Macrantha, ich meinte lediglich, dass die oft auf Bildern gesehene natürliche Wuchsform der jap. Ahorne, die uns meist sehr anspricht, oft durch kontinuierlichen Schnitt erreicht wird. Wenn man dann hier einen solchen Ahorn pflanzt, sind die Leute oft enttäuscht, dass es anders aussiehtals erwartet, und erst nach vielen Jahrzehnten das gewünschte Aussehen erreicht ist, wenn man nicht nachhilft. Das hätte ich wohl gleich genauer erklären sollen, Entschuldigung.
Du hast natürlich recht, wenn Du sagst, er wird durch den Schnitt vermehrt austreiben, aber war es nicht Cornelias Wunsch, dass er schnell wieder die Lücke in der Krone schließt?
Ich meine mich zu erinnern, dass diese Pflanze sowieso wie ein Hochstämmchen geschnitten war, oder hab ich das jetzt falsch im Kopf.
Fars,
Ich spreche ja nicht davon, dass man aus einem A. dissectrum eine Feldahornmäßig geschnittene Hecke machen kann. Das wäre natürlich Unsinn. Du stimme Dir auch zu, wenn Du sagst, dass einige der japanische Acersorten bei uns u. U. nicht gut wachsen und anfällig sind.
Aber es stimmt schon lange nicht mehr, dass der Weg eines gelungen Bonsais mit Leiche gepflastert ist. Das war früher so, als man auf Deuwel komm raus mit Importware versucht hat, Bonsai in Deutschland zu machen. Und wenn ich sehe, wie viele Stauden gepflanzt werden, die dann aufgrund von unpassenden Bedingungen eingehen, was aber einfach als Erfahrungswert abgebucht wird, während wenn ein Bonai auf der Strecke bleibt, gleich einer schreit "Baummörder"verstehe ich das nicht.
Was Deine Aussage über die Substrate bei Bonsai betrifft, so stimmt die nicht mehr. Schon seit geraumer Zeit sind Bonsai nicht mehr im pilzfreien Substrat. Es wird sogar gerade darauf geachtet, das der Baum Symbiosepilze nach dem Umtopfen wieder entwickelt, und bei Bedarf wird das Substrat geimpft, um dem Baum die notwendige Symbiose zu ermöglichen.
Die von Dir erwähnte Industrieware wird in der Bonsaiszene auch absolut abgelehnt.
Meiner Meinung nach unterscheidet diese sich aber nicht von den Wegwerfpflanzen, die in millionenfacher Ausfertigung in den Baumärkten landen, zur Einmalpflanzung in den Gärten.
Es ging nicht um Sinn und Zweck von Einsatz von großem Gerät bei Bonsaigestaltungen. Es ging darum, verständlich zu machen, das bei Bonsai nicht nur Blattstängel beschnitten werden, sondern oft auch große Äste, und da nicht anders mit umgegangen wird, als bei anderen Gartenpflanzen. Und somit auch Methoden der Bonsaigestaltung auf Gartenpflanzen übertragbar sind.
Ich glaube nicht, das jetzt einer der Leser hier sich die nächste Kettensäge greift, und auf seine Gartenbäume zustürmt.
Es entstand der Eindruck, dass die Gestaltung von Bonsai mit der Verstümmelung von Bäumen einhergeht, die dann in ungeeignetem Substrat unter unnatürlichen Bedingungen wie Koma- Patienten durch ständige Betreuung und dauernde Beobachtung am Leben erhalten werden müssen. Dies ist schlicht falsch.
Die Bäume erhalten eigendlich optimale Behandlung:
gutes Substrat, guter Dünger, und davon reichlich, viel Wasser, und die richtigen Lebensbedingungen.
Es ist auch nicht so ganz richtig, das Bonsai ungezieferfreier gehalten werden. Wenn die Bäume optimal gepflegt werden, bekommen sie nicht so schnell Ungeziefer, stimmt eher. Und die Weißölspritzung, mit der überwinternde Schädlinge beseitigt werden, ist doch wohl auch im normalen Gartenbau üblich.
Natürlich wird etwas gegen Ungeziefer gemacht, wenn es auftritt. Aber eben mit den gleichen Maßnahmen wie bei anderen Gartenpflanzen. Mit Brühen, durch ablesen oder wenn einer Anhänger der Chemie ist, eben damit. Auch dies Behandlung unterscheidet sich nicht von der von Rosen und Stauden im normalen Garten.
Aber hat hat doch alles nichts mit der Ausgangsfrage zu tun.
Man kann jetzt seitenweise darüber diskutieren, ob es Sinn macht, Bonsai zu halten und gestalten oder nicht.
Es ging um diesen A. dissectrum.
Cornelia will ihn ja an eine geeignetere Stelle pflanzen, und sie will die Krone wieder dicht haben. Ich sage, dann schneide ihn nächstes Jahr in Form, du sagst, lass es, die jap. Ahörner bekommen leicht Pilze nach dem Schnitt.
O. K. lass es mich so formulieren: eine gesunden kräftigen japanische Ahorn kann man schneiden muss es aber nicht.
Ich würde es machen, um schneller an das gewünschte Ergebnis zu kommen, aber das ist nur meine Meinung, die ich aber nicht nur aus den Bonsaibereich habe.
Es ist natürlich keine gute Idee, einen ohnehin geschwächten Baum zu schneiden, aber das ist es nie, auch bei Einheimischen nicht.
Bleibt für Cornelia immer noch die Frage nach dem geeigneten Baum an dieser Stelle.