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Autor Thema: EM, Bokashi etc. - Fragen, Fakten, Erfahrungen  (Gelesen 31178 mal)

Thomas

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EM, Bokashi etc. - Fragen, Fakten, Erfahrungen
« am: 28. Mai 2008, 17:05:17 »

Liebe interessierte Mitglieder,

hier in diesem Thread soll es nur um das gehen, was im Titel steht: Fragen, Fakten und sehr gerne auch Erfahrungsberichte. Kritik ja, aber keine Polemik, keine Provokationen bitte.

Ich habe nicht viel Zeit dafür, werde aber immer wieder hier hereinschauen und alle Posts in einen anderen Thread verschieben, die nicht im Einklang mit dem Titel stehen.

An den Anfang des Threads habe ich einige Zitate gestellt, die zu einer ersten Orientierung zum Thema dienen können. Die Auswahl ist wahrscheinlich subjektiv, aber wer will, kann ja ergänzen.



Was ist das, EM?

Das Kürzel steht für 'effektive Mikroorganismen' und bezeichnet ein Gemisch verschiedener Mikroorganismen, die angeblich zur Bodenverbesserung und vielem anderen eingesetzt werden können (genannt werden Teichsanierung, Kläranlagen, Fensterwischwasser etc. bis hin zur Behandlung von Krankheiten incl. Krebs).

Was ist das für eine Mischung? Bei Wikipedia liest man:
Zitat
Diese Mischung besteht vor allem aus Milchsäurebakterien, Hefen und Nichtschwefelpurpurbakterien.
http://de.wikipedia.org/wiki/Effektive_Mikroorganismen

In dem Artikel wird auch die Lehre von Terugo Higa kurz wiedergegeben, auf den die EM-Technologie zurückgeht.

Ein amerikanischer Hersteller von EM macht diese Angaben zu den Inhaltsstoffen: Species Used in Producing SCD EM Products

Bei EM handelt es sich anscheinend um Bakterien, wie sie teils in der freien Natur, teils z.B. im Darm vorkommen, z.B. Milchsäurebakterien und einige Anaerobier.

Dass solche Kulturen als Starter beim Kompostieren dienen und auch generell zur Verbesserung schlechter Böden beitragen können, ist vorstellbar. Jedenfalls wären dies keine Wunderwirkungen und ließen sich auch auf anderem Wege erreichen. - Vorsicht scheint jedoch bei anderen behaupteten Wirkungen geboten, vor allem, wenn es um die menschliche Gesundheit geht.


Zum Themenkomplex noch ein paar Zitate aus Posts verschiedener Threads hier bei Garten-pur:



Zitat
... erklärt Ueli Rothenbühler, Präsident der Interessengemeinschaft EM Schweiz: «Die Mikroorganismen aktivieren den Boden. Es entsteht besserer Humus mit mehr Bodenlebewesen und mehr Nährstoffen.» Rothenbühler hat die Erfahrung gemacht, dass Anwender im ersten Jahr die Menge an Kunstdünger um rund einen Viertel und in den folgenden Jahren bis zur Hälfte reduzieren können.
Zitat
An der Eidgenössischen Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon steht ein mehrjähriger Feldversuch mit EM kurz vor dem Abschluss. Versuchsleiter Jochen Mayer kann bereits jetzt sagen: «Die Wunderwirkung, die den EM oft zugesprochen wird, haben wir nicht entdeckt.»

Zitat
Unterschiedliche EM-Lösungen

- EM-1: Das Grundkonzentrat. In einer sauren Flüssigkeit befinden sich die Mikroorganismen «im Ruhezustand». Erst in Kontakt mit anderem organischem Material, etwa mit Gartenabfällen, werden sie aktiviert. Damit werden alle anderen EM-Produkte hergestellt. Ein Liter kostet rund 40 Franken.

- EM-A: Aktiviertes EM-1. Es lässt sich mit dem Grundkonzentrat EM-1 und Zuckerrohrmelasse selber herstellen. Da die Mikroorganismen bereits aktiviert sind, muss EM-A innerhalb von zwei Wochen aufgebraucht werden, danach verliert es an Wirkung. Ein Liter selbst vermehrtes EM-A kostet rund Fr. 1.50.

- EM-Bokashi: Rüst- und Gartenabfälle oder anderes organisches Material, das mit Hilfe von EM gereift ist. Es dient als Dünger oder Kompost. Mit Getreidekleie oder Mehl wird auch Futter-Bokashi für Nutztiere hergestellt.

- EM-5: Aktiviertes EM-1. Es enthält zusätzlich Obstessig, Alkohol, Kräuter und Knoblauch und soll deshalb als Pflanzenschutzmittel gegen Insektenbefall und Pilzkrankheiten wirken. Ein Liter kostet rund 30 Franken.

- EM-X-Keramik: Röhrchen, Ringe oder Pulver aus Ton, in welchen die EM eingebrannt sind. Einige Mikroorganismen überleben gemäss den Herstellern die hohen Brenntemperaturen. Die Tonprodukte sollen Wasser beleben und verbessern. Das Pulver wird auch Farben, Baustoffen und Geschirr beigemischt. Dort soll es zahlreiche positive Wirkungen entfalten. Ein EM-X-Keramikring zur Wasseraufbereitung kostet je nach Grösse 30 bis 50 Franken.
Zitat
TIPPS

- Verwenden Sie nicht direkt das teure Grundkonzentrat EM-1, sondern vermehren Sie es selber zu EM-A. Das ist viel günstiger.
- Vorsicht mit konzentrierter EM-Lösung. Die Flüssigkeit ist sauer und kann Blätter und Wurzelhaare verbrennen, wenn sie nicht genug verdünnt ist.
- Ein gesunder Boden lässt sich mit EM kaum verbessern. Umgekehrt lässt sich ein schlecht gepflegter Boden nicht einfach mit der Zugabe von EM verbessern.

4 Zitate aus einem Post von Gart mit der Quellenangabe
Copyright © K-Spezial 2/07 vom 9. Mai 2007 - Seite 74



Bedenkliches zum Einsatz in der Medizin

"In Afrika wurden mit Hilfe der EM bereits Wüsten urbar gemacht, in Japan das Seto-Meer, ein umgekipptes Binnenmeer, von einer stinkenden Kloake in ein gesundes Gewässer mit unzähligen Meerestieren und -pflanzen umgewandelt, in Nordkorea die gesamte Landwirtschaft saniert und als Folge davon die Versorgungsprobleme gelöst."
Quelle:
Effektive Mikroorganismen verändern uns und unsere Welt

Na dann ...

So, dann wärme ich das hier mal auf.


Ich habe in dieser Woche einen Vortrag zu Pflanzenstärkungsmitteln gehört. Von einer (auch von mir) absolut ernst zu nehmenden Referentin wurde über Versuchsergebnisse mit verschiedenen Präparaten berichtet. Die Bilder und die Statistiken waren beeindruckend. Hilfsmittel auf bakterieller Basis (muss ja nicht unbedingt EM sein) brachten einen eindeutigen Effekt auf Wuchsverhalten und Gesundheit. Kombinationen von Fungiziden und Bakterienpräparaten hatten die besten Wirkungen gegen Pilzkrankheiten. Es waren also keine reinen Bio-Versuche.

Ich habe das so verstanden, dass es sich ähnlich verhält wie im Staudenbeet. Überall dort, wo Stauden stehen, hat das Unkraut kaum eine Chance. Und überall dort, wo nützliche Mikroorganismen die Wurzeln besiedeln, haben schädliche weniger Zugriff.

Man lernt eben nie aus, selbst wenn es schwer fällt. Das ganze Marketing- und Wunderbrimborium um EM kann man ja trotzdem ablehnen.


Viele Grüße

Peter

Mir dagegen ist letzte Woche ein Artikel im "Journal of Plant Nutrition and Soil Science" begegnet, wo man EM bei der Bananenkultur und Kompostzubereitung in Costa Rica untersucht hat. Positive Ergebnisse gab's nicht zu verzeichnen. Einen erhöhten K+-Gehalt hat man in den Pflanzen gefunden. Der war jedoch auch da, wenn man davor die EM sterilisiert hat.
Die Effekte bei der Kompostbereitung waren vernachlässigbar, da sie gerade knapp über der Fehlerwahrscheinlichkeit lagen.

Dass einige Pflanzenstärkungsmittel sehr positiv sind, ist nichts Neues. Die meisten bei EM behaupteten Effekte konnten aber noch nie wissenschaftlich nachgewiesen werden.

http://www.wdr.de/tv/ardheim/sendungen/2008/februar/080203_4.phtml

hallo ,
ich habe gestern in der wiederholung die sendung heim und garten gesehen.
es gab eine wissenschaftliche untersuchung über die wirkung von em.

mein fazit : EM weglassen, es füllt nur die brieftasche des herstellers.


......









« Letzte Änderung: 28. Mai 2008, 19:51:22 von Thomas »
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Thomas

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Re:EM, Bokashi etc. - Fragen, Fakten, Erfahrungen
« Antwort #1 am: 28. Mai 2008, 17:15:30 »

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau
Bayerische Gartenakademie
EM - Effektive Mikroorganismen
Zitat
Zusammenfassend kann vorläufig folgende Aussage getroffen werden: EM bewirken leichte Ertragssteigerungen vor allem bei ungünstigen Standorten. Die Wirkungsweise ist noch nicht geklärt. Es liegen zudem noch keine Erfahrungen vor, wie sich eine Behandlung des Bodens mit diesen Bakterien über Jahre oder Jahrzehnte auswirkt.



Hallo Green Thumbs !

Allein mit dem Glauben hat das nichts zu tun mit der EM-Technologie. Habe gestern auf dem EM- Stammtisch, der von dem Arbeitskreis www.em-chiemgau.de veranstaltet wird erfahren, die Stadt Inzell im Chiemgau betreibt seit Jahren sein Naturschwimmbecken mit der EM-Technologie. Es ist ein voller Erfolg, sie wollen jetzt auch ihre Kläranlage damit betreiben. Ich glaube nicht das eine so große Kommune in einem renomierten Fremdenverkehrsgebiet sich auf den Glauben alleine verläßt. Europas größte Biobrauerei, der Lammsbräu in Neumarkt/Oberpfalz hat zusammen mit dem dortigen Landwirtschaftsamt Versuche in Ihrer Kompostieranlage gemacht und damit bewiesen daß man nach der Behandlung mit Ema =? aktivierte Effektive Mikroorganismen den C02 Ausstoß um sage und schreibe 57 % reduzieren konnte. Das hat auch wieder nichts mit dem Glauben zu tun, das sind Fakten.
Eine Kläranlage in Petershausen bei Dachau hat Versuche gemacht mit Ema und in ihren Schlammstapelbehältern für 478 Euro Ema verspritzt, nach 6 Wochen hat sich dort das Schlammvolumen um 60 % reduziert. Das ist eine Kostenersparnis von jährlich 30.000 Euro, wenn man es weiter so macht. Also spielt der Glaube wieder keine Rolle......
Man sieht, da tut sich was, wenn man mal was ausprobiert, was man nicht verstehen kann.
Daran sieht man, das ohne Mikroorganismen nichts funktioniert. Prof.Higa hat ja 86 Stämme von der guten Fraktion rausselektiert und tut die weltweit verbreiten und tut damit unheimlich viel Gutes damit. Was soll daran schlecht sein ?

Liebe Grüße von elis.

Darauf bezogen:

kurze zwischeninfo. ich habe auf elis posting hin mit dem zuständigen umweltmenschen bei der neumarkter lammsbräu gesprochen. war sehr interessant. sie haben verschiedene ansätze für die anwendung. zum einen ist es die kompostierung von malztreber, zum anderen der einsatz bei den biobauern im hopfenanbau (stichwort bodenverbesserung, pflanzenvitalität). das letzte jahr war nach seiner aussage ein eher schlechtes hopfenjahr. bei den bauern, die em einsetzten hatten sie aber bei der hopfenproduktion hervorragende ergebnisse erzielt. muss ich mal so hinnehmen. seine aussagen erscheinen mir zumindest glaubhaft, weil die verantwortlichen bei lammsbräu erst auch sehr skeptisch dem thema em gegenüberstanden. die kompostierversuche wurden vom landratsamt neumarkt begleitet. es handelte sich dabei um aerobe kompostierung. auch da waren die erfahrungen sehr positiv, was die qualität der rotte angeht.

Darauf bezieht sich:
Sehr gute Idee Knorbs, sich an die Anwender zu wenden und sie nach ihren Erfahrungen zu befragen. :D Es gibt ja inzwischen reichlich Leute, die mit EM arbeiten: Bauern, Gemeinden, Kompostieranlagen, Molkereien...
Was immer wieder dabei auffällt ist, dass EM gerade dann wirkt, wenn die Umweltbedingungen nicht optimal sind.
Das befindet z.B. auch die Bayrische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau:
Zitat
Auffällig war, dass an klimatisch ungünstigen Standorten die stärksten Steigerungen zu verzeichnen waren. Bei optimalem Kulturverlauf fielen so gut wie keine Unterschiede auf. So kann man vermuten, dass bei ungünstigen Standortbedingungen, schlechter Pflege oder ungünstigen Bodenverhältnissen sich die Behandlung am deutlichsten auswirkt.

http://www.lwg.bayern.de/gartentipps/2006/17523/index.php


Darauf bezieht sich:
Aua...

Ich finde es schon belustigend wie hier über "gute Bakterien" geschrieben wird. Da wäre ich für eine Aufklärung welche denn gut und welche schlecht sind und nach welchen Kriterien die Einteilung erfolgt sehr dankbar.

Das gleiche gilt für anaerobe Zersetzung = stinkend und ungesund.
Auch da bin ich an Hintergrundinformationen sehr interessiert.

Was ich dann aber schon bemerkenswert finde ist das bewußt selektive Zitieren aus dem Kurzbericht der LWG, liebe Feder. Wenigstens wurde zur Quelle verlinkt.

Dort heißt es im Zusammenhang:
Zitat
Auffällig war, dass an klimatisch ungünstigen Standorten die stärksten Steigerungen zu verzeichnen waren. Bei optimalem Kulturverlauf fielen so gut wie keine Unterschiede auf. So kann man vermuten, dass bei ungünstigen Standortbedingungen, schlechter Pflege oder ungünstigen Bodenverhältnissen sich die Behandlung am deutlichsten auswirkt. Wobei noch zu untersuchen wäre, inwieweit die reine Melasse Auswirkungen auf die Pflanze und den Boden hat.

und

Zitat
Die Vertreiber dieser Bakterien haben außer der Ertragssteigerung eine erhöhte Haltbarkeit und mehr Inhaltsstoffe der Früchte versprochen. Dies konnten die Versuche nicht bestätigen. Von unserer Seite kann dies nicht bestätigt werden. Untersuchungen der Inhaltsstoffe haben keine Unterschiede zu den Kontrollpflanzen ergeben. Das Waschen der geernteten Früchte in der Bakterienlösung verlängerte auch nicht die Lagerfähigkeit.

sowie

Zitat
Laboruntersuchungen der aktiven Effektiven Mikroorganismen haben gezeigt, dass es sich hierbei überwiegend um ausschließlich um Milchsäurebakterien handelt, die auch in Brottrunk oder Sauerkraut zu finden sind.

Zusammenfassend kann vorläufig folgende Aussage getroffen werden: EM bewirken leichte Ertragssteigerungen vor allem bei ungünstigen Standorten. Die Wirkungsweise ist noch nicht geklärt. Es liegen zudem noch keine Erfahrungen vor, wie sich eine Behandlung des Bodens mit diesen Bakterien über Jahre oder Jahrzehnte auswirkt.

Ich habe mir erlaubt die imo relevanten Passagen hervorzuheben.
Bleibt am Ende doch die Glaubensfrage?



Werde bald Sand anbieten, 100 g für 20 Euro. Nur erhältlich in sog. Sandkreisen, die sich einmal pro Woche am Stammtisch treffen.

Nimm lieber Kalk, dafür gibt es längst einen etaplierten Markt ;-). Mann sollte nur etwas auf die Korngröße des verwendeten Kalks achten, denn die verfügbare Oberfläche machts. http://www.plocher.de/deutsch/index.php

Habe mich auch etwas mit EM beschäftigt und mir folgenden Meinungs(zwischen)stand gebildet:
 
EM zeigt nur dort eine merkliche Wirkung, wo durch unzureichende Bedingungen keine entsprechende natürliche Mikroben, Pilze usw. Welt vorliegt.
Wer also in einem ehrlichen Vergleichsversuch mit/ohne EM feststellt, dass es einen relevanten Unterschied gibt, der sollte auf die Suche gehen, wo es denn hakt (zu wenig organisches Material, pH-Wert, Spurennährstoffe usw.)
Denn sobald die hinzugefügten EM verbraucht sind, stellt sich wieder der gleiche Zustand wie vorher ein. (Abgesehen davon, dass man ortsfremde Mikroben eingeschleppt hat).
Es hilft also ohne grundlegende Änderung nur immer neue EM dazuzukippen.
Am Ende geht dann ohne EM gar nichts mehr, weil diese die evtl. noch natürlich vorhandenen heimischen Winzlinge verträngt haben.

Die klassischen EM-Anwendungsfelder sind dementsprechend Extremstandorte. Wenn man sich die Ackerböden im Japan der 70er Jahre vergegenwärtigt, wundert es nicht, dass EM Wirkung gezeigt hat. Aufgrund der extremen Abhängigkeit von Lebensmittelimporten wurden dort in der Landwirtschaft Dünungs- und Pflanzenschutzmaßnahmen gefordert und gefördert, für die man hierzulande vermutlich in den Bau gehen würde (oder zumindest sämmtliche Ausgleichszahlungen entzogen bekämme). Dementsprechend waren diese Böden eher mit der Steinwolle in holländischen Gewächshäusern als mit einem belebtem Bio-Ackerboden zu vergleichen. Wenn man dann auf solchen Flächen ökologischen Landbau betreiben will, wundert es nicht, dass jedes Hinzufügen von Leben und organischem Material eine deutliche Wirkung zeigt.
Das einzige Land, wo EM anscheinend in größerem Umfang verwendet wird, dürfte Nordkorea sein, wo man sich an jeden Strohhalm klammert um Lebensmittel zu erzeugen.

Eine Schubkarre Kompost und eine Hand voll Steinmehl und Kalk kostet auch nicht mehr und wirkt deutlich länger.

Ich hab gar nichts gegen EM, möchte aber jedem Anwender raten, seine eigenen Vergleiche anzustellen und dabei genau darauf zu achten, was mit den EM noch alles hinzugefügt wird (organisches Material, Melasse aus dem Ansatz, Gesteinsmehle usw.) und dieses auch der Vergleichskultur zukommen zu lassen.


Viele Grüße,
Manfred

...
« Letzte Änderung: 28. Mai 2008, 17:40:17 von Thomas »
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Re:EM, Bokashi etc. - Fragen, Fakten, Erfahrungen
« Antwort #2 am: 28. Mai 2008, 17:16:17 »

Je mehr man darüber liest und hört, desto eher kommt man zu dem Schluß, daß es sich bei dem Zeug um eine ganz "normal" silierte Jauche bzw. Milchsäuregärung handelt.
Dazu noch jede Menge Brimborium, um den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen:

Als vorteilhaft für die Herstellung von der Produktvarianten EMA, EM5, Bokashi haben sich folgende Tage erwiesen:

Bei Blüte-, Frucht-, Wurzeltage und absteigenden Mond - z. B. im “EM Aussaatkalender” vom OLV Verlag.
Alle anderen Tage sowie bei Vollmond, Neumond, Knotentage und beim Übergang zum aufsteigenden Mond.

Futterzusatz: Bokashi ist appetit- und verdauungsfördernd

Kompost: Keine Verrottung - reichhaltig an Nährstoffen

Hofdünger: Kostenloser Stickstoff

Empfohlen wird die Verwendung von Zuckerrohrmelasse

Elektrosmog meiden

pH-Wert (unter 3,9) beachten, mit pH-Messstäbchen kontrollieren

Zugabe einer Messerspitze Keramik-Pulver oder grundsätzlich Pipes ins Gärgefäß minimiert Elektrosmog und verbessert das Wasser

und so weiter <Satzteil entfernt>

Schluß: Schaden tuts wohl kaum, nutzen tuts in Normalfällen auch kaum.
Bei toten Böden oder totalen Ungleichgewichten - vielleicht. Da tuns andere Bakterienstarter aber auch.


« Letzte Änderung: 28. Mai 2008, 17:40:34 von Thomas »
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Re:EM - Fragen, Fakten, Erfahrungen
« Antwort #3 am: 28. Mai 2008, 17:26:17 »


Bokashi

Was ist Bokashi?

Zitat
Bokashi (Japanese for "fermented organic matter") is a method of intensive composting. It can use an aerobic or anaerobic inoculation to produce the compost. Once a starter culture is made, it can be re-used, like yogurt culture. Since the popular introduction of effective microorganisms (EM), Bokashi is commonly made with only molasses, water, EM, and wheat bran. However, Bokashi can be made by inoculating any organic matter with a variety of hosts of beneficial bacteria/microbes.
http://en.wikipedia.org/wiki/Bokashi

...
Ich habe im "alten" Thread, außer in Margits Eingangsposting Beiträge mit Erfahrung zum Thema vermisst. Vielleicht lassen sich - trotz des Titels - hier einige dazu Bewegen, Erfahrungen zu posten. Ich bin ziemlich sicher, daß das ein differenziertes Bild ergeben würde, etwa "positiv bei Kompost und Bodenverbesserung" aber "wirkungslos bei EM-Keramik" ...
Das wäre meine Vermutung, aber ich habe es nicht getested.
Manfred

Im Moment tauschen wir hier Meinungen im quasi luftleeren (anaeroben?) Raum aus, soll heißen, keiner weiß so recht um Ursprünge und Hintergründe.
Um das Ganze mal ohne das esoterische Drumherum zu betrachten, das hierzulande um das Thema herum existiert, lohnt es sich, mal nach Informationen über "Bokashi" (nicht "Bokasi") zu googeln.

Ein paar unsystematisch herausgegriffene Ergebnisse:

Bokashi (Japanese for "fermented organic matter") is a method of intensive composting. It can use an aerobic or anaerobic inoculation to produce the compost.

Rezepte zur Herstellung von EM Kompost und Bokashi

Ecology Bokashi- Q & A

A Kind of fermented organic fertilizer known as Bokashi in Japanese has been used by many Japanese farmers for many years. Bokashi is the fermented product of some organic materials such as bran, oilcake etc. mixed with soil under low temperature (below 50-60.DEG.C.) during short period (about 10 days).

A Guide To EM Bokashi Composting (pdf-Datei)

Da gab es einige Posts zu Erfahrungen mit Bokashi / EM bzw. Kompostieren ohne EM:
Geht es hier jetzt um wechselseitige Vorwürfe und Beklagen der Opferrolle - dann schlage ich vor, dem bei den Gartenmenschen weiter nachzugehen - oder möchte jemand thematisch etwas beisteuern?

Genervte Grüße

Nein, das gehört eben nicht zu den Gartenmenschen, denn sonst geht es ja wieder nur weiter mit dem Fensterputzen, den Keramikhäferln und Ninas potentiellem, mit EM nicht behandelbarem Gehirntumor. Daß Methoden, die in einem Bereich Erfolg versprechen, auf andere erweitert werden, mag bedenklich erscheinen, soll hier aber nicht das Thema sein.
Hier (oder in dem ursprünglichen Thread) soll es um den Gartenboden gehen, und um sonst nix.

Ich versuche es, wie gesagt, erst seit einer Saison. Was mich u.a. darin bestärkt ist Elis' Beobachtung, daß ein mit EM behandelter Boden den Schnecken deutlich weniger bekommt. Ich hatte in diesem Jahr über den Laubmulch EM gegossen, und es gab wenig Schäden durch Jungschnecken. Relevant sind solche Erfahrungen natürlich erst, wenn sie über mehrere Jahre gehen, aber irgendwann fängt man halt an, wenn man das ständige Sammeln und Meucheln satt hat.

Die Kosten für die Bodenbearbeitungsmittel sind überschaubar, also lohnt es, es zu versuchen.

Auf Nachfrage:

Mit ist aufgefallen, daß es auch in der Natur an bestimmten Stellen, zB im Wald, kaum Nacktschnecken gibt, obwohl das Nahrungsangebot da wäre. Ich nehme an, es liegt an der Bodenbeschaffenheit, die ihnen nicht "schmeckt". Wenn ich durch Mikroorganismen eine solche Situation in meinem Garten erzeugen könnte, wäre mir gedient. Was genau sie weniger mögen, weiß ich nicht, aber wenn die Pflanzen gedeihen und die Schnecken ausbleiben, würde mir das reichen.

Wenn ich mich da melden darf, ohne entsprechende Erfahrungen zu haben.
Ich sage es einmal ganz laienhaft, weil ich kein Mikrobiologe bin: Mikroorganismen (z.B. Bakterien) sind wie kleine chemische Fabriken anzusehen. Sie produzieren alle irgendwelche chemischen Substanzen je nach Medium in dem sie sich befinden, je nach Nahrungsangebot usw.
Vielleicht können diese "besonderen" Organismen auch Substanzen produzieren, die auf Schnecken oder deren Eier toxisch wirken!

Alles Gute
sywa

Die Mikrobiologin in unserem Labor hat mir auf eine entsprechende Frage geantwortet, dass sie sich soetwas auf jeden Fall "nach einer Verschiebung der Flora" vorstellen können. Als Beispiel nannte sie die mögliche Bildung von (ich glaube es waren) Clostridien bei der Herstellung von Sauerkraut, die dann wiederum ........

Alles Gute
sywa


Mit ist aufgefallen, daß es auch in der Natur an bestimmten Stellen, zB im Wald, kaum Nacktschnecken gibt, obwohl das Nahrungsangebot da wäre. Ich nehme an, es liegt an der Bodenbeschaffenheit, die ihnen nicht "schmeckt". Wenn ich durch Mikroorganismen eine solche Situation in meinem Garten erzeugen könnte, wäre mir gedient. Was genau sie weniger mögen, weiß ich nicht, aber wenn die Pflanzen gedeihen und die Schnecken ausbleiben, würde mir das reichen.
Meine laienhafte Meinung dazu: Schnecken dienen in erster Linie als Gesundheitspolizei und räumen mit Schadhaftem, Krankem oder auch an falschem Platz sich nicht Wohlfühlendem auf. Das merkt man auch daran, wie gierig sie sich auf frisch umgepflanzte oder vom Hagel etc. beschädigte Pflanzen stürzen, während an Ort und Stelle ausgesäte oft gemieden werden.
Je gesünder die Pflanzen, desto weniger Anreiz bieten sie, entsorgt zu werden. Je besser der Boden im Gleichgewicht ist- desto gesünder sind die Pflanzen. Wenn nun die EM das Bodenleben so in Ordnung bringen oder halten, wachsen darauf widerstandsfähigere und gesündere Pflanzen............




4. Kann man diese Kompostierungsart auch ohne gekaufte EM-Präparate erfolgreich anwenden?


Ja, das funktioniert bestens.

Aus einer Notsituation heraus (die Gründe hierfür anzuführen würde langweilen), und nicht wissend, daß das eine bekannte Methode sein könnte, habe ich das während 2 Winter auf einem kleinsten schattigen Fleckchen mit fast toter Erde im Hinterhof praktiziert. Schon im zeitigen Frühjahr war von den vergrabenen Küchenabfällen fast nichts mehr zu erkennen. Dafür wuselte der Boden nur so von Regenwürmen. Die zu Winterbeginn beerdigten Abfälle waren bereits krümeliger Kompost.

Ich bin ernsthaft am Überlegen, wie ich diese Methode am praktischsten in dem weiter weg gelegenen größeren Garten weiterführen könnte. Ob ich zusätzlich EM einsetzen werde weiß ich noch nicht, glaube aber, daß eher nicht.

LG gundelrebe

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Thomas

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Re:EM, Bokashi etc. - Fragen, Fakten, Erfahrungen
« Antwort #4 am: 28. Mai 2008, 17:33:08 »

Was hast du als Starterkultur genommen?

Überhaupt keine.

Ich habe ein kleine Grube in die Erde gebuddelt, den Inhalt des Eimerchens (ca.5 l), der eigentlich für die Bio-Tonne gedacht war, hineingekippt, ein wenig mit der gewachsenen Erde vermischt und anschließend mit ca 5 cm der vorhandenen umgebenden Erde abgedeckt.

Sobald das Eimerchen wieder voll war, wurde daneben eine neue Grube gemacht, Bio-Müll hineingekippt, mit Erde vermischt etc.

LG gundelrebe

Kompostbeschleuniger sind m.E. auch "Gartenhelfer", mit denen das Geld aus der Tasche gezogen wird. Kompost ensteht bei Bodenkontakt von alleine.

Dass bei dem Neubaugebiet die oberste Bodenkrume entfernt wurde, ist zweifellos eine "Sünde". Nur wer will den unkrautdurchsetzten Mutterboden in seinem kleinen Gärtchen haben?

Garten anlegen ist mit Geduld und Spucke verbunden. Wer da an Zeit sparen will, muss halt viel Geld bezahlen.

Zum Einlesen empfehle ich das Buch von Anne Lorch, sie gibt einen guten Einblick in die ganz unterschiedlichen Anwendungsbereiche von EM.
EM- Eine Chance für unsere Erde

EM Kurz gefasst, die Webseite eines Arztes, gibt nähere Erläuterungen zu EM, darunter einen kurzen Auszug aus dem Kapitel "Ernährung" aus dem genannten Buch:

"Bis heute sind Mikroorganismen
in allen Bereichen des Lebens unentbehrlich.
Trotzdem werden sie kaum gewürdigt.
Im Boden, bei Pflanzen, Tier und Mensch
ermöglichen sie den Stoffwechsel
und dadurch deren Existenz.
 
... Wer mit den Effektiven Mikroorganismen umgeht, kann erleben,
dass sie auf eine vielleicht für uns noch geheimnisvolle Weise
mit uns zu kommunizieren vermögen,
dass sie auf unseren Umgang mit ihnen reagieren
und dass sie sogar offensichtlich bei verschiedenen Menschen,
die mit ihnen arbeiten, verschieden tätig sind.
 
Dies könnte zu der Frage Anlass geben,
ob man in der Gentechnologie die Mikroorganismen womöglich zu Strafgefangenen macht,
sozusagen zu erbtechnisch veränderten Zwangsarbeiter."

Die Seite gibt auch sonst einen Überblick, was EM ist oder sein soll und was es alles können soll.

Besonders interessant ist (siehe unter "Antioxidation und "Syntropie")

"die besonders stark ausgeprägte Fähigkeit von EMs, Antioxidation zu bewirken, was auf die Unmengen an Antioxidantien zurückzuführen ist, welche im Zuge des Stoffwechselkreislaufes unter den Mikroben ununterbrochen hergestellt werden und eine außerordentlich wichtige Rolle für alles Lebende spielen. In diesem Zusammenhang besonders hervorzuheben ist - wenn auch nicht wissenschaftlich durchgehend fundiert, da die Grundlagen bisweilen fehlen - die allgemein regenerative Wirkung von EMs auf alle Materie und somit auch auf alles Unbelebte. Das ist nach der Annahme von Dr. Prof. Teruo Higa auf die von bestimmten Mikroben ausgehenden Gravitationswellen zurückzuführen, die der Entropie, also den universalen Zerfalls- und Chaostendenzen entgegenwirken und somit auf jeden erdenklichen Stoff Struktur erhaltend, sozusagen "syntropisch"; wirken.
Ton bzw. Keramik kann diese besonderen Wellen sogar in sich festhalten und dauerhaft wiedergeben."

...

Von dem zitierten Wikipedia-Artikel aus bin ich auf diesen TAZ-Artikel gestoßen, in dem über viele interessante Aspekte im Zusammenhang mit Mikroorganismen und deren Wirkungen berichtet wird: Der tägliche Mikroben-Mix.

Im letzten Absatz heißt es dann (Hervorhebung von mir):

Zitat
In summa: Die "EM-Technologie" ist bestens wissenschaftlich aufgeladen, was an ihr stört, ist die ständige Betonung der "Effektivierung" aller Lebensvorgänge im Hinblick auf ihre marktwirtschaftliche Verwertung . Zwar wird zugegeben, dass dieses "schmutzige Geschäft" auch und gerade das makro-mikrobiotische Miteinander zerstört hat - nahezu überall, aber wieder ins Gleichgewicht gebracht werden soll es mit einem weiteren Produkt - EM1 , das sich in seiner Warenform als "Allheilmittel" anpreist und somit sämtliche "Fehlentwicklungen" monokausal erklären muss.

Und genau das ist einer der Umstände, die mich an der ganzen EM-Story stören. - Das andere, was mich extrem stört, ist dieser Mix aus Geheimniskrämerei, Magie und Pseudowissenschaft. Danke für die erhellenden Zitate, bristlecone!


Liebe Grüße
Thomas

Mahlzeit meine lieben

Etwas das vielleicht auch zum Experiment im Garten taugen würde:

Wie die Nachbarin von dir Tara, nur nehme ich keinen Rasenschnitt sondern Pferdemist, begiesse das mit der unheimlichen Tinktur, gebe Wasserdichte! Folie drüber und warte ab was passiert.
Es sollte für nächstes oder übernächstes Jahr ein Beet füe Kartoffeln werden.

Etwas ähnliches habe ich mit meine Gartenbeeten im Frühjahr veranstaltet.
Auf abgeerntete Beet auf dem noch der Rest liegt, Bokashi drauf, halbverotteten Kompost darunter und mit alter Erde aus Kübeln und Kästen abgedeckt.
Noch Vlies drauf wegen der Katzen und bis jetzt gewartet.
Gestern das ganze ausgegrast, hauptsächlich Tomaten, Boretsch und Kürbis Sämlinge, und mal vorsichtig mit der Schaufel nochgschaut.
Der halbkompost ist fertig und schaut wie fette Erde aus. Da ich das ganze im Beet nicht brauchen kann, wird der großteil ins Gewächshaus, zusammen mit Pferdemist, als Startdünger für meine Chili und Tomaten dienen.

Meine Erfahrung mit dem B...,
geht schneller als Kompost, und vermischt mit Garten oder Mutterboden gibt es schneller fein Erde.

Lieb grüße Suanna
« Letzte Änderung: 28. Mai 2008, 17:40:51 von Thomas »
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bristlecone

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Re:EM, Bokashi etc. - Fragen, Fakten, Erfahrungen
« Antwort #5 am: 28. Mai 2008, 17:56:32 »

Der Link zur folgenden Untersuchung wurde schon von Moorhexe erwähnt (siehe weiter oben im Eingangspost von Thomas), hier nochmal mit den wichtigsten Angaben:
 
Effektive Mikroorganismen im Test: Topp oder Flop? von Friedemann Borchert, WDR 03.02.2008, 16:30 Uhr im Ersten.

Dort:

"Zunächst waren EM vom Japaner Teruo Higa als Bodenhilfsstoff kreiert worden. Sie belebten den Boden, wird behauptet, würden Erträge in Landwirtschaft und Gartenbau steigern und könnten so durchaus die Ernährungsprobleme der Menschheit lösen helfen. Diese Wirkung von EM hat für uns Dr. Timo Kautz vom Institut für Organischen Landbau der Universität Bonn unter die Lupe genommen. Doch was in EM alles drin ist, weiß auch er nicht. "Es weiß auch eigentlich niemand, außer dem Hersteller ", meint der Wissenschaftler."

Der Test an Roter Bete:

""Die Schlussfolgerung, die ich aus diesen Ergebnissen ziehen kann, ist, dass die Effektiven Mikroorganismen, so wie wir sie angewendet haben, keine Wirkung auf Boden- oder Pflanzenparameter hatten." Dass EM-Zusätze womöglich unter ganz anderen Bedingungen wirksam sind, möchte der Wissenschaftler nicht ausschließen. Ob das allerdings wahrscheinlich ist? Schließlich tummeln sich in einem Kilogramm Boden bereits mehrere Milliarden effektiver Organismen. Fazit: EM schaden Pflanzen, Mensch und Tieren zwar nicht. Risiken und Nebenwirkungen sind jedenfalls nicht bekannt - ein Nutzen aber auch nicht! Eigentlich viel Lärm um teures Nichts."




« Letzte Änderung: 30. Mai 2008, 08:50:05 von bristlecone »
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Luna

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Re:EM, Bokashi etc. - Fragen, Fakten, Erfahrungen
« Antwort #6 am: 28. Mai 2008, 19:12:13 »

uiii, das ist aber viel Info dazu, ich habe nicht alles gelesen, eher überflogen

Mit EM komme ich gar nicht klar, vor allem weil es auch als EM-X Keramik angeboten wird, überleben die Bakterien das Brennen im Ofen?

Ich habe aus Neugier im Januar 2008 ein paar EM-Keramik-"Perlen" gekauft, die eine Toilettenspülung damit bestückt, die anderer nicht, das gleiche beim Giesswasser für zwei Avocadokerne

bei mir gibt es keinen sichtbaren Unterschied

Maggie


« Letzte Änderung: 28. Mai 2008, 19:16:30 von Luna »
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Thomas

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Re:EM, Bokashi etc. - Fragen, Fakten, Erfahrungen
« Antwort #7 am: 28. Mai 2008, 19:54:15 »

Luna, in meinem ersten Post, 3. Zitat, findet sich eine Aussage zu EM x:

Zitat
- EM-X-Keramik: Röhrchen, Ringe oder Pulver aus Ton, in welchen die EM eingebrannt sind. Einige Mikroorganismen überleben gemäss den Herstellern die hohen Brenntemperaturen.

Liebe Grüße
Thomas
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Luna

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Re:EM, Bokashi etc. - Fragen, Fakten, Erfahrungen
« Antwort #8 am: 28. Mai 2008, 20:52:54 »

.... die Keramik-Röhrchen werden bei etwa 1300 ° gebrannt, was soll da überleben?
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Landfrau

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Re:EM, Bokashi etc. - Fragen, Fakten, Erfahrungen
« Antwort #9 am: 28. Mai 2008, 21:27:20 »

Um die Frage nach den Erfahrungen aufzugreifen:

- das "Fensterputzen", besser gesagt das Putzen, so es sich nicht um verharztes Fett handelt, geht mit EM überraschend leicht und streifenfrei ;-) und schont die Hände (nein, ich behaupte nicht, dass EMs all das liefern, was die Werbung für Putzchemie verspricht. Aber ich benutze sie regelmäßig und gern).

- EM - Keramik in Blumenvasenwasser verhindert bei Freunden das Faulen des Wassers (nein, ich weiß auch nicht, ob da nach dem Brennen noch was drin lebt.......)

- Begießen eines mäkelndes Pfirsichs mit EM: er begann ein stürmisches Wachstum, das bis heute anhält (nein, ich weiß nicht, ob er nicht auch ohne EM aus dem Tritt gekommen wäre....)

- Begießen eines ungeliebten Brennesselwurzelhaufens mit EM: Er ist innerhalb weniger Monate komplett zusammengefallen, abgebaut, vererdet (nein, ich weiß nicht, ob er das nicht auch ohne EM getan hätte. Ich weiß aber, dass ich dort, wo ich lange und dauernd Mulch haben will, keine EMs hingießen werde. Wenn sie tatsächlich die Kompostierung fördern, müsste ich ja noch schneller Mulchmaterial herbeischaffen).

Sonst noch was? Bisher nicht. Wobei mir einfällt, dass ich eine kräuselnde Nektarine mal mit EMs besprühen will..... am besten bei Vollmond, oder ;-)

Landfrau
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Thomas

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Re:EM, Bokashi etc. - Fragen, Fakten, Erfahrungen
« Antwort #10 am: 28. Mai 2008, 21:29:17 »

Fakt ist, dass Bakterien bekannt sind, die immerhin Temperaturen von 80 bis 100 Grad überleben:

Quelle 1
Quelle 2

Aber das Brennen von Keramik erfordert deutlich höhere Temperaturen, ein paar Hundert Grad mindestens, wenn ich nicht irre.

Verstehen wir da möglicherweise etwas nicht richtig?

Liebe Grüße
Thomas

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Thomas

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Re:EM, Bokashi etc. - Fragen, Fakten, Erfahrungen
« Antwort #11 am: 28. Mai 2008, 21:31:46 »

Danke für die Berichte, Landfrau.

Ich würde es ja immer gerne mal im Vergleich ausprobieren.

Am leichtesten ließe sich vielleicht das Fensterputzen testen - mit und ohne.

Wobei ich mir tatsächlich vorstellen kann, dass das auch mit Milchsäurebakterien funktioniert, wie man sie für Sauerkraut verwendet ...


Liebe Grüße
Thomas
« Letzte Änderung: 28. Mai 2008, 21:32:16 von Thomas »
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Re:EM, Bokashi etc. - Fragen, Fakten, Erfahrungen
« Antwort #12 am: 28. Mai 2008, 21:59:17 »

Editiert: Bezug fehlt, da Landfrau einen Post wieder gelöscht hat, in dem sie die nicht selten gehörte Meinung vertrat, es gebe mehr zwischen Himmel und Erde als unsere Schulweisheit sich träumen lasse, was ja sein mag, aber worum es mir hier nicht geht. - Ich lasse meinen Post aber stehen, zumindest erstmal.

Nö, Landfrau. Um so was geht's hier nicht. Hier geht es um Fragen, Fakten, Erfahrungen, s. Eröffnungspost. Also bitte beim Thema bleiben.

Und etwas Shakespeare habe ich auch gelesen. :P

Liebe Grüße
Thomas
« Letzte Änderung: 28. Mai 2008, 23:07:07 von Thomas »
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bristlecone

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Re:EM, Bokashi etc. - Fragen, Fakten, Erfahrungen
« Antwort #13 am: 29. Mai 2008, 08:51:56 »

Allein mit dem Glauben hat das nichts zu tun mit der EM-Technologie. Habe gestern auf dem EM- Stammtisch, der von dem Arbeitskreis www.em-chiemgau.de veranstaltet wird erfahren, die Stadt Inzell im Chiemgau betreibt seit Jahren sein Naturschwimmbecken mit der EM-Technologie. Es ist ein voller Erfolg, sie wollen jetzt auch ihre Kläranlage damit betreiben. Ich glaube nicht das eine so große Kommune in einem renomierten Fremdenverkehrsgebiet sich auf den Glauben alleine verläßt.
Liebe Grüße von elis.

Ich habe bei der Gemeinde Inzell nachgefragt und vom Geschäftsleiter des Naturbadesees prompt Antwort erhalten:

"es ist richtig, dass die Gemeinde Inzell jetzt im 3. Jahr einen Naturbadesee betreibt. Die Wasserqualität wird jedoch nicht mit "EM-Technologie" sichergestellt, sondern über großzügige Filterteiche."




« Letzte Änderung: 29. Mai 2008, 08:58:00 von bristlecone »
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Marion

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Re:EM, Bokashi etc. - Fragen, Fakten, Erfahrungen
« Antwort #14 am: 29. Mai 2008, 11:54:34 »

Nehmen wir das Mittel zum Begießen von Boden und Kompost ...

... Was ist da eigentlich konkret und genau an Inhaltsstoffen und deren Prozentuierung angegeben?



« Letzte Änderung: 29. Mai 2008, 11:55:57 von Marion »
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