Elfriede,
würde der Grauschimmel nicht im Laufe des Jahres größere Schäden anrichten als nur die Blätter zu verkrumpeln? Mich macht auch stutzig, dass Barbara betont, dass sich dieses Phänomen gerade an jungen Sprossen bemerkbar macht, nicht aber an abgestorbenen Pflanzenteilen und sich dann erst auf dem (gesunden) Rest der Pflanze ausbreitet. Dieses Verhalten wäre typisch für den Schwächeparasiten Grauschimmel. (Ich konnte das ganz eindrucksvoll an unserer Strauchpäonie beobachten, bis sich unsere Wege wegen ihrer Pilzanfälligkeit getrennt haben.)
Viridiflora,
mit dem "nur aus eigener Erfahrung wird man wirklich klug" widerspreche ich Dir ein bißchen. Wir haben ein Grundstück erworben, dass - bedingt durch die vorangegangene landwirtschaftliche Nutzung - über etliche Jahre eine hohe Anfälligkeit für Pilzerkrankungen mitbrachte, was man auch sehr gut in unserer Nachbarschaft beobachten konnte und teilweise immer noch kann. Das hat zum einen dazu geführt, dass wir bei unseren Pflanzen eine brutale Selektion im Hinblick aus Pilzanfälligkeit durchgeführt haben. Zum anderen bin ich stets wahnsinnig froh gewesen, wenn ich auf fachmännischen Rat zurückgreifen konnte, sobald ich mit meinem Latein am Ende war. Mit meinen eigenen (fehlenden) Erfahrungen hätte ich da mehr Schaden als Nutzen angerichtet und das wollte ich meinen Pflanzen nicht antun.
Ein für mich wichtiger Punkt ist auch, Spritzmittel sinnvoll einzusetzen. D.h. beispielsweise, dass ich, bevor ich ein für eine bestimmte Krankheit anwendbares Spritzmittel verteile, auch darauf achte, den richtigen Zeitpunkt zu erwischen. Es bringt nichts und belastet nur die Umwelt, Fungizide zu spritzen, obwohl in der konkreten Situation gar keine Gefahr droht, dass sich dieser spezielle Pilz überhaupt ausbreitet bzw. ausbreiten kann. Auf der anderen Seite weiß ich auch, dass beim Zusammentreffen bestimmter Faktoren sich Pilzerkrankungen explosionsartig ausbreiten können. Wenn wir da zur richtigen Zeit vorbeugend spritzen, kehrt schnell Ruhe ein, ohne dass wir wochen- oder monatelang an den betroffenen Pflanzen herumdoktoren müssen. (Das heißt jetzt aber bitte nicht, dass wir wie wild mit Giften in der Gegend herumferkeln. Gibt es eine weniger belastende und ausreichende Möglichkeit, z.B. das Absammeln der befallenen Blätter, wähle ich lieber diese.)
LG
Christiane