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Meine Austin-Rosen-Schnittmethode (Gelesen 10919 mal)
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Penelope
Meine Austin-Rosen-Schnittmethode
So, hier dann also mal das, was ich mir die letzten Jahre so "erschnitten" habe. Ausgang war das Problem, welches viele Strauchrosen haben (nicht nur Austins), daß sie in jungen Jahren die großen, schweren Blütenköpfe auf dünnen Stängelchen nicht vernünftig tragen können. Beim Frühjahrsschnitt schneide ich die jungen Rosen sehr tief, sprich auf 15- max 20 cm herunter. Alles gakelige kommt rigoros weg, so daß oft dann nur die 2 oder 3 Haupttriebe stehen bleiben. Im Laufe des Astaustriebs behalte ich den Wuchs im Auge um notfalls korrigierend einzugreifen, sprich, wenn Zweige sich überkreuzen wollen, was bei Wind dann oft zu unschönen Rindenschäden führt. Ansonsten legen die Rosen gut los. Im Stadium der Knospenbildung werden dann wieder alle Zweige kontrolliert und was zu dünn ist, kommt ggf. weg (manches Mal erst nach der Blüte). Beim Sommerschnitt geht es dann wieder etwas radikaler zu, viele werden um die Hälfte eingekürzt, vor allem die Freunde, die gern im Sommeraustrieb in die Höhe schießen (ich vermute mal, daß dies ein Erbe der alten Rosen sind, die im Sommer ihre vegetativen Triebe losschießen). So bleibt der Busch recht kompakt, aber die Blüten trotzdem auf Schnupperhöhe. Als wichtig zu diesem Zeitraum hat sich erwiesen, wiederum die spargeligen Triebe zu entfernen. Damit haben sich viele Sorten, die sonst auch gern Probleme machen, gut etabliert. Aber: man braucht viel Geduld dafür. So haben meine PAT AUSTINs im vergangenen Jahr zum ersten Mal einen sehr ansprechenden Wuchs und füllige Blüte gezeigt, und das im 5. Standjahr! Durchgängig kann ich sagen, daß die Sorten die 5 Jahre und älter sind hier, inzwischen einen sehr schönen Wuchs zeigen, wo von Spargeltrieben keine Rede mehr sein kann. Die jüngeren sind zum großen Teil da noch in der Aufbauphase in verschiedenen Stadien.EVELYN allerdings hat sich hier auch als Flop erwiesen und eiert seit Jahren herum. THE SQUIRE hat sich als enorm blühfaul erwiesen, so daß ich vor 3 Jahren die Unterlage habe durchtreiben lassen, die sehr hübsche weiße ungefüllte Wildblütchen zeigt und ein interessantes, leicht bläuliches kleines Laub hat.Vielleicht ist das für den ein oder anderen Austinfreund ja eine kleine Anleitung für den Schnitt. Übrigens hat es auch in anderen Gärten, deren Besitzer hier einen Schnittkurs besucht haben, gut funktioniert :)Rosige Grüße,Pen
Re:Meine Austin-Rosen-Schnittmethode
Was verstehst du denn unter "Spargeltriebe"? Meinst du damit den kräftigen Neuaustrieb aus der Basis, der sich hervorragend zur Verjüngung der Rose eignet?
Edel sei der Mensch, hilfreich und gut.
- Bourgainvilla
- Beiträge: 179
- Registriert: 13. Sep 2006, 14:55
Re:Meine Austin-Rosen-Schnittmethode
ich habe, wie erwähnt- noch nicht so langjährige Austinrosenerfahrung, habe aber bei allen-besonders St. Cecelía- gemerkt, dass der ´tiefe Rückschnitt´und Ausschnitt den Rosen gut tat.`Mein Gärtner'
sagte mir, dass ich den Winterschnitt wenigstens die ersten 3-4 Jahre so ausführen soll.Beim Sommerschnitt war ich nicht so ganz beherzt,- ich denke da muss ich mutiger werden 
Liebe Grüße
Karin
Karin
Re:Meine Austin-Rosen-Schnittmethode
Das klingt ja vielversprechend, Penelope, und macht mir Mut, die Schere im Frühjahr mal tiefer anzusetzen, als ich es sonst tue
:)Du schreibst, Du schneidest die jungen Rosen auf 15 - 20 cm , sind damit die neuen, im Herbst gepflanzten gemeint oder auch diejenigen, die schon ein bisschen länger stehen?Kann ich die also bedenkenlos stark einkürzen, auch diejenigen, die zum jetzigen Zeitpunkt bis 1 m 60 hoch sind? (ein paar noch höher,mit oft etwas dünnen Trieben)
Ich habe meine Ernährung umgestellt.
Die Kekse liegen jetzt links vom Laptop.
Die Kekse liegen jetzt links vom Laptop.
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ALFREDT
Re:Meine Austin-Rosen-Schnittmethode
Das Wort Spargel ist ein Ausdruck für dünn bzw. dünn+ lang.Was verstehst du denn unter "Spargeltriebe"? Meinst du damit den kräftigen Neuaustrieb aus der Basis, der sich hervorragend zur Verjüngung der Rose eignet?
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Penelope
Re:Meine Austin-Rosen-Schnittmethode
Genau, mit "Spargeltriebe" meine ich diese dünnen Dingerchen, die nie im Leben ein vernünftiger Trieb werden. Und zwar überall, nicht nur aus der Basis heraus, sondern auch die dünnen Seitentriebelchen an ansonsten starken Haupttrieben.Blütenpracht in den ersten Jahren - naja, welche Rose macht das schon?
Da ist wahrscheinlich jedermans Definition von Blütenpracht recht unterschiedlich. Natürlich lasse ich auch neu gepflanzte Rosen blühen, schon allein um zu sehen, ob es überhaupt die richtige Sorte ist, wenn sie wurzelnackt gepflanzt wurde - man hat ja schon die tollsten Überraschungen erlebt
.Auf die ganz kurze Länge schneide ich die Rosen in den ersten 2-3 Standjahren, je nachdem wie sich ein Strauch so entwickelt hat bis dahin. Die alten schneide ich auf 30-50cm, da variiere ich immer ein wenig. Und verjünge natürlich auch dadurch, daß ich von den alten Trieben ganz an der Basis welche wegnehme, aber das ist ja allgemein beim Rosenschnitt angeraten. Meine Ausführungen galten in erster Linie dem Problem der dünnen Triebe, und, wie gesagt, es funktioniert in der Regel gut.
Re:Meine Austin-Rosen-Schnittmethode
Penelope, ich schneide zwar nicht ganz so radikal wie Du, aber ich habe meine Engländerinnen letztes Jahr auch etwas stärker zurückgeschnitten und habe durchwegs sehr positive Erfahrungen gemacht.Abraham Darby z.B. hat sehr viel tragfähigere Triebe bekommen.Die bei mir sehr hochstrebenden Sorten (Gertrude Jekyll und The Pilgrim) vertragen es leicht, wenn man sie etwas unter der Hälfte runterschneidet; Ich werde dieses Jahr auch wieder kräftig einkürzen.LG June
June
"Wer der Gartenleidenschaft verfiel, ist noch nie geheilt worden." Karl Foerster
"Wer der Gartenleidenschaft verfiel, ist noch nie geheilt worden." Karl Foerster
Re:Meine Austin-Rosen-Schnittmethode
Danke Penelope! :DHast du vielleicht Erfahrung mit dem Schneiden von Cressida?Ich habe sie mir zum Frühjahr bestellt, weil mich ihre Blütenfarbe und -form so reizt, aber sie soll ja ziemlich ähnlich groß und sparrig wachsen wie ihr Elternteil C.F.Meyer. Plus dass Austin rät, die Cressida nicht so sehr zurückzuschneiden, weil sie wohl mit dem Blühen nicht so leicht in die Gänge kommt, was bei starkem Rückschnitt wohl noch ausgeprägter ist.
Also, vielleicht hast du ja ein paar Tipps? (Auf deiner Liste stand die Cressida NICHT drauf, das weiß ich wohl, aber vielleicht aus einem anderen Garten?)
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Raphaela
Re:Meine Austin-Rosen-Schnittmethode
Bei mir hat Cressida nach einem stärkeren Rückschnitt gemickert.Dann wurden die Wühlmäuse aktiv und jetzt freu ich mich daß überhaupt noch zwei Triebe da sind. Die sollen nun erstmal wieder wachsen.Austin hat sehr viel mit Kletterrosen gezüchtet, möglicherweise kommt die Neigung zum Klettern bei vielen Austin Sorten daher.Mayor of Casterbridge wurde anfangs ja auch als "Beetrose, Höhe 1,3m" angeboten. Wie Sebastian Kneipp hat der Mayor hier auf Schnittmaßnahmen im Beetvordergrund auch sehr beleidigt reagiert und nicht nachgeblüht. Nach zwei Jahren hab ich´s aufgegeben und ihn an einen Kletterplatz versetzt. eitdem blüht er fast kontinuierlich und sehr üppig. Zurückgeschnitten werden hier nur noch die jungen Nebentriebe (sonst wär er schon 5 m hoch statt 3)Othello wollte hier auch jahrelang nicht nachblühen, weder in der Sonne noch im Halbschatten. Seit er wachsen darf wie er will (im Birnbaum) blüht er ganz üppig und öfter.Auch St. Swithun und Geoff Hamilton machen sich als Kletterrosen ganz hervorragend.Das Entfernen von dünnen oder überzähligen Seitentrieben wirkt sich nach meinen Beobachtungen besonders bei Winchester Cathedral günstig auf die Blütenfülle aus: Hier gibt´s zwischen Mitte Juni und Winter fast keinen Tag ohne Blütenbüschel :)Heritage werde ich in Zukunft aber vorsichtiger oder gar nicht schneiden: Eine hat nach starkem Frühjahrsrückschnitt letztes Jahr gemickert und die andere hat überhaupt nicht geblüht.
Re:Meine Austin-Rosen-Schnittmethode
Ja, sowas habe ich mir schon gedacht!Vielen Dank, Raphaela! :DDann kommt die Cressida eben an den Rosenbogen, den ich eh schon seit langem haben wollte. :)Oder ist sie zu starr für einen Rosenbogen?
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Raphaela
Re:Meine Austin-Rosen-Schnittmethode
Für einen Bogen würde ich was weniger Stachliges nehmen ;)Meine steht vor dem Schuppen: Nah genug zum Schnuppern aber weit genug von den Stacheln entfernt wenn man vorbeigeht.
Re:Meine Austin-Rosen-Schnittmethode
Meinst du, sie könnte in einen Hollunder wachsen? Die Hauswand ist meine Kübelpflanzenecke, da möchte ich gerne unbeschadet hantieren können. Und sonst habe ich keine Wände zu bieten. Unter den drei größeren Bäumen sind die sommerlichen Schattenplätze, da sind Stacheln auch eher im Weg. 
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Raphaela
Re:Meine Austin-Rosen-Schnittmethode
Bevor die Wurzeln von meinem Conrad Ferdinand Meyer abgefressen waren ist er sehr schön in einen Holunder gewachsen (nach der Rekonvaleszenz wächst er demächst in eine Buddleia). - Cressida ist vom Wuchs her ähnlich darum könnt ich mir das auch bei ihr gut vorstellen 
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Loli
Re:Meine Austin-Rosen-Schnittmethode
Ich möchte auch keinesfalls die Expertise von Penelope relativieren, aber einige Austins hier gedeihen besser, wenn sie wie Kletterrosen wachen dürfen. Gertrude mal als Beispiel genannt
.LG Loli
- Penny Lane
- Beiträge: 957
- Registriert: 30. Dez 2004, 15:41
Re:Meine Austin-Rosen-Schnittmethode
Beim Schnitt muss ich auch immer an John Scarmans Ausführungen in seinem Buch denken. Er hat ja bei Austin gearbeitet.Wer kann hierzu noch was sagen?Gruß Penny