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Autor Thema: Ailanthus: pro und contra?  (Gelesen 1094 mal)

SouthernBelle

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Ailanthus: pro und contra?
« am: 14. August 2006, 11:07:09 »

Ich hab gestern im Rosarium Wilhelmshaven einen Ailanthus gesehen und war beeindruckt.
Ich braeuchte noch was raschwuechsiges fuer den Knick an der Grundstuecksgrenze. Die stattliche Endhoehe ist dort kein Problem.

Aber wie ist es mit Auslaeufermn, kommen die zwangslaeufig? Und wie ist es mit Saemlingen, lt Warda brauchen die Samen viel Waerme, wenn das stimmt, haben die hier in normalen Sommern wohl keine Chance. Oder gibt es gar sterile Auslesen?
Ist das Holz einigermassen stabil?
Stimmt es, dass der Blattfall spaet ist? Und wann kommt der Austrieb im Fruehjahr?
Hat jemand eigene Erfahrungen?
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Gruesse

pinat

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Re:Ailanthus: pro und contra?
« Antwort #1 am: 14. August 2006, 11:12:58 »

Oder gibt es gar sterile Auslesen?

Es gibt männliche Exemplare, zwar nicht steril, bilden aber keine Samen aus, nur Pollen.
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Viele Grüße
pinat

Hilmar

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Re:Ailanthus: pro und contra?
« Antwort #2 am: 14. August 2006, 18:59:58 »

Ich kenne keinen Ailanthus ohne spätere Ausläufer. Hinzu kommt, dass das Holz im Alter brüchig wird und die meist steil aus dem Stamm herauswachsenden Äste ausbrechen. Junge Bäume sind ästhetisch durchaus ansprechend, für mich ist es aber eher eine als Unkraut einzustufende Baumart.
Gruß Hilmar
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SouthernBelle

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Re:Ailanthus: pro und contra?
« Antwort #3 am: 14. August 2006, 19:11:59 »

Ich kenne keinen Ailanthus ohne spätere Ausläufer.

Schaffen es diese Auslaeufer auch unter einem 1m tiefen Wassergraben hindurch?
Das wuerde meinen Nachbarn aufseiner Kuhweide nicht amusieren!
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Gruesse

Querkopf

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Re:Ailanthus: pro und contra?
« Antwort #4 am: 15. August 2006, 05:17:03 »

Hallo, Cornelia,

Ökologen mögen den Götterbaum gar nicht, siehe zum Beispiel hier oder hier oder hier. Imker offenbar auch nicht wirklich, siehe hier, #6 (so was Ähnliches habe ich auch schon woanders gelesen, finde es aber im Moment nicht wieder). Er übt starke allelopathische Wirkungen auf andere Pflanzen aus, siehe u.a. hier. Zudem steht er offenbar im Verdacht, bei Menschen allergische Reaktionen auszulösen, siehe z. B. hier.

Hm, Holzfäller allergisieren und Pflanzenkonkurrenten niedergiften, das ist ganz schön unsportlich, schreit nach Roter Karte ;)

Aber mal ernsthaft. Ich habe keine Ahnung, welche Ailanthus-Effekte überhaupt wirksam werden können in mitteleuropäischem Klima allgemein und in deinem ganz speziell. Doch auf jeden Fall scheint mir dieser Baum ein so umsympathischer Zeitgenosse zu sein, dass ich selbst ihn – einfach "aus dem Bauch" heraus – nicht freiwillig pflanzen würde ::)...

Schöne Grüße
Querkopf
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"Konsequenz heißt auch den Holzweg bis zum Ende zu gehen!"
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SouthernBelle

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Re:Ailanthus: pro und contra?
« Antwort #5 am: 15. August 2006, 18:11:42 »

Na, irgendwo muss es ja ein passendes Habitat geben, wo der Ailanthus in Schach gehalten wird. Ganz China ist doch nicht davon ueberwuchert!
Ich werde mal versuchen, das Rosarium Wilhelmshaven zu befragen, wie sich ihr Exemplar auffuehrt. Die Frage iist schon, ob er sich hier zurueckhalten laesst....
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fars

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Re:Ailanthus: pro und contra?
« Antwort #6 am: 15. August 2006, 19:43:19 »

Ich habe diese Baumart auch bisher bewundert. Kaum ein anderes Gewächs sieht so "ordentlich" aus. Dass es sich reichlich aussamt, war mir bekannt. Die Ausläufer hingegen nicht.

Das ganz China überwiegend Ailanthus-frei ist, kann nicht beruhigen. Schließlich kenne die Eskimos auch keinen Giersch. Ebenso soll der Essigbaum in den Tundren Sibiriens wenig bekannt sein. ;D

Wird mal Zeit, hier einen Thread über Pflanzen, denen eigentlich die Rote Karte gezeigt werden sollte, einzustellen. Las gerade etwas über die verheerenden Folgen des Mesquitestrauchs (Prosopis juniflora) in Kenia. Wo er wohl nicht hingehört. Geschah alles in bester Absicht. Jetzt fallen die Ziegen die Zähne aus.

Wir hingegen beißen uns bei manchen Gewächsen dieselben aus.
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SouthernBelle

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Re:Ailanthus: pro und contra?
« Antwort #7 am: 15. August 2006, 19:54:55 »

Ich wollte damit bloss sagen, dass es ein Fall von "falscher Baum am falschen Platz" sein kann, bzw die Frage ist doch, unter welchen Bedingungen benimmt sich der Ailanthus "oekologisch gesittet", was haelt ihn in China in Zaum.
Warda klingt nicht so katastrophal, insbesondere, wenn er ueber die benoetigten hohen Keimtemperaturen spricht, ist er in HH vermute ich mal noch auf der sicheren Seite.
Der Platz, den ich im Auge habe, ist ein recht hoher Erdwall an der Grundstuecksgrenze, auf der Innenseite mein Rasen (eher Wiese, aber +/- regelmaessig gemaeht), auf der Aussenseite tief unten(3m?) eine mindestens 1 m tiefer und 1.5m breiter Wassergraben. Wenn er da rueberkann, ist das Thema erledigt, der Bauer und seine Kuehe kriegen die Kraetze und ich maechtig Aerger.
Was mich an dem A. anzog, war die schoene Farbigkeit mit den deutlich helleren Fruchtstaenden.
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Querkopf

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Re:Ailanthus: pro und contra?
« Antwort #8 am: 15. August 2006, 21:14:12 »

... Dass ganz China überwiegend Ailanthus-frei ist, kann nicht beruhigen. Schließlich kenne die Eskimos auch keinen Giersch. Ebenso soll der Essigbaum in den Tundren Sibiriens wenig bekannt sein. ;D ...

Nuja, ganz so Ailanthus-frei ist China wohl nicht ;):

"AILANTHUS ALTISSIMA (MILL.) SWINGLE - VERBREITUNG | DISTRIBUTION [Quelle]
...
CHINA, VR
- Peking (Beijing): "auf 301,8 km² im Zentrum der Stadt geschätzte 74.000 Exemplare, d.s. 245 Exemplare pro km²; der Anteil von Ailanthus a. am Gesamt-Baumbestand beträgt ca. 3%" [YANG, McBRIDE, ZHOU, SUN, 2004, sciencedirect]
- Nordchina: "heimisch" [LOHMEYER, SUKOPP, Agriophyten in der Vegetation Mitteleuropas]
- Zentralchina: "heimisch" [HOSHOVSKY 1995]..."

Hier die Quelle des Zitats.

Nord- und Mittelchina, wo der Baum als "heimisch" gilt, sind lausig kalte Weltgegenden mit langen, langen Wintern, in denen das Thermometer richtig tief unter den Gefrierpunkt fällt. Vielleicht ist das ja die Bedingung dafür, dass sich der Götterbaum manierlich aufführt? (Irgendwo - auch das finde ich im Moment leider nicht wieder - habe ich sogar von einem Wiederaufforstungsprojekt in den riesigen Löss-Weiten Mittelchinas gelesen, bei dem ganz gezielt Ailanthus altissima angepflanzt wurde. Dort ist ein so wüchsiger Baum vermutlich sehr nützlich im Kampf gegen die katastrophale Bodenerosion, bei der starke Winterwinde jedes Jahr Tonnen über Tonnen allerfruchtbarsten Erdreichs ins Chinesische Meer wehen. Dort kann ein solches Gehölz wahrscheinlich helfen, Landwirtschaft überhaupt wieder zu ermöglichen und damit Menschen vor dem Hunger zu bewahren. Und wenn der Baum dort brav ist, umso besser ;)...)

Bei mir selber überwiegt aber weiter die Antipathie 8).

Schöne Grüße
Querkopf
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fars

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Re:Ailanthus: pro und contra?
« Antwort #9 am: 15. August 2006, 22:02:15 »

Es gehört halt zu den Phänomenen der Natur, dass selbst stark invasive Pflanzen irgendwo oder durch irgendwas ihre Begrenzung finden. Ailanthus altissima gibt es hier in Europa seit Anfang des 18. Jh. Wäre er so ausbreitungsfreudig, wie manche meinen, müsste er inzwischen weiter verbreitet sein.

Was also stoppt ihn? Nur pflegerische Maßnahmen?

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max.

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Re:Ailanthus: pro und contra?
« Antwort #10 am: 15. August 2006, 22:05:33 »

der essigbaum (rhus typhnina), den unwissende arboristen wie ich gerne mit dem götterbaum verwechseln, ist viel ausbreitungsfreudiger.
aber auch dessen ausläufer, etwa in einer wiese, lassen sich leicht abmäh-hä-hen, wenn sie noch jung und knackig sind.
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Joachim

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Re:Ailanthus: pro und contra?
« Antwort #11 am: 25. August 2006, 22:43:58 »

Die Pflanze ist zweihäusig. Um also Probleme durch Selbstaussaat zu bekommen müssten schon Männlei und Weiblein dicht genug zusammen stehen. Was die Ausläufer betrifft, kann ich aus eigener Beobachtung bestätigen, daß sie in bis zu 15 m Entfernung vom Mutterbaum auftreten können. Ein Haus kann dabei unterquert werden. Ob auch Gräben unterquert werden weiß ich allerdings nicht. Wenn um den Baum herum gemäht wird sind Ausläufer überhaupt kein Problem.Der Laubfall erfolgt ziemlich schlagartig nach dem ersten ernsten Nachtfrost. Die Bäume sind sehr Hitze und Trockenheitsresistent.
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