Hallo Lotta,
ich kenne zugegebener Maßen nicht viele Kangals. Allerdings gehen die zwei, die ich kenne nur mit Maulkorb spazieren. Einer von beiden treibts beschützerisch so weit, dass zwar jeder aufs Grundstück darf, aber ob derjenige das Grundstück auch wieder verlassen darf, entscheidet er hinterher.

Herdenschutzhunde empfinde ich persönlich generell als schwierig (schwieriger, als die meisten Arbeitshunderassen). Sie sind noch sehr ursprünglich und Du findest in der Rasse keine reinen Ausstellungszuchten, in denen die arg ausgeprägten Beschützerinstinkte zuchttechnisch vernachlässigt wurden.
Wir hatten 13 Jahre lang eine Briard-Hündin. Ich kann nur sagen, dass sie ein feines Mädchen war aber ich möchte im Leben keinen Hütehund mehr haben.
Häufig sind sie anderen Hunden gegenüber wenig aufgeschlossen, fremden Menschen gegenüber sehr mißtrauisch und tendenziell stur.
Zudem werden Kangals recht groß und schwer, entsprechend muß die Erziehung wirklich sitzen, sonst gehen die mit einem "Schlitten fahren". Ursprünglich werden sie (meine ich zumindest) in Teilen der Türkei alleine mit den Schaf- oder Ziegenherden in den Bergen zurückgelassen. Ergo sind sie sehr "selbstständig".
Ich persönlich würde mir zumindest keinen Kangal zutrauen (obwohl mein Herz ja auch für die ganz großen schlägt), einfach weil es keine "leichtführigen" Hunde sind.
Mißversteh mich bitte nicht, ich möchte Dir keinen Hund ausreden. Wollte nur meine geringen Kenntnisse mit Dir teilen.
Lieben Gruß
Maren