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News: Wenn im Mai die Bienen schwärmen, sollte man vor Freude lärmen
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30. Mai 2020, 15:00:07
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Autor Thema: Sinnvolle Mehrsortenbäume  (Gelesen 2227 mal)

ringelnatz

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Re: Sinnvolle Mehrsortenbäume
« Antwort #15 am: 30. Oktober 2019, 22:03:43 »

Frage an Jack:
Was hast du denn für konkrete Erfahrungen mit Apfelmehrsortenbäumen? Also welche Sorten, wie aufgebaut?

Bin gerade am Planen (siehe anderen Thread) und dachte an Kaiser Wilhelm als Basis, darauf dann Geheimrat Breuhahn und Dülmener Rosenapfel. Wenn ich den Baum aber so plane, dass ich sehr ähnlich wuchsstarke Sorten nehme, könnte das doch funktionieren?

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Waldgärtner

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Re: Sinnvolle Mehrsortenbäume
« Antwort #16 am: 02. April 2020, 10:41:32 »

Dieses Jahr habe ich die ersten drei Mehrsortenbäume von Grund auf veredelt. Ansonsten habe ich bislang immer in bestehenden Bäumen rumgepfropft.
Diesmal habe ich jeweils einen Baum aus der Baumschule gekauft und Stammverlängerung und 4 Leitäste umgepfropft.
Das ganze war relativ spontan, daher musste ich das nehmen, was es in der Baumschule noch an Sorten gab.

1. Baum (Kaiser Wilhelm) mit eher schwachwüchsigen Sorten
Stammitte: Königlicher Kurzstiel (so bleibt der Baum zumindest adlig höhö).
- Discovery
- Zuccalmalio-Renette
- Finkenwerder Herbstprinz
- Stark Earliest

2. Baum (rote Sternrenette) mit eher starkwüchsigen Sorten
Stammitte: Rotfranch (Name (rot) passt und die Sorte bildet eh keinen guten Stamm)
- roter Berlepsch
- Zabergäu
- Karmijn de Sonnaville
- Holsteiner Cox

3. Baum (Schöner aus Wiedenbrück) mit englischen Sorten auf den Leitästen, die ich mir letztes Jahr noch als Buschbäume bestellt habe (soweit Informationen verfügbar waren, wachsen die alle eher mittelstark)
Stammitte: Strauwalds Parmäne
- Fall Russet
- St. Edmund Pippin
- Herefordshire Russet
- Pitmatson Pineapple

Wie gut das klappt, sehe ich in den nächsten Jahren.
Das sind natürlich auch Experimente, aber irgendwie muss man ja anfangen und Erfahrungen sammeln :)

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saugrün

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Re: Sinnvolle Mehrsortenbäume
« Antwort #17 am: 02. April 2020, 16:47:36 »

Das sind aber drei spannende Bäume mit interessanten Sorten, bitte weiter berichten.
Auf welcher Unterlage stehen die denn?
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Waldgärtner

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Re: Sinnvolle Mehrsortenbäume
« Antwort #18 am: 03. April 2020, 06:37:00 »

Das sind aber drei spannende Bäume mit interessanten Sorten, bitte weiter berichten.
Auf welcher Unterlage stehen die denn?

Mach ich gerne. Zunächst muss ich mal schauen, ob alle anwachsen. Teilweise waren es recht dünne Reiser auf ziemlich dicke Äste.
Dementsprechend gab es eine Mischung aus Kopulation mit Gegenzunge und Spaltpfropfen.

Das sind alles Hochstämme. Genau weiß ich es nicht, aber ich würde Bittenfelder Sämling (weil weit verbreitet) als Unterlage vermuten.
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Talkrabb

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Re: Sinnvolle Mehrsortenbäume
« Antwort #19 am: 04. April 2020, 19:56:56 »

Inwieweit sie sinnvoll sind kann ich noch nicht abschätzen, ich habe dieses Jahr folgende Mehrsortenbäume veredelt bzw. zum Teil Sorten auf bestehende Bäume (alles sind noch Junge Bäume) hinzuveredelt:

Apfel
Jakob Fischer auf Slg. mit einem Ast Virginischer Rosenapfel, evtl. kommt noch ein Georg Cave drauf. Da muss ich die Sortenechtheit aber noch verifizieren und warte bis nächstes Jahr.

Apfel
Zabergäurenette auf Slg. mit 4 Leitästen (Zabergäurenette, Rote Sternrenette, Brettacher, Virginischer Rosenapfel) und einer Mitte (Jakob Fischer)

Birne
Geishirtle auf Slg. mit vier Leitästen, davon einer Williams Christ und ein weiterer Alexander Lukas

Kirsche
Regina (Mitte) auf Gisela 17 mit vier Leitästen mit Kassins Frühe, Werdersche Braune, Weiße Spanische und Schneiders späte Knorpelkirsche

Ich plane weitere Mehrsortenbäume. Unter anderem werde ich die Empfehlungen von Petzold (Biornensorten, 1989) aufgreifen und mir zwei Birnenmehrsortenbäume zur "ganzjährigen" Versorgung übers Jahr verdeln. Einzelne Sorten werde ich evtl. durch in der Reife und Wuchsstärke ähnliche Sorten ersetzen. Er empfiehlt:
1. Baum: Mittelast Trevoux, Leitäste: Williams Christ, Gute Luise/oder Marianne, Conference
2. Baum: Mittelast Vereinsdechant, Leitäste: Jeanne d'Arc, Präsident Drouard, Josephine Mecheln

Heiner Schmid empfiehlt in seinem Buch "Pflanzen veredeln" (1994) neben der Birne auch von Kirschen und Zwetschgen Mehrsortenbäume zu veredeln, da ausgewachsene Bäume auf starkwachsenden Unterlagen viel Ertrag haben, dieser aber nicht immer zum Reifezeitpunkt komplett verarbeitbar ist.

Kirsche: Mitte: Glemser Leitäste: Burlat, Erika, Unterländer
--> Etwas in diese Richtung habe ich mir bereits gebastelt.

Zwetschge: Mitte: Herman Leitäste: Bühler, Valor, President (für warme Lagen) sonst Valjevka
--> Da überlege ich noch. Unter anderem schwebt mir ein Reneklodenbaum mit verschiedenen Reneklodensorten vor (auf eine Große grüne Reneklode dazu veredelt)

Ein großes Problem bei Mehrsortenbäumen ist die unterschiedliche Wuchsstärke der einzelnen Sorten gut zu kombinieren. Siehe z.B. den Mehrsortenbaum auf der Seite des OGV Leutenbach (die Sorten stehen leider nicht dabei). Dazu kann ich bei meinen jungen Bäumen leider bisher nur wenig sagen.

 Ansonsten sichere ich mir einzelne Sorten auf älteren Ertragsbäumen, das sind aber eher keine Mehrsortenbäume im Sinne des Threads.

Off-Topic: Erfreuliche Nachricht. Ich habe dieses Jahr erstmals Kirschen veredelt und alle Edelreiser sind angewachsen. Bin stolz wie Oskar.  8)
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saugrün

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Re: Sinnvolle Mehrsortenbäume
« Antwort #20 am: 05. April 2020, 21:17:35 »

Der "sinnvolle" und damit geplante Mehrsortenbaum steht bei mir noch aus, weil es noch den Standort braucht. Es gibt zwei vorläufige, improvisierte, bei denen aber die bestehende Grundsorte und die Unterlage nur wegen bisheriger Unzufriedenheit mit den Sorten gewählt worden sind:
Birne: Ursprünglich wahrscheinlich Alexander Lucas auf Quitte, nun unten mit Stuttgarter Geißhirtle und Feigenbirne von Alencon bestückt, hinauf zur Gräfin von Paris, Madame Verte und Josephine von Mecheln.
Apfel: Ursprünglich Onatrio auf M26, darauf sind nun neu Roter von Simonffi, Lombarts Kalvill, Gestrickte Reinette und Königlicher Kurzstiel.
Beide Bäume sind eher ein Test, wie das alles im Verhältnis und im Wuchs zueinander passt. Drei Sorten habe ich auch noch nicht selbst verkostet, die sind also noch nicht in Stein gemeißelt. Also eine vorläufige engere Wahl, die dann in ein paar Jahren zum "sinnvollen Mehrsortenbaum" mit besserer Wurzel und besserem Stamm werden kann/darf/soll - abwarten.
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Talkrabb

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Re: Sinnvolle Mehrsortenbäume
« Antwort #21 am: 07. Mai 2020, 21:47:47 »

Aktuelle Aufnahme (leider nicht wirklich aussagekräftig) meines Kirschen-Mehrsortenbaum (s. oben). Kassins frühe wird später drauf veredelt. Der vorgesehene Trieb war zu dünn für das Edelreis.



Die weitere Entwicklung werde ich hier dokumentieren.
« Letzte Änderung: 07. Mai 2020, 21:51:33 von Talkrabb »
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