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News: Die Probleme, die es in der Welt gibt, sind nicht mit der gleichen Denkweise zu lösen, die sie erzeugt hat. Albert Einstein
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16. August 2017, 21:26:04
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Autor Thema: Weiße Kaiserliche Johannisbeere - Stecklinge zeigen Chlorose?  (Gelesen 224 mal)

Aromasüß

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Die unbekannte und trotzdem legendäre "Weiße Kaiserliche" (Johannisbeere) möchte ich ausprobieren und habe mir vom Bundessortenamt in Wurzen Stecklinge besorgt.

Nachdem die Stecklinge im Frühling sehr gut austrieben, zeigen sie seit Juni Erscheinungen, die wie Chlorose aussehen (Chlorophyllmangel)
 - siehe Foto:
  • gelbe Bereiche zwischen den Blattadern aller Blätter
  • einige der größeren und oberen Blätter welken vom Rand her nach innen, inzwischen zunehmend.
Nun habe ich seit 10 Tagen verschiedenes getan, ohne dass bisher irgendeine Änderung eingetreten ist:
  • Umpflanzen in fette Humus-Lehm Bodenmischung (vorher Sand mit etwas Humus): Dabei zeigten sich je Steckling 1-3 gut ausgebildete Grobwurzeln von ca. 20 cm Länge, von denen zahlreiche feinere kurze Wurzeln abgingen, aber kein Feinwurzelgeflecht.
  • Magnesium - Blattspritzungen mit Bittersalz
  • Eisen - ins Gießwasser (wie bei Fuchsien-Chlorosen)
Hat jemand noch eine Idee?

----------------
P. S. Zu den Anfälligkeiten der "Kaiserlichen" ist nichts bekannt.
Ihre einschlägige Beschreibung dürften viele in diesem Forum ebenfalls kennen: "Führung durch die ARCHE NOAH Beerensammlung" von Bernd Kajtna 2006, Seite 9. Außer dieser Quelle findet sich im Internet etwas mehr auf französisch ("Impérial Blanc" Groseille), vor allem für Liebhaber der Johannisbeerweine und -liköre, aber nichts zu möglichen Anfälligkeiten. Von den üblichen Obstbüchern erwähnt sie nur "Osterfee und Amazone" (Arche Noah, Pro Specie Rara).
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partisanengärtner

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Re: Weiße Kaiserliche Johannisbeere - Stecklinge zeigen Chlorose?
« Antwort #1 am: 09. August 2017, 09:49:35 »

Ich habe ähnliche Symptome bei Kaliummangel vor allem an jüngeren Blättern gesehen (Blattdüngung mit Kaliumsulphat) aber auch bei Bormangel  (auch Blattdüngung) scheint das bei Wein zum Beispiel so auszusehen inklusive der Blattrandnekrosen.

Speziell für Johannisbeeren habe ich nichts gefunden, da habe ich auch keine Erfahrung. Mit Einzeldüngern experimentiere ich auch erst seit etwas mehr als zwei Jahren.

Eisenmangel habe ich auch mit Eisengaben behandelt allerdings auch zusätzlich zum Gießwasser mit Blattdüngung. Ältere Blätter scheinen nur sehr langsam bis gar nicht darauf zu reagieren.
Überdüngung einzelner Komponenten  im Boden kann leicht Mangelsymptome einzelner anderer Spurenelemente bewirken.

Zu meinen Bor Experimenten gibts einen Thread
http://forum.garten-pur.de/index.php?topic=58769.0
« Letzte Änderung: 09. August 2017, 09:51:52 von partisanengärtner »
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Wer zuviel jätet raubt sich manche Überraschung.

Axel

Nemesia Elfensp.

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Re: Weiße Kaiserliche Johannisbeere - Stecklinge zeigen Chlorose?
« Antwort #2 am: 09. August 2017, 09:54:29 »

Ich habe ähnliche Symptome bei Kaliummangel ...............

Speziell für Johannisbeeren habe ich nichts gefunden,
guck mal hier beim Beerendoktor. An Kaliummangel habe ich auch gedacht.

Zitat
Kaliummangel
Nährstoffbeschreibun
g

Kalium ist ein sehr mobiler Nährstoff. Seine Funktionen in der Pflanze sind vor allem die Regelung des Wasserhaushaltes (Quellung) und die Aktivierung von Enzymen. Die Kalium-Aufnahme steht in direkter Konkurrenz zu anderen Kationen (Calzium, Magnesium, Ammonium und Natrium). Ein hohes Angebot dieser Ionen verringert also die Aufnahme von Kalium und umgekehrt.
............
.................
Vom Blattrand ausgehende Chlorose der älteren Blätter

Gegenmaßnahmen

- Düngung mit chloridhaltigen Düngern (KCl), sulfathaltigen Düngern (schwefelsaures Kali) oder magnesiumhaltigen Düngern (Kalimagnesia)

- Mangelstandorte meiden (leichte Sande, kalkreiche organische Böden, tonreiche Kalium-fixierende Böden)

- harmonische Düngergabe (Dominanz der Antagonisten wie Calzium vermeiden)

- die Düngermenge muß sich nach den Ergebnissen einer Boden- oder Pflanzenanalyse richten

LG
Nemi
« Letzte Änderung: 09. August 2017, 09:56:28 von Nemesia Elfensp. »
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Dietmar

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Re: Weiße Kaiserliche Johannisbeere - Stecklinge zeigen Chlorose?
« Antwort #3 am: 10. August 2017, 15:18:33 »

Chlorosen sind meist durch Eisen- oder Magnesiummangel verursacht. Das bedeutet aber nicht in jedem Fall, dass diese Nährstoffe fehlen. Manchmal ist nur die Aufnahme dieser Nährstoffe blockiert, obwohl ausreichend vorhanden. Das kann durch Trockenstress oder nasskaltes Wetter verursacht werden. Es kann aber auch durch eine Überversorgung eines anderen Nährstoffes verursacht werden. Ein Drauflosdüngen ohne Kenntnis einer Bodenanalyse kann also den Schaden noch vergrößern, wenn man dabei auch die "Gegenspieler" (Antagonisten)
mit düngt.

Das kann man vermeiden, wenn man eine Blattdüngung macht, aber man sollte die Düngelösung niedrig dosieren, sonst entstehen Verätzungen oder Vergiftungen (Magnesiumsulfat und Eisensulfat sind sehr sauer und damit ätzend und Eisensulfat ist für Pflanzen (und Menschen) bei höheren Konzentrationen auch giftig (Eisentoxizität). Das wird z.B. ausgenutzt, um Moos im Rasen abzutöten, da Gras nicht ganz so empfindlich auf Eisentoxizität ist wie Moos, aber bei zu hoher Dosierung stirbt auch das Gras ab. Eisensulfat sollte deshalb nur sehr niedrig dosiert als Eisendünger eingesetzt werden. Zudem wird das Eisensulfat beim Gießen als Lösung im Boden schnell chemisch umgewandelt, so dass es für Pflanzen als Nährstoff nicht verwertet werden kann, d.h. das Eisen wird als Oxid o.a. chemisch fest gebunden. Langfristig ist das nicht schlecht, da Wurzelspitzen organische Säuren abgeben können, die das fest gebundene Eisen in Chelate umwandeln. Bei großer Trockenheit reduzieren die Pflanzen die Wasserabgabe, indem z.B. die Atemspalte geschlossen werden. Dadurch verdunstet weniger Wasser, aber die Photosynthese kommt in dieser Zeit praktisch zum Erliegen. Bei großer Trockenheit können die Wurzelspitzen aber auch keine Chelate bilden, da mit den organischen Säuren auch Wasser abgegeben werden müsste.

Sehr viel besser als Eisensulfat sind Eisenchelate, aber diese sind sehr teuer, aber für Blattdüngungen die erste Wahl. Blattdüngungen sollten nicht in praller Sonne erfolgen, da die Wassertropfen wie Linsen wirken. Eine mehrmalige Blattdüngung alle 3 ... 4 Tage ist sinnvoll. Allerdings wirken sich Blatt- und andere Düngungen meist wenig auf geschädigte Blätter aus, aber neue Blätter müssten OK sein.

Eisensulfat kann man aber günstig im WoMo-Toiletten einsetzen bzw. entsorgen. Dadurch wird der Gestank weniger. Als Dünger ist Eisensulfat weniger günstig und aus meinem Garten verbannt worden.
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Aromasüß

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Re: Weiße Kaiserliche Johannisbeere - Stecklinge zeigen Chlorose?
« Antwort #4 am: 12. August 2017, 07:53:44 »

Vielen Dank für die Tipps!
Eine halbe Handvoll Patentkali habe ich körnchenweise in den Boden gedrückt. (Kaliumsulfat wäre mir lieber gewesen, weil für Blattdüngung geeignet, aber das gibt es hier nirgendwo im Sortiment, und für Internetbestellung war die Zeit zu knapp).

Jetzt heißt es abwarten, ob wieder junge Blätter kommen und wie sie aussehen. Nach meinem Urlaub werde ich es sehen und melde mich wieder.
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Natternkopf

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Re: Weiße Kaiserliche Johannisbeere - Stecklinge zeigen Chlorose?
« Antwort #5 am: 12. August 2017, 10:24:27 »

@Aromasüss
Wünsche einen schönen Urlaub. 🌿 🐝
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Hat es Bildchen in Titelzeilen, kann manches Auge nicht in Ruhe verweilen. ;-)
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