Ich kenne beide Bäume nicht, kann also auch nichts über die Bedingungen des Standortes, Habitusses und Gesundheitszustandes sagen. Folgene Ausführungen sind daher rein spekulativ.
Durch das Versagen einer Buche kann auf die verbliebene Buche durchaus eine höhere Windbelastung einwirken. Dieser Belastung ist der Baum noch nie ausgesetzt worden. Er kann daher nicht sofort auf die höheren Kräfte reagieren und Astabbrüche sind die Folge.
Des weiteren kann die verbliebene Buche nun auch eine viel längere Zeit oder intensiver von der Sonne beschienen werden. Das führt zu Schäden infolge Sonnenbrandes. Den bekommen nicht nur wir, wenn wir am Badestrand einschlafen, auch Bäume mit einer dünnen Baumrinde sind davon betroffen. Besonders Rot- Buchen sowie Spitz- und Berg- Ahorn sind sehr empfindlich. Bei Sonnenbrand an Bäumen stirbt infolge zu hoher Wärme das Kambium unter der Rinde auf der Oberseite der Äste ab. Die Rinde platzt auf, Pilze siedeln sich an und binnen weniger Jahre bricht der Ast ab. Deshalb kann man auch derartige Bäume nicht zurückschneiden.
Des weiteren kann eine derart alte Buche auch Schadstellen im oder am Stamm und den Wurzeln besitzen, welche die Fällung des Baumes erfoderlich machen.
Eine solche alte Buche, auch in einem botanischen Garten, fällt man nicht grundlos. Solche Bäume sind nicht zu ersetzende Bestandteile derartiger Anlagen. Man kann noch so viel Raritäten an Rosen, Koniferen oder anderen Sträuchern und Bäumen pflanzen, eine 250 Jahre alte Buche ersetzt das nicht.
Ich denke schon, dass eine Institution wie der botanische Garten Bonn, zu der Entscheidungsfindung führende Gutachter und Wissenschaftler hinzuzieht.
Alternativ kann man natürlich auch warten, bis die Buche von alleine umfällt. Es kann dann natürlich auch gerade mal eine Schulklasse drunter stehen .....
Gruß Hilmar