Ich handhabe es im Prinzip wie Du, Querkopf.
Zum einen, weil ich echt schusselig bin und mich dann über das Gewirre ärgere und darüber, dass die neuen Blüten nicht mehr in meiner Sichthöhe (bin gerade kurz über 1,60 m !) aufgehen; zum anderen aber auch deshalb, weil die Pflanzen dann nicht Energie und Material in die Ausbildung von neuen Blattknospen investieren, die dann doch der Schere zum Opfer fallen.
Bei meiner Clematis florida Alba Plena und auch bei den Kleinblütigen wie Minuet oder Kermesina habe ich es schon erlebt, dass sich eigentlich noch im Winter kräftige neue Triebe entwickelten, die sich sogar anklammerten, und die ich dann später aus den o.a. Gründen abgeschnitten habe. Dann waren aber die tieferliegenden "Augen" meist noch gar nicht (nicht mehr?) in action, und es dauerte viel länger, bis sich Blüten bildeten.
Bei Clematis texensis kommt es wohl auch vor, dass sie bis zum Boden zurückfriert oder grundsätzlich oberirdisch abstirbt (stimmt das??). Jedenfalls hat meine hübsche "Princess of Wales" sich in den letzten Jahren so verhalten; und nachdem ich im ersten Schock die "toten" Zweige beseitigt hatte, schlug sie gewaltig ganz von unter her wieder aus und blühte dann schön in 1,50 m Höhe, allerdings erst nach den Sommerferien. Trotzdem habe ich es noch nicht gewagt, sie prophylaktisch schon im Herbst so zu beschneiden. Das mach ich erst, wenn mir die Clematis-Koryphäen hier ihren Segen dazu geben.
Liebe Grüße Barbara