Mir fällt auf, daß das Prinzip "Mobilität" bei allem überhaupt nicht in Frage gestellt, sondern sozusagen nur verwaltet wird.
Doch, der ÖPNV ist bereits eine Mobilitätsbeschränkung. Aber, zugegeben, eine sehr zahme.
Der Physiker und Philosoph Car Friedrich von Weizäcker hatte anlässlich eines Festvortrags (es war der ihm verliehene Friedenspreis des Deutschen Buchhandels) in der Frankfurter Paulskirche sinngemäß folgendes gesagt: Friede muss nicht notwendigerweise Freiheit bedeuten. Möglicherweise, oder vielleicht sogar gewiss, muss auch der Friede mit der Natur und Umwelt mit der Einschränkung von Freiheit einhergehen. Das könnte für uns bedeuten
- deutlich reduzierte Mobilität im Individualverkehr (analog 1. Erdölkrise)
- Verbot starkmotoriger Kfz (nur nach Bedarf und nicht nach Wunsch)
- Extremkosten für Stromverbauch
- Bezugskontingente für Erdgas und Heizöl
- Verbot für Kohle- und Holzverfeuerung
- Zoll- oder Kostenbarrieren für Importe nicht lebensnotwendiger Güter
- Einschränkungen im Reiseverkehr
- Fahrverbot in Innenstädten
- Reduzierung des Wohn- und Wohnflächenstandards
- Verbot der Wässerung von Ziergärten
usw.
Welche dramatischen Folgen das nicht nur für unsere Volkswirtschaft hat, kann sich jeder ausmalen. Und wieviel davon Verlust an "Freiheit" bedeutet, hängt von der privaten Lebensphilosophie ab. Man erinnere sich an die "Kontingentierung" in allen konsumorientierten Bereichen des Lebens in der ehemaligen DDR.
Unsere Großstädte kämpfen ja einen sehr eigenartigen Kampf. Einerseits sind sie auf jeden Einwohner und jeden Gewerbe-/Industriebetrieb aus fiskalischen Einnahmegründen angewiesen. Andererseits besteht aber Ratlosigkeit, wie man die Infrastruktur bezahlen und die verbundenen Umweltprobleme ertragen soll. Da kommt es dann zu solchen Ungereimtheiten, dass eine Stadt wie Frankfurt/Main zur Stützung des Einzelhandels (und der eigenen Steuereinnahmen) mitten im Zentrum (Goetheplatz) eine Tiefgarage baut.