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News: Das Wort, das den Mund verlassen hat, wächst auf seinem Wege. (Aus Norwegen)


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Autor Thema: Autumnale Phyllophobie oder der Zwang zum Laubkehren  (Gelesen 217347 mal)

fars

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Re:Autumnale Phyllophobie oder der Zwang zum Laubkehren
« Antwort #15 am: 17. November 2006, 09:46:48 »

Na, nun kippt mal euren Unmut nicht kübelweise aus.
Es gibt durchaus Situation, wo Laub- oder Nadelbäume ein erhebliches Problem darstellen können.

Meine Schwiegerelter hatten z.B. zu nahe am Haus vor urdenklichen Zeiten eine Schwarzkiefer gepflanzt, die sich zu einem mächtigen Baum entwickelte. Die Folge waren permanent verstopfte Regenrinnen und eine substanzschädigende Feuchtigkeitsbelastung bei der Dach- und Gaubenkonstruktion.

Die alten Leutchen konnten die Reinigungsmaßnahmen einfach nicht mehr bezahlen. Der Baum wurde gefällt.

Wer Pappeln kennt, weiß um ihren Blattabwurf. Von dem Pollenflug ganz zu schweigen. Ich möchte keine Pappeln in der Nähe meines Hauses haben (mein Pappelwald, der aus Altersgründen im kommenden Jahr gefällt wird) ist Gottseidank weit genug entfernt. Die Sauerei bekommen die Nachbarn ab, die mir dieserhalb nicht sonderlich freundlich gesonnen sind.

Was dem einen sein Freud, ist dem andern sein Leid.

Neben dem Blattfall können mächtige Bäume das Nachbarareal auch so verschatten, dass bei denen keine Freude mehr aufkommt. Wer's nicht glaubt, der möge mal alte Siedlungen durchstreifen, in denen in Folge des alten Baumbestands eine Atmosphäre wie in einer Gruft oder einer ewig schattigen Schlucht besteht. Da ist man als Nachbar dankbar, wenn mit der Axt ein wenig Licht hereingelassen wird.
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.Gart

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Re:Autumnale Phyllophobie oder der Zwang zum Laubkehren
« Antwort #16 am: 17. November 2006, 09:50:45 »

Ach, immer wieder das mit dem Beschatten. Das ist in der Stadt viel schlimmer, und da kann man auch nicht einfach den Nachbarblock fällen.
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bristlecone

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Re:Autumnale Phyllophobie oder der Zwang zum Laubkehren
« Antwort #17 am: 17. November 2006, 10:21:26 »

Hier steht auch eine riesige Schwarzkiefer mehr über als neben dem Haus, und wir müssen regelmäßig die Dachfenster vom Harz befreien.
Fars, natürlich gibt es gute Gründe, Bäume zu fällen. Massiver Laubanfall mit verstopften Dachrinnen kann ein Grund sein.

Aber die hier angesprochene Verhaltensweise hat nichts mit einer Güterabwägung zu tun, sondern ist für mich schlicht und einfach eine Unsitte.

Wenn´s als bloße Spinnerei und "Putzwahn" abgetan werden könnte, wär´s ja noch ziemlich harmlos. Leider ist aber nicht selten die Folge dieser Einstellung, dass sommergrüne Gehölze beseitigt und durch pflegeleichte Immergrüne ersetzt werden.

Ich habe nichts gegen Nadelbäume, wenn sie am rechten Ort stehen. Aber nicht als Patentlösung für Saubermenschen, die zur Verödung der Gärten beiträgt.


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macrantha

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Re:Autumnale Phyllophobie oder der Zwang zum Laubkehren
« Antwort #18 am: 17. November 2006, 10:35:36 »

Na - und abgesehen davon muß ich mal sagen, dass auch Nadelgehölze nicht klinisch steril sind (und schon gar nicht die Umgebung dieser).
Unsere Schwarzkiefer (inzwischen haushoch) ist wunderhübsch, ihre mächtigen Äste streckt sie über ein größeres Gartenareal. Ihre Zapfen wirft sie auch über eben dieses. Es ist unglaublich, welche Mengen wir aufsammeln - an einem warmen Frühsommertag locker einen Betonkübel voll. Auch nadelt sie stark - es kommt wirklich seeeehr viel Material zusammen.
Aber - deshalb auf diesen wundervollen Baum verzichten?

Unser Nachbar (Schreiner und "Erbauer" des Wintergartens meiner Großmutter) empfiehlt immer wieder, den Baum zu fällen. Er würde doch so viel Schatten werfen und das Holz am Wintergarten könne nicht abtrockenen ... >:(
I**** (man muß dazu sagen, dass der Baum dorthin keinen Schatten wirft).
Aber ich komme vom Thema ab - es ging ja um akribisches Laubsammeln.

Doch vielleicht halbwegs zum Thema passend: in den letzten Wochen war ich häufig auf einem nahen Kompostplatz, auf den die Privatbevölkerung kostenlos ihre Gartenabfälle bringen darf. Man glaubt gar nicht, was dort alles lag ... #
Gerade aufblühende Asterntriebe, vollblühende Gartenchryanthementriebe, Miscanthusblüten (gerade entfaltend), große Äste von jap. Ahornen ...
Ein Grusekapinett ... (natürlich - für alles könnte es gute Gründe geben)

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fars

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Re:Autumnale Phyllophobie oder der Zwang zum Laubkehren
« Antwort #19 am: 17. November 2006, 10:39:39 »

Ich habe nichts gegen Nadelbäume, wenn sie am rechten Ort stehen. Aber nicht als Patentlösung für Saubermenschen, die zur Verödung der Gärten beiträgt.

Das will ich auch nicht. Nur, dafür gibt es m.E. keine Anzeichen. Die Baumschulen und Gartencenter waren noch sie so artenreich bestückt wie heute. Diese Gehölz- und Staudenvielfalt hatte es früher nicht gegeben und wenn, dann allenfalls bei ganz wenigen Spezialisten.

Die Neigung, einen Garten zunächst pflegeleicht und deshalb stark mit Nadelgehölzen strukturiert anzulegen, ist ja auch ein typisches Anfängerverhalten. Man muss sich einem Garten im Laufe der Jahre allmählich nähern. Und nicht jeder Garteninhaber ist auch ein Gartenliebhaber. Aber das hatten wir hier ja schon mehrmals. Da gab es sogar die seltsame Bemerkung, diesen Menschen stünde dann gar kein Garten zu.

Mich stört vielmehr die aufgebauschte Entrüstung. Jo mei, in anderen Threads wurde Toleranz gefordert. Hier auf einmal hört sie auf, weil angeblich gegen die "guten Gartensitten" verstoßen wird.

Ich liebe Laubbäume und bin ein Koniferenmuffel (habe dennoch einige Thujen aus Sichtschutzgründen). Und was Laub ist und was Laubfegen heißt, muss mir niemand erklären. Ich bin definitiv der Laubkönig meiner Umgebung. Aber ich wäre auch stinkig, wenn zu meinem Laub auch noch größere Mengen vom Nachbarn herübergeweht kämen, nur weil der seine Riesen-Ahörner zu nahe gepflanzt hat. Meine Laubberge reichen mir völlig.

Und wieder zu dem Garten meiner Schwiegereltern: Der lag fast Vis à Vis zu einem kleinen innerstädtischen Park mit riesigen Linden, Buchen und anderen Bäumen. Diese Unmengen an Laub waren für alle Anrainer, es waren überwiegend alte herrschaften, ein wahres Kreuz.
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macrantha

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Re:Autumnale Phyllophobie oder der Zwang zum Laubkehren
« Antwort #20 am: 17. November 2006, 10:47:04 »

Wenn man sich über kauziges Verhalten Anderer äußert, dann ist das vielleicht etwas wenig tolerant im strengen Sinne.
Ich tue es dennoch des häufigeren. Schon, um mir zu sagen, dass alles "richtig" mit mir ist auch auch andere "Glaubensgenossen" mit mir zusammen den Kopf schütteln. Ist doch menschlich.

Schließlich nimmt niemand dem Nachbarn den Rechen aus der Hand (oder wahrscheinlicher den Laubbläser) und hält einen Vortrag über den Vorteil organischen Mulches.
Ich finde das von von bristlecone genannte Verhalten jedenfalls auch seeehr ... erheiternd.
Und ich bin ebenfalls der Meinung, dass es es ingewissem Maße ein gestörtes Verhältnis zur Natur zeigt (dann bin ich eben intolerant). Aber auch ich habe eifrig den halböffentlichen Weg unter unserer Linde gefegte und weiß durchaus, dass es Mühe macht - das verneint ja niemand.
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.Gart

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Re:Autumnale Phyllophobie oder der Zwang zum Laubkehren
« Antwort #21 am: 17. November 2006, 10:49:32 »

Da gab es sogar die seltsame Bemerkung, diesen Menschen stünde dann gar kein Garten zu.


Also daran möcht ich ausdrücklich festhalten ;D
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bristlecone

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Re:Autumnale Phyllophobie oder der Zwang zum Laubkehren
« Antwort #22 am: 17. November 2006, 11:03:27 »

Na - und abgesehen davon muß ich mal sagen, dass auch Nadelgehölze nicht klinisch steril sind (und schon gar nicht die Umgebung dieser).
Unsere Schwarzkiefer (inzwischen haushoch) ist wunderhübsch, ihre mächtigen Äste streckt sie über ein größeres Gartenareal. Ihre Zapfen wirft sie auch über eben dieses. Es ist unglaublich, welche Mengen wir aufsammeln - an einem warmen Frühsommertag locker einen Betonkübel voll. Auch nadelt sie stark - es kommt wirklich seeeehr viel Material zusammen.
Aber - deshalb auf diesen wundervollen Baum verzichten?
Sag mal, wohnst Du bei uns im Haus? Die Situation ist hier exakt dieselbe, und natürlich möchte ich, dass der Baum stehenbleibt (Wir wohnen in einem Mehrfamilienhaus, da müssen ggf. auch die anderen überzeugt werden. Derzeit herrscht aber Einigkeit).

fars, es geht doch nicht um Unmengen von Laub, die aus Parks herüberwehen oder von Nachbars Riesenbaum auf der Grenze auf "mein" Grundstück (gezielt?) abgeworfen werden. Es geht um den normalen Laubfall im eigenen Garten, der ja häufig nur ein Gärtchen ist. Übrigens beobachte ich, dass der Putztrieb oft umso ausgeprägter ist, je kleiner der Garten ist.

Natürlich ist nicht jeder Garteninhaber ein -liebhaber, und wir machen alle Fehler. Ich z.B. neige dazu, aus lauter Begeisterung auch mal zu dicht zu pflanzen.

Die Vielfalt des Angebots spiegelt sich (noch?) nicht unbedingt in den Gärten wieder. Manchmal kann sie sich aber auch nicht so recht entfalten, da mit dem Einheitsputz auch gleich der Einheitsschnitt ausgeführt wird.

Vielleicht wär das Ganze mal einen Artikel zur rechten Zeit in der Lokalausgabe der Zeitung wert. Hier gibt´s in Frühling und Herbst immer die Gartenseiten mit den Werbungen der Gartencentern und den einschlägigen Tipps zur Rasenpflege etc. Vermutlich erreicht man da mehr Menschen als über die Hochglanzmagazine der Gartenzeitschriften.
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fars

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Re:Autumnale Phyllophobie oder der Zwang zum Laubkehren
« Antwort #23 am: 17. November 2006, 11:19:05 »

Ach, bristlecone, ich meine doch gar nicht dein Eingangsposting. Das ist schon ein kauziger Vorgang, der mich allerdings an meine eigene Vergangenheit erinnert.

Ich hatte im ersten Standjahr einen etwa 70 cm hohen Acer palmatum "Kamagata", den ich geliebt habe, wie nie wieder einen Baum und den ich nach wie vor für den schönsten "Japaner" halte.

Als der im Herbst allzu lange sein Laub behielt und Ende Oktober die ersten Schneeflocken fielen, bin ich auch nach draußen gesprungen und habe ihn Blättchen für Blättchen entlaubt. Aus schierer Fürsorglichkeit.
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bristlecone

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Re:Autumnale Phyllophobie oder der Zwang zum Laubkehren
« Antwort #24 am: 17. November 2006, 11:21:35 »

Ähm, und wo hast Du die Blätter hingetan?
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SouthernBelle

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Re:Autumnale Phyllophobie oder der Zwang zum Laubkehren
« Antwort #25 am: 17. November 2006, 11:27:51 »

[
brigitte, das hast Du Dir ausgedacht, oder?
« Letzte Änderung: 17. November 2006, 11:29:23 von CorneliaWesermarsh »
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Gruesse

fars

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Re:Autumnale Phyllophobie oder der Zwang zum Laubkehren
« Antwort #26 am: 17. November 2006, 11:32:44 »

Ähm, und wo hast Du die Blätter hingetan?

Ein Blatt hatte ich damal gepresst. Aber es ist, wie so viele Devotionalien des Lebens, leider verschwunden.
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riesenweib

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Re:Autumnale Phyllophobie oder der Zwang zum Laubkehren
« Antwort #27 am: 17. November 2006, 11:34:26 »

..
brigitte, das hast Du Dir ausgedacht, oder?

nein. v.a. für balkonien schon gesehen.

lg, brigitte
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will bitte jemand meine tippfehler? Verschenke sie in mengen. danke ;-)

Habakuk

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Re:Autumnale Phyllophobie oder der Zwang zum Laubkehren
« Antwort #28 am: 20. November 2006, 02:06:06 »

Der neurotische Zwang "Ordnung" zu machen - kombiniert mit Übergenauigkeit und Perfektionismus-, beruht womöglich auf der Angst, vor anderen schlecht / faul / unordentlich dazustehen.
Den zugrunde liegt eine gestörtes Selbstwertgefühl.

Wer putzt und Ordnung hält, steht vor anderen gut da. Putzen als nonverbale Aufforderung, gestreichelt zu werden.
« Letzte Änderung: 20. November 2006, 02:07:50 von Gizi »
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bristlecone

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Re:Autumnale Phyllophobie oder der Zwang zum Laubkehren
« Antwort #29 am: 20. November 2006, 08:42:15 »

Da dürfte eine "Heilung" ziemlich schwierig sein. Schließlich liegt der Garten ja quasi dauernd auf dem Präsentierteller: "Was soll´n bloß die Nachbarn von uns denken?"

 
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