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Autor Thema: schwarze johannisbeeren- sorten?  (Gelesen 38053 mal)

Wühlmaus

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Re: schwarze johannisbeeren- sorten?
« Antwort #165 am: 29. Juni 2018, 14:12:44 »

Danke!
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WühlmausGrüße

"Das Schiff ist sicherer, wenn es im Hafen liegt. Aber dafür wurde es nicht gebaut." Paulo Coelho

Wurmkönig

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Re: schwarze johannisbeeren- sorten?
« Antwort #166 am: 29. Juni 2018, 15:54:32 »

Dies hörte für mich so an, als ob sie es doch schon bei dir getan hätte, heuer aber eben nicht.

Im Druckwerk des Bundessortenamts müsste diese Abweichung vermerkt worden sein, was sie aber nicht ist und wenn ich jetzt bei Google Bilder "Mailing jet ribes" eingebe, kommen Bilder von Pflanzen, die am einjährigen Holz tragen (Solang dir richtige Sorte abgebildet wird)


Ja letztes Jahr hat sie getragen - heuer gar nicht. Ich habe sie im Winter aber geschnitten - möglicherweise etwas zu stark.

Ich bin ein großer Freund der Spindelerziehung, an 2 Sorten (eventuell Titania und Kristin) habe ich letztes Jahr den Trieb ca. 180 cm hoch gezogen - eine einzige gerade Rute vom Boden weg ohne irgendwelche Verzweigungen. Gefruchtet hat heuer nur die oberste Hälfte, im unteren Bereich gab es nur Triebwachstum. Bei "gut ausgereift" hätte der untere Teil meines Erachtens tragen müssen, hat er aber nicht - bei beiden Sorten.

Ich vermute, dass Lichteinfall bzw. Beschattung auch eine Rolle spielen - die Malling Jet steht hinter einer Rovada-Spindel. Allerdings die "Rosenthals Langtraubige" auch - und die hat heuer gefruchtet und die habe ich auch im Winter geschnitten. Rätsel über Rätsel ...

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555Nase

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Re: schwarze johannisbeeren- sorten?
« Antwort #167 am: 30. Juni 2018, 02:19:52 »

Nemesia, hatest du nicht letztes Jahr einen Link zum Spindelschnitt bei Johannisbeeren eingestellt?
Diese Schnittanleitung ist auf jeden Fall Schuld  ( ;)), dass ich seit dem Winter endlich für meine Johannisbeeren ein Holzgerüst zum aufbinden habe :D

Mir ist der Spindelschnitt bei Obstbäumen bekannt >>> https://www.br.de/themen/ratgeber/inhalt/garten/praxis-ratgeber-pflege-spindelobst102.html
Wie geht das mit einem Johannisbeerbusch ??
« Letzte Änderung: 30. Juni 2018, 02:24:25 von 555Nase »
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Gruß aus Karl-Chemnitz-Murx

Nemesia Elfensp.

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Re: schwarze johannisbeeren- sorten?
« Antwort #168 am: 30. Juni 2018, 21:45:39 »


Wie geht das mit einem Johannisbeerbusch ??
z.b. so :D





Edit: habe erst am 14. 7.18 gesehen, dass meine Verlinkung nicht funktionierte und habe es dann "repariert". Danke für den Hinweis und die nachfolgene Unterstützung im nächsten Beitrag.
« Letzte Änderung: 14. Juli 2018, 22:29:40 von Nemesia Elfensp. »
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Aromasüß

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Re: schwarze johannisbeeren- sorten?
« Antwort #169 am: 12. Juli 2018, 06:28:34 »

So klappt die Verlinkung von Nemesia Elfensp. zur Spindel-Anleitung (1- bis 3-triebig):

http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:101:1-20081204149
http://d-nb.info/991615557/34
(= Erziehung von Johannis-, Stachel- und Jostabeeren als Spindel und Hecke. - Bayer. Gartenakademie 2008, Merkblatt)

Wobei eine weitere Anleitung auch dem Erziehungssystem der Büsche in Strauchstreifen ihr Gutes abgewinnt (besserer Wuchs der Bodentriebe), neben der Spindel und der Zweiast-Hecke:

https://shop.fibl.org/CHde/mwdownloads/download/link/id/232/?ref=1
(= Biologischer Anbau von Strauchbeeren. - FiBL 2004 Wien, Merkblatt)

Und ähnlich von der Gartenakademie Rheinland-Pfalz (Schnitt und Erziehung auch der Büsche. Spindel und Mehrtrieber am Drahtrahmen):
https://www.lrp-kleingaertner.de/images/pdf/ausbildungsunterlagen/16.03.2013/angepasster_schnitt_jobe_og.doc

Alle 3 Anleitungen mit Zeichnungen
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Aromasüß

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Re: schwarze johannisbeeren- sorten?
« Antwort #170 am: 14. Juli 2018, 14:32:54 »

Sie [die Bona] hat ja auch einige gute Eigenschaften. Aber nicht die, die er sucht, nämlich einen kräftigen, harzigen Johannisbeergeschmack, keine Zuckerbeeren. ... Da muss das Aroma stark sein :-)

Nach dem echten Cassis-Geschmack - wild aromatisch, duftend, vollwürzig mildsäuerlich feinherb und "trocken" nachschmeckend - habe ich Sehnsucht, seitdem ich diese Mundexplosionen der Aromastoffe zu Jugendzeiten im Obstgarten meiner Großeltern jeden Sommer auskosten konnte.

Hier berichte ich, wie ich mir diesen Cassis-Geschmack in dieser Saison im Garten herangezogen habe.

Ich habe nur Sorten genommen, die als robust oder widerstandsfähig (="resistent") gegen Mehltau gelten und in Frankreich verbreitet sind. Bei mir im Garten erwiesen sie sich als völlig gesund von Pilzkrankheiten und fruchteten gleich im ersten Jahr (mit Ausnahme des Noir de Bourgogne, dem bei mir die Läuse sehr zu schaffen machen). Unsere Geschmackserfahrungen (probiert hat auch mein Kind im Grundschulalter) aus der Ernte schreibe ich gleich dazu:


Cassis-Sorte aus FrankreichErfahrung in meinem Garten (1. Jahr)
Andega (bekannteste der neueren Sorten*)Hervorragendes Cassis-Aroma, mild süß-säuerlich; kleinfrüchtig
Ojeblanc (grüne Cassis-Beeren, denen das schwarze Farbpigment fehlt, neuere Sorte*)Edelaromatisch mit Cassis-Hintergrund, süß mit genug Säure; mittel- bis kleinfrüchtig
Royal de Naples (die wahrscheinlich älteste noch breit angebaute Cassis-Sorte, in Frankreich 1970 züchterisch verbessert, im Erwerbsobstbau als Befruchter, anspruchslos)Feinherber Cassisgeschmack, kleine rotschwarze Früchte (hätte vllt. noch etwas reifen können, in diesem Jahr schwer zu sagen)
Noir de Bourgogne (die berühmte klassische Cassis-Sorte, im Erwerbsanbau des Burgund für Spezialitäten, Likör Crème de Cassis und Kir Royal)Feinherber Cassisgeschmack, kleinere schwarze Früchte - leidet bei mir unter Läusen, hat im ersten Jahr nicht gefruchtet; ein dreijähriger Busch (von Deaflora) fruchtete dieses Jahr erstmals nennenswert
Arno (neuere Sorte*)Eher süß, aromatisch mit leichter Cassis-Note; größere Früchte - ähnlich wie Bona, aber mit Cassis-Aroma
Black Down (England, in Frankreich seit 1974 verbreitet für die Küche)Wenig aromatisch, herb (für uns etwas enttäuschend, vllt. haben wir diese Sorte zu früh geerntet?)

(Hier nicht dabei:
  • Tradimel, neuere Sorte* zur Verarbeitung, Versaftung: säuerlich-hocharomatisch, beliebt, ertragreich, wüchsig: muss ich noch probieren!
  • Bigno, neuere Sorte* für mildes Atlantikklima: mildsäuerlich für Frischverzehr, ertragreich )


Die Sorten mit (*) sind von der Beerenbaumschule Ribanjou oder von INRA (Nationales Institut für Agrarforschung) ausgelesen ("gezüchtet") und in Frankreich verbreitet.
Die "Baumschule für kleine Früchte" Ribanjou wurde 1980 gegründet von dem Botaniker Bernard Lantin, dem führenden Obstbauforscher für Beerenfrüchte Frankreichs (zunächst an der INRA). Den ersten Ruhm erwarb sich Lantin, als er der vom Mehltau bedrohten klassischen Sorte "Noir de Bourgogne" durch Erhaltungsselektion ihre Bedeutung im Erwerbsobstbau sicherte. In der großen Beerenkrise, die durch immer neue Wellen globalisierter Pilzstämme erzeugt war und im Grunde bis heute andauert, setzte sich Bernard Lantin dafür ein, robuste und widerständige ("resistente"), geschmacklich und ökologisch hochwertige Sorten zu vermehren. Um dem Karussell der Giftskandale im Beerenobst zu entkommen und die Biodiversität des Gartens mit seinem Obst zu fördern, stellte Ribanjou auf Bio um (wobei Netzschwefel auch im Bioanbau Frankreichs erlaubt ist). Die Hauptkunden der "Baumschule für kleine Früchte", inzwischen in 2. Generation, sind die Hausgärtner Frankreichs, die hier ein riesiges Sortiment finden.


Von der Bestellung in Frankreich bis zur Ernte in meinem Garten:

Bei Ribanjou habe ich die obigen Sorten per E-Mail bestellt, per Vorkasse bezahlt (rd. 7€ je Pflanze, 19€ Auslandsversand) und erhielt sie Anfang November als Päckchen.

In Frankreich werden Beerensträucher wurzelnackt (en racines nues) versandt. (Vorteile: a) geringe Versandkosten, b) nur richtig gut entwickelte Jungsträucher kommen zum Versand, denn der Kunde sieht in der durchsichtigen Plastiktüte alles.) Daher sind sie nur während der Saison bestellbar und werden nur während der Winterruhe der Pflanzen ab Anfang November bis Februar versandt.

Nach sofortigem Auspacken sollen die Nackten über Nacht in einen Eimer voll Lehm-/Erdbrühe gestellt und dann bald eingepflanzt werden.

Ab dem Austrieb und während des Fruchtens wirken manche der wohlriechenden Sorten sehr anziehend auf Läuse (insb. Noir de Bourgogne, auch Royal de Naples): Nach meiner Erfahrung reicht hier ein Ausräumen der Blattnester und intensives Spritzen mit Wasser. Alte Hausmittel wie das tropfnasse Einsprühen/Abreiben/Abwaschen der Sträucher mit Marseiller Seife empfehlen aktuelle französische Anleitungen bereits vor dem Blattaustrieb anzuwenden, um überwinternden Läusen (diverse Arten) entgegenzutreten. (Ähnlich wirkt mit Kaliseife die Fertigsprühflasche Neudosan Blattlausfrei.) Ich habe Brennnesseljauchen und Niemprodukte verwendet. Wie ich feststellen musste, sollten sie vor allem rechtzeitig eingesetzt werden, umgehend nach Blattaustrieb und dann bald wieder, sobald Bedarf besteht (dann hält sich auch der Arbeitsaufwand in engen Grenzen).

Mein Erntevolumen in diesem trockenen und frühreifen ersten Jahr, 8 Monate nach der Anpflanzung: ca. 2 Handvoll Beeren je Busch. Zum Ergebnis der Geschmacksproben siehe oben. Im nächsten Jahr wird es bestimmt mehr. Wer mehr Aroma-Ernte will, pflanzt mehr Büsche. Im nächsten Frühjahr werde ich meine Lieblingssorten per Absenker vermehren.


Französische Anleitungen empfehlen:
  • Vollsonniger Standort (lichter Halbschatten nur für die Klimazone in Mittelmeernähe, z. B. Provence).
  • REGEL-mäßige Trieb-Rotation: Französische Beerengärtner raten nachdrücklich, die vierjährige Trieb-Rotatation (Umtrieb) bei schwarzen Johannisbeeren strikt zu befolgen. Ein Busch soll nur aus 4 (max. 5) Trieben bestehen. JEDES Jahr im September wird der älteste (vierjährige) Trieb am Boden abgeschnitten und von den nachgewachsenen nur der kräftigste Jungtrieb behalten. Dieser Zeitaufwand von wenigen Minuten pro Jahr ist nötig, damit Cassis auf Dauer einen nennenswerten Ertrag an längeren Trauben bringen kann. Denn Cassis fruchtet vital nur am jungen Holz.
  • 60-80 cm Abstand am Beerenspalier, bei Büschen 100-150 cm - Ribanou empfiehlt, das Maß je nach Wuchsstärke zu wählen. Mir scheint mehr Abstand als 120 cm bei schwarzen Johannisbeeren nicht nötig, wenn sie - wie allseits empfohlen - auf vier bis fünf Triebe reduziert und regelmäßig verjüngt werden! Nur wenige Johannisbeersorten wachsen so kräftig wie der rote bekannte 'Jonkheer van Tets'. Die Schwarzen können ruhig näher zusammenrücken, denn mehr Sträucher bringen bei der Ernte mehr Beeren.
  • Ob Busch oder Beerenspalier, beide Erziehungsformen sind mit Cassis in Frankreich üblich. Dagegen empfehlen das Forschungsinstitut für Biologischen Landbau (FiBL Österreich/Schweiz/Deutschland) und die Gartenakademie Rheinland-Pfalz für Cassis die Buscherziehung (Reihen von Sträuchern unter Mulch; siehe Link unten) und die Spaliererziehung nur für die farbigen Johannisbeeren. Ich habe mich für die Büsche entschieden.
  • Eine großzügige Mulchpackung (Stroh, Staudenschnitt, unreifer Kompost) von 10-20 cm sorgt in Trockenphasen für ausreichend Feuchte bei den Flachwurzlern und bringt ihnen außerdem beste Ernährung. - Alle paar Tage zu gießen reicht unter der Mulchpackung auch während Trockenphasen in meinem ausgesprochen trockenen Garten.
  • Pflanzloch in der Flachwurzlerzone: zur guten Komposterde auf leichtem Boden gern Lehm dazumischen oder eine Schicht druntergeben


Resümee:

Der heute in Deutschland herrschenden Schwemme an Johannisbeersorten fehlt entweder Aroma, sie sind einfach nur groß ("Titania"). Oder sie stellen nach meiner Ansicht nur Farbvarianten des überall üblichen Süßstoffes dar, der mit Cassis nichts zu tun hat. Es ist dann ziemlich egal, welche Farbe die Beere hat.

Unsere Großeltern kannten den Cassis-Geschmack von Sorten wie Goliath, der direkt aus der Wildform ausgelesen war, oder Schwarzer Langtraubiger. Sie nutzten ihn für hocharomatische Mundexplosionen, Verfeinerungen von Zubereitungen in der Küche und für exzellenten Saft, gern auch gemischt mit anderen Beeren. Wer diesen Geschmack wieder entdecken will, greife zu den aktuellen Sorten aus Frankreich!


Internet-Adressen:

Cassis-Pflanzen online bestellen (per E-Mail völlig reibungslose Auslandsbestellung):
https://www.ribanjou.com/76-Cassissier

Empfohlene Beerensträucher, die schmackhaftesten Beeren:
https://www.ribanjou.com/meilleures-ventes
https://www.ribanjou.com/62-Les-plus-gouteuses

Angebote der Konkurrenz zu suchen unter 'pepiniere cassissier' (zum Vergleich, nur wenige Baumschulen versenden ins Ausland)

Fundierte Kulturanleitung des Cassis auf französisch (Fiches Techniques: "Le Cassissier"):
https://www.ribanjou.com/medias/cassis.pdf

Sortenliste kommentiert (inkl. Mehltauanfälligkeit, Links zu Bezugsadressen):
http://www.pommiers.com/cassis/cassissier.htm

Biologischer Anbau von Strauchbeeren, Merkblatt. FiBL 2004 Wien:
https://shop.fibl.org/CHde/mwdownloads/download/link/id/232/?ref=1

Führung durch die Beerensammlung von "Arche Noah":
https://www.arche-noah.at/files/fuehrung_beerensammlung.pdf
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Rib-isel

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Re: schwarze johannisbeeren- sorten?
« Antwort #171 am: 15. Juli 2018, 11:55:27 »

Wenn man sich die Anleitungen zur Spindelerziehung anguckt, dann sieht man, dass sie nie direckt auf r. nigrum eingehen, bzw sich eher auf die anderen Ribes konzentrieren. Wer die Eigenheiten von r nigrum kennt, weiss, dass das ganze eher unpraktikabel ist. Ein Trieb kann dann sowieso max 3 Jahre gehalten werden, bis er erstzt werden muss, vorausgesetzt, dass die Pflanze auch die nötige Wuchsleistung erbigt. Dann sind auch die Trauben, vor allem bei den alten Sorten, bei weitem kürzer. Man erziehlt also bei der Spindelerziehung, drei Triebe mit je einem zweischneidigem Ertrag.

Daher sollte man den Sinn einer Spindel, vor allem bei Ribes, nicht vergessen. Der Platzbedarf ist eher sekundär zu sehen. Es geht eher um die optimale ausreife von Trauben für den >>Frischverzehr<<. Verarbtungssfrüchte werden nie bis selten so erzogen. Dafür ist die Buscherziehung, im Zusammenhang mit der maschinellen Ernte, weit sinnvoller.

Sinnvoll​ ist es daher, Cassis durch Spindelerziehung zu kultivieren, wenn man im Garten den Frischverzehr in Betracht zieht (Solange der Platz eine geringere Problematik ist). Da kann ich all jene verstehen, die auch mehr Milde und Süße haben wollen. Es bringt nichts, eine, in der Verarbeitung vorzüglich schmeckende Sorte, aufwenig zu kultivieren, wenn man nur einen kleinen Ertrag kommt und beim Frischgenuss das Würgen bekommt.

Cassis ist eben vorrangig, und vorallem im gewerblichen Anbau, eben eine, zur Verarbeitung gedachte Frucht. Daher tue ich mir sehr schwer zu glauben, dass in Frankreich, Cassis durch Spindelerziehung kultiviert werden soll.
« Letzte Änderung: 15. Juli 2018, 15:10:58 von Rib-Huftier »
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Re: schwarze johannisbeeren- sorten?
« Antwort #172 am: 15. Juli 2018, 12:37:32 »

aktuelles Bild der Ojeblanc. Sie färbte sich -bräunlich- ein. Geschmack ist säuerlich, herb
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Re: schwarze johannisbeeren- sorten?
« Antwort #173 am: 15. Juli 2018, 12:40:04 »

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Re: schwarze johannisbeeren- sorten?
« Antwort #174 am: 15. Juli 2018, 13:48:54 »

In der kommerziellen Plantage einen Ort weiter werden sie als Büsche geführt, lange Reihen, relativ geringe Abstände. Aus der Entfernung siehts nach einem geschlossenen Feld aus. Die Kultur geht noch an den flachgründigen Südneigungslagen, wo andere Sachen schon nicht mehr gehen. Sie wachsen sehr dichttriebig, dem und der Rutenhöhe nach es sieht es so aus als würde alle paar Jahre einfach abgemäht werden. Kein Bioanbau, ausser er hat mittlerweile umgestellt. Maschinelle Ernte. Es geht um Kosteneffizienz und Ertragskraft. Problem für die Qualität sind nicht aromaarme Sorten, sondern folgernde Abreife. Bezahlt wird nach Inhaltsstoffgehalt, weniger Vitamin und Zucker - billiger. Die Hauptkonkurrenz sitzt in Polen.

Die anderen Systeme sind was für den Privatgarten, wo Gärnter mit kostenloser Zeit, wenig Platz werkeln und einen guten Anteil schöner Beeren für den Direktverzehr wollen.
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Rib-isel

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Re: schwarze johannisbeeren- sorten?
« Antwort #175 am: 15. Juli 2018, 15:12:40 »

Die anderen Systeme sind was für den Privatgarten, wo Gärnter mit kostenloser Zeit, wenig Platz werkeln und einen guten Anteil schöner Beeren für den Direktverzehr wollen.

meine Rede :)
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Re: schwarze johannisbeeren- sorten?
« Antwort #176 am: 15. Juli 2018, 16:52:20 »

Das geht schon mit den Spindeln, man muss im Winter halt genauer auf die Basistriebe schauen. Auch in der Umgebung gibt es in kommerziellen Plantagen Spindeln, meistens 3triebig.

Ich verwende die schwarzen auch nur zur Verarbeitung. Noir de Bourgogne habe ich auch, aber auch die Titania finde ich nicht so schlecht.
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cydorian

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Re: schwarze johannisbeeren- sorten?
« Antwort #177 am: 15. Juli 2018, 17:36:05 »

Titania hat er auch. Wegen der guten Erträge. Titania kommt auch bei mir im Garten hinreichend gut. Könnte aber durchaus eine etwas wuchsstärkere Sorte sein, für Spindeln hätte ich gerne höhere Triebe.
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Rib-isel

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Re: schwarze johannisbeeren- sorten?
« Antwort #178 am: 15. Juli 2018, 23:49:50 »

Ja, Titania würde gehen, die ist wirklich wüchsig und die Beerengröße ist auch ok, Mit so einer Sorte kann man gut eine Spindel versuchen.
Ansonsten würde ich noch einmal auf die kleine Tabelle verweisen, die ich hier vor kurzem postete, von Sorten, die eine längere Traube haben. Die Infos kommen da vom Bundessortenamt und es könnte die ein o. andere Sorte fehlen, da ich vor allem auf die Stiellänge schaute, falls Interesses besteht, kann ich noch einmal das Werk durch gucken.

Das geht schon mit den Spindeln, man muss im Winter halt genauer auf die Basistriebe schauen. Auch in der Umgebung gibt es in kommerziellen Plantagen Spindeln, meistens 3triebig.
 

Sind es wirklich schwarze?
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Aromasüß

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Re: schwarze johannisbeeren- sorten?
« Antwort #179 am: 16. Juli 2018, 07:41:34 »

Als Rib-Huftier kennst Du bestimmt die Geschichte von den Ribiseln, die über ganz lange Zeit als stinkend und wuchernd verschrieen waren, bis sie es vor ungefähr 100 Jahren auch in Österreich schafften, allmählich wegen ihres guten Geschmacks anerkannt zu werden. (Nachzulesen in "Führung durch die Beerensammlung von 'Arche Noah'".) Heute besteht der Trugschluß darin zu sagen, dass Cassis nur für die Verarbeitung tauge (ähnlich wie ein Wirtschaftsapfel), aber die farbigen Johannisbeeren zum Frischessen:

Die Würze mag Geschmackssache sein, aber es ist unbestritten, dass rote Johannisbeeren ungleich säuerlicher sind als schwarze (bei mir reifte der rote Jonkheer gleichzeitig, da wird der Kontrast zum Cassis sehr deutlich). Bei den Äpfeln bin ich Fan des Cox, aber weiß auch die Würze des Berlepsch sehr zu schätzen!

Also, den Ojeblanc, der von Ribanjou speziell für die Gartenkultur ausgelesen ist, habe ich vor 10 Tagen geerntet (dieses Jahr ist alles Obst früher reif): Seine Beeren schmecken hervorragend nach Cassis, sie zergehen geradezu im Mund und sind mild-würzig.


Um Deine interessante Frage nach Cassis am Beerenspalier (wie es in Deutschland genannt wird) zu beantworten, habe ich einige Abschnitte aus der oben genannten Kulturanteilung des Beeren- und Cassis-Spezialisten Ribanjou - vor allem für die Hausgärtner Frankreichs geschrieben -, übertragen:

Unterschieden wird darin die die tradionelle Kultur als Busch von der Erziehung am Stab.

Das "Stäben" der schwarzen Johannisbeeren (an einem "Gestänge" oder Stangenzaun = Palissage im Sinne eines Beerenspaliers) wird darin

"nachdrücklich empfohlen im Fall der Buscherziehung für Sorten von hoher Ertragsstärke. Es besteht aus einer einfachen externen Unterstützung des Triebs, um das Reifen und Ernten zu erleichtern."

Pflanzabstände:
"Traditionelle Kultur":3,50-4,00 m zwischen den Reihen | 0,60-1,00 m in der Reihe
"Kultur an Stäben":2,50-3,00 m zwischen den Reihen | 0,50-0,60 m in der Reihe

Bei der Buscherziehung solle durch jährlichen Schnitt eine offene, halb-aufrechte Gobelet-Form erreicht werden
(siehe zu Gobelet: https://de.wikipedia.org/wiki/Reberziehung#Buscherziehung ; die Cassis-Kultur ist, ähnlich wie auch manches Obstanbaugebiet in Deutschland und Frankreich, aus der Rebstockkultur hervorgegangen).
Vor allem die inneren Triebe seien knapp am Boden abzuschneiden. Die äußeren sollen auf 2-3 Augen über dem Boden eingekürzt werden.
(Was ich oben zur 4-triebigen Rotation geschrieben habe, stammt aus einer anderen Anleitung, folgt aber ähnlichen Grundsätzen.)

Ich weiß nicht, ob der Gobelet mit einer Spindel vergleichbar ist?

Und weiter schreibt die Ribanjou-Kulturanleitung:
Bei der Erziehung am Stab altere das Holz langsamer und müsse nur alle paar Jahre geschnitten werden. Der Schnitt beschränke sich auf eine seitliche Astung im Winkel von 45° (vom Stamm aus) und sei mit verschiedenen Heckenscheren komplett mechanisierbar.

Was immer das genau bedeuten mag?


An Schluß stelle ich das Foto eines Obsthofs im Burgund mit 6 Hektar Cassisanbau. An den Stangen stehen dort nicht der Cassis, sondern die roten Johannisbeeren (Groseilles): https://www.fruirouge.fr/cassis_de_bourgogne_057.htm
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