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News: Wende Dich stets der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter Dich. (Chinesische Weisheit)
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Autor Thema: Dienstleistungswüste Deutschland?  (Gelesen 13813 mal)

troll13

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Dienstleistungswüste Deutschland?
« am: 06. September 2014, 21:56:21 »

Hab lange überlegt, ob ich dieses Thema hier auf den Tisch bringe, weil Kollegenschelte gern als Nestbeschmutzung angesehen wird. :-\

Aber nachdem mich eine befreundete Purlerin um eine Bezugsquelle für ein etwas größeres Gehölz bat, das nicht unbedingt eine ausgesprochene Rarität ist, suchte ich ihr eine im Netz eine größere Baumschule in ihrer Umgebung heraus, die zudem als GartenBaumschule im BdB für den Privatverkauf besonders zertifiziert sein sollte und nannte ihr zusätzlich noch zwei Sortenalternativen.

Sie fragte ihre Wünsche dort an und bekam als Antwort sinngemäß: "Ham'wer nich und kriegen wir auch nich mehr rein..."

Ich muss gestehen, ich bin einigermaßen sprachlos. ???

Ist der deutsche Einzelhandel, einschließlich dem Gartenbau, vielleicht wirklich selbst schuld, wenn ihm die Kunden wegbleiben und lieber gleich im Internet bestellen?

Ich kenne Beispiele in der näheren Umgebung, wo ein Florist die Verlagerung eines Wochenmarktes in die Nähe seines Blumenladens torpediert, sehe jedoch welchen überteuerten Müll er selbst vor dem Geschäft stehen hat oder die Klagen eines ehemaligen Kollegen, der jetzt in einer Gartencenterkette arbeitet und sich beklagt, dass er auf individuelle Kundenwünsche nicht eingehen kann, weil die Zentrale ihm das Sortiment vorgibt.

Aber von einer sogenannten "GartenBaumschule", die zudem an einen größeren Produktionsbetrieb angeschlossen ist, der selbst sicher auch zuhandelt, hätte ich nun doch etwas anderes erwartet.

Wie sind eure Erfahrungen hier?

Ich selbst arbeite übrigens im Endverkauf einer vergleichsweise kleinen Baumschule, der glücklicherweise ein Pflanzenhandelsbetrieb angeschlossen ist, der Grosshandel betreibt. Daher ist es mir möglich, auch Pflanzen für Privatkunden zu besorgen, die nicht selbst produziert werden.

Es gibt sicher auch hier Situationen, an denen ich passen muss aber ich versuche es wenigstens, wenn wir einen Lieferanten für eine Pflanze zu einem Preis finden können, der für uns und den Kunden akzeptabel ist.

LG

"Der Nestbeschmutzer" ;D



 
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enaira

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Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
« Antwort #1 am: 06. September 2014, 22:03:46 »

Hängt das nicht auch immer von dem jeweiligen Verkäufer ab, an den man gerade gerät?

Ich habe jedenfalls durchaus gut Erfahrungen gemacht:
Fischer Baumschulen in Mülheim-Kärlich.

Abgesehen davon, dass sie ein sehr großes Angebot an Bäumen und Sträuchern vor Ort oder auf den Feldern haben, war es auch kein Problem, einen Sorbus "Autumn Spire" in der gewünschten Größe zu besorgen.
Aber auch dort sind sicher nicht alle Fachverkäufer gleich kompetent.
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Liebe Grüße
Ariane

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nana

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Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
« Antwort #2 am: 06. September 2014, 22:09:43 »

Ich habe meine lokale Baumschule schon mehrfach mit sonderlichen Wünschen strapaziert ("Koelreuteria fastigiata haben wir nicht, können wir Ihnen aber besorgen...") und wurde immer höchst zuvorkommend bedient. Auch wenn ich eine ganz banale Cupressus arizonica 'Fastigiata' haben wollte...

Preislich immer vergleichbar mit Internetanbietern (zumal wenn man deren Lieferkosten mitberechnet) und wenn mal was nicht in Ordnung sind, kommen sie vorbei... also ich kaufe Gehölze vorzugsweise in der lokalen Baumschule.
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pearl

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Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
« Antwort #3 am: 06. September 2014, 22:32:49 »

meine Erfahrungen sind auch genau so, nämlich gut. Wir sind hier auch gut versorgt mit Baumschulen. Bei HUBEN gehen sie bei speziellen Kundenwünschen ins Internet und suchen Winterhärteerfahrungen für heikle Gehölze raus, wälzen Kataloge. Bei Müller in Mauer habe ich vor Jahren einen Zweig von Euonymus alatus 'Compactus' abgegeben, weil ich dieses Gehölz unbedingt haben wollte. Paar Tage später stand der Baumschulmeister und Chef in meinem Garten um mir den Zweig wieder zu bringen und zu bedauern, dass er dieses Gehölz leider nicht habe aber versuchen würde zu bekommen. Rhododendron narcissiflorum haben sie mir beschafft.


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troll13

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Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
« Antwort #4 am: 06. September 2014, 22:34:08 »

An einen inkompetenten oder einfach nur faulen Fachverkäufer zu geraten sollte doch eigentlich die Ausnahme sein, da jeder Mitarbeiter eines Betriebs an seinem Arbeitsplatz hängen sollte.

Ich halte dies leider inzwischen für ein generelles Problem des deutschen Einzelhandels.

Versuch doch einmal Schuhe oder Klamotten zu kaufen, die in deiner Größe nicht im örtlichen Einzelhandelsgeschäft vorrätig sind. Wie oft ist dir angeboten worden, diese für dich zu besorgen. Das kannst du nicht nur auf die Verkäufer schieben.

Ich boykottiere seit einigen Jahren den örtlichen Buchhändler, bei dem ich vor Internetzeiten viel gekauft habe. In den vielen Jahren, bei denen er es nicht für nötig hielt, wenigstens Bestseller-Krimis ohne Vorbestellung vorrätig zu haben, die ich bei ihm extra bestellen musste, weil sie offenbar unter seinem Niveau waren, kann er mich mal.

Amazon ist aus anderen Gründen hier ebensowenig eine Alternative wie der Internetkauf von etwas größeren Gehölzen, die nicht mehr in ein Postpaket passen.

Erstens kostest die Spedition meistens mehr als die Pflanze wert ist. Zweitens könntest du dir den Solitärstrauch oder Hochstamm in der "Baumschule deines Vertrauens" vor dem Kauf anschauen und die Qualität überprüfen.
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pearl

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Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
« Antwort #5 am: 06. September 2014, 23:01:19 »

ja, das ist sicher so. Ob es eine Pflanze ist oder eine Textilie, man muss das Ding in der Hand haben und mit eigenen Augen sehen, ob es das richtige ist.

Bei Baumschulen und Gärtnereien kann ich über den Einzelhandel nicht klagen, aber gut, ich bin ein treuer Kunde, man kennt mich.

Anders beim Kauf von Herrenschuhen. Die Damenabteilung meines Schuhladens kennt mich. Ich werde freundlich begrüßt und zuvorkommend bedient. Nett. Mit dem Mann in der Herrenabteilung nach Chelsea Boots fragen oder nach schwarzen Timberlands, die sie nicht hatten, war aber ganz verkehrt. Die alte Verkäuferin war extrem von oben herab. Gut, der Mann trägt jetzt sowas, das man Bart nennen könnte, der ist über die 3 Tage hinaus und die Haare sind was länger als ein Mann in dem Alter gemeinhin trägt, weil er ja dann meist keine mehr hat, aber eine dicke alte Verkäuferin muss mir nicht spitz kommen, da werde ich ungemütlich.

Aber war es denn nicht früher häufig so, dass bestimmte Kunden gerne mal von gewissen Verkäufern in gehobenen Geschäften etwas kurz bedient wurden? Wollte man damals denn nicht auch eine ganz bestimmte Kundschaft haben und keine hergelaufene? In Frankreich und Italien wird man von Kellnern immer von oben herab bedient. In Potsdam noch 2009.

Ich halte es für eine alte Tradition in Europa.
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troll13

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Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
« Antwort #6 am: 06. September 2014, 23:14:33 »

Das beruhigt mich ja schon ein wenig aber ich frage mich trotzdem, warum bei der Anfrage nach Gehölzen, die eigentlich zum Standardsortiment gehören, hier oft die einschlägigen internetanbieter empfohlen werden.
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pearl

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Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
« Antwort #7 am: 06. September 2014, 23:42:36 »

ist das so? Bei Stauden achte ich sehr darauf immer die jungen engagierten handwerklich arbeitenden Staudenanbieter zu empfehlen. Vorgestern noch sagte ich: "warum fährt sie denn nicht zu Kirschenlohr?" Statt bei Stade zu bestellen. Es ist so viel besser und lehrreicher jeden Monat über Jahre hinweg pflanzenproduzierende Betriebe zu besuchen. Alleine, mit Zeit. Nicht in diesen Busladungen und gehetzt durch Abfahrzeiten und straff getaktete Programme. Ich habe bei Nick Müller in Bammental über Jahre so viel gelernt! Am lebenden Beispiel und gut unterrichtet durch den Meister.
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Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
« Antwort #8 am: 06. September 2014, 23:56:16 »

natürlich ist es wichtig eine gute Beziehung aufzubauen und dafür muss man etwas investieren. In deinem beschriebenen Fall geht es ja um eine einzige erste Reaktion.

Schlechter Tag. Falscher Mitarbeiter. Stress mit einem anderen Kunden. Probleme mit einem Lieferanten. Auf allen lastet immer mehr Druck. Vor allem Zeitdruck.

Gib dem fraglichen Betrieb eine Chance und vielleicht ist die Dame, die du beraten hast, bereit es noch einmal in der Baumschule zu versuchen. Mit irgendwas, das man immer brauchen kann oder sie schaut sich mal um oder lässt sich beraten.

Das würde helfen. Denn manche Damen haben einfach keine Zeit dafür sich die Sachen selber auszusuchen, die sie selber brauchen. In meinem Fall kenne ich eine Dame, die auf meine Antwort auf ihre Frage sagte: da habe ich keine Zeit für. Wofür? Sich mal nach der passenden Pflanze in der Gärtnerei selber umzuschauen. Fertige Lösungen und jemand, der Aufträge ausführt. Für nix. Das habe ich schon häufig erlebt.
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Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
« Antwort #9 am: 07. September 2014, 09:14:16 »


Ist der deutsche Einzelhandel, einschließlich dem Gartenbau, vielleicht wirklich selbst schuld, wenn ihm die Kunden wegbleiben und lieber gleich im Internet bestellen?
 

Ich muss da leider von ähnlichen Erfahrungen berichten. Ich habe mich damals auch sehr geärgert, von wegen regionale Wirtschaft stärken. Das wollen die gar nicht :-X . Und ich dachte das liegt an der Servicewüste Ostdeutschland.

Im Frühjahr 2013 hatte ich für meine Einfahrtbepflanzung eine Gehölzliste über genau 20 Stück in ordentlicher botanischer Bezeichnung aufgestellt und wollte bei 4 regionalen Baumschulen ein Angebot abfragen.

Auf meine E- Mail, mit meiner kompletten Adresse im Absender, kamen die erstaunlichsten Antworten. Sie würden mir gern ein Angebot erstellen, das würde aber 20,- Euro kosten ??? . Für meine Branche unvorstellbar, da werden teure komplette Kalkulationabteilungen vorgehalten, um komplizierteste Angebote kostenfrei zu erstellen. Und eine Baumschule schafft es nicht 20 Preise hinzuschreiben :o ?

Ein anderes Unternehmen antwortete "...leider übernehmen wir keine derart umfangreichen angebote/komplettierungen bei fremdplanungen" hä ? ???

Eine andere Baumschule hatte von den 20 Gehölzen gerade einmal 6 anzubieten, von der letzten bekam ich erst gar keine Antwort.

Nun wenn das so ist. Ich habe dann mit völlig ruhigem Gewissen alle Gehölze online bestellt und wie gewohnt wunderbare Ware erhalten.

Da es mir vor Jahren mit dem Wunsch nach einheimischen Gehölzen ähnlich ging, werde ich diesen Versuch auch nicht noch einmal starten und weiterhin online bestellen.

Bei Baumschulen und Gärtnern in der Nähe beschleicht mich eh oft das ungute Gefühl, die Mitarbeiter mit meinen gezielten Fragen unter Verwendung botanischer Bezeichnuingen zu überfordern und ich bin ganz sicher nicht der Freak ::) .
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Es genügt nicht, mit den Pflanzen zu sprechen, man muss ihnen auch zuhören. David Bergmann

Majalis

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Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
« Antwort #10 am: 07. September 2014, 11:21:54 »

Bevor ich Pflanzen online bestelle, schaue ich immer erst mal bei der einzig verbliebenen Baumschule/Staudengärtnerei vor Ort vorbei, ob meine pflanzlichen Wünsche dort vorrätig sind. Es macht mir einerseits einfach Spaß dort durch die Reihen zu schleichen und zu schauen, andererseits sehe ich die Qualität und Größe gerne vorher.

Ist etwas gerade ausverkauft und wird wieder vermehrt, so bieten mir die Mitarbeiter dort einen Rückruf an, wenn die Pflanze wieder verfügbar ist. Je nach dem an wen ich da gerate, wird mir dieser Service ganz selbstverstänlich angeboten oder auch nach den Motto "Wer stört" - wäre mir so ziemlich egal, hauptsache ich bekomme meine Pflanzen.

Ja, und genau dort liegt der Hase im Pfeffer, man hat mich eben noch nie zurückgerufen :( :( :( .
Beim neuerlichen Besuch in der Gärtnerei sehe ich dann die Objekte meiner Begierde wieder im Verkauf, auf diese Information warte ich zu Hause vergebens.
Darauf angesprochen, reagiert man mit einem Schulterzucken, vermutlich bin ich nicht Großkunde, um sich zu bemühen. Übers Jahr verteilt und über die Jahre gesehen habe ich allerdings schon etliche Euronen dort gelassen.

Bestelle ich per Internet bei den einschlägigen Staudenversendern, so halte ich nach ein paar Tagen meine Schätze in der Hand.

Trotzdem pilgere ich regelmäßig in diese einzige echte Gärtnerei, ich mag diese Tuchfühlung einfach zu gerne. Konsequent ist das nicht 8), ich warte optimistisch auf den Gegenbeweis.
Dabei schwanke ich immer zwischen den beiden Optionen "sie wollen nicht" und "sie können es einfach nicht".
Aktuell habe ich einen Baum bestellt, den sie mir besorgen wollen. Ich bin sehr gespannt, ob sich diesmal etwas tut ;D .

Soweit mein Beitrag zur Unterstützung der heimischen und örtlichen Wirtschaft.

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sarastro

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Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
« Antwort #11 am: 07. September 2014, 13:25:07 »

Du bist kein Nestbeschmutzer, wirklich nicht! Die Gärtnereien und Baumschulen sollten sich viel mehr um Kunden engagieren und sie mit Begeisterung und Kompetenz betüdeln.

Hier in Österreich ist es allerdings umgekehrt. Wenn ich als Privatmensch in einer Baumschule einen Sonderwunsch habe, so wird alles daran gesetzt, dass dieser auch erfüllt wird. Die jeweilige Pflanze wird besorgt und irgendwann bekommt der Kunde X seinen Wunsch XY.
So habe ich dies in all den Jahren auch mitbekommen. Die Baumschulsortimente sind hier zwar auf Schmalspur ausgerichtet, aber Sonderwünsche erfüllen die meisten durchaus. Es dauert aber meist.

Aber - und diese Frage stelle ich mir in unserem Fall: wo überschreite ich hier die Grenze des Unökonomischen? Wir haben nahezu 3.000 Stauden, die beinahe keinen Wunsch offen lassen. Muss ich mir diese von oben gesteuerte Hype mit Echinacea und Heuchera antun?

Nein - wir machen dies ganz einfach nicht mit und sind bis jetzt ganz gut damit gefahren. Das Staudensortiment ist auch so groß genug, wir setzen unseren Schwerpunkt woanders. Dann muss eben die Kundschaft Echinacea Dingsbums bei Kirschenlohr bestellen. Da darf man auch mal den Mut haben, Nein zu sagen. Kommt eh selten genug vor.

Ham wa nich und krieg'ng ma nich! Oder auf innviertlerisch "des homma net und woll'n ma net"! ;D ;D ;D :o
« Letzte Änderung: 07. September 2014, 13:28:56 von sarastro »
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enaira

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Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
« Antwort #12 am: 07. September 2014, 13:36:43 »

Sarastro, du kannst diese Aussage dann ja auch g'scheit begründen... :D
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Ariane

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Mediterraneus

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Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
« Antwort #13 am: 07. September 2014, 13:43:11 »

Zunächst mal: Wenn ich in meine Stammgärtnereien gehe, dann haben die meistens nicht das, was ich will ::)
Das liegt aber zugegebenermaßen an mir :-X

Ich halte es wie Majalis. Ich bin penetrant. Ich lasse mich als Kunden nicht vertreiben, auch wenn sie mal nen schlechten Tag haben.
Ich unterstützte meine Stammgärtnereien, ob sie´s wollen oder nicht ;D

(Im Ernst, man muss froh sein, wenn es noch eine Gärtnerei in der Nähe gibt, die nicht nur verkaufen, sondern auch richtige Pflanzen vermehren. Ich geh da hin, schon allein wegen allen Sinnen, die dort angesprochen werden, echte Pflanzen, echter Duft, in die Hand nehmen, Wurzeln und Erde prüfen...., das bekomm ich nicht Online. Wenn es nicht anders geht, dann bestell ich aber auch im Internet, aber auch von meinermeinungnach "richtigen Gärtnereien" )
« Letzte Änderung: 07. September 2014, 13:44:30 von Mediterraneus »
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Andere haben schließlich auch irgendeine Ahnung

sarastro

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Re:Dienstleistungswüste Deutschland?
« Antwort #14 am: 07. September 2014, 13:54:43 »

Ein großes Hauptübel ist der wenige bis gar nicht vorhandene Enthusiasmus vieler Angestellten im Gartenbau-Endverkauf, sowie die auf ein Minimum ausgestatteten Pflanzenkenntnisse samt der damit einhergehenden Verwendungsmöglichkeit, einschließlich der Allgemeinbildung und des Schulabschlusses. Das mag in D ein wenig besser sein und in der Schweiz "fast" optimal, nicht aber in A.

Sie machen ihren Job nach der HDV und Schluss. Wie Beamte. Keinerlei Begeisterung dahinter. Wenn ich dann zur Begrüßung "Jetzt müssen's woatn" oder "Gleich" entgegenbekomme, schwillt mir schon der Kamm.

Schuld an der Misere ist vor allem auch die im Vergleich zu anderen Berufen chronische Unterbezahlung. Und der Gärtnerjob ist in der Gesellschaft eben immer noch sehr unten angesetzt. Auch wieder ein Fehler des Berufsstandes.

Nur grüne, geschmacklose Uniformen zu verteilen mit "Grün ist Leben" genügt eben nicht. Und großflächig mit bodenständiger Qualität zu werben gilt schon lange nicht mehr, wenn es sich um überwiegende Handelsware aus Holland handelt. Kann ich mir dabei noch ins Gesicht schauen?

Sagst du noch mal was über Nestbeschmutzer? ;D ;) :-*
« Letzte Änderung: 07. September 2014, 13:56:53 von sarastro »
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