Hallo, Michaela,
nach meiner bisherigen Erfahrung mit Strauchpäonien (bei mir wachsen um die 20 Pflanzen, die "gartenälteste" ist seit sechs oder sieben Jahren da) sind die Pflanzen äußerst frosthart und brauchen keinen Schutz. Ganz besonders viel Kälte soll P. rockii vertragen: Hans-Dieter Warda schreibt, dass an ihrem Naturstandort Wintertemperaturen bis minus 30° C üblich seien und dass sie in Kultur auch Fröste bis minus 28° C schadlos überstehe. Für Paeonia lutea und deren Sorten, zu denen auch 'High Noon' gehört, gibt der vorsichtige Andreas Bärtels WHZ 7a an. Das scheint mir extrem vorsichtig: 'High Noon' und 'Souvenir du Professeur Maxime Cornu' haben bei mir den Eiswinter 2001/02 - mit Temperaturen bis minus 22°C - ohne jedes Zurückfrieren überstanden, ebenso die tückischen Temperaturwellen des Winters 2004/05 (nach mildem Januar harter Frost Anfang Februar, nach mildem Februarende nochmal unvermittelt minus 16° C zum März-Anfang) und den langen Dauerfrost des Winters 2005/05. Selbst wenn Luteas mal im Winter ein paar Triebe einbüßen sollten, macht das wenig, denn sie treiben großzügig von der Basis her neu. Wenn sie so gesetzt sind, wie's sein soll - nämlich mit der Veredlungsstelle ca. 15 cm unter der Erdoberfläche - dürfte Frost den Pflanzen als solchen nicht gefährlich werden.
Aber Übervorsicht im ersten Winter schadet ganz sicher nix

. Es dürfte zudem drauf ankommen, wie alt die Pflanzen sind. Meistens bekommt man im Handel 2-3-jährige Veredlungen; die stecken schon richtig was weg. Jungpflanzen sind empfindlicher: Im langen Winter 2005/06 habe ich zwei von fünf einjährigen Veredlungen (Japan-Sorten) verloren, bei zwei weiteren froren sämtliche oberirdischen Knospen ab. Das Quintett war allerdings nicht ausgepflanzt, sondern stand in (großen) Töpfen im Hof - da hat offenbar selbst ein geschützter Platz zu wenig Schutz geboten.
Schöne Grüße
Querkopf