft eher auf Kulturen zu, die neben Humusproduktion auch die Lebendverbauung fördern, Kleegras zB. Da lockerts ohne rumrühren.
Kartoffeln fressen eher 760kg c pro Hektar, das muss durch irgendwas wieder in den Boden, möchte man ihn nicht langfristig auslaugen/ruinieren.

Die tolerierbare Humusmenge ist wiederum wie fast immer auch wieder eine Dosis-Wirkungs-Kurve. Nutzen lässt sich niemals ins Unermessliche steigern, irgendwann geht auch das tollste wieder runter. Die sehr humosen Gartenböden sind Nitratschleudern und gefangen im N-Teufelskreis mit C/N-Verhältnis...

Bitte auch mal hier die letzte Tabelle anschaun:

http://www.vdlufa.de/joomla/Dokumente/Standpunkte/08-humusbilanzierung.pdf

@Flobob: ja, nennt sich Lebendverbauung, geht auch auf Lehmboden wenn man nicht ständig mit dem Gartenschlauch flutet und so die Oberfläche verschlämmt. Das ist dann schon locker und trotzdem wohl noch fester als der gefühlt härteste Sandboden. Deswegen, warum Sandboden lockern, frisst doch nur unnötig Humus.
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leonora

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Re: Kartoffeln machen den Boden locker - und andere Gartenweisheiten???
« Antwort #17 am: 21. April 2017, 14:21:04 »

Meine früheren Gärten hatten immer sehr schwere Böden, über die ich oft geflucht habe. Nun gärtnere ich erstmals auf extrem nährstoffarmem Sand. Der Himmel auf Erden ist das auch nicht, die Vor- und Nachteile sind nur andere. Ich mulche den Sandgarten regelmäßig ganz leicht mit anfallendem Rasenschnitt. Wissenschaftlich begleitet habe ich das nicht, aber ich beobachte immerhin eine ganz gute Pufferwirkung für Wärme und Feuchtigkeit. Und es hat auch einen gewissen Düngeeffekt. Nach und nach haben sich in dem toten Sandhaufen nun auch mal ein paar Regenwürmer angesiedelt. Mich freut das. :D

Vormals verwilderte, mit Brombeeren bewachsene Bereiche habe ich auch zunächst mit Kartoffeln bepflanzt. Erst nach ein paar Jahren in Staudenbeete umgewandelt. Ist doch klar, dass man sich keine Stauden in Brombeergelände setzt, wenn da immer noch jahrelang Brombeertriebe hochkommen. :P Schon besser, man buddelt ein paarmal Kartoffeln ein und aus, und fischt noch vorhandene Brombeerwurzeln jedesmal mit raus.

Das sind aber nur meine Erfahrungen, in einem anderen Garten mag das ganz anders aussehen.

LG
Leo
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kpc

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Re: Kartoffeln machen den Boden locker - und andere Gartenweisheiten???
« Antwort #18 am: 21. April 2017, 14:29:56 »

Ich weiß nicht ob du den 'Kartoffeltrick' selbst einmal ausprobiert hast oder ob das Ergebnis bodenabhängig bei dir anders ausfällt,
aber bei mir hat es in schwerem Lehmboden immer gut funktioniert. Ich habe der Wiese damals Stück für Stück neue Beete abgerungen.
Übrigens hat sich bei mir die Bodenbearbeitung wegen Zeitmangel immer sehr in Grenzen gehalten.
Nach der Ernte habe ich sofort Schafmist auf der Oberfläche verteilt und Senf gesät. Den habe ich stehen gelassen und wenn der Schleier
im Frühjahr weggezogen wurde, hatte man einen 'perfekten' Boden.
Den von dir erwähnten Sauzahn finde ich auch besser. Oberfächlich habe ich viel mit einer Schuffel gearbeitet. Die kennt man aber nicht überall,
ich selbst habe sie erst bei einem Rheinländer kennengelernt. Für kleinere Reihenabstände kann man ein weiteres Teil auch gut schmaler flexen.
Man arbeitet damit recht schnell, bearbeitet praktisch nur die oberen 2-3cm und macht damit die meisten Unkräuter kaputt.
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Rieke

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Re: Kartoffeln machen den Boden locker - und andere Gartenweisheiten???
« Antwort #19 am: 21. April 2017, 14:36:51 »

Zitat
Man kann im Frühjahr die Öberfläche flach hacken, dass die Kapillaren gebrochen werden, spart auch Wasser.
Bei Sandboden ist der Kapillareffekt wegen der großen Bodenporen nur sehr wenig ausgeprägt. Bei allen Aussagen zum Umgang mit Boden muß man beachten, auf welchen Bodentyp sie sich beziehen. Seriöse bodenkundliche Untersuchungen beschreiben immer den Boden, auf dem sie durchgeführt wurden. Oder anders ausgedrückt, Erfahrungen mit Lehmboden sind nur begrenzt auf Sandboden übertragbar - umgekehrt natürlich genauso.

Die Methode, wie sie Erhama beschreibt, funktioniert auf Sandboden ziemlich gut. Durch den Mulch und die Beschattung wird das Unkraut unterdrückt. Durch die dicke Mulchschicht dürfte Kohlenstoffentzug auch kein Thema sein. Mit relativ wenig Aufwand hat man Kartoffeln und ein Beet, das man danach anderweitig bepflanzen kann. Tiefgründige Lockerung ist bei Sandboden normalerweise nicht nötig. Bei einem sehr tonigen Boden sind Kartoffeln möglicherweise weniger günstig als Vorkultur, vielleicht nimmt man dort besser Saubohnen, wenn man auch was ernten möchte.

Wer sich über Humusbilanzierung informieren möchte, da finde ich diesen Text recht gut.

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Rieke

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Re: Kartoffeln machen den Boden locker - und andere Gartenweisheiten???
« Antwort #20 am: 21. April 2017, 14:41:18 »

Achja, ich werde den Kartoffeltrick diese Jahr unter den hohen Fichten, die an der Grundstücksgrenze bei den Nachbarn stehen, ausprobieren. Der Ertrag dürfte nicht so berauschend werden, der Bereich ist recht schattig, aber ich hoffe auf einen etwas besseren Boden für die Stauden, die ich dort pflanzen will, und weniger Moos als jetzt.
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Re: Kartoffeln machen den Boden locker - und andere Gartenweisheiten???
« Antwort #21 am: 21. April 2017, 14:47:01 »

Kartoffeln mache ich regelmäßig bei mir im Garten, auch die beiden ersten Jahre auf einer ehemals mit Waschbetonplatten ausgelegten Terasse. In anderen Gärten habe ich erst 3mal Kartoffeln gemacht, bzw ein paar andere Gärten mit anderem Boden in der Kleingartenanlage. Ich grabe bei der Ernte nicht aus, sondern ziehe mit einem Krail die Dämme auf die Seite und sammel da die Knollen raus. Geht fast zu 100%. Die Zwischenräume der Dämme bleiben bei der Methode eher unbearbeitet, also kein flächiges rumrühren.

Direkt nach der Ernte beurteilt ist der Boden zwar leicht zu bearbeiten, aber nicht in sich fluffig wie nach einem feuchten Winter mit Kahlfrost.
Nach Senf und der damit verbundenen Schattengare plus Mulchauflage im Winter plus Frost und dann noch Mist drauf, den positiven Effekt mag ich nicht den Kartoffeln zuschreiben.

Wenn ich nach Kartoffeln Buschbohnen mache und später Feldsalat, sieht die Welt ganz anders aus. Da bleibt fürs Frühjahr nur Frostgare übrig weil der Feldsalat schon die Schattengare der Buschbohnen auffrisst. Bei Wirsing oder Blumenkohl nach Kartoffeln, bzw alles was man ab Juni noch so pflanzt oder säht, nur Gemüse ist einfach nix für den Boden.
Wenn dann vielleicht noch Zuckermais und die Stengel häckseln und als Mulch liegen lassen bzw Bohnen/Erbsen und alles liegen lassen. Ansonsten fallen mir bei Gemüse nur Fresser ein.

Unter 3 Jahre altem Schnittlauch ist der Boden noch schön fluffig, ja, im Garten hat man davon aber selten mal 10m² am Stück, als das man was mit der Fläche anfangen könnte. 
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Re: Kartoffeln machen den Boden locker - und andere Gartenweisheiten???
« Antwort #22 am: 21. April 2017, 14:51:23 »

@Rieke: warum nicht die Verdichtungen aufbrechen, die richtige Kalkform oder Kalkstickstoff drauf (für die freien Huminsäuren, dass die durch die Calciumbrücken stabile Krümel mit dem Boden bilden können) und nach einer Unkrautkur Tagetes rein? Die mit dem Mulchmäher abmähen, liegen lassen und im Herbst die Stauden rein? Das ist das was lockert, nicht das umgraben von bereits recht trockenem Boden.

So wird nicht viel drin rumgerührt und die Würmer und Co. weniger gestört.
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Re: Kartoffeln machen den Boden locker - und andere Gartenweisheiten???
« Antwort #23 am: 21. April 2017, 15:20:19 »

Ach weißt Du Thuja Thujon, ich komme mit dem Sauzahn nicht zurecht, mit der Gabel schon.  Also mache ich es so. Boden rùhre ich damit nicht um. Es ist meine ganz persönliche Erfahrung.
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Re: Kartoffeln machen den Boden locker - und andere Gartenweisheiten???
« Antwort #24 am: 21. April 2017, 15:21:51 »

Sach mal, hast du die Beschreibung von Erhama gelesen? Da wird höchstens bei der Ernte im Boden gebuddelt.

Zitat
warum nicht die Verdichtungen aufbrechen,
Welche Verdichtungen  ???

Das, was du beschreibst, ist viel aufwändiger. Um Tagetes auszusäen, müßte ich die Fläche ja wohl erst von Moos, Gras und Taubnesseln befreien, dann werden die hier sowieso von Schnecken gefressen und ich will den Boden nicht kalken. Es gibt Stauden, die mit den Bedingungen dort zurecht kommen. Mit dem Kartoffeltrick spare ich ziemlich viel Arbeit bei der Beetvorbereitung. Außerdem habe ich etwas mehr Pflanzkartoffeln, als in das Gemüsebeet passen ...
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Re: Kartoffeln machen den Boden locker - und andere Gartenweisheiten???
« Antwort #25 am: 21. April 2017, 15:33:41 »

Sach mal, hast du die Beschreibung von Erhama gelesen? Da wird höchstens bei der Ernte im Boden gebuddelt.
Ja, jetzt auf deinen Hinweis hin wieder. Wenn man Knollen in Mulch legen unter Kartoffelanbau versteht, dann lockern Kartoffeln erst recht keinen Boden.
Boden urbarmachen kann man wohl auch mit Pappkartons, die lockern den Boden aber auch nicht so richtig. Mit Kartoffeln bepflanzte Eimer zum beschweren der Pappkartons sollen auch gehen.

Wir reden wohl zu oft von zu unterschiedlichen Sachen um hier auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen.
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Re: Kartoffeln machen den Boden locker - und andere Gartenweisheiten???
« Antwort #26 am: 21. April 2017, 20:51:26 »

Sach mal, hast du die Beschreibung von Erhama gelesen? Da wird höchstens bei der Ernte im Boden gebuddelt.
Ja, jetzt auf deinen Hinweis hin wieder. Wenn man Knollen in Mulch legen unter Kartoffelanbau versteht, dann lockern Kartoffeln erst recht keinen Boden.


Hast Du nicht oben erst selbst behauptet, Sandboden müsse man nicht lockern?
Ich habe beschrieben, wie wir bisheriges Grasland in Gemüsebeete umgewandelt haben. Ich kann Dir jetzt dazu keine wissenschaftlichen Erörterungen liefern, ich gärtnere im Garten lieber als Stickstoffgehalte des Bodens zu messen. Es ist einfach eine Erfahrung und Tatsache, dass sich auf diese Weise und unter unseren Bedingungen Beete entwickeln können.
Schichtmulchbeete mit Pappe als unterste Lage habe ich übrigens auch schon angelegt. Meine Erfahrung ist; Kartoffeln schaffen das in einer Vegetationsperiode, was sonst länger dauert.

Und nein, ich grabe auch nicht um, indem ich den Boden wende. Er wird eben nur vor der Aussaat nur einmal mit der Grabegabel durchgearbeitet, vorhandene Unkräuter rausgezogen und fertig. Danach brauche ich kaum noch jäten, weil ich eben mulche, mit Rasenschnitt oder gern auch samenfreien Brennnesseln. Ich betrachte den Mulch nicht als Dünger, sondern als Verdunstungsschutz und Futter für das Bodenleben. Gedüngt wird hier mit Pferdemist alle 2 bis 3 Jahre.
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Re: Kartoffeln machen den Boden locker - und andere Gartenweisheiten???
« Antwort #27 am: 21. April 2017, 22:54:58 »

Ich könnte ohne meine Grabgabel nicht arbeiten, zusammen mit dem Unkrautstecher und der Schere ist sie mein meistgenutztes Werkzeug. Mag sein, dass man zum "Umgraben" besser mit einem Spaten arbeiten kann, aber das mache ich ohnehin nicht, weil ich im Garten abgesehen von den allgegenwärtigen Walderdbeeren nur Zierpflanzen habe.

Aber um völlig mit Unkrautwurzeln und Goldfelberich durchwucherten Lehmboden wieder urbar zu machen, leistet eine Grabgabel unschätzbare Dienste, denn mit einem Spaten würde man Schachtelhalm, Quecke, Zaunwinde und Co. nur noch vervielfachen. Ein Sauzahn oder dergleichen könnte in so einem Boden auch nichts ausrichten.

Ist der Boden erst einmal gründlichst von Wurzelunkräutern befreit, muss man bis auf gelegentliche Jätarbeiten mit dem Unkrautstecher eigentlich nichts mehr tun. Man kann mit einer Grabgabel auch wunderbar Stauden und alte Blumenzwiebel-Horste ausgraben, bei letzterem spieße ich zwar regelmäßig ein paar Zwiebeln auf, aber immer noch besser, als sie mit dem Spaten komplett zu durchtrennen...
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Viele Grüße
Andreas

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Re: Kartoffeln machen den Boden locker - und andere Gartenweisheiten???
« Antwort #28 am: 21. April 2017, 23:58:22 »

Unkraut entfernen hat meiner Meinung nach nichts mit Boden lockern zu tun. Urbar machen kann man auf viele Wege. Geht auch ohne Bodenbewegung. Auch chemiefrei, Brandrodung zB. Wurde ich demletzt erst gefragt, warum wir im verlodderten Imkergarten Schere und Säge nehmen, abbrennen wäre deutlich weniger anstrengend. Hat wohl alles Vor- und Nachteile, die man wohl nach persönlichen Vorlieben oder geltendem Recht abwägen sollte.

ich gärtnere im Garten lieber als Stickstoffgehalte des Bodens zu messen. Es ist einfach eine Erfahrung und Tatsache, dass sich auf diese Weise und unter unseren Bedingungen Beete entwickeln können.
...
Ich betrachte den Mulch nicht als Dünger, sondern als Verdunstungsschutz und Futter für das Bodenleben.
Wenn jemand zu dir käme und sagen würde, er betrachtet Blaukorn nicht als Dünger, sondern als Erfahrung, um Luftfeuchtigkeit aufzufangen und für die Pflanzenwurzeln im Boden verfügbar zu machen, meinst du nicht, dem könnte eine Portion Wissenschaft nicht gerade ungelegen kommen?

@AndreasR: wenn man mal die Zeit rum hat mit der Sanierung und Wurzelunkräutern, dann kann man etwas großzügiger um die Zwiebelhorste den Spaten einstechen und verletzt sie so deutlich weniger. Ich mache sowas gerne, wenn noch Laub dran hängt. Finde ich besser als nach geeigneten Werkzeugen dafür zu suchen, wenn das Laub bereits eingezogen ist und man nicht mehr sieht wo die Zwiebeln sind. Ich habe hier in der Gartenanlage den Eindruck, dass sich viele Leute das Leben gerne unnötig schwer machen, obs nun rumtrampeln in nassen Beeten ist oder Unkraut jäten erst nachdem es sich schon wieder ausgesamt hat oder anstehende Arbeiten immer so lange zu verschieben, bis man sie dreimal machen muss damit sie wenigstens ein bisschen greifen usw.

Stauden nehme ich gerne mit dem Spaten auf um sie zu teilen, da kann ich Wurzeln gezielt durchtrennen und muss nicht hoffen, dass sie möglichst am dünneren Teil statt basisnah reissen.
Wurzelunkräuter entfernen durch Boden mit der Grabegabel sieben, das ist mir zu aufwendig. Lieber wässern und eine Nacht drüber schlafen um sie rausziehen zu können. Wenn der Boden zu fest dazu ist, ist aufreissen mit einem Einzinkengrubber eine Option, da muss allerdings meist nachgearbeitet werden.
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Re: Kartoffeln machen den Boden locker - und andere Gartenweisheiten???
« Antwort #29 am: 22. April 2017, 00:11:43 »

  ;D Sandbodengärtner nutzen Trockenphasen um Wurzelunkräuter zu ziehen. 
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