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Garten- und Umwelt => Quer durch den Garten => Thema gestartet von: troll13 am 06. September 2014, 21:56:21

Titel: Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: troll13 am 06. September 2014, 21:56:21
Hab lange überlegt, ob ich dieses Thema hier auf den Tisch bringe, weil Kollegenschelte gern als Nestbeschmutzung angesehen wird. :-\

Aber nachdem mich eine befreundete Purlerin um eine Bezugsquelle für ein etwas größeres Gehölz bat, das nicht unbedingt eine ausgesprochene Rarität ist, suchte ich ihr eine im Netz eine größere Baumschule in ihrer Umgebung heraus, die zudem als GartenBaumschule im BdB für den Privatverkauf besonders zertifiziert sein sollte und nannte ihr zusätzlich noch zwei Sortenalternativen.

Sie fragte ihre Wünsche dort an und bekam als Antwort sinngemäß: "Ham'wer nich und kriegen wir auch nich mehr rein..."

Ich muss gestehen, ich bin einigermaßen sprachlos. ???

Ist der deutsche Einzelhandel, einschließlich dem Gartenbau, vielleicht wirklich selbst schuld, wenn ihm die Kunden wegbleiben und lieber gleich im Internet bestellen?

Ich kenne Beispiele in der näheren Umgebung, wo ein Florist die Verlagerung eines Wochenmarktes in die Nähe seines Blumenladens torpediert, sehe jedoch welchen überteuerten Müll er selbst vor dem Geschäft stehen hat oder die Klagen eines ehemaligen Kollegen, der jetzt in einer Gartencenterkette arbeitet und sich beklagt, dass er auf individuelle Kundenwünsche nicht eingehen kann, weil die Zentrale ihm das Sortiment vorgibt.

Aber von einer sogenannten "GartenBaumschule", die zudem an einen größeren Produktionsbetrieb angeschlossen ist, der selbst sicher auch zuhandelt, hätte ich nun doch etwas anderes erwartet.

Wie sind eure Erfahrungen hier?

Ich selbst arbeite übrigens im Endverkauf einer vergleichsweise kleinen Baumschule, der glücklicherweise ein Pflanzenhandelsbetrieb angeschlossen ist, der Grosshandel betreibt. Daher ist es mir möglich, auch Pflanzen für Privatkunden zu besorgen, die nicht selbst produziert werden.

Es gibt sicher auch hier Situationen, an denen ich passen muss aber ich versuche es wenigstens, wenn wir einen Lieferanten für eine Pflanze zu einem Preis finden können, der für uns und den Kunden akzeptabel ist.

LG

"Der Nestbeschmutzer" ;D



 
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: enaira am 06. September 2014, 22:03:46
Hängt das nicht auch immer von dem jeweiligen Verkäufer ab, an den man gerade gerät?

Ich habe jedenfalls durchaus gut Erfahrungen gemacht:
Fischer Baumschulen in Mülheim-Kärlich.

Abgesehen davon, dass sie ein sehr großes Angebot an Bäumen und Sträuchern vor Ort oder auf den Feldern haben, war es auch kein Problem, einen Sorbus "Autumn Spire" in der gewünschten Größe zu besorgen.
Aber auch dort sind sicher nicht alle Fachverkäufer gleich kompetent.
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: nana am 06. September 2014, 22:09:43
Ich habe meine lokale Baumschule schon mehrfach mit sonderlichen Wünschen strapaziert ("Koelreuteria fastigiata haben wir nicht, können wir Ihnen aber besorgen...") und wurde immer höchst zuvorkommend bedient. Auch wenn ich eine ganz banale Cupressus arizonica 'Fastigiata' haben wollte...

Preislich immer vergleichbar mit Internetanbietern (zumal wenn man deren Lieferkosten mitberechnet) und wenn mal was nicht in Ordnung sind, kommen sie vorbei... also ich kaufe Gehölze vorzugsweise in der lokalen Baumschule.
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: feminist am 06. September 2014, 22:32:49
meine Erfahrungen sind auch genau so, nämlich gut. Wir sind hier auch gut versorgt mit Baumschulen. Bei HUBEN gehen sie bei speziellen Kundenwünschen ins Internet und suchen Winterhärteerfahrungen für heikle Gehölze raus, wälzen Kataloge. Bei Müller in Mauer habe ich vor Jahren einen Zweig von Euonymus alatus 'Compactus' abgegeben, weil ich dieses Gehölz unbedingt haben wollte. Paar Tage später stand der Baumschulmeister und Chef in meinem Garten um mir den Zweig wieder zu bringen und zu bedauern, dass er dieses Gehölz leider nicht habe aber versuchen würde zu bekommen. Rhododendron narcissiflorum haben sie mir beschafft.


Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: troll13 am 06. September 2014, 22:34:08
An einen inkompetenten oder einfach nur faulen Fachverkäufer zu geraten sollte doch eigentlich die Ausnahme sein, da jeder Mitarbeiter eines Betriebs an seinem Arbeitsplatz hängen sollte.

Ich halte dies leider inzwischen für ein generelles Problem des deutschen Einzelhandels.

Versuch doch einmal Schuhe oder Klamotten zu kaufen, die in deiner Größe nicht im örtlichen Einzelhandelsgeschäft vorrätig sind. Wie oft ist dir angeboten worden, diese für dich zu besorgen. Das kannst du nicht nur auf die Verkäufer schieben.

Ich boykottiere seit einigen Jahren den örtlichen Buchhändler, bei dem ich vor Internetzeiten viel gekauft habe. In den vielen Jahren, bei denen er es nicht für nötig hielt, wenigstens Bestseller-Krimis ohne Vorbestellung vorrätig zu haben, die ich bei ihm extra bestellen musste, weil sie offenbar unter seinem Niveau waren, kann er mich mal.

Amazon ist aus anderen Gründen hier ebensowenig eine Alternative wie der Internetkauf von etwas größeren Gehölzen, die nicht mehr in ein Postpaket passen.

Erstens kostest die Spedition meistens mehr als die Pflanze wert ist. Zweitens könntest du dir den Solitärstrauch oder Hochstamm in der "Baumschule deines Vertrauens" vor dem Kauf anschauen und die Qualität überprüfen.
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: feminist am 06. September 2014, 23:01:19
ja, das ist sicher so. Ob es eine Pflanze ist oder eine Textilie, man muss das Ding in der Hand haben und mit eigenen Augen sehen, ob es das richtige ist.

Bei Baumschulen und Gärtnereien kann ich über den Einzelhandel nicht klagen, aber gut, ich bin ein treuer Kunde, man kennt mich.

Anders beim Kauf von Herrenschuhen. Die Damenabteilung meines Schuhladens kennt mich. Ich werde freundlich begrüßt und zuvorkommend bedient. Nett. Mit dem Mann in der Herrenabteilung nach Chelsea Boots fragen oder nach schwarzen Timberlands, die sie nicht hatten, war aber ganz verkehrt. Die alte Verkäuferin war extrem von oben herab. Gut, der Mann trägt jetzt sowas, das man Bart nennen könnte, der ist über die 3 Tage hinaus und die Haare sind was länger als ein Mann in dem Alter gemeinhin trägt, weil er ja dann meist keine mehr hat, aber eine dicke alte Verkäuferin muss mir nicht spitz kommen, da werde ich ungemütlich.

Aber war es denn nicht früher häufig so, dass bestimmte Kunden gerne mal von gewissen Verkäufern in gehobenen Geschäften etwas kurz bedient wurden? Wollte man damals denn nicht auch eine ganz bestimmte Kundschaft haben und keine hergelaufene? In Frankreich und Italien wird man von Kellnern immer von oben herab bedient. In Potsdam noch 2009.

Ich halte es für eine alte Tradition in Europa.
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: troll13 am 06. September 2014, 23:14:33
Das beruhigt mich ja schon ein wenig aber ich frage mich trotzdem, warum bei der Anfrage nach Gehölzen, die eigentlich zum Standardsortiment gehören, hier oft die einschlägigen internetanbieter empfohlen werden.
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: feminist am 06. September 2014, 23:42:36
ist das so? Bei Stauden achte ich sehr darauf immer die jungen engagierten handwerklich arbeitenden Staudenanbieter zu empfehlen. Vorgestern noch sagte ich: "warum fährt sie denn nicht zu Kirschenlohr?" Statt bei Stade zu bestellen. Es ist so viel besser und lehrreicher jeden Monat über Jahre hinweg pflanzenproduzierende Betriebe zu besuchen. Alleine, mit Zeit. Nicht in diesen Busladungen und gehetzt durch Abfahrzeiten und straff getaktete Programme. Ich habe bei Nick Müller in Bammental über Jahre so viel gelernt! Am lebenden Beispiel und gut unterrichtet durch den Meister.
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: feminist am 06. September 2014, 23:56:16
natürlich ist es wichtig eine gute Beziehung aufzubauen und dafür muss man etwas investieren. In deinem beschriebenen Fall geht es ja um eine einzige erste Reaktion.

Schlechter Tag. Falscher Mitarbeiter. Stress mit einem anderen Kunden. Probleme mit einem Lieferanten. Auf allen lastet immer mehr Druck. Vor allem Zeitdruck.

Gib dem fraglichen Betrieb eine Chance und vielleicht ist die Dame, die du beraten hast, bereit es noch einmal in der Baumschule zu versuchen. Mit irgendwas, das man immer brauchen kann oder sie schaut sich mal um oder lässt sich beraten.

Das würde helfen. Denn manche Damen haben einfach keine Zeit dafür sich die Sachen selber auszusuchen, die sie selber brauchen. In meinem Fall kenne ich eine Dame, die auf meine Antwort auf ihre Frage sagte: da habe ich keine Zeit für. Wofür? Sich mal nach der passenden Pflanze in der Gärtnerei selber umzuschauen. Fertige Lösungen und jemand, der Aufträge ausführt. Für nix. Das habe ich schon häufig erlebt.
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: Chica am 07. September 2014, 09:14:16

Ist der deutsche Einzelhandel, einschließlich dem Gartenbau, vielleicht wirklich selbst schuld, wenn ihm die Kunden wegbleiben und lieber gleich im Internet bestellen?
 

Ich muss da leider von ähnlichen Erfahrungen berichten. Ich habe mich damals auch sehr geärgert, von wegen regionale Wirtschaft stärken. Das wollen die gar nicht :-X . Und ich dachte das liegt an der Servicewüste Ostdeutschland.

Im Frühjahr 2013 hatte ich für meine Einfahrtbepflanzung eine Gehölzliste über genau 20 Stück in ordentlicher botanischer Bezeichnung aufgestellt und wollte bei 4 regionalen Baumschulen ein Angebot abfragen.

Auf meine E- Mail, mit meiner kompletten Adresse im Absender, kamen die erstaunlichsten Antworten. Sie würden mir gern ein Angebot erstellen, das würde aber 20,- Euro kosten ??? . Für meine Branche unvorstellbar, da werden teure komplette Kalkulationabteilungen vorgehalten, um komplizierteste Angebote kostenfrei zu erstellen. Und eine Baumschule schafft es nicht 20 Preise hinzuschreiben :o ?

Ein anderes Unternehmen antwortete "...leider übernehmen wir keine derart umfangreichen angebote/komplettierungen bei fremdplanungen" hä ? ???

Eine andere Baumschule hatte von den 20 Gehölzen gerade einmal 6 anzubieten, von der letzten bekam ich erst gar keine Antwort.

Nun wenn das so ist. Ich habe dann mit völlig ruhigem Gewissen alle Gehölze online bestellt und wie gewohnt wunderbare Ware erhalten.

Da es mir vor Jahren mit dem Wunsch nach einheimischen Gehölzen ähnlich ging, werde ich diesen Versuch auch nicht noch einmal starten und weiterhin online bestellen.

Bei Baumschulen und Gärtnern in der Nähe beschleicht mich eh oft das ungute Gefühl, die Mitarbeiter mit meinen gezielten Fragen unter Verwendung botanischer Bezeichnuingen zu überfordern und ich bin ganz sicher nicht der Freak ::) .
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: Majalis am 07. September 2014, 11:21:54
Bevor ich Pflanzen online bestelle, schaue ich immer erst mal bei der einzig verbliebenen Baumschule/Staudengärtnerei vor Ort vorbei, ob meine pflanzlichen Wünsche dort vorrätig sind. Es macht mir einerseits einfach Spaß dort durch die Reihen zu schleichen und zu schauen, andererseits sehe ich die Qualität und Größe gerne vorher.

Ist etwas gerade ausverkauft und wird wieder vermehrt, so bieten mir die Mitarbeiter dort einen Rückruf an, wenn die Pflanze wieder verfügbar ist. Je nach dem an wen ich da gerate, wird mir dieser Service ganz selbstverstänlich angeboten oder auch nach den Motto "Wer stört" - wäre mir so ziemlich egal, hauptsache ich bekomme meine Pflanzen.

Ja, und genau dort liegt der Hase im Pfeffer, man hat mich eben noch nie zurückgerufen :( :( :( .
Beim neuerlichen Besuch in der Gärtnerei sehe ich dann die Objekte meiner Begierde wieder im Verkauf, auf diese Information warte ich zu Hause vergebens.
Darauf angesprochen, reagiert man mit einem Schulterzucken, vermutlich bin ich nicht Großkunde, um sich zu bemühen. Übers Jahr verteilt und über die Jahre gesehen habe ich allerdings schon etliche Euronen dort gelassen.

Bestelle ich per Internet bei den einschlägigen Staudenversendern, so halte ich nach ein paar Tagen meine Schätze in der Hand.

Trotzdem pilgere ich regelmäßig in diese einzige echte Gärtnerei, ich mag diese Tuchfühlung einfach zu gerne. Konsequent ist das nicht 8), ich warte optimistisch auf den Gegenbeweis.
Dabei schwanke ich immer zwischen den beiden Optionen "sie wollen nicht" und "sie können es einfach nicht".
Aktuell habe ich einen Baum bestellt, den sie mir besorgen wollen. Ich bin sehr gespannt, ob sich diesmal etwas tut ;D .

Soweit mein Beitrag zur Unterstützung der heimischen und örtlichen Wirtschaft.

Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: sarastro am 07. September 2014, 13:25:07
Du bist kein Nestbeschmutzer, wirklich nicht! Die Gärtnereien und Baumschulen sollten sich viel mehr um Kunden engagieren und sie mit Begeisterung und Kompetenz betüdeln.

Hier in Österreich ist es allerdings umgekehrt. Wenn ich als Privatmensch in einer Baumschule einen Sonderwunsch habe, so wird alles daran gesetzt, dass dieser auch erfüllt wird. Die jeweilige Pflanze wird besorgt und irgendwann bekommt der Kunde X seinen Wunsch XY.
So habe ich dies in all den Jahren auch mitbekommen. Die Baumschulsortimente sind hier zwar auf Schmalspur ausgerichtet, aber Sonderwünsche erfüllen die meisten durchaus. Es dauert aber meist.

Aber - und diese Frage stelle ich mir in unserem Fall: wo überschreite ich hier die Grenze des Unökonomischen? Wir haben nahezu 3.000 Stauden, die beinahe keinen Wunsch offen lassen. Muss ich mir diese von oben gesteuerte Hype mit Echinacea und Heuchera antun?

Nein - wir machen dies ganz einfach nicht mit und sind bis jetzt ganz gut damit gefahren. Das Staudensortiment ist auch so groß genug, wir setzen unseren Schwerpunkt woanders. Dann muss eben die Kundschaft Echinacea Dingsbums bei Kirschenlohr bestellen. Da darf man auch mal den Mut haben, Nein zu sagen. Kommt eh selten genug vor.

Ham wa nich und krieg'ng ma nich! Oder auf innviertlerisch "des homma net und woll'n ma net"! ;D ;D ;D :o
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: enaira am 07. September 2014, 13:36:43
Sarastro, du kannst diese Aussage dann ja auch g'scheit begründen... :D
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: Mediterraneus am 07. September 2014, 13:43:11
Zunächst mal: Wenn ich in meine Stammgärtnereien gehe, dann haben die meistens nicht das, was ich will ::)
Das liegt aber zugegebenermaßen an mir :-X

Ich halte es wie Majalis. Ich bin penetrant. Ich lasse mich als Kunden nicht vertreiben, auch wenn sie mal nen schlechten Tag haben.
Ich unterstützte meine Stammgärtnereien, ob sie´s wollen oder nicht ;D

(Im Ernst, man muss froh sein, wenn es noch eine Gärtnerei in der Nähe gibt, die nicht nur verkaufen, sondern auch richtige Pflanzen vermehren. Ich geh da hin, schon allein wegen allen Sinnen, die dort angesprochen werden, echte Pflanzen, echter Duft, in die Hand nehmen, Wurzeln und Erde prüfen...., das bekomm ich nicht Online. Wenn es nicht anders geht, dann bestell ich aber auch im Internet, aber auch von meinermeinungnach "richtigen Gärtnereien" )
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: sarastro am 07. September 2014, 13:54:43
Ein großes Hauptübel ist der wenige bis gar nicht vorhandene Enthusiasmus vieler Angestellten im Gartenbau-Endverkauf, sowie die auf ein Minimum ausgestatteten Pflanzenkenntnisse samt der damit einhergehenden Verwendungsmöglichkeit, einschließlich der Allgemeinbildung und des Schulabschlusses. Das mag in D ein wenig besser sein und in der Schweiz "fast" optimal, nicht aber in A.

Sie machen ihren Job nach der HDV und Schluss. Wie Beamte. Keinerlei Begeisterung dahinter. Wenn ich dann zur Begrüßung "Jetzt müssen's woatn" oder "Gleich" entgegenbekomme, schwillt mir schon der Kamm.

Schuld an der Misere ist vor allem auch die im Vergleich zu anderen Berufen chronische Unterbezahlung. Und der Gärtnerjob ist in der Gesellschaft eben immer noch sehr unten angesetzt. Auch wieder ein Fehler des Berufsstandes.

Nur grüne, geschmacklose Uniformen zu verteilen mit "Grün ist Leben" genügt eben nicht. Und großflächig mit bodenständiger Qualität zu werben gilt schon lange nicht mehr, wenn es sich um überwiegende Handelsware aus Holland handelt. Kann ich mir dabei noch ins Gesicht schauen?

Sagst du noch mal was über Nestbeschmutzer? ;D ;) :-*
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: Chica am 07. September 2014, 14:54:35
Ich habe hier in einer großen Gärtnerei schon eine Birne 'Alexander Lukas' als Befruchtersorte zur 'Williams Christ' empfohlen bekommen, obwohl diese triploid ist :-X. Seitdem lasse ich mich nicht mehr beraten sondern kaufe nur gezielt, was ich genau kenne oder nehme ab und an eine Zufalls- Gärtnerpflanze mit, die mich interessiert und gerade vorrätig ist. Auf mehr Wissen als ich habe, und das ist wirklich nicht sooo viel, hoffe ich beim Gärtner oder Baumschuler um die Ecke nicht.
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: Mediterraneus am 07. September 2014, 15:24:56
...
Sie machen ihren Job nach der HDV und Schluss. Wie Beamte. Keinerlei Begeisterung dahinter. Wenn ich dann zur Begrüßung "Jetzt müssen's woatn" oder "Gleich" entgegenbekomme, schwillt mir schon der Kamm.

Schuld an der Misere ist vor allem auch die im Vergleich zu anderen Berufen chronische Unterbezahlung. Und der Gärtnerjob ist in der Gesellschaft eben immer noch sehr unten angesetzt. Auch wieder ein Fehler des Berufsstandes.

..

Im Gegensatz zu Beamten ist Gärtner aber bei vielen in die Wiege gelegt und kann ein wahrer Traumberuf sein. Solchen Gärtnern/Angestellten sieht man das geradezu an. Man kann das auch nicht richtig lernen, im Gegensatz zum Beamten.
Mir persönlich wäre ein Beruf, der mir Spass macht, auch lieber als einer mit mehr Geld.

Zum Thema "Dienstleistungswüste" schwärme ich eigentlich immer von den Österreichern. Dort HAT man wenigstens überall noch Personal, richtig zum Anfassen. Hier gibt's nur noch Selbstbedienung, Touch-Screen-Automat statt Fahrkartenschalter, oder irgendein Hansel ist für Alles zuständig und völlig überfordert. Das betrifft alle Bereiche!
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: Janis am 07. September 2014, 15:25:56
Ich habe hier in einer großen Gärtnerei schon eine Birne 'Alexander Lukas' als Befruchtersorte zur 'Williams Christ' empfohlen bekommen, obwohl diese triploid ist :-X. Seitdem lasse ich mich nicht mehr beraten sondern kaufe nur gezielt, was ich genau kenne oder nehme ab und an eine Zufalls- Gärtnerpflanze mit, die mich interessiert und gerade vorrätig ist. Auf mehr Wissen als ich habe, und das ist wirklich nicht sooo viel, hoffe ich beim Gärtner oder Baumschuler um die Ecke nicht.

Mit anderen Worten, entweder man hat selbst das notwendige Wissen oder man ist verloren.

Dann ist es auch nicht Gleichgültigkeit oder mangelnde Auskunftsfreude der Baumschule, wenn die Beratung ausbleibt, sondern einfach Unwissen.

Meine Wisteria vom Frühjahr übrigens, die ich unter dem Vorbehalt, dass sie dieses Jahr zum Blühen kommen würde, gekauft habe – naja, Knospen hatte sie. Allerdings Blattknospen.
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: Jule69 am 07. September 2014, 16:25:22
Ich freu mich, dass Troll es doch gemacht hat...Ich hab mich nicht getraut...Ich bin diejenige, die auf Empfehlung von Troll hin in besagter Baumschule hier in meiner Nähe nachgefragt und diese Antwort erhalten habe...Ich hatte bei meiner Anfrage auch den Ist-Zustand erklärt. Ich weiß nicht, was passiert wäre, wenn ich nach dieser Antwort noch nach Alternativen gefragt hätte...Ich hatte einfach keine Bock mehr...
Hab in der Zwischenzeit von einer Freundin Ähnliches von einem kleinen Baumschulenanbieter hier in der Nähe gehört, ob der irgendwo angeschlossen oder eingebunden ist, weiß ich nicht...

Ich versuche auch, persönliches Einbringen in Kleinbetrieben zu fördern, kaufe gerne dort, wo man mich kennt, aber wenn man mal was Besonderes sucht...frage ich am besten hier im Forum. Da wird einem geholfen.

Meine persönliche Meinung ist...Internet ist eine schöne Erfindung, aber man sollte sich nicht nur darauf verlassen, sondern den Kontakt
zu den naheliegenden Anbietern suchen, so manches hat sich schon aus einem Gespräch ergeben und so sollte es auch sein. Auch Mundpropaganda finde ich nach wie vor sehr wichtig, Erfahrungen austauschen und auch mal Tipps abgeben...
Die kompetenten Gärtnereien und Betriebe, die noch mit Herzblut dabei sind, unterstützen und die anderen links liegen lassen. Das fällt bei dem Angebot im Internet zwar manchmal schwer, doch die Qualität der kleineren Betriebe und...dass man dort persönlich aussuchen darf, gibt einem dann doch recht.

P. S. Das mag jetzt doof rüberkommen, aber an gesagter Pflanze bzw. dem Bäumchen hab ich kein Interesse mehr, weil ich innerhalb des Gartens eine andere und für mich letztendlich bessere Lösung gefunden habe...
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: Mrs.Alchemilla am 07. September 2014, 19:26:02
Vielleicht mal eine positive Meldung zwischenrein:
ich habe im Großen und Ganzen mit allen drei wesentlichen Baumschulen hier im näheren Umkreis (max.15km) recht gute Erfahrungen gemacht - allerdings muss man teilweise auch wissen, wen man anspricht... Alle drei Baumschulen sind seit ca. 100 Jahren Familienbetrieben und man merkt das Engagement, das dahinter steckt.
Alle produzieren selbst und sind bemüht auch Ideen umzusetzen, die eben nicht von der Stange sind und freuen sich über Kunden, die mal nicht nur 08/15 wollen. In der einen Baumschule habe ich sogar schon öfter Gehölze entdeckt, die ich sonst nur übers Inet bekäme, die anderen sind bemüht, ggf. Pflanzen zu besorgen.
(OT: meinen Styrax bspw. habe ich jetzt tatsächlich vor Ort bekommen - zwar nicht als Stamm, aber dafür sicher an regionale Verhältnisse angepasst :D
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: troll13 am 07. September 2014, 20:55:30
Ich hoffe ja eigentlich auch, dass die guten Erfahrungen hier überiwegen, bin jedoch immer noch der Meinung, dass man schlechte Erfahrungen nicht nur auf die mangelnde Qualifizierung bzw. das Engagement der Angestellten schieben kann.

Dies gilt in dem geschilderten Fall umso mehr, als ich Jule eigentlich mit gutem Gewissen eine der GartenBaumschulen empfohlen habe, die besonders mit Service und Beratung werben.

Auch ich selbst bekomme im Betrieb oft genug zu hören ... "Kannst du nicht etwas verkaufen, von dem wir selbst genug herumstehen haben". Aber zumindestens versuchen wir wenigstens, Sortenwünsche von Privatkunden zu erfüllen, auch wenn dies nicht immer und zu jeder Zeit machbar ist.

Ich sehe hier übrigens auch Paralellen zu dem Warenhaussterben in Deutschland. Früher ging man zu Karstadt, wo man von Hosenknopf bis zur Waschmaschine alles kaufen konnte und die Jeans unterschiedlicher Hersteller hingen in jeder Größe hintereinander auf einer Kleiderstange.

Heute macht in "Shop in Shop" und Ambiente ist angeblich das wichtigste. Wer seine Größe oder ein etwas ausgefalleneres Produkt dort nicht findet, ist eben angeschmiert.

Das kann man dann nicht nur den Angestellten anlasten.
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: fars am 07. September 2014, 21:27:31
Meine Erfahrungen mit Staudengärtnereien und Baumschulen sind eher negativ.
1.   Verzweifelte Suche nach Fachpersonal. Hat man jemanden gefunden stellt sich heraus, dass der oder die nur aushilfsweise eingestellt oder noch in der Lehre ist. Wer die Zeit hat, auf den Chef zu warten, der sich aber auch als nicht sonderlich interessiert herausstellen kann („Jessas, der will ja nur eine Pflanze!“), muss keine anderen Interessen haben.
2.   Nenne nie zur Präzisierung den botanische Namen der Pflanze. Erst recht nicht eine Sortenbezeichnung. „Hamwernich“ würde ja noch Kenntnisse über das eigene Angebot beweisen und wäre positiv zu werten.
3.   Frage auch nie „Wo haben Sie bitte…“. Garantiert ist die Antwort: „Irgendwo da hinten müssten welche stehen. Kann aber auch woanders sein. Schauen Sie mal selber.“
4.   Was nicht da ist, gibt es angeblich nicht. Das Angebot, eine Pflanze zu besorgen habe ich in einer Baumschule noch nicht gehört. Halt! Doch! Ein Hökerer in der Nähe von Hanau, zwar ohne Kenntnisse über Pflanzen, Winterhärte und Seltenheitswert nahm Bestellungen entgegen, die er bei seinem monatlichen Einkaufstouren in den Niederlanden zu erfüllen versuchte.
Deshalb: Ich bleibe bei Zufallsfunden, geleitet von meinen eigenen bescheidenen Kenntnissen oder wende mich an die Spezialisten im Internet. Bisher bin ich noch nicht hereingefallen.
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: sarastro am 07. September 2014, 21:34:42
Ich hoffe ja eigentlich auch, dass die guten Erfahrungen hier überiwegen, bin jedoch immer noch der Meinung, dass man schlechte Erfahrungen nicht nur auf die mangelnde Qualifizierung bzw. das Engagement der Angestellten schieben kann.

Dies gilt in dem geschilderten Fall umso mehr, als ich Jule eigentlich mit gutem Gewissen eine der GartenBaumschulen empfohlen habe, die besonders mit Service und Beratung werben.

Auch ich selbst bekomme im Betrieb oft genug zu hören ... "Kannst du nicht etwas verkaufen, von dem wir selbst genug herumstehen haben". Aber zumindestens versuchen wir wenigstens, Sortenwünsche von Privatkunden zu erfüllen, auch wenn dies nicht immer und zu jeder Zeit machbar ist.

Ich sehe hier übrigens auch Paralellen zu dem Warenhaussterben in Deutschland. Früher ging man zu Karstadt, wo man von Hosenknopf bis zur Waschmaschine alles kaufen konnte und die Jeans unterschiedlicher Hersteller hingen in jeder Größe hintereinander auf einer Kleiderstange.

Heute macht in "Shop in Shop" und Ambiente ist angeblich das wichtigste. Wer seine Größe oder ein etwas ausgefalleneres Produkt dort nicht findet, ist eben angeschmiert.

Das kann man dann nicht nur den Angestellten anlasten.

Es ging aber doch hauptsächlich um die Willigkeit der Angestellten? Oder habe ich was falsch gelesen? Im Übrigen sehe ich ein Kauf in einer Gärtnerei als etwas gänzlich anderes als ein Bestellen im Netz an. Da liegen wohl Welten dazwischen.
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: troll13 am 07. September 2014, 21:49:51
@ Sarastro,

Eben nicht oder "genaues weiß man nicht".

Mit deinem Sortiment und deinem Namen in der Szene lebst du sicher nicht allein vom Kunden "um die Ecke".

Und du oder deine Angestellten können sicher für fast alle aus deinem Sortiment nicht erfüllbaren Sortenwünsche eine Alternative bieten.

Mir geht es eigentlich um die Gärtnerei/Baumschule vor Ort, bei der man nicht erwarten kann, dass sie jede Pflanze jederzeit verfügbar hat, bei der ich jedoch den Anspruch stelle, dass sie Machbares auch möglich macht. Letztlich halte ich den örtlichen Einzelhandel auch für selbst schuld, wenn er in Zeiten des Internethandels ins Hintertreffen gerät. Und das kann man eben nicht nur nur auf die Qualifizierung und Willigkeit der Angestellten schieben.
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: feminist am 07. September 2014, 23:51:55
Ich bin diejenige, die auf Empfehlung von Troll hin in besagter Baumschule hier in meiner Nähe nachgefragt und diese Antwort erhalten habe...

 :D Umgebung von Düsseldorf? Da wundert mich gar nichts. ;) ;D

Schubert, Meerbusch? ;) Oder Schmitz? Ich vermute, dass du nicht in einer Baumschule gefragt hast, die auch Gartencenter hat und Floristik, oder? ;)

Spontan würde ich die Baumschule Rübenhof empfehlen.
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: sarastro am 08. September 2014, 06:25:44
@ Sarastro,

Eben nicht oder "genaues weiß man nicht".

Mit deinem Sortiment und deinem Namen in der Szene lebst du sicher nicht allein vom Kunden "um die Ecke".

Und du oder deine Angestellten können sicher für fast alle aus deinem Sortiment nicht erfüllbaren Sortenwünsche eine Alternative bieten.

Mir geht es eigentlich um die Gärtnerei/Baumschule vor Ort, bei der man nicht erwarten kann, dass sie jede Pflanze jederzeit verfügbar hat, bei der ich jedoch den Anspruch stelle, dass sie Machbares auch möglich macht. Letztlich halte ich den örtlichen Einzelhandel auch für selbst schuld, wenn er in Zeiten des Internethandels ins Hintertreffen gerät. Und das kann man eben nicht nur nur auf die Qualifizierung und Willigkeit der Angestellten schieben.
Ich käme niemals auf die Idee, Sträucher und größere Gehölze übers Internet zu bestellen, ohne diese vorher zu begutachten. Und Beratung bezüglich Standort und Verwendung hat man da ja auch nur eingeschränkt. Das Internet ist sicher ein gutes Standbein, aber sicher nicht das Alleinseligmachende!
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: fars am 08. September 2014, 06:45:22
Das Internet ist sicher ein gutes Standbein, aber sicher nicht das Alleinseligmachende!

So wie das auch weder Baumschule noch Staudengärtnerei sind.

Es gibt Raritäten, die sind nur über das Internet zu bekommen. Es sei denn, man nimmt lange Reisen in Kauf. Verteuert die Pflanze ja erheblich.
Über die nicht selten mangelhafte Beratungsqualität in diesen Fachbetrieben ist von der Forumsgemeinde schon wiederholt geklagt worden. Wer verkaufen will oder muss, der packt sein Gärtnergewissen halt allzu oft ins hinterste Kämmerlein.
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: Chica am 08. September 2014, 07:41:21

Ich käme niemals auf die Idee, Sträucher und größere Gehölze übers Internet zu bestellen, ohne diese vorher zu begutachten. Und Beratung bezüglich Standort und Verwendung hat man da ja auch nur eingeschränkt. Das Internet ist sicher ein gutes Standbein, aber sicher nicht das Alleinseligmachende!

Und ich käme, aufgrund meiner in #9 geschilderten Erfahrungen, nicht mehr auf die Idee Gehölze woanders als im Internet zu bestellen. Die Beratung ist bei meiner Lieblingsbaumschule Eggert dreimal so gut und fachlich fundiert wie in einer Baumschule vor Ort ;). Und auf die Qualität kann man da blind vertrauen. In einer Baumschule vor Ort herumschlendern kann man ja trotzdem, spezielle konkrete Wünsche kann ich mir damit aber nicht erfüllen.
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: troll13 am 08. September 2014, 21:25:55
@ fars

es geht hier nicht um irgendwelche abgefahrenen Raritäten, sondern um in auch Deutschland zu bekommende Gehölzsorten, die vielleicht etwas weniger bekannt sind als eine Forsythia 'Lynnwood' oder einen Philadelphus 'Virginal'.

Schaut man ins Internet, findet man etliche Baumschulen in unterschiedlichen Regionen, die auch diese etwas unbekannteren Sorten produzieren.

Baumschulen, die dem BdB angeschlossen sind, handeln in der Regel wie auch die organisierten Staudengärtner untereinander und kaufen zu, was sie selbst nicht produzieren.

Von einer "GartenBaumschule" (einer "Marke" des BDB), die sich für ihre Kundenorientierung rühmen, erwarte ich daher einfach mehr Engagement.

Meine Hortensiensammlung wäre ohne das Internet, (Auslandseinkäufe und Sortentausch mit Liebhabern) auch nie so groß geworden. Aber das ist eine ganz andere Geschichte.
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: sarastro am 08. September 2014, 21:39:24

Ich käme niemals auf die Idee, Sträucher und größere Gehölze übers Internet zu bestellen, ohne diese vorher zu begutachten. Und Beratung bezüglich Standort und Verwendung hat man da ja auch nur eingeschränkt. Das Internet ist sicher ein gutes Standbein, aber sicher nicht das Alleinseligmachende!

Und ich käme, aufgrund meiner in #9 geschilderten Erfahrungen, nicht mehr auf die Idee Gehölze woanders als im Internet zu bestellen. Die Beratung ist bei meiner Lieblingsbaumschule Eggert dreimal so gut und fachlich fundiert wie in einer Baumschule vor Ort ;). Und auf die Qualität kann man da blind vertrauen. In einer Baumschule vor Ort herumschlendern kann man ja trotzdem, spezielle konkrete Wünsche kann ich mir damit aber nicht erfüllen.
Ich meine keinen Kleingruscht und kein Liebhaber-Sammelsurium.
Also zumindest größere Gehölze würde ich niemals im Internet kaufen, die will ich mir ansehen. Das Gehölzekaufen ist wie eine Art spontan zugeworfene Liebesbekundung! Schon ein zu gerade gewachsener Ast kann mir unsympathisch sein... wie können solche Empfindungen jemals über das Netz erfolgen? :P ::) ;)
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: maigrün am 08. September 2014, 21:42:04
ich wechsele mal die perspektive.

"oh, da gibt es eine kleine baumschule in der nähe, sie existiert seit 1920, in der x-ten generation. großartig! da bekomme ich sicher die beste beratung und super pflanzen". sehr, sehr hohe erwartungen von kundenseite (meiner) und der wunsch das gute und wahre und echte zu finden.

tja, das ende vom lied: ich gehe da nie mehr hin. und das liegt nicht nur an denen. ::)
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: troll13 am 08. September 2014, 21:44:33
Trotzdem hat Sarastro recht. ::)
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: sarastro am 08. September 2014, 22:03:39
Ich würde als Kunde niemals auf besonders hervorgetaner Mitgliedschaft bei BDB, Gartenbaumschule, Markenbaumschulen oder "Qualitätszeichen Stauden" und dergleichen allzu großen Wert legen, die sich in Wimpeln, Beflaggung und in Uniformen allenorts äußern. Das sind wahrlich qualitative und wohl auch wichtige Voraussetzungen, aber hinter Marken, Uniformen und sonstigen Qualitätszeichen sollte sich in erster Linie die inneren Qualitäten des Betriebes und seiner Produkte hervorheben. Das hieße Nachhaltigkeit in vielerlei Hinsicht, viel Gefühl für eine sorgfältige Beratung und Bemühen um jeden einzelnen Kunden und dessen Bedürfnisse. Und nicht Verkaufen und Umsatz auf Deibel komm raus, sondern den Pragmatismus in die Ecke verbannen.

Heute hat ein kleiner Fachbetrieb nur dann Erfolg, wenn er die Gefühls- und Erlebniswelt gekonnt vermarktet, weltoffen ist, sich in jeden verschrobenen Kunden gekonnt hineindenkt, ihn begeistert und überzeugt, ohne in Gefühlsduselei und innerbetrieblicher Effekthascherei zu verfallen, wie heutzutage es vielfach üblich ist.

Kompetenz und Fachwissen ist die unabdingliche Voraussetzung, der Betrieb sollte dabei wie eine Art Montessori-Schule ablaufen, wo alles ohne viel Autorität Hand in Hand geht, trotzdem weisungsgebunden.

Und im Kunden soll man angehende Freunde und Partner verstehen. Alles unverkrampft.

Wenn der Kunde bei angemessenen, aber eher höheren Preisen niemals meckert, dann war man entweder zu billig oder aber er war rundum zufrieden. (Wahrscheinlich beides... ::) ;D)
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: troll13 am 08. September 2014, 22:13:39
Es gibt sicher genügend Beispiele von Betrieben die ohne "Mitgliedschaft bei ..." gut auskommen.

Aber wer sich sich das Marketingkonzept solcher Mitgliedschaft anzieht, sollten diesen Ansprüchen meiner Meinung auch gerecht werden. ;)
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: sarastro am 08. September 2014, 22:17:51
Du bringst es auf den Punkt, genau so denke ich auch. Es geht auch ohne. Und wenn mit, dann eben so, dass man dessen würdig sein kann.
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: Silvia am 08. September 2014, 22:36:44
Service kostet Geld. Letztendlich ist doch entscheidend, ob der Kunde bereit ist, für besseren Service auch mehr zu bezahlen. Einige vielleicht, aber sind es so viele, dass es sich für den Betrieb rechnet? Ich weiß es nicht.

In Ketten erwarte ich eigentlich keine besonderen Sachen, sondern nur das, was vor jedem Baumarkt steht, nur mit mehr sinnlosem Billigschnickschnack drumrum., und auch nicht unbedingt Leute mit Ahnung.

Wenn ich was Bestimmtes möchte, gehe ich eher nicht in einen Kettenladen. Ich habe bisher immer gute Erfahrungen in Staudengärtnereien vor Ort gemacht. Da sah es mir aber eher aus, also würde sich der Chef einen Wolf arbeiten. Vielleicht geht das eine Weile mit Enthusiasmus und solange man jung ist. Aber man will ja auch die Rente noch erreichen. Ich frage mich daher, welchen Preis so ein Chef für den Service bezahlt.
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: troll13 am 08. September 2014, 22:45:55
Silvia,

es geht hier nicht um eine Gartencenterkette oder irgendein Franchise-Konzept sondern um alteingeführte, selbstständige Baumschulen, die sich einem gemeinsamen Marketingkonzept unterwerfen, das besonders auf den Privatkunden abzielt.

Eigentlich sollte ich langsam aus der Diskussion aussteigen.., ::)
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: feminist am 08. September 2014, 22:52:52
also doch eine von den alteingesessenen Baumschulen, die sich zum Gartencenter erweitert haben? Wie Böhmann-Ilbertz oder Baumschul-Pflanzen-Center Schmitz? Bei denen würde ich never ever was kaufen wollen.
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: Silvia am 08. September 2014, 22:56:25
Das kann ich doch als Kunde gar nicht beurteilen und es ist mir auch egal, welche Betriebsstruktur sich hinter einem Betrieb verbirgt. Hauptsache, ich kriege das, was ich will. Und wenn nicht, gehe ich woanders hin.

Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: feminist am 08. September 2014, 23:04:12
natürlich kann ich beurteilen wo ich mich wohl fühle und kaufbereit bin. Ein Laden, der zum Weglaufen aussieht, ist einfach nicht meiner. Oder einer, der auf der ersten Seite Grünbelagentferner anbietet ist für mich auch verkehrt.
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: Silvia am 08. September 2014, 23:11:50
Ich meinte die Geschäftsstruktur.

sondern um alteingeführte, selbstständige Baumschulen, die sich einem gemeinsamen Marketingkonzept unterwerfen, das besonders auf den Privatkunden abzielt.

Alle leben vom Verkaufen. Ich weiß nicht, ob sich Betriebe einem Marketingkonzept unterwerfen. Ich sehe nur Trends.

Aber es ging ja um Service. Sarastro beklagte z. B. die mangelhafte Qualifizierung der Leute. Das ist eine Frage der Kosten. Wie viele ausgebildete Staudengärtner und Baumschuler kann sich ein Betrieb leisten?
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: Boyar am 08. September 2014, 23:12:06
Ich persönlich denke, dass es auch in diesem Bereich sehr vielen Kleinbetrieben so geht wie den Müllern oder anderen. Es sind aussterbende Berufe. Die Welt wandelt sich und das Wissen im Internet, in Foren, oft sogar bei wikipedia ist größer als im sogenannten Fachbetrieb mit dem tollen Schild, „Bei uns ist der Kunde König“. Fachwissen ist hier nur mehr sporadisch vorhanden und wird von den Mitarbeitern immer seltener verlangt. Sorgfalt in der Arbeit, schon bei einfachen Sachen wie der Auszeichnung und Benennung von Pflanzen, vermisse ich genau so oft in Baumschulen vor Ort wie im Internet. Vielleicht bei den Baumschulen vor Ort noch öfter, denn da erwarte ich aufgrund des persönlichen Kontaktes noch mehr. Bei den Firmen im Internet gibt es wenigstens die allgemeinen Angaben. Der normale Kunde zählt immer weniger, weil seine Aufträge einfach nicht groß genug sind. Da muss schon eine Behörde oder größere Firma kommen, damit es interessant wird. Die zahlen besser und schauen nicht so auf die Qualität und Ausführung der Arbeit. Die kann dann auch schnell mal ein angelernter Arbeiter machen. Die gleiche Erfahrung habe ich z.B. bei Klempnern, Elektrikern und anderen Handwerkern gemacht. Fachwissen gibt es nur noch bei Mitarbeitern, für die der Beruf eine Berufung ist und die sich persönlich für ihren Bereich interessieren. Man hat Glück, wenn man diese findet. Und nur dann bin ich bereit, Firmen, die solche Mitarbeiter beschäftigen, auch weiterhin zu unterstützen.
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: agarökonom am 08. September 2014, 23:43:18
Ich würde als Kunde niemals auf besonders hervorgetaner Mitgliedschaft bei BDB, Gartenbaumschule, Markenbaumschulen oder "Qualitätszeichen Stauden" und dergleichen allzu großen Wert legen, die sich in Wimpeln, Beflaggung und in Uniformen allenorts äußern. Das sind wahrlich qualitative und wohl auch wichtige Voraussetzungen, aber hinter Marken, Uniformen und sonstigen Qualitätszeichen sollte sich in erster Linie die inneren Qualitäten des Betriebes und seiner Produkte hervorheben. Das hieße Nachhaltigkeit in vielerlei Hinsicht, viel Gefühl für eine sorgfältige Beratung und Bemühen um jeden einzelnen Kunden und dessen Bedürfnisse. Und nicht Verkaufen und Umsatz auf Deibel komm raus, sondern den Pragmatismus in die Ecke verbannen.

Heute hat ein kleiner Fachbetrieb nur dann Erfolg, wenn er die Gefühls- und Erlebniswelt gekonnt vermarktet, weltoffen ist, sich in jeden verschrobenen Kunden gekonnt hineindenkt, ihn begeistert und überzeugt, ohne in Gefühlsduselei und innerbetrieblicher Effekthascherei zu verfallen, wie heutzutage es vielfach üblich ist.

Kompetenz und Fachwissen ist die unabdingliche Voraussetzung, der Betrieb sollte dabei wie eine Art Montessori-Schule ablaufen, wo alles ohne viel Autorität Hand in Hand geht, trotzdem weisungsgebunden.

Und im Kunden soll man angehende Freunde und Partner verstehen. Alles unverkrampft.

Wenn der Kunde bei angemessenen, aber eher höheren Preisen niemals meckert, dann war man entweder zu billig oder aber er war rundum zufrieden. (Wahrscheinlich beides... ::) ;D)
Klappt das auch wenn man Kunden mit leeren Töpfen beliefert ? Und bei Reklamation mit der Schulter zuckt und sagt " meine sind auch erfroren" ? Autsch , ist ein bisserl viel Selbstbeweihräucherungen von Ansprüchen die Du nicht mal im Ansatz erfüllst .
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: sarastro am 09. September 2014, 07:00:20
Ich habe mit meinem Statement in keiner Weise unseren Betrieb damit gemeint, sondern meine Idealvorstellung.

Leere Töpfe - welche? Das kann in der Hektik wohl passieren, dass beispielsweise einer Anemone xy die Rhizome verfault sind. Dies sollte aber in jeglicher Form aber ausgeglichen werden. Also kein Schulterzucken - das wäre noch schöner! Dann werde also bitte konkreter. Wir haben nämlich unseren guten Ruf zu verteidigen und schicken auch mal was hinterher. Gleichgültigkeit ? Niemals.

Die meisten Betriebe haben in irgend einer Form ein Marketingkonzept. Von Trends kann man nur bedingt leben.
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: Chica am 09. September 2014, 07:49:05

Ich meine keinen Kleingruscht und kein Liebhaber-Sammelsurium.
Also zumindest größere Gehölze würde ich niemals im Internet kaufen, die will ich mir ansehen. Das Gehölzekaufen ist wie eine Art spontan zugeworfene Liebesbekundung! Schon ein zu gerade gewachsener Ast kann mir unsympathisch sein... wie können solche Empfindungen jemals über das Netz erfolgen? :P ::) ;)

Eine Liste von 20 gängigen Gehölzen im Wert von ca. 300,00 € sollte doch für eine Baumschule schon zum "Umsatz" gehören, oder? Und übrigens, ich habe auch meinen Hausbaum im Wert von noch einmal 300,00 € online bestellt, wenn ich mir den über eine Baumschule hätte kommen lassen, hätte ich auch den von ihnen besorgten nehmen müssen und noch dazu einen Aufschlag bezahlt.


Die Welt wandelt sich und das Wissen im Internet, in Foren, oft sogar bei wikipedia ist größer als im sogenannten Fachbetrieb mit dem tollen Schild, „Bei uns ist der Kunde König“. Fachwissen ist hier nur mehr sporadisch vorhanden und wird von den Mitarbeitern immer seltener verlangt.

Das eben meine ich. Ausnahmen mag es geben.
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: zwerggarten am 09. September 2014, 08:12:28
eine bdb-markenbaumschule, in der ich mal ein schülerpraktikum absolvierte und in der ich lange jahre regelmäßig ein- und ausging und kaufte, besuche ich seit einigen jahren nicht mehr sooo gern, nachdem der seniorchef und seine frau sich zurückzogen und ein sohn mit seiner frau den betrieb übernahm - die seele des ortes wandelte sich, nicht nur das angebot und die art der präsentation. natürlich wandelte sich auch meine erfahrung, mein wissen und mein anspruch und so betrachte ich diese baumschule wie einen früheren liebhaber, der religiös geworden ist: wir fremdeln heftigst, haben aber soviel gemeinsame geschichte, dass ich nicht ganz von ihm loskomme. ;)

ganz viel liegt m.e. an der firmenleitung - hat die kein händchen für gestaltung und kundenpflege und leistet sich niemanden solchen, ist der vor-ort-eindruck desaströs und für kundi wenig einladend. anders herum wird man durch geschickte ästhetische präsentation und fachkundige beratung unbedingt zum kauf angeregt.
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: sarastro am 09. September 2014, 08:50:43
Die Welt wandelt sich und das Wissen im Internet, in Foren, oft sogar bei wikipedia ist größer als im sogenannten Fachbetrieb mit dem tollen Schild, „Bei uns ist der Kunde König“. Fachwissen ist hier nur mehr sporadisch vorhanden und wird von den Mitarbeitern immer seltener verlangt.

Das eben meine ich. Ausnahmen mag es geben.
Zitat

Traurig, aber wahr. Ausnahmen bestätigen die Regel, dass es auch ohne Internet geht, siehe Hügin-Freiburg, um nur einen von vielen kleinen Gärtner zu nennen. Der hat nicht mal ein Händi. Bewundernswert!

Wenn Fachwissen wirklich nicht mehr von Interesse ist und sich alles auf das Netz stürzt und alles glaubt, was ihnen dort präsentiert wird, dann würden wir vor Ort nur noch Handlanger benötigen, Fachwissen ist dann nicht mehr gefragt. Na, ich mag mir dies in unserem Falle kaum vorstellen.

Die Situation der Versandgärtnereien wäre dann ungefähr vergleichbar mit den Buntbildkatalogen der früheren Versandhäuser der 70er-Jahren. Auch eine Weise, Gartenunkultur zu verbreiten.
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: Eva am 09. September 2014, 12:35:00
Ausgangspunkt war ja das hier:
Zitat
Aber nachdem mich eine befreundete Purlerin um eine Bezugsquelle für ein etwas größeres Gehölz bat, das nicht unbedingt eine ausgesprochene Rarität ist, suchte ich ihr eine im Netz eine größere Baumschule in ihrer Umgebung heraus, die zudem als GartenBaumschule im BdB für den Privatverkauf besonders zertifiziert sein sollte und nannte ihr zusätzlich noch zwei Sortenalternativen.

Sie fragte ihre Wünsche dort an und bekam als Antwort sinngemäß: "Ham'wer nich und kriegen wir auch nich mehr rein..."

Ich muss gestehen, ich bin einigermaßen sprachlos.

Wenn ich das recht verstanden habe, bestellen diese BdB-Baumschulen sowieso regelmäßig untereinander und verkaufen nur zum kleineren Teil selbstangebaute Ware. Das heißt, dem angesprochenen Baumschuler/Verkäufer war es zu blöd in einer Liste nachzusehen, ob das Ding lieferbar wäre und bis wann. Wenn die monatliche Lieferungen kriegen, oder Vierteljährlich oder was auch immer, dann kann man das doch notieren. Jetzt im (nagut, Spät-)Sommer noch dazu sagen: das kann ich ihnen besorgen, kommt dann mit der Herbstlieferung, was für den Pflanztermin eh besser ist. Und eine fixe Bestellung unterschreiben lassen, damit man dann nicht auf der Pflanze sitzen bleibt. Das hat nix mit Fachwissen oder nicht zu tun sondern damit, ob man das für die Kunden anbieten will oder nicht. Und ich finde eine Firmenpolitik, die sich sowas mit Desinteresse vom Hals hält, für Baumschulen mit Standardsortiment nicht unbedingt optimal. Dass jemand, der hauptsächlich seine eigenen Raritäten vertickert, das anders handhaben wird, ist ja logisch. Aber auch in so einem Fall könnt man da an der Kundenkommunikation noch ein bisschen feilen :P
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: Thüringer am 09. September 2014, 19:15:11
Wir haben am Rande unserer Kreisstadt eine alteingesessene Baumschule, die vor dem 1. Weltkrieg gründet wurde und bei der schon meine Großmutter Stammkundin war. Sie verdeln viele Obstsorten und auch etliche Rosen selbst (mich würde mal die Summe der Lizenzgebühren interessieren). Diese Baumschule ist immer meine erste Anlaufstelle, allein schon wegen der guten Beratung, selbst wenn sich die Kunden drängeln.
Sie werben beim Service u.a. mit Angeboten, wie "Gern erfüllen wir Ihnen auch ganz spezielle Wünsche, helfen Ihnen z.B. bei der Suche nach alten Obstsorten oder Raritäten."
Ich habe dieses Angebot nie in Anspruch genommen, weiß aber, dass dies sehr ernst genommen und praktiziert wird. Die Betreiber-Großfamilie (mit einigen Alt-Angestellten) versucht weitgehend, die "alte Schule" aufrecht zu erhalten, müssen sich aber auch z.B. beim Stauden-Zukauf div. Trends anpassen, um ein halbwegs vernünftiges Auskommen zu haben, was aber keinerlei Einfluss auf den Service hat - der bleibt altmodisch.
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: feminist am 09. September 2014, 20:57:17
sehr schade ist ja, dass solche Juwele bei der Laufkundschaft ja keine Chance haben. Die Gärtnerei Götz, Schiltach, hatte einen hervorragenden Katalog, war eine ausgezeichnete Gärtnerei und hat zugemacht. Hier in der Nähe in Bammental gab es eine hervorragende Staudengärtnerei. Die Kunden wollten das nicht. Balkonblumen gingen gut. Dieses Jahr hat die Gärtnerei zugemacht. Vor Jahren sagte der Chef zu mir: solche Kunden wie Sie habe ich nicht viele. Sowas ist schade.

Es liegt also zum großen Teil an der Kundschaft, die wegbleibt, sobald eine Gärtnerei solide ist und nicht jeden Hokuspokus anbietet. Hokuspokus, Schnickschnack und Tiernahrung.
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: sarastro am 09. September 2014, 21:26:04
Pearl, jetzt sind wir bei einem Punkt angelangt, wo ich leider in den Raum stellen muss, dass genau diese Gärtnereien samt ihrer Besitzer z u solide und z u brav waren. Das reicht in der heutigen Zeit leider nicht aus. Götz ist eine andere Generation, ist entschuldbar, hatte zweifelsohne solideste Grundausstattung und war Chefökonom. Wenn ich allerdings diesen innerbetrieblich steilen "Krater von Gärtnerei" mein Eigen nennen würde, dann wüsste ich, was daraus zu machen wäre!

Bei N.Müller kann ich mir kein Urteil bilden, ich habe ihn einmal in Grünberg kennengelernt, er kam mir eher als ein fleißiger, kreuzsolider Gärtner vor, aber ohne "abnorme Visionen" und ausgeflippte Konzepte. Andere versprühen dagegen Visionen, die langsam im Nirvana verpuffen. Man fragt sich daher, was wohl besser wäre!

Aber da kann man jetzt nun viel hin und herspekulieren, die Gründe für eine Schließung mögen wesentlich vielschichtiger sein. Denn auch die Verkehrsanbindung spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle, denn selbst mit Navi findet ja heutzutage kein Menschlein nicht mal mehr einen Misthaufen.

Es ist allgemein ein Kommen und Gehen. Auch die Großen müssen Federn lassen! Kürzlich hatte eine der größten Staudenbetriebe Europas nördlich von Maastricht die Pforten schließen müssen (Dekker-Jacobs in Heythusen mit einer geschätzten Jahresproduktion von über 6 Mio. Stauden!). Über 50 Leute stehen von nun an mehr oder weniger auf der Straße!
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: feminist am 09. September 2014, 21:56:57
du wirst doch aber auch beobachtet haben, dass sich das Publikum geändert hat, oder? Dass ein großer Teil der Kundschaft auf Effekthascherei fliegt. Sie laufen doch an deinem Stand auch vorbei mit diesen aufgepumpten kurzlebigen Stauden. Die Gärtnerei Simon mischt sich nicht mehr unter diese Meute, was ich gut verstehe. Ich meide wo ich kann Gartenmärkte, Gartencenter, Gärtnereien, die an Autobahnen liegen und die Fahnen wehen haben. Da wo die Masse hintigert, wo Pflanzen wie Brötchen konsumiert werden und wo die Kundschaft total bescheuerte Fragen stellt, die Angestellten total bescheuerte Antworten parat haben, da laufe ich davon.
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: fars am 09. September 2014, 22:28:28
Wenn sich das Publikum geändert hat, dann auch, weil die Gartenbranche an dieser Entwicklung fleißig mitgewirkt hat. Die angebliche "Effekthascherei" wird doch durch die Züchter bestens bedient. Und auch hier im Forum werden Gigantomanie (Riesenblüten) und "dienliche" Pflanzen (Kugel und was auch immer) durchaus geschätzt.

Das eine bedingt das andere und beide existieren in einer Art Symbiose. Dass alte Staudenbetriebe dabei auf der Strecke bleiben, hat seine Entsprechung in dem ehemals noch sehr individuellen Einzelhandel. Tante Emma lässt grüßen.

Gewinnmaximierung und Überlebensstrategie verhindern weitgehend das Eingehen auf individuelle Kundenwünsche. Hier gibt es weit und breit keinen Gärtnereifachbetrieb, der bereit wäre, mir eine bestimmte Sorte von irgendetwas zu besorgen. Und selbst wenn es so wäre, könnte ich dann, das an die Adresse von Sarastro, den Baum/Strauch zurückweisen, wenn mir sein Habitus nicht gefällt?

Vor diesem Hintergrund bin ich eigentlich recht dankbar für Gartenmärkte. Da bekommt man wenigstens ein breiteres Spektrum vorgeführt und kann genüsslich auswählen.
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: troll13 am 09. September 2014, 22:38:02
Als ich diese Diskussion angestoßen habe, war mir bewusst,hier etliche negative Erfahrungen geschildert zu bekommen.

Aber ich muss gestehen, ich bin wirklich erschrocken. Ist es wirklich so schlimm?

Ich kenne nur wenige Berufskollegen, die im Endverkauf arbeiten wirklich gut. Aber die, die ich kenne, halte ich für qualifiziert und auch für engagiert, egal ob nun Selbstständiger oder als Angestellter arbeitend.

Gekniffen sind die für mich die armen Schweine, die sich in eine relativ sichere Arbeitsstelle in einer Gartenscenter- oder Baumarktfiliale geflüchtet haben (keine Winterarbeitslosigkeit und oft ein höherer Tariflohn als im produzierenden Gartenbau). Fegen und Verkaufstische einräumen und du bekommst von der Zentrale vorgegeben, was du verkaufen sollst. Aber das ist eine andere Geschichte.

Für mich "ist der Kunde König", auch wenn ich manchmal dabei die Zähne zusammen beißen muss. Ich bin vielleicht in der glücklichen Lage, in einer relativ kleinen Baumschule über ein Sortiment verfügen zu können, mit dem ich einen neuen Einfamilienhausgarten in verschiedenen Verkaufsgrößen ausstatten kann und über den angeschlossen Großhandel (bzw. die BDB- Pflanzenbörsen) auch Pflanzen zuhandeln zu können.

Sicher bin ich auch nach 15 Jahren Baumschulerfahrung nicht perfekt, weiss nicht alles und gebe das auch gerne zu. Bei einigen Raritätenanfragen muss ich auch passen, versuche jedoch Alternativen aufzuzeigen, wenn der Zukauf für uns teurer wird als der Kunde eine Pflanze im Internethandel kaufen könnte.

Das Konzept "Baumschule ohne Schnickschnack" mit dem obersten und vielleicht altmodischen Grundsatz "Kundenbindung an erster Stelle" funktioniert hier hoffentlich noch, wenn Altkunden (auch schon vor meiner Zeit) und Neukunden aus den letzten 15 Jahren mich im Supermarkt nach dem Schnittzeitpunkt für ihre Rosen oder andere Gartenprobleme fragen und jährlich, wenn auch nur für Kleinigkeiten, uns wieder aufsuchen.

Daher kann ich die Pflanzenliebhaber hier auch nicht ganz verstehen, die Gehölze aus den Standortsortiment nur noch aus dem Internethandel beziehen. Die Frachtkosten übersteigen bei Pflanzen, die nicht in Postpaket passen, meist den Pflanzenwert und die Informationen über die lieferbare Pflanzenqualität sind auch bei seriösen Anbietern wie z. B. Eggert oder Enneking für mich etwas undurchsichtig.

Ich selbst kaufe auch auch Raritäten im Netz, über die ich im Betrieb nicht herankomme, bin jedoch vor allem bei reinen Pflanzenhandelsbetrieben aus Deutschland schon mehrmals hereingefallen, was die Sortenechtheit angeht.

Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: fars am 09. September 2014, 22:42:13
bin jedoch vor allem bei reinen Pflanzenhandelsbetrieben aus Deutschland schon mehrmals hereingefallen, was die Sortenechtheit angeht.

Davor ist man nicht gefeit. Allerdings auch nicht in einem alteingesessenen Fachbetrieb mit bester Kundenausrichtung.
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: Silvia am 09. September 2014, 22:46:16
du wirst doch aber auch beobachtet haben, dass sich das Publikum geändert hat, oder?

Das ist der Lauf der Zeit. Und Geschmäcker ändern sich. Vor 50 Jahren verkauften sich z. B. Fichten unheimlich gut. Heute will sie kein Mensch mehr haben.
Letztendlich weckt der Handel durch immer Neues selber die Begehrlichkeiten und erzeugt Trends, denen die Masse folgt. Und dabei geht es nicht nur um Pflanzen, sondern um ein Gesamtkonzept. Ich denke aber, das war schon immer so. Wenn man sich alte Fotos von Gärten anschaut, kann man meist ziemlich gut sagen, wann die Fotos gemacht wurden.
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: maigrün am 09. September 2014, 22:54:48
den staudenmarkt im boga berlin kenne ich nun seit ca. 15 jahren. angeboten und gekauft wird inzwischen vor allem das, was gerade blüht. auch, wenn es nicht besonders sinnvoll ist bestimmte grad-blüher im herbst zu pflanzen.
 
doch, was sagt das aus über die anbieter oder die kunden? oder die welt im allgemeinen? welche zeit, welche situation ist das ideal, an dem der aktuelle zustand gemessen und für schlecht befunden wird?
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: feminist am 09. September 2014, 22:54:50
Silvia, das meinte ich nicht, ich meine das Konsumverhalten und das hat sich in allen Branchen verändert. Ex und hopp.

Aber ich möchte mich auf fars beziehen. Ich bemühe mich inzwischen möglichst Gärten zu besuchen, in denen wirkliche Gärtner leben und da Anregungen zu bekommen, welche Pflanzen in meinem Garten gedeihen könnten.

Am Montag habe ich eine Einladung in einen Baumgarten in Bad Bergzabern. Da ist mehr an Arten und Sorten versammelt, als in manchen botanischen Gärten. :D

maigrün, was sagt das aus? Ich sage, dass die Dienstleistungswüste eine Folge der Nachfrage durch dumpfes uninteressiertes Publikum ist. Jede Information ist zu viel. Überfordert den eiligen Käufer.

Wir haben die Dienstleistung, die wir selber nachgefragt haben.
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: Silvia am 09. September 2014, 23:01:17
An Ex und Hop sind die Branchen zum größten Teil selber Schuld. Das wird geradezu erzwungen, wenn ich z. B. etwas nicht mehr reparieren kann. Auch im Garten müssen neue Sachen her. Nur vom Ersatz kann keine Gärtnerei leben.
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: fars am 09. September 2014, 23:01:51
angeboten und gekauft wird inzwischen vor allem das, was gerade blüht.

Ist aber auch verständlich. Wer sich nicht vorher mit der Wunschpflanze intensiver auseinandergesetzt hat, düfte auch keine Vorstellung davon haben, wie sie im blühenden Stadium aussieht. Und die Blüte ist ja nun mal eine der Hauptattraktionen bei Zierpflanzen.

Ich erleb das in jedem Herbst selber, wenn ich auf einem kleinen Pflanzenmarkt meine Produkte anbiete (Rhodies, Pfingstrosen, Spornblumen, Primeln ua.). Alle blütenlos. Da muss ich mir den Mund fusselig reden, obwohl ich mit Bildmaterial (gute, selbstgemachte Fotos) meine Verkaufsbemühungen untermaure. Und bei mir gibt es sogar eine Geld-zurück-oder-neue-Pflanze-Garantie.
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: andreasNB am 09. September 2014, 23:05:05
@Eva
Stimme Dir voll und ganz zu.

@Thüringer
Ich könnte mindestens drei ähnliche positive Beispiele nennen.
So wie es auch schon andere getan haben.

Gerade deshalb,
@pearl,
scheinst Du mir das etwas zu schwarz zu sehen.
Deine genannten Beispiele kann ich verständlicher Weise, vom anderen Ende der Republik aus, nicht kennen.
Schließungen haben aber sicher mehr als einen Grund.

@troll
Wenn man nur regionalen Endverkauf betreibt, muß man sich halt an den regionalen Bedarf anpassen.
Hügin ist da nun mal in einer, wie mir scheint, idealen Situation.
Andere haben halt weniger zahlungskräftigere und/oder besonders garteninteressierte (potentielle) Kunden. Dann muß man halt schaun mit welchen zusätzlichen "Schnickschnack" man überleben kann.
Zitat
Daher kann ich die Pflanzenliebhaber hier auch nicht ganz verstehen, die Gehölze aus den Standortsortiment nur noch aus dem Internethandel beziehen.
Zum Beispiel sind hier in einem Flächenland mit wenigen Einwohnern die Wege soweit, das die Versandkosten kleiner als die Fahrkosten wären.
Also könnte man auch Standardware und kleine Gehölze problemlos im Versand bestellen.
Dies ersetzt allerdings nicht das Garten- und Einkaufserlebnis, inkl. den "altmodischen" Service in der Gärtnerei.

Außerdem,
es ist doch wie überall und wie es immer schon war.
Es gibt solche und solche ;)
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: fars am 09. September 2014, 23:07:20
Und worüber beklagen wir uns eigentlich?
Wer zu suchen versteht, bekommt doch (fast) jeden Pflanzenwunsch erfüllt.
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: andreasNB am 09. September 2014, 23:08:27
den staudenmarkt im boga berlin kenne ich nun seit ca. 15 jahren. angeboten und gekauft wird inzwischen vor allem das, was gerade blüht.
Das sind aber nur die Kisten die vorne stehen. Die Verkäufer wollen und müssen ja Umsatz machen.
Hat die vorbestellte - oft noch nicht blühende - Ware hinter den Tischen nicht zugenommen ? 8)
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: feminist am 09. September 2014, 23:22:17
Und worüber beklagen wir uns eigentlich?
Wer zu suchen versteht, bekommt doch (fast) jeden Pflanzenwunsch erfüllt.

eben, sag ich doch. :D Man muss sich schon ein bisschen Mühe machen. Es gibt da draußen niemanden, der einem die Wünsche von den Augen abliest. ;) ;D
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: sarastro am 10. September 2014, 06:53:01
angeboten und gekauft wird inzwischen vor allem das, was gerade blüht.

Ist aber auch verständlich. Wer sich nicht vorher mit der Wunschpflanze intensiver auseinandergesetzt hat, düfte auch keine Vorstellung davon haben, wie sie im blühenden Stadium aussieht. Und die Blüte ist ja nun mal eine der Hauptattraktionen bei Zierpflanzen.

Ich erleb das in jedem Herbst selber, wenn ich auf einem kleinen Pflanzenmarkt meine Produkte anbiete (Rhodies, Pfingstrosen, Spornblumen, Primeln ua.). Alle blütenlos. Da muss ich mir den Mund fusselig reden, obwohl ich mit Bildmaterial (gute, selbstgemachte Fotos) meine Verkaufsbemühungen untermaure. Und bei mir gibt es sogar eine Geld-zurück-oder-neue-Pflanze-Garantie.
Das gibt es bei mir nicht, auch nicht etwa "bei Nichtgefallen Umtausch möglich". Wir sind nicht in einem Klamottengeschäft. Wir haben es mit lebender Ware zu tun, die ein Hin und Herhändeln nicht verträgt und in der Qualität rapide abnimmt. Also entweder hopp oder tropp. Es hat bei uns noch niemand Pflanzen zurückgehen lassen. Einmal gekauft ist gekauft, auch wenn vielleicht andere Gesetze gelten. Ich kann auch nicht das Sauerkraut nach einem Tag auf den Wochenmarkt zum Händler zurückbringen, nur weil es mir vielleicht zu sauer ist. Das tut man ganz einfach nicht, es sei denn, es ist ein Süßkraut. Und so ist es auch mit Pflanzen.

Was aber das Publikumsverhalten an Gartenmärkten anbelangt, ist es so, dass vor allem auch alle meine Kollegen und Freunde ganz allgemein feststellen, dass ein Empfinden für natürliche Vorgänge und Faktoren wie Licht, Luft und Wasser erschreckend abnimmt und die einfachsten Dinge nicht mehr begriffen werden..."Wie oft muss ich gießen"... :'( Diese Frage hören wir so oft! Gärtner und Geduld fangen eben mit G an, das gilt für beide Seiten! ;D Da wäre es mal wichtig, wieder anzusetzen und Aufklärung zu betreiben. Und dann alles Bio, wenn im Menschen nicht mal die einfachsten Vorgänge Verständnis erwecken? Ich rede hier von der Masse der Leute.

Aufgeblasene Pflanzen sind auch nicht meines, noch nie gewesen! Aber man versucht einen Mittelweg zu beschreiten. Einen ausgewogenen Mix aus Raritäten und blühenden "Tante-Mietzi-Pflanzen", wobei naturgemäß oberstes Gebot die blühende Pflanze sein sollte.

Nur mit Grünzeug macht man heutzutage keinen Umsatz. Es kommt auch auf eine offensive und freundliche Beratung an, sowie einer gelungenen Präsentation. Und die echten Raritäten sollte man gar nicht mehr an Märkte hinschleppen, denn hierzu fehlt ganz einfach das Publikum. Schön langsam, aber sicher fahren wir nur noch zu denjenigen Märkten, wo die Pflanze im Vordergrund steht, dementsprechend ist auch das Publikum hochkarätiger.

Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: Mediterraneus am 10. September 2014, 07:58:40
Langsam bekommt man ja echt Angst, bei dir einzukaufen ;D


Die Kundschaft ändert sich, wurde ja schon gesagt. Man hat die Blumme lieber auf dem Smartphone, als im Garten. Auch den Garten hat man lieber digital und das Hirn ist mittlerweile wohl auch da drin.
Da ist die Frage berechtigt, ob man sich solche Kunden als handwerklich arbeitende Gärtnerei antun muss. (Wahrscheinlich stürzen die eh gleich über die erstbeste Pflanze, weil sie ständig mit Fingerwischen beschäftigt, nicht auf den Weg glotzen. Garten ist gefährlich, also dann lieber doch nicht)

Wer sich da anpasst, wird oft für die analogen Gärtner uninteressant.

Andererseits muss man ja auch von der Gärtnerei leben können. Ein Weg können Raritäten sein, oder ein besonders netter Schaugarten (mit Kaffee und Kuchen) oder Hängebauchschwein, und wenn man hinterm Misthaufen ansässig ist, gehört ein zuverlässiger Versand dazu. Und Freundlichkeit, wenn das nicht, dann wenigstens ein "interessanter Charakter".
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: fars am 10. September 2014, 08:53:12
Und bei mir gibt es sogar eine Geld-zurück-oder-neue-Pflanze-Garantie.
Das gibt es bei mir nicht, auch nicht etwa "bei Nichtgefallen Umtausch möglich". Wir sind nicht in einem Klamottengeschäft.

Ich bin in einer anderen Situation. Dir als Fachmann/Fachbetrieb bringt man von vornherein ein größeres Vertrauen entgegen. Ich hingegen muss mir (und kann mir nur) eine kleine Fan-Gemeinde heranziehen, die ich davon überzeugen muss, dass ich nur erstklassige Ware anbiete, die ausgesuchter und damit deutlich teurer ist als in Gartencentern. Und bei mir gibt es auch ausgedruckt die Geschichte zur Pflanze (Verbreitungsgebiet, Verwandschaft, Entdeckung,charakteristische Besonderheiten etc.), zusammen mit Pflanz- und Pflegeanleitung.

Konzept scheint aufzugehen. Sind mir aber immer noch zu wenige Käufer und "Aficionados".
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: Staudo am 10. September 2014, 08:55:23
Stelle Dir mal vor, Du hättest keine Rente, Pension und sonstige Einkünfte und müsstest nur vom Verkauf Deiner Pflanzen leben. Du würdest Dir sehr schnell überlegen, was rentabel ist und was nicht. ;)
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: fars am 10. September 2014, 09:18:14
Deshalb schrieb ich ja von einer anderen Situation.
Bei mir ist es reines Hobby. Dennoch verschenke ich nicht. Meine Preise sind gepfeffert. Während um mich herum für 1-2 € verhökert wird, verlange ich einige -zig.
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: Mediterraneus am 10. September 2014, 11:34:09
Sehr teuer geht ja nun auch wieder.

Entweder geiz ist geil, oder richtig raushängen lassen. Solche Kundschaft gibt's doch üppigst.
Bei "richtig teuer" muss natürlich der Service erst recht stimmen. Gärtner im Smoking, Kunde im Protz-SUV ;D
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: Ulli L. am 10. September 2014, 11:51:12
Stelle Dir mal vor, Du hättest keine Rente, Pension und sonstige Einkünfte und müsstest nur vom Verkauf Deiner Pflanzen leben. Du würdest Dir sehr schnell überlegen, was rentabel ist und was nicht. ;)

Wer sich als Selbständiger nicht um seine Altersversorgung kümmert ist selbst Schuld.
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: lerchenzorn am 10. September 2014, 12:11:50
... und ist gezwungen, dafür rentabel zu arbeiten. Oder??
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: hemerocallis am 10. September 2014, 12:41:09
Wie sind eure Erfahrungen hier?

Zwar nicht Deutschland, aber die Erfahrungen sind hier ähnlich gemischt, wie im Thread beschrieben.

Solche wie Du erwähnst gibt es genauso wie gegenteilige und alles dazwischen. Hier ist der Markt kleiner, wer die Masse bedienen will, kann sich keine Extravaganzen leisten; wer sich eine Nische sucht, braucht lange, bis er ausreichend Kunden hat, um davon leben zu können, auch wenn er gesalzene Preise verlangt. In Summe hat sich das Angebot hier in den letzten 20 Jahren aber stark verbessert - gab es früher grad mal Standardgehölze und Stauden, findet man nun fast überall breitere Sortimente und bessere Auswahl. Wir profitieren regional sehr von der starken Nachfrage nach mediterranen Gestaltungen und damit Pflanzen; die Anbieter kaufen seit Jahren viel aus Italien zu und die diesbezügliche Auswahl ist recht erfreulich geworden.

Ich hab damit in der Praxis keine Probleme - wir sind mit einem Landschaftsgärtner befreundet, der Pflanzen aus aller Herren Länder bezieht und alles auftreibt, das wir uns bezüglich Gehölzen wünschen (auch in großen Größen). Er hat keine Gärtnerei, aber eine Sammlung zuverlässiger Bezugsquellen - das hilft mir besser, als eine Gärtnerei, die mir vielleicht frühestens bis zur nächsten Saison die passende Pflanze besorgt (und bei der ich dann nehmen muß, was sie bekommen haben - Verfassung/Größe/Preis sind dann eben Schicksal).

Echte Raritäten beziehe ich von kommerziellen Raritätenanbietern übers Internet oder von privaten Pflanzensammlern direkt. Daß die niemand vor Ort hat oder so einfach aus dem Ärmel zaubern kann, finde ich aber ganz verständlich.

War es denn Deiner Meinung nach diesbezüglich FRÜHER in Deutschland besser? Hat man jemals leichter ausgefallene Pflanzen über Baumschulen/Staudengärtnereien beziehen können?

LG
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: Amur am 10. September 2014, 12:43:39
Na ja ich hab mal in der Studentenzeit, als ich noch mit Elan für an unsere Gegend angepassten Obstsorten dran war, in einem Galabau mit Pflanzenverkauf in den Semesterferien ausgeholfen.
Danach muß ich sagen, wer nach einiger Zeit mit den 0815 Kunden noch seinen Enthusiasmus sich erhalten kann, der hat wirklich Nerven.
 
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: hemerocallis am 10. September 2014, 13:08:05
Danach muß ich sagen, wer nach einiger Zeit mit den 0815 Kunden noch seinen Enthusiasmus sich erhalten kann, der hat wirklich Nerven.

Da stimme ich Dir voll und ganz zu. Wenn man mithört, mit welchen Fragen das Personal da konfrontiert wird, wundert man sich über die Geduld der Fachkräfte.

LG
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: fars am 10. September 2014, 15:14:00
Haben wir hier denn keine absoluten Anfänger fragen? Und lautet nicht dann die tröstende Antwort, dass es keine dummen Fragen gäbe?
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: Silvia am 10. September 2014, 15:18:22
Danach muß ich sagen, wer nach einiger Zeit mit den 0815 Kunden noch seinen Enthusiasmus sich erhalten kann, der hat wirklich Nerven.

Da stimme ich Dir voll und ganz zu. Wenn man mithört, mit welchen Fragen das Personal da konfrontiert wird, wundert man sich über die Geduld der Fachkräfte.

LG

Na ja, das ist der Job. Wären die Kunden fachkundige Leute, würden sie nicht fragen müssen. ;)
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: enigma am 10. September 2014, 15:21:49
Jein.

Natürlich ist der Job eines Verkäufers oder generell eines Menschen, der in Kundenkontakt steht, den Kunden zu beraten.

Allerdings setzt das voraus, dass der Kunde nicht beratungsresistent ist und alles von vornherein schon ganz genau und besser weiß.
Leider nimmt diese Sorte Kunde zu, und die sind die Pest.

Wobei "Kunde" auch Patient, Klient, Mandant, Gremienmitglied und Andere einschließt.
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: Mediterraneus am 10. September 2014, 15:26:55
Kundi hat sich natürlich kurz vorher über Fingerwischen informiert und glänzt mit Wiki-Halbwissen.
Und Kundi weiß ebäy-Preise und versucht zu handeln.
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: Silvia am 10. September 2014, 15:29:40
Wer ist denn Kundi?


Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: Mediterraneus am 10. September 2014, 15:30:43
Wer ist denn Kundi?




Kunde/Kundin. Neutralisiert.

Analog: Usi, Gärtni..
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: Silvia am 10. September 2014, 15:35:54
Ach der - äh ... ja, ok. ::) :-X

Ich werde weiterhin die markierte Form nehmen, und die ist Kunde. :)

Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: fars am 10. September 2014, 16:28:32
Kundi hat sich natürlich kurz vorher über Fingerwischen informiert und glänzt mit Wiki-Halbwissen.


Oder hat bei garten-pur gesurft.
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: Floris am 10. September 2014, 18:41:50
was ist schlimmer?
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: troll13 am 10. September 2014, 21:07:27
Jein.

Natürlich ist der Job eines Verkäufers oder generell eines Menschen, der in Kundenkontakt steht, den Kunden zu beraten.

Allerdings setzt das voraus, dass der Kunde nicht beratungsresistent ist und alles von vornherein schon ganz genau und besser weiß.
Leider nimmt diese Sorte Kunde zu, und die sind die Pest.

Wobei "Kunde" auch Patient, Klient, Mandant, Gremienmitglied und Andere einschließt.

Beratungsresistente Kunden läßt man gewähren, nachdem man seine Bedenken angemeldet hat (und schlägt noch 10 bis 20 % auf den eigentlich festgelegten Privatkundenpreis auf, da in unserem Verkaufseinschlag an den wenigsten Pflanzen Preise stehen. :-X)

Ansonsten gehört es zu meiner Gärtnerehre, dass eine verkaufte Pflanzenkombination beim Kunden auch funktioniert, auch wenn es eine ganz andere Gartenvorstellung als die meine ist.

Und junge, unerfahrene Gartenbesitzer die "dumme Fragen stellen", für Pflanzen zu interessieren, gehört für mich einfach zum Ehrgeiz, den eigenen Arbeitsplatz auch bis zur Rente zu erhalten.

Und bei potentiellen "Garten-pur" Usern als Kunden, die ich nur selten hier habe, gehören manche auch zur Kategorie oben. Mit anderen verbinden mich hingegen sogar Gartenfreundschaften .
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: fars am 10. September 2014, 21:44:44

Und bei potentiellen "Garten-pur" Usern als Kunden, die ich nur selten hier habe, gehören manche auch zur Kategorie oben. Mit anderen verbinden mich hingegen sogar Gartenfreundschaften .

Die einen kommen später in die Hölle, mit Giersch, Quecke und Ackerwinde -
die anderen gelangen in den Gärtnerhimmel.
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: sarastro am 11. September 2014, 07:12:39
Danach muß ich sagen, wer nach einiger Zeit mit den 0815 Kunden noch seinen Enthusiasmus sich erhalten kann, der hat wirklich Nerven.

Da stimme ich Dir voll und ganz zu. Wenn man mithört, mit welchen Fragen das Personal da konfrontiert wird, wundert man sich über die Geduld der Fachkräfte.

LG
Wobei mir vorkommt, dass ein großer Unterschied darin besteht, ob man mit Kunden an Gartentagen konfrontiert ist oder zuhause in der Gärtnerei. Oder auch, ob man fortgeschrittene Pflanzenliebhaber vor sich hat oder "Halbgärtner mit Uniform". :o ::) Beides erfordert trotzdem Aufmerksamkeit und Hinwendung.
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: Silvia am 11. September 2014, 07:21:17
Jaja, es ist schon ein Kreuz mit der Kundschaft. Man könnte auch rauslesen: "Es könnte alles so schön im Krankenhaus sein, wenn diese vielen Patienten nicht wären." :P
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: fromme-helene am 11. September 2014, 10:34:14
Einerseits ja. Andererseits: Warst Du jemals im Verkauf tätig? Das verlangt einem eine Menge ab.
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: Staudo am 11. September 2014, 10:37:00
Ich gestehe ganz froh darüber zu sein, eine Gärtnerin zu haben, die mit viel Freude und Kenntnis die Kunden berät. Wenn sie da ist, verdrücke ich mich klammheimlich sobald Kunden kommen. ;D
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: fars am 11. September 2014, 11:42:43
Ist halt eine Mentalitätssache, die offenbar auch regional unterschiedlich geprägt ist. Im Süden Deutschlands hat man zumindest das Gefühl, freundlicher und geduldiger beraten zu werden. In Italien trifft man auf beides: Schroffheit und Unwilligkeit sowie allergrößte Zuwendung. Noch weiter südlich, z.B. in arabischen Staaten oder der Türkei wird es noch intensiver, so dass man häufiger Ausschau nach Fluchtmöglichkeiten halten muss.
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: Silvia am 11. September 2014, 14:58:02
Noch weiter südlich, z.B. in arabischen Staaten oder der Türkei wird es noch intensiver, so dass man häufiger Ausschau nach Fluchtmöglichkeiten halten muss.

Eigentlich schon im Vorfeld. Ich kann es auch nicht leiden, wenn mir jemand am Schlappe klebt und mich nicht aus seinen Fängen lässt. Dann ergreife ich die Flucht und kaufe äußerst selten. ::)

Aber wenn ich das Gefühl habe, dass ich als Kunde Fluchttendenzen beim Verkäufer erzeuge, so nach dem "Kunde droht mit Auftrag"-Motto, vergrault es mir den ganzen Laden. Dann trage ich mein Geld lieber woanders hin, wenn möglich.

Ich persönlich finde als Kunde die Mitte am angenehmsten, wenn einer mir zugewandt meine Fragen beantwortet, nicht so nebenbei körperlich abgewandt und in Gedanken woanders, mich dann aber auch in Ruhe überlegen lässt, wenn ich unentschieden bin. Dann kaufe ich persönlich am meisten.

Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: Dunkleborus am 13. September 2014, 23:02:33
Ich muss gestehen, dass ich mich schon vor einem Kunden versteckt habe - wie alle anderen Kollegen, die ihn rechtzeitig gesehen haben. Reich, alt, arrogant, erzählte gerne Details seiner Beziehungen mit eingeschüchterten jungen Ostasiatinnen - und stank bestialisch.

Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: Jule69 am 16. September 2014, 06:25:40
Muss Euch was erzählen, es gibt sie noch, die Guten!!!!
Bin noch mal auf die Suche nach einer Baumschule in meiner Nähe gegangen und habe tatsächlich eine gefunden...Ein kleiner Betrieb, den es schon seit Ewigkeiten gibt, ich hatte ihn nur einfach vergessen.
Hab eine Anfrage bezüglich Sambucus nigra 'Black Lace oder Black Tower gestartet. Innerhalb eines Vormittags hatte ich die Antwort und kann Anfang Oktober vorbeikommen. Mit dem Auto bin ich in 10 Minuten da. So hab ich es mir vorgestellt. Jetzt kann ich nur hoffen, dass ich wirklich nur mit einem Bäumchen nach Hause komme :-X
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: feminist am 16. September 2014, 11:29:25
schön, und magst du verraten welche Baumschule es jetzt nun war? Hoffentlich kommst du mit einer Wagenladung voll Gehölzen wieder nach Hause. ;) :D ;D
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: Jule69 am 16. September 2014, 11:40:24
Ist echt nur ne ganz Kleine...Baumschule Hesselmann, Ratingen ;D
Pearl: Bist Du verrückt? Dann müsste ich mir ja erst noch nen neuen Garten suchen.... ;) Ne ne, ganz bescheiden...
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: Gartenplaner am 16. September 2014, 12:46:30
oh, oh.....


 ;D

Die haben echt interessante Sachen, auch Spezialitäten und Raritäten, das könnte bös enden ;)
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: Jule69 am 16. September 2014, 19:44:54
Kennst Du ihn?
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: fars am 16. September 2014, 22:29:02
Innerhalb eines Vormittags hatte ich die Antwort und kann Anfang Oktober vorbeikommen.

Und wenn dir das Sträuchlein nicht gefällt?
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: troll13 am 16. September 2014, 22:50:54
Dann würde ich ihn halt nicht kaufen.

Was verpflichtet einen Kunden, eine für ihn bestellte Pflanze auch abzunehmen, wenn sie ihm absolut nicht gefällt. Hat Jule etwas derartiges unterschrieben?

Das erinnert mich jedoch an die Internetbestellungen bei Amazon und anderen Netzanbietern.

Kunde/in bestellt 10 Paar Schuhe und schickt mindestens 9 Paar kostenfrei zurück. :P
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: Jule69 am 17. September 2014, 07:01:30
Fars: Ich glaube nicht, dass er mir "Schrott" anbietet. Ich fahre ja persönlich hin, da kann er sich doch denken, dass ich sowas nicht kaufen werde..Deshalb war ich ja auf der Suche nach einer Baumschule vor Ort, sonst hätte ich ja auch im Internet bestellen können.
Ich freu mich auf jeden Fall und hab inzwischen gehört, dass er auch das eine oder andere Schätzchen bei sich stehen hat.
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: fars am 17. September 2014, 07:54:10
Fars: Ich glaube nicht, dass er mir "Schrott" anbietet.

Je nun, das liegt nicht in seiner Macht, wenn er sich diese Pflanze irgendwo besorgen muss. Es sei denn, er bestellt mehrere, damit du aussuchen kannst.
Nur bin ich der Ansicht, dass ich dann lieber statt seiner selbst bestelle, z.B. bei Eggert.
So aber gerät man allein wegen der Freundlichkeit in eine Art "Kaufzwang".
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: Eva am 17. September 2014, 15:57:57
Fars, das kann man auch andersrum argumentieren. Für den Erzeuger ist eine Baumschule, die regelmäßig dort einen Teil ihres Sortiments einkauft der wichtigere Kunde als ein bislang Unbekannter, der n=1 Strauch bestellt.

Bei wem würdest du als Erzeuger mehr Wert auf sorgfältige Auswahl der versandten Pflanzen legen und eher mal einen Umtausch/Nachbesserung auf dem Kulanzweg anbieten? (Wohlgemerkt: ich rede nicht von Anbietern, die ihren Hauptumsatz mit Einzelkunden übers Internet machen).
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: Jule69 am 25. September 2014, 18:50:14
Nach so vielen Spekulationen wollte ich heute mal berichten...
Ich hatte sehr netten E-Mail-Kontakt zu dieser Baumschule und heute kam die Mail, die "Schwarzen Türme" wären da. Ich bin natürlich sofort hingefahren...
Was für eine Baumschule, heimelig, trotzdem sehr groß und weitläufig...ich schäme mich, dass ich da nicht schon früher mal war, ist echt um die Ecke...Leider hatte ich heute nicht so viel Zeit, GG brauchte das Auto...
Es kam auch sofort jemand und fragte, ob ich Hilfe benötige. Ich hab meinen Spruch aufgesagt und schon ging es los...Vorbei an tollen Sträuchern, Kleinbäumen etc. standen wir letztendlich vor den "Schwarzen Türmen"...Es gab bestimmt 8 zur Auswahl, der nette Herr hatte mir aber direkt ein Prachtexemplar hingestellt...das hab ich letztendlich auch genommen. Ich wurde gefragt, was für Erde ich im Garten habe, es wurde nach dem zukünftigen Standort gefragt, auch nachgefragt, was in der Nähe steht. Dann hab ich noch Tipps zum Einpflanzen bekommen, bezüglich Tiefe und Dünger...
Ich wurde darauf hingewiesen, dass der Holunder keine Staunässe mag und außerdem hab ich noch Ratschläge bezüglich evtl. Rückschnitt erhalten...Ich hab knapp 20,- Euro bezahlt, die Pflanze wurde schonend verpackt und mir noch ins Auto getragen...Also da war ich sicher nicht das letzte Mal...und dann bringe ich viel Zeit mit...Dazu wurde mir auch geraten, denn der nette Herr hat erzählt, die Baumschulensaison fängt jetzt erst an und in den nächsten Tagen würden noch jede Menge tolle Sachen dazukommen.
Mein Fazit: Immer wieder gerne, sehr nette Beratung, viele hilfreiche Tipps und ein schöner Holunder "Black Tower"...
(http://up.picr.de/19624740qt.jpg)

(http://up.picr.de/19624738bt.jpg)

Inzwischen hab ich ihn schon eingebuddelt... ;)
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: Frank am 25. September 2014, 19:59:43
Liebe Jule,

Ganz herzlichen Dank fuer Deinen Bericht zu einem "genussvollen" Einkaufserlebnis! Solche Beratung und den Service mag nicht nur Frau gerne! :D :D :D

Und der Black Tower ist sehr schön - ich habe diese kompakten Holunder seit 4 Monaten (hätte ich Dir schon früher raten können, dachte aber immer Du wuerdest zu Black Lace usw. tendiert haben)!

LG Frank
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: Starking007 am 25. September 2014, 20:30:57
Und ich habe kürzlich über 20000€ für ein Auto bezahlt, beim Händler.
Kein Kaffee, kein Prospekt, keine Probefahrt - nix.
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: Argo am 25. September 2014, 20:51:42
Na gut, wir haben gut verhandelt, Getränke wurden auch angeoten.
Probefahrt war in Ordnung, Infomaterial satt und einen Schirm für das Auto haben wir auch dazu bekommen.
Die Verkäufer waren zuvorkommend und in Ordnung.
Vor kurzem wurden wir sogar auf ein Sommerfest von der Firma eingeladen und Essen und trinken frei.
Ich kann mich da nicht beschweren
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: troll13 am 25. September 2014, 21:00:03
Nach so vielen Spekulationen wollte ich heute mal berichten...
Ich hatte sehr netten E-Mail-Kontakt zu dieser Baumschule und heute kam die Mail, die "Schwarzen Türme" wären da. Ich bin natürlich sofort hingefahren...
Was für eine Baumschule, heimelig, trotzdem sehr groß und weitläufig...ich schäme mich, dass ich da nicht schon früher mal war, ist echt um die Ecke...Leider hatte ich heute nicht so viel Zeit, GG brauchte das Auto...
Es kam auch sofort jemand und fragte, ob ich Hilfe benötige. Ich hab meinen Spruch aufgesagt und schon ging es los...Vorbei an tollen Sträuchern, Kleinbäumen etc. standen wir letztendlich vor den "Schwarzen Türmen"...Es gab bestimmt 8 zur Auswahl, der nette Herr hatte mir aber direkt ein Prachtexemplar hingestellt...das hab ich letztendlich auch genommen. Ich wurde gefragt, was für Erde ich im Garten habe, es wurde nach dem zukünftigen Standort gefragt, auch nachgefragt, was in der Nähe steht. Dann hab ich noch Tipps zum Einpflanzen bekommen, bezüglich Tiefe und Dünger...
Ich wurde darauf hingewiesen, dass der Holunder keine Staunässe mag und außerdem hab ich noch Ratschläge bezüglich evtl. Rückschnitt erhalten...Ich hab knapp 20,- Euro bezahlt, die Pflanze wurde schonend verpackt und mir noch ins Auto getragen...Also da war ich sicher nicht das letzte Mal...und dann bringe ich viel Zeit mit...Dazu wurde mir auch geraten, denn der nette Herr hat erzählt, die Baumschulensaison fängt jetzt erst an und in den nächsten Tagen würden noch jede Menge tolle Sachen dazukommen.
Mein Fazit: Immer wieder gerne, sehr nette Beratung, viele hilfreiche Tipps und ein schöner Holunder "Black Tower"...

Inzwischen hab ich ihn schon eingebuddelt... ;)

Siehste... geht doch. ;) :D

So sollte Kundenbetreuung in der Baumschule eigentlich immer ausfallen, damit die Leute von dem Unterschied zu Baumarktkäufen und Internetbestellungen überzeugt werden.
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: Starking007 am 25. September 2014, 21:28:01
Auf der GaLABau Messe in Nürnberg besuchte ich die Großhandelsbaumschule Schlegel.
15 Jahre ist es her, dass ich da Kunde war. Selbst der Verkaufsleiter feute sich!
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: feminist am 26. September 2014, 00:08:47
Jule, ich freu mich auch. Schöne deine Erfahrung jetzt. :D
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: Jule69 am 26. September 2014, 06:23:33
Siehste... geht doch. ;) :D

So sollte Kundenbetreuung in der Baumschule eigentlich immer ausfallen, damit die Leute von dem Unterschied zu Baumarktkäufen und Internetbestellungen überzeugt werden.


Troll: Ich hab geahnt, dass Dich dieser Beitrag erfreut, Labsal für die Gärtnerehre stimmt's??? ;)

Pearl: Jetzt muss der Kleine nur noch wachsen...und ich geh schon mal auf die Suche nach einem größeren Garten...

Frank: Woher sollte ich wissen, dass Du mal wieder schneller gewesen bist...Die Baumschule könnten wir mal zusammen unsicher machen... ;D
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: sarastro am 26. September 2014, 06:48:32
Und ich habe kürzlich über 20000€ für ein Auto bezahlt, beim Händler.
Kein Kaffee, kein Prospekt, keine Probefahrt - nix.
Ich war vor Jahren in der Arbeitskluft eben mal Auto schauen. Man ließ mich links liegen, erst als ich mich meldete, gab man mir kurze, knappe Antworten. Wenn ich mit dem entsprechenden Outfit und dem dazugehörigen Auto vorfahre, sollte man mal sehen, wie die springen. Eigentlich eine Frechheit, denen geht es einfach zu gut. Darüber wurde in Deutschland schon einmal ein Beitrag gedreht, eine Kundschaft in dreierlei Outfit mit dreierlei Service-Ergebnissen.
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: Staudo am 26. September 2014, 08:03:42
Na komm.

Wenn eine Dame in alten Klamotten und mit einem alten, dreckigen Auto vorfährt springst Du auch anders als käme sie aufgebrezelt im Cabrio. Im ersten Fall will sie Stauden kaufen, im zweiten Jubelschreie ausstoßen und ein Alibiblümchen kaufen. ;D
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: feminist am 26. September 2014, 09:58:49
geeenau! Und glücklich sind die, die eine erlesene erdhafte Kundschaft haben. ;D

Die Stenze und Luden, Schnepfen und Veronikas können einem doch gestohlen bleiben. ;D
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: Staudo am 26. September 2014, 10:02:02
Was hast Du gegen Veronica ???
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: feminist am 26. September 2014, 10:04:58
nix. Weder gegen die mit "c" noch gegen die mit "k". Ich wollte nur ausdrücken, dass ich deinen Beitrag genial finde. ;D
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: Jule69 am 26. September 2014, 10:41:01
Ähm...aufgebrezelt war ich nicht...und Cabrio fahre ich auch nicht...hatte aber mal wieder einen Pflanzenclip an der Jacke...wie sich später herausstellte... :-[
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: feminist am 26. September 2014, 11:10:15
Pflanzenclip?

Du gehörst eben zu der "erlesenen erdhaften Kundschaft".
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: Jule69 am 26. September 2014, 11:29:55
 ;)
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: sarastro am 26. September 2014, 11:48:23
Na komm.

Wenn eine Dame in alten Klamotten und mit einem alten, dreckigen Auto vorfährt springst Du auch anders als käme sie aufgebrezelt im Cabrio. Im ersten Fall will sie Stauden kaufen, im zweiten Jubelschreie ausstoßen und ein Alibiblümchen kaufen. ;D

Siehste, bei uns läuft es eben genau anders herum, sind wir doch froh darüber. Das Jetset macht sich heutzutage selten die Finger dreckig, es sei denn, sie stehen vor einer Kamera und zeigen Erdverbundenheit, aus politischen Gründen oder um gut dazustehen.

Und Autos haben auf mich noch nie Eindruck gemacht. Mir imponieren eben nach wie vor Leute, die zwar gut bei Kasse sind, aber trotzdem mit einem 2CV oder irgendeiner Rostschüssel vorfahren. Und von der Sorte gibt es gar nicht so wenige und es sind meist welche mit Gartenverstand.
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: feminist am 26. September 2014, 12:35:59
und echt wohlhabende Leute haben mindestens einen 2CV neben ihren Aston Martins oder Alpha Rome Spider in der Garage stehen. Die Ente nehmen sie, wenn sie richtig Spaß haben wollen und mit vernünftigen Leuten zusammen sein wollen. ;D
Titel: Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: mentor1010 am 18. Oktober 2014, 23:36:01
Ich muss sagen das ich hin und wieder im Netz bestelle aber meistens zu meinen beiden Lieblingsgärtnereien hier in meiner Nähe fahre ( höchstens 10 Minuten weg)...ein paar mehr gibt es hier noch im Umkreis aber die beiden sind die Besten..allerdings habe ich da echt Glück das ich hier wohne...würde ich die Namen schreiben würdet Ihr sie kennen ;) Und ich muss wirklich sagen die machen fast alles möglich...selbst wenn ich mitten im Winter mal wieder einen Vogel bekomme und unbedingt Blaubeeren oder so brauche..dauert ein paar Tage manchmal aber dann bekomme ich prompt einen Anruf und sie stehen auf dem Hof oder ich klingel bei der Chefin und die hat die Pflanzen für mich parat :) und ich bin bestimmt kein Großabnehmer und habe manchmal doch ausgefallene Wünsche die Sie dann auch nicht im Programm haben ;D aber...ich bekomme es mit einem freundlichen Lächeln :)
Titel: Re: Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: laguna am 11. Januar 2016, 09:44:41
Ist es in der Dienstleistungswüste besser geworden, weil hier niemand mehr schreibt?

Vor kurzem erzählte mir ein Bekannter, daß er eine Rose kaufen wollte und der Verkäufer im Gartencenter ihm sagte, daß er diese (ausgesuchte) Rose nicht empfehlen könne, weil sie immer Läuse bekommt.

Seitdem erzähle ich diesen Witz, wenn ich bei meinen Vorträgen empfehle, direkt bei Rosenzüchtern und -Vermehrern zu kaufen.
Titel: Re: Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: Krokosmian am 11. Januar 2016, 10:33:30
Vor ein oder zwei Jahren stand ich in der Vorweihnachtszeit im Kalthaus eines Gartencenters, zwar ein Filialist, aber in der Regel mit Fachpersonal. Dort standen Christrosen, welche die typischen Nässe-von-Oben-Flecken hatten. Als ich der dortigen Verkäuferin den Tipp geben wollte, doch die Töpfe von unten zu gießen meinte sie zu mir, dass dies Qualitätspflanzen seien und diese nicht vorgetrieben sind!  ??? ??? ??? Aha, "Das Pferd ist vorne hinten als höher", hätte mir vermutlich mehr gesagt.

Eine ehemalige Kollegin und sehr gute Freundin arbeitet mittlerweile in ihrem Familienbetrieb (eine Baumschule), den sie irgendwann übernehmen wird. Dort ist sie im Endverkauf tätig. Als ich sie mal besuchte, kam sie mir etwas aufgelöst entgegen. Sie hatte kurz zuvor mit einer Kundin telefoniert, welche allen Ernstes anfragte, ob man die von ihr gekaufte Taglilie nicht umtauschen könnte. Sie sei verblüht und sie hätte doch lieber weiterhin was Blühendes. Das es sich um eine ausdauernde Pflanze handelt, die nächstes Jahr wieder blüht ignorierte sie vollkommen, nein jetzt muss es sein! Es war wohlgemerkt November, die Pflanze hatte sie schon im Sommer gekauft.

Was ich jetzt meine: es gibt oft zwei Seiten, oder wie es die hiesigen Altvorderen sagen, " Sodde ond Sodde!". ;)

Die genaue Situation kenne ich natürlich nicht und es passt nicht hundertprozentig zu einer prinzipiell schlechten Rosensorte , aber ich finde es spricht doch auch für eine gewisse Ehrlichkeit wenn der Verkäufer es sagt, dass ihm eine bestimmte Pflanze für einen bestimmten Kunden nicht passend erscheint. Und für die Seriosität des Ladens wenn die GF dies zulässt. Oder ich habe es falsch verstanden :-[.

Titel: Re: Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: fars am 11. Januar 2016, 10:41:09
Nun, auch ich habe den Eindruck, dass einige meiner Gartenrosen Läusemagneten zu sein scheinen, während andere weitgehend unbehelligt bleiben.
Klar, das wird oder mag an der Umgebung liegen.

Ich empfinde den Hinweis des Verkäufers mehr als fürsorglich und damit verzeihlich.
Titel: Re: Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: Starking007 am 11. Januar 2016, 11:48:51
Ein Verkäufer der vom Verkauf lebt, ist eine arme Sau!

Erstens hat er oft Metzger gelernt,

zweitens hat er keinen Garten zu Hause,

und drittens ist die Kundschaft oft "jungdement"

Und dann kommen wir Spezialisten und quasseln ihm eine Stunde lang die Hucke voll,
und klauben dann die Eine besondere Pflanze raus, um sie runterzuhandeln.
Titel: Re: Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: laguna am 11. Januar 2016, 11:54:21
Wenn Rosen Läuse bekommen liegt es am Standort (zu trocken) oder am Wetter und auch an der Jahreszeit.
Genauso ist es auch mit Spinnmilben.

Sortenbedingte Läuseanfälligkeit gibt es nicht!
Titel: Re: Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: Starking007 am 11. Januar 2016, 12:00:15
".............Sortenbedingte Läuseanfälligkeit gibt es nicht!......"

Ich würd`s nicht ausschließen, die haben auch Geschmack.

Auf jeden Fall lieben meine Knospenstecher nur die Rose "Vatertag", meine erste Rose überhaupt.
Titel: Re: Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: Herr Dingens am 11. Januar 2016, 12:08:17
Wenn Rosen Läuse bekommen liegt es am Standort (zu trocken) oder am Wetter und auch an der Jahreszeit.
Genauso ist es auch mit Spinnmilben.

Sortenbedingte Läuseanfälligkeit gibt es nicht!


Du musst schon zur Kenntnis nehmen, dass wenn der Standort optimal und das Wetter perfekt sind, trotzdem Läuse kommen können.
Jahreszeit, klar, von November bis März kommen keine Läuse. Bei keiner Rose  ;)
Titel: Re: Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: Wühlmaus am 11. Januar 2016, 12:09:55
Es gibt Kunden, die bringen einen Kirschbaum - im Container eine Woche zuvor gekauft - zurück, weil er Läuse bekommen hat :-X
Titel: Re: Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: fars am 11. Januar 2016, 13:06:57

Sortenbedingte Läuseanfälligkeit gibt es nicht!

Sag das mal den Läusen hier.

Als botanischer Laie stelle ich zumindest fest, dass hier nebeneinander stehende Rosen (unterschiedliche Sorten) einen recht variablen Läusebefall haben können. Die eine ist geradezu übersät von den Blutsaugern, während die daneben nur einige wenige aufweist. Könnte es sein, dass die duftende Sorte mehr Läuse anzieht als die nichtduftende?

Der ewige Widerstreit zwischen Theorie und Praxis?
Titel: Re: Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: laguna am 11. Januar 2016, 21:02:59
An meinen Rosen, ca. 70 in ganz unterschiedlichen Sorten sind auch mal Läuse, hauptsächlich im Frühling. Ich spritze nicht gegen Läuse.
Und sicherlich sind manche Sorten mehr befallen als andere. Allerdings ist es noch nie vorgekommen, daß einzelne Rosen über und über voll Läuse waren und andere keinerlei Befall zeigten.
Wenn ich jedoch in andere Gärten komme und sehe extrem lausige Rosen, dann sind das ausschließlich Rosen, die entlang der Hauswand viel zu trocken stehen.
Hier hilft ganz einfach gießen. An solchen Standorten gieße ich während der Wachstumszeit schon bevor die Läuse auftauchen und vor allem, weil die Rosen Wasser brauchen.
Titel: Re: Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: Sternrenette am 11. Januar 2016, 21:24:16
Ich hatte die letzten Jahre immer wieder kräftigen Läusebefall an Zwetschgenbäumen. Ich hab Florfliegenlarven bestellt. Das hat meiner Meinung nach gut geholfen, man muss ein bisschen abwarten.
Titel: Re: Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: o-planten am 11. Januar 2016, 21:34:07
Zitat
Sortenbedingte Läuseanfälligkeit gibt es nicht!
Oh, doch, die gibt es sehr wohl.
Man sieht das sehr schön, wenn in Container-Anlagen der Pflanzenschutz vernachlässigt wurde. Dort stehen die Rosen unter nahezu gleichen Bedingungen.
Es wäre auch nicht einzusehen, warum andere Schädlinge wie Rollblattwespe, Triebbohrer, Tapezierbiene etc. ihren Vorlieben beim Befall nachgehen und nur Läuse dies nicht tun sollten.
Diese allgemeine Anfälligkeit für bestimmte Schädlinge wird aber, wie Du ja schon richtig sagst, maßgeblich durch einen schlecht gewählten Standort erhöht.
Titel: Re: Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: o-planten am 11. Januar 2016, 21:42:50
Zitat
Ich hab Florfliegenlarven bestellt.
Ist zwar auch OT, aber schau mal im Netz nach den Stichworten Florfliegenhotel und Florfliegenkasten.
Auf Dauer ist das effektiver als der Import von Florfliegeneiern oder Larven.
Solche Kästen sind leicht zu bauen, und der Blattlauslöwe ist ein gewaltiger Räuber. Man sollte ihn bloß nicht in die Hand nehmen, der bohrt sich mit seinen Mandibeln tatsächlich durch die Haut, da hat man drei Tage was von.
Titel: Re: Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: Sternrenette am 11. Januar 2016, 21:51:10
Danke  :D
Titel: Re: Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: fars am 11. Januar 2016, 22:12:46
Allerdings ist es noch nie vorgekommen, daß einzelne Rosen über und über voll Läuse waren und andere keinerlei Befall zeigten.

Von einer so krassen Gegensätzlichkeit war hier ja nicht die Rede. Sondern lediglich von dem Anschein, dass Läuse einige Rosen besonders lieben.
Titel: Re: Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: Monarde am 12. Juli 2017, 21:55:00
Hallo,
ich weiß nicht ob dieses Thema noch aktuell ist. Aber ich habe auch so meine Erfahrungen gemacht.
ich bin Neugärtner und neu zugezogen, hatte mir jedoch eine Liste gemacht was ich für mein erstes Beet möchte. Hier gibt es 3 Gärtnereien incl. Baumschule.
Ich mit meiner Liste zu der ersten die (freu) nur 2 Straßen weiter ist, und habe die gefragt ob die von mir gelisteten Stauden für diese Gegend geeignet sind, sie diese haben oder mir besorgen könnten. Antwort wir haben keine Zeit, es ist jetzt Hochsaison. Gut ich zu der zweiten. Antwort: lassen sie die Liste da, wir melden uns. Bis jetzt nichts passiert. Bei der dritten habe ich dann nur per Mail angefragt und auch bis heute keine Antwort erhalten. Also bin ich zu einem Gärtner meines letzten Wohnsitzes und siehe da, er hatte ein paar da, die anderen könnte er besorgen und er hat abgeklärt ob die für die hiesige Gegend geeignet sind. Somit bin ich mit einem Auto voller Stauden 400+km gen Norden gefahren. Leider macht er keine Versand.
Grüße
Monarde
Titel: Re: Dienstleistungswüste Deutschland?
Beitrag von: Monarde am 13. Juli 2017, 19:43:28
Heute habe ich zwei Gärtnereien kennen gelernt, die wieder alles wett machen.
Nette Beratung. Was wir nicht haben, versuchen wir zu besorgen und wenn nicht, vielleicht gibt es
passende Alternativen. Das ist doch ein Wort.

Ein schöner Tag!!!!!

Grüße
Monarde