Ich kann hier natürlich nur von meinem norddeutschen Geestboden (eher sandiges eiszeitliches Geschiebe) ausgehen.
Es kommt halt wirklich auf den Klon bzw. die Sorte an. Es gibt bei den amerikanischen Dicentras einerseits Formen, die ein kurzes, dichtes Rhizomgeflecht ausbilden, dann Formen, deren Rhizome lange, weitstreichende Ausläufer bilden und "horstig" wachsende Typen, die bei mir auch nie lange ausgehalten haben.
Zu der ersten Gruppe rechne ich 'Aurora' und 'Adrian Bloom' sowie einen unbenannten Typ (Foto unten), der schon seit vierzig Jahren bei mir im Garten existiert und sogar recht sonnige Lagen in sehr sandigem Substrat toleriert. Im Gegensatz zu Klaus Kaiser würde ich diese Dicentras auch für klassische Beetsituationen empfehlen, da sie dichte "Horste" ohne lange Ausläufer bilden.
Zu der zweiten Gruppe gehören Sorten wie 'Pearl Drops' oder 'Furse's Form'. Sie erobern mit langen, kräftigen Rhizomen große Flächen, ohne andere Stauden zu verdrängen. Sie sind eigentlich nur naturhafte Schattenpflanzungen zu empfehlen aber trotzdem schön.
Die Wuchsform der dritten Gruppe ist eigentlich nur Theorie. Ich könnte sie auch "Versagergruppe" nennen, da ich nicht weiß, ob sie wirklich "horstig" wachsen, da sie wie bei Katrin nach kurzer Zeit wieder verschwunden sind. Dazu gehört alles, was ich in mehreren versuchen je unter dem Namen Dicentra eximia (Species), 'Bacchanal', 'Luxuriant', 'Brownie' oder 'Stuart Boothmann' gepflanzt habe.
Dazu noch ein interessanter Vergleich zwischen 'Stuart Boothman' und der D. Peregrina-Hybride 'King of Hearts'. Beide hatte ich vor einigen Jahren als Unterpflanzung von einer Clematis in einen großen Kübel gepflanzt, die links und rechts von einer Gartenbank stehen. Während 'King of Hearts' sich inzwischen zu einem horstigen Prachtexemplar entwickelt hat, von dem ich schon ein Teilstück in den Garten übersiedelt habe, ist 'Stuart Boothmann' nach zwei oder drei Jahren verschwunden. An ihrer Stelle wächst jetzt ein Sämling, der doppelt so hoch wird wie das Original und wesentlich gröberes Laub hat.