So unterschiedlich wie die Geschmäcker sind auch die Nasen

Scilla, hast du es in der Suche schon mit "Austin" oder Austin Rosen" versucht? - Vielleicht kommt da ja was.
Meine Einstellung dazu ist gemischt: Besonders unter den älteren Sorten gibt es wirklich tolle und Herr Austin hat sich durch die Züchtung und Verbreitung dieser Rosen (auf dem europäischen Festland mit großer Unterstützung durch Herrn Jensen, was man nicht vergessen sollte!) auch um die historischen Rosen verdient gemacht: Durch die "altmodischen" und duftenden Austin Rosen sind ja viele Leute (u.a. auch ich) stärker auf deren historische Vorfahren aufmerksam geworden

Bei meinem Besuch in Steinfurth hab ich im Rosenunion Schaugarten auch einige neuere Sorten ( auch anderer Züchter

) erstmals in echt gesehen (und beschnuppert) und die meisten davon reißen mich nicht vom Hocker....
Nicht grade sympathisch hat sich die Firma (die m.W. nun von einem Sohn geleitet wird) bei Rosenliebhabern in den letzten Jahren auch durch ihre Politik gemacht: Alte Sorten sollen vom Markt verdrängt werden, deutsche Lizenznehmer müssen sich z.B. verpflichten sie nicht mehr anzubieten (oder zumindest nur noch unter den für Kunden fast unbekannten Handelsnamen) etc pp... - Sowas gibt Punkteabzug bei engagierten Sammlern!
Fest steht aber: Austin senior hatte eine Vision, konnte sie umsetzen und hat dadurch viel bewegt

Manche Austin Sorten sind durch stärkeren Rückschnitt in der Jugend dazu zu bringen, stärkere Stiele auszubilden, die dann besser in der Lage sind die enorm großen und (da stark gefüllten) schweren Blüten zu tragen. Andere bilden eh starke Triebe und können damit auch große üschel fetter Blüten aufrecht halten (Sharifa Asma gehört dazu), wieder andere werden immer etwas hängende Blüten haben, da (zumindest indirekt) zu ihren Vorfahren auch Teerosen gehören und/oder ihre Abstammung so heterogen ist, daß sie von einer Seite her diese großen, schweren Blüten geerbt haben von der anderen Seite aber die Veranlagung zu langen, schlanken, biegsamen Trieben.
Wenn die Rosen groß/hoch werden ist dieMöglichkeit, diese Blüten auch von unten zu betrachten sogar ein Vorteil: Die nickenden Blüten vieler Tee Rosen und kletternden Tee Rosen machen ja einen Teil ihres besonderen Charmes aus

Grundsätzlich ist es meiner Beobachtung nach meist so, da gerade Austin Rosen besonders hoch und kräftig wachsen und (wie alle Rosen) im zweiten, dritten Standjahr bei guter Ernährung auch neue, stabilere Basistriebe bilden. Spätestens dann stimmen die Proportionen und Relationen zwischen Blütengewicht und Triebstärke dann auch viel besser.
Natürlich gibt´s auch da Ausnahmen: Von Glamis Castle (die ist ansonsten wirklich hübsch!) kenn ich z.B. nur zwei, rei Exemplare, die höher als 1m sind und so kräftige Triebe haben, daß sie die Blüten auch aufrecht halten können. - Diese stehen seltsamerweise im trockenen Schatten eines Obstbaums bei einer Freundin hier im Dorf und sind im Sommer genauso hoch und kräftig wie die Sharifa Asmas, mit denen sie abwechselnd als Rondell gepflanzt sind

(wer schon mal hier war: "Garten Philipp")
Mein eigenes Exemplar steht zwar den größten Teil der Saison auch relativ schattig (hinter einem fetten Rittersporn) und wird mindestens genauso gut gedüngt (allerdings nur organisch, vielleicht sollte ich doch mal in dieses künstliche Zeuchs investieren?

), weigert sich aber beharrlich höher als ca. 80 cm zu werden und mehr als zwei Triebe zu bilden:-\
Kurz zusammengefasst sind meine Erfahrungen mit Austins folgende:
Die gelblichen und apricotfarbenen duften meist toll, sind aber nicht überall winterhart (das gilt teilweise auch für die anders gefärbten), bei noch nicht (von Kunden

) in Privatgärten erprobten neuen Sorten muß man im Zweifelsfall immer damit rechnen, daß auch "Beetrosen" klettern (wie auch solche anderer Züchter die von Austins abstammen

) und entsprechende Plätze aussuchen/Vorkehrungen treffen und öfterblühende Austin Rosen mit gefüllten Blüten möchten viiiiiel Futter.