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News: Wenn jeder sein Talent entfalten würde, wäre es allzu laut auf der Welt. Richard Wagner
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04. September 2015, 22:59:50
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News: Wenn jeder sein Talent entfalten würde, wäre es allzu laut auf der Welt. Richard Wagner

Neuigkeiten:

|21|9|... bin ich wieder reumütig bei ihr gelandet, obwohl auch die Berner Landfrauen nicht schlecht waren. Aber Hilde ist bei uns die erste Wahl. (Anonymes Zitat aus einem Fachthread)

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Autor Thema: Walnussbaumblätter kompostieren  (Gelesen 26398 mal)

knorbs

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Walnussbaumblätter kompostieren
« am: 22. November 2005, 15:58:08 »

user stellten des öfteren die frage, ob man blätter von juglans regia (walnussbaum) im komposter oder auf der fläche kompostieren soll. auch wurde öfter erwähnt, dass sie probleme beim kompostieren bereiten (schwer zersetzbar).

eigentlich hatte ich ganz was anderes gesucht, bin aber über folgende interessante information zu diesem thema gestolpert:

Unter Allelopathie versteht man die gegenseitige Beeinflussung von Pflanzen durch pflanzeneigene, chemische Substanzen. Solche Substanzen – meist sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe – können entweder aktiv ausgeschieden, oder aber aus verrottenden Pflanzenteilen freigesetzt werden. Wenn eine Pflanze durch Ausscheidung chemischer Stoffe das Wachstum benachbarter Pflanzen negativ beeinflusst, dann verbessert sich ihr Zugang zu Licht, Wasser und Nährstoffen, und es ergibt sich ein Vorteil in der Konkurrenz um diese Ressourcen.

Ein klassisches Beispiel ist der Walnussbaum, in dessen näherer Umgebung das Wachstum praktisch aller anderen Pflanzen gehemmt ist. In grünen Pflanzenteilen wird ein glykosyliertes Naphthalen-Derivat gebildet und über die Blätter ausgeschieden, welches selbst keine allelopathische (toxische) Wirkung hat. Mit dem Regen gelangt die Substanz in den Boden. Dort wird der Zuckerrest durch Bodenmikroorganismen abgespalten, es entsteht das Hydrojuglon, welches weiter zu Juglon oxidiert wird. Juglon ist das aktive Prinzip, auf das die beobachteten allelopathischen Wirkungen zurückgehen. Wegen der potentiellen Einsatzmöglichkeiten in der Landwirtschaft ist Allelopathie für die Entwicklung von „BioHerbiziden“ derzeit von grossem Interesse.
quelle (pdf)

heißt für mich im ergebnis...verrottende walnussblätter sind ein "bioherbizid" + sollte man also tunlichst nicht zur kompostbereitung verwenden. wie stabil dieses juglon ist, bzw wie zügig es abgebaut wird, weiß ich nicht. jedenfalls ist das die "wissenschaftliche" erklärung für die beobachtungen derjenigen, die einen walnussbaum im garten stehen haben.
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z6b

Irisfool

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Re:Walnussbaumblätter kompostieren
« Antwort #1 am: 22. November 2005, 16:07:31 »

Dann hatte meine Oma doch recht! :D danke , knorbs :-*
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oidium

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Re:Walnussbaumblätter kompostieren
« Antwort #2 am: 22. November 2005, 16:53:36 »

Haben ältere Damen nicht überhaupt recht??.... :-X
 ;D
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potz

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Re:Walnussbaumblätter kompostieren
« Antwort #3 am: 22. November 2005, 17:03:37 »

heißt für mich im ergebnis...verrottende walnussblätter sind ein "bioherbizid" + sollte man also tunlichst nicht zur kompostbereitung verwenden.
Naja .. diese "Erkenntnis" wird periodisch in allen Foren durchgekaut ;)
.. und es gibt Walnußbaumbesitzer, die das bestätigen .. und es gibt Walnußbaumbesitzer - so wie ich einer bin - die das (Uni hin oder her) nicht nachvollziehen können.
Würde sagen : nixgwisswoasmanet 8)
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knorbs

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Re:Walnussbaumblätter kompostieren
« Antwort #4 am: 22. November 2005, 19:18:24 »

Würde sagen : nixgwisswoasmanet 8)

meinst?

So wird beispielsweise Salatsamen, behandelt mit einer 0,002%igen Juglon-Lösung, in seiner Keimung vollständig gehemmt. Werden Erlen und Walnuss gemeinsam ausgepflanzt kommt es zu einem "Erlensterben"; der allelopathische Effekt ist somit durchaus recht erheblich.
quelle

wieso hortulanus anfrage bei der lehr- + versuchsanstalt weihenstephan allerdings zu dieser aussage kommt:
Daraufhin wendete ich mich an die Lehr- und Versuchsanstalt Weihenstephan. Die sagten mir, das sei ein altes Ammenmärchen. (quelle =>post #4) ist mir dann allerdings ziemlich schleierhaft ;D

keimungsversuch mit kresse (seite 5 in der pdf-file); keimungsversuche mit kresse unter verwendung von juglon finden sich auch anderswo.

ich bin ja ein entschiedener verfechter von "alles was vom baum fällt gehört kompostiert", aber diese ergebnisse geben mir schon zu denken. da ich aussaatsubstrate für meine wildpflanzen selber herstelle, kann ich gut auf walnussblätter verzichten...un des woas i gwies! ;) ;D
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Gülisar

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Re:Walnussbaumblätter kompostieren
« Antwort #5 am: 22. November 2005, 19:43:50 »

Nicht alles so negativ sehen! Man kann die Wirkung des Juglons ja auch positiv umwidmen:

Da gibt es z. B. auch einen Randstreifen im Garten, den man um des lieben nachbarlichen Friedens willen unkrautfrei halten möchte. Statt nun zu gifteln oder zu jäten könnte man dort entlang ja auch die Walnussblätter ausstreuen.

Oder beim Mulchen zur Unkrautunterdrückung die W.-blätter als unterste Schicht ausbringen?

Gebt mir Walnussblätter....meine ist noch soooo frisch gepflanzt. Ob ich nächstes Jahr wohl eine SChubkarre Blätter ernten werde?

gülisar
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potz

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Re:Walnussbaumblätter kompostieren
« Antwort #6 am: 22. November 2005, 21:02:10 »

ich bin ja ein entschiedener verfechter von "alles was vom baum fällt gehört kompostiert", aber diese ergebnisse geben mir schon zu denken. da ich aussaatsubstrate für meine wildpflanzen selber herstelle, kann ich gut auf walnussblätter verzichten...un des woas i gwies! ;) ;D
Desdadiaa ;) .. an deiner Stelle .. bei der Aussaatsubstrateherstellung. Ich hab das Ganze eigentlich weniger auf das "Herstellen von Laubkompost aus Walnußblättern" bezogen - wer macht das schon ? - sondern auf das allgem. "Beimischen".
Und .. "unter einem Walnußbaum wächst sonst nix anderes" .. solche schmarrigen Statements fallen mir dann sofort wieder ein .. hast du natürlich nicht gesagt, aber das scheint bei mir dann ein Reflex zu sein ... ;)
Aber interessant, die Hohenheimer Untersuchung!
Und die "positive Umwidmung" werd ich dann doch mal testen müssen 8)
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Natura

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Re:Walnussbaumblätter kompostieren
« Antwort #7 am: 22. November 2005, 21:03:49 »

Hallo Gülisar,

leider ist nicht ersichtlich, wo du wohnst. Aber von uns könntest du eine Schubkarre voll Walnußblätter (oder 2, 3 ...) haben. Bei uns ist der Komposthaufen ausgerechnet unter diesem Baum, wurde dort vor Jahren mal angelegt, bevor wir wußten, daß die Blätter nicht gut dafür sein sollen und aus Zeitmangel ist er dort geblieben, es wurde aber nur einmal Kompost entnommen, ist eher ein Abfallhaufen. Unter dem Nußbaum pflanzen wir auch nichts an, weil daneben noch ein Birnbaum steht und es zu schattig ist. Allerdings wachsen da von allein rote Johannisbeeren, Kermesbeeren und Beifuß.
Liebe Grüße
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Gülisar

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Re:Walnussbaumblätter kompostieren
« Antwort #8 am: 22. November 2005, 22:23:41 »

Natura:

....Beifuß! Na, danke ;)

Gehört zu den weniger erstrebten Gartenmitbewohnern. Glücklicherweise haben wir nur wenig, aber auch dessen versuche ich, Herrin zu werden.

Wobei, erinnere ich mich an meinen früheren Garten mit 2 sehr großen Walnussbäumen: darunter wuchs ja, Gras halt, dies und jenes Krautige. Aber der Untergrund war Hoffläche, geschottert, überwachsen. Da wäre mit und ohne Juglon nicht viel hochgekommen.

Grüße, gülisar
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Luna

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Re:Walnussbaumblätter kompostieren
« Antwort #9 am: 22. November 2005, 22:34:48 »

Meine Oma hat die Blumenzwiebeln mit Walnussblätter eingewickelt, dann eingepflanzt, anscheinend mögen Mäuse diesen "Duft" nicht und fressen die Blumenzwiebeln darum nicht auf.
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brennnessel

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Re:Walnussbaumblätter kompostieren
« Antwort #10 am: 23. November 2005, 06:01:26 »

Hallo Luna, bist neu hier ;) ! Herzlich willkommen !
Ja, Nusslaub ist bei uns auch als Mäuseabschreckung altbekannt - z.B. in Mieten baute man es als unterste Schicht gerne ein.
LG Lisl
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sarastro

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Re:Walnussbaumblätter kompostieren
« Antwort #11 am: 23. November 2005, 08:15:43 »

Schaut euch doch mal in Südeuropa und in der Türkei die Walnusshaine an. Da wachsen sehr wohl einige Pflanzen darunter, angefangen von Cyclamen bis hin zu Tamus communis und Arum-Arten. Kenne Gärten, da wachsen Geranium, Narzissen und Hemerocallis darunter.

Wer außerdem diesen Schmarrn mit dem Walnusslaub immer wieder hochkocht, bleibt mir ein Rätsel. Kompost rein aus Eichen oder in diesem Falle Nußlaub würde ich auch nicht aufbereiten, aber gerade wegen ihren Inhaltsstoffen ohne weiteres beimengen. Und wenn es noch eine mäuse- und rattenabschreckende Wirkung hat - um so besser.
« Letzte Änderung: 23. November 2005, 08:15:58 von sarastro »
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Staudengrüße aus dem Innviertel

Mufflon

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Re:Walnussbaumblätter kompostieren
« Antwort #12 am: 23. November 2005, 09:48:18 »

Also das mit den Mäuse kann ich nur teilweise bestätigen.
Ich habe in der Tat nur da Ausfälle durch W-Mäuse, wo Kein Walnusslaub liegt.
Aber Mäusenester aller Arten und Wühlmaus gänge habe ich auch in direkter Nähe zum Baum und auch dort wo ich nicht abharken kann- eher sogar gerade da.
Wie haben 2 Beete direkt unter dem Baum, ich habe da schon eine Menge probiert, und m. M. nach vertragen säureliebende Pflanzen das Walnusslaub am besten.

Grüße,
Mufflon
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knorbs

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Re:Walnussbaumblätter kompostieren
« Antwort #13 am: 23. November 2005, 21:32:34 »

Zitat
Wer außerdem diesen Schmarrn mit dem Walnusslaub immer wieder hochkocht, bleibt mir ein Rätsel.

musst doch net rätseln sarastro...s posting #1 :P ;D ;)

also ich habe mir erst letztes wochenende 15 große müllsäcke einer laubmischung aus ahorn + haselnuss aus einem nicht bewirtschafteten garten eines nachbarn geholt um erstens laubschutz für bestimmte heikle pflänzchen zu haben + zweitens nächstes jahr dann daraus lauberde zu machen. ich werde einen teufel tun und darin walnussblätter reinmischen, die es hier in einem nachbarsgarten auch reichlich gäbe, auch wenn sich untermischte walnussblätter möglicherweise nicht bemerkbar machen würden.

die chemischen untersuchungsergebnisse der oben erwähnten tests sind aus meiner sicht gesichert + schmarrn wird meist anders dargeboten. es steht auch zu lesen, dass nicht jede pflanze von juglon beinträchtigt wird (erwähnt werden z.b. poa pratensis + brombeeren). wenn du den kressekeimungstest anschaust, dann hat die kresse ja gekeimt, aber gesunde kressensämlinge sehen eben so nicht aus. die liste der pflanzen, die trotz juglon keimen + wachsen können ist sicherlich länger. und deshalb finden sich in den von dir erwähnten walnusshainen in der türkei einiges an pflanzen. wobei durchaus interessant wäre, ob in baumhainen mit "unpoblematischem" laub die individuendichte dieser pflanzen höher wäre.

ich jedenfalls möchte nicht auf kümmernde sämlinge blicken müssen, weil ich in kenntnis der problematik meinte unbedingt walnussblätter in meinem kompost mischen zu müssen, obwohl es anders auch gegangen wäre ;) ...übrigens habe ich mit fast reinem eichenlaub keine negativen erfahrungen bisher gemacht.
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Zittergras

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Re:Walnussbaumblätter kompostieren
« Antwort #14 am: 26. November 2005, 14:15:59 »

Hallo!

Und wie sind Eure diesbezüglichen Erfahrungen mit dem großkotzigen Magnolienlaub?

Jedes Jahr überlege ich, ob ich es in den Kompost mischen soll oder nicht. Diese Blätter sind derart ledrig, die überstehen ungschaut ein ganzes Jahr unter irgendwelchen Sträucher. Ich könnte mir vorstellen, daß die vielleicht ähnlich wie Nußlaub sind, oder noch schlimmer.

L.G. Eva

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