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News: Meine Gartenklamotten sind Sachen, die ursprünglich meist "gut" waren, bis ich mal kurz damit im Garten war... (Euphrasia)
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18. Oktober 2017, 03:54:45
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News: Meine Gartenklamotten sind Sachen, die ursprünglich meist "gut" waren, bis ich mal kurz damit im Garten war... (Euphrasia)

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|13|5|Ich finde das doof, wenn alles gleichzeitig blüht. (Anonymes Zitat von den Gartenmenschen)

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Autor Thema: Mein neuestes Gartenbuch!  (Gelesen 147874 mal)

Gartenplaner

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Re: Mein neuestes Gartenbuch!
« Antwort #1065 am: 07. März 2017, 23:38:01 »

...
Ich sperre mich nur gegen die Empfehlung,ein zukünftiges, als Garten genutztes Landstück über solch einen Zeitraum anzuschauen und
die kräftezehrenden Folgen nicht aufzuzeigen.

Ich verstehe nicht ganz, was du mit kräftezehrenden Folgen meinst?
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zwerggarten

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Re: Mein neuestes Gartenbuch!
« Antwort #1066 am: 08. März 2017, 07:56:38 »

also ich habe das hier gelesen (und verstanden):

... Ja,auf was sollte ich da wohl warten?Ob sich da eher Brombeergestrüpp oder Himbeergesträuch durchsetzt,oder doch eher Ackerwinde,Disteln oder die Weißdornsämlinge? ...

und im weiteren:

Zitat
... Aber dann ereilen die Gesetzmäßigkeiten der Natur in Form der oben beschriebenen Pflanzen (wollen wir sie wirklich Schläfer nennen?)
das von Menschenhand gelenkte Werk,egal mit welcher neuen oder alten Ideologie untermauert.
Gärtnern ohne Mühe anpreisen ist so,wie Kindern vormachen zu wollen,dass Seifenblasen ewig halten. ...
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lustgärtner und hedonist – das original seit 2007

moin

Gartenplaner

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Re: Mein neuestes Gartenbuch!
« Antwort #1067 am: 08. März 2017, 09:33:45 »

Tja, und ich verstehe Nova Liz da so, daß sie da an 2 verschiedenen Punkten Kritik übt:
1.:
...
Allein schon diese abgedroschene Nummer,man solle sich doch ein geplantes Gartenstück zunächst einmal über ein Jahr nur anschauen,regt mich nach wie vor auf.Ja,auf was sollte ich da wohl warten?Ob sich da eher Brombeergestrüpp oder Himbeergesträuch durchsetzt,oder doch eher Ackerwinde,Disteln oder die Weißdornsämlinge?

Zum Punkt 1 schrieb sie dann noch:
...
Ich sperre mich nur gegen die Empfehlung,ein zukünftiges, als Garten genutztes Landstück über solch einen Zeitraum anzuschauen und
die kräftezehrenden Folgen nicht aufzuzeigen.

Und 2.:
...Ein neu angelegtes Gartenbeet sieht immer in den ersten Jahren gut aus.Mit den entsprechend durchsetzungsfähigen Pflanzen sogar mit wenig Pflege.
Aber dann ereilen die Gesetzmäßigkeiten der Natur in Form der oben beschriebenen Pflanzen (wollen wir sie wirklich Schläfer nennen?)
das von Menschenhand gelenkte Werk,egal mit welcher neuen oder alten Ideologie untermauert.
Gärtnern ohne Mühe anpreisen ist so,wie Kindern vormachen zu wollen,dass Seifenblasen ewig halten.
...

Mich interessiert, was genau die kräftezehrenden Folgen des ersten Punktes sind, die man nicht hat, wenn man sofort loslegt - zumindest verstehe ich es so.

In einem Jahr werden auch hartnäckige Wurzelunkräuter einen Brache-Garten nicht überrennen und für mich bedeutet die Beobachtungsempfehlung auch nicht, absolute Untätigkeit, denn z.B. Brombeeren und Brennnesseln stört man wesentlich empfindlicher, wenn man sie mit viel Laub und möglichst viel Wurzel im Sommer aus dem Boden sticht oder hebelt.
Bei Ackerwinde oder Ackerdistel würde ich auch im Sommer die chemische Glyphosat-Keule zücken, weil viel Laub das Mittel am besten wirken lässt und eine nicht-chemische Bekämpfung ein jahrelanger Sisyphos-Kampf wird.

Fängt man sofort an zu buddeln und pflanzen, sobald man einen Garten besitzt, läuft man das Risiko, gerade hartnäckige Wurzelunkräuter zu verteilen oder sie sich in die Wurzelballen von neu gepflanzten Stauden und Gehölzen zu holen.

Wäre eigentlich ein Thema für einen eigenen Thread - Empfehlungen aus Gartenbüchern und wie sie gesehen werden bzw. funktionieren oder eben nicht.
« Letzte Änderung: 08. März 2017, 09:45:44 von Gartenplaner »
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Myosotis51

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Re: Mein neuestes Gartenbuch!
« Antwort #1068 am: 08. März 2017, 10:10:37 »

Vielleicht irritiert es ja den Leser, daß eine Vorgehensweise, die als normal gelten sollte (Lebensbedingungen der Pflanzen vorher! beachten und bei der Pflanzung berücksichtigen) und eigentlich in der Zielgruppe dieses Buches vorausgesetzt werden kann, hier als avantgardistische, ja revolutionäre Sichtweise angeboten wird. Der Leser, dem diese Erkenntnisse neu sind, wird dann  allerdings mit  vielen anderen Teilen des Buches Probleme bekommen. Denn hier erfährt er entweder so triviale Ratschläge wie "Trauen Sie sie doch mal was ganz anderes!" oder er taucht in die Feinheiten des Kerzenknöterich-Sortiments. Zwischen diesen beiden Ebenen des Wissens wird leider kaum vermittelt, weswegen das Buch unklar in seiner Zielsetzung ist. Das ist erst nur irritierend und dann nervt es zunehmend.
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feminist

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Re: Mein neuestes Gartenbuch!
« Antwort #1069 am: 08. März 2017, 11:54:28 »

herzlich willkommen im Forum!
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vom deutschen Feminismus hab ich - immer schon - so die Nase voll, und gender studies basieren auf merkwürdigen Paradigmen. Trotzdem. Wenn sich dieser Trump President of the United States nennt, nenne ich mich feminist. Dachte ich im November 2016 und hoffte, dass das nicht so lange dauert.

MarkusG

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Re: Mein neuestes Gartenbuch!
« Antwort #1070 am: 08. März 2017, 19:10:39 »

Hallo Myosotis,

ich hatte eigentlich vor, die Diskussion nicht mehr weiterzuführen, da ich glaubte, das Meinige dazu gesagt zu haben. Aber: Kompliment, Du hast es wirklich sehr gut auf den Punkt gebracht!

Vielleicht magst Du Dich noch an passender Stelle etwas vorstellen, sonst ist es seltsam, mit Dir zu diskutieren.  :)

Gruß
Markus
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zwerggarten

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Re: Mein neuestes Gartenbuch!
« Antwort #1071 am: 09. März 2017, 07:42:50 »

@ gartenplaner: du beantwortest dir deine frage selbst (hervorhebungen von mir).

Tja, und ich verstehe Nova Liz da so,
Zitat
... ein Jahr nur anschauen ...

Mich interessiert, was genau die kräftezehrenden Folgen des ersten Punktes sind, die man nicht hat, wenn man sofort loslegt ...

.... und für mich bedeutet die Beobachtungsempfehlung auch nicht, absolute Untätigkeit, denn z.B. Brombeeren und Brennnesseln stört man wesentlich empfindlicher, wenn man sie mit viel Laub und möglichst viel Wurzel im Sommer aus dem Boden sticht oder hebelt.
Bei Ackerwinde oder Ackerdistel würde ich auch im Sommer die chemische Glyphosat-Keule zücken, weil viel Laub das Mittel am besten wirken lässt und eine nicht-chemische Bekämpfung ein jahrelanger Sisyphos-Kampf wird. ...

stechen, hebeln, herbizid ausbringen – das ist nicht wirklich das, was üblicherweise unter "nur anschauen" verstanden wird, denke ich.
« Letzte Änderung: 09. März 2017, 07:44:25 von zwerggarten »
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Gartenplaner

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Re: Mein neuestes Gartenbuch!
« Antwort #1072 am: 09. März 2017, 10:54:54 »

Und wenn man sofort loslegt ist es auf einer Brache nicht kräftezehrend?
Aber ist auch egal, ist hier eh OT
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*Falk*

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Re: Mein neuestes Gartenbuch!
« Antwort #1073 am: 22. März 2017, 15:15:59 »

Gerade hat die "Postfrau" geklingelt und brachte "Schattenstauden: Die dunkle Seite Ihres Gartens"  :D

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Falk

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Re: Mein neuestes Gartenbuch!
« Antwort #1074 am: 22. März 2017, 18:37:17 »

Hier kommt sie erst morgen und bringt dann hoffentlich auch "Bienenfreundlich Gärtnern" mit.  :)
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Stauden- und Gehölzjunkie
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bristlecone

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Re: Mein neuestes Gartenbuch!
« Antwort #1075 am: 22. März 2017, 18:41:21 »

Bienchenfreundlich?
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Nicht schon wieder!

Katrin

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Re: Mein neuestes Gartenbuch!
« Antwort #1076 am: 22. März 2017, 20:45:18 »

 :D Bin schon auf euer Urteil gespannt!

Ja, so heißen meine beiden neuen Bücher: "Bienenfreundlich Gärtnern" und "Schattenstauden".
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"Ich glaube, viele von uns haben ihre Heimat längst verloren, denn sie haben sie in der Kindheit gelassen, in den staubigen Straßen und an den sonnigen Tagen, als die Welt noch gut war, weil wir nur die Fassade sahen und zu klein waren, die Türen zu öffnen."

ich

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Re: Mein neuestes Gartenbuch!
« Antwort #1077 am: 22. März 2017, 20:49:26 »

Ich bin von beiden Büchern begeistert!
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Grüße aus der Lüneburger Heide

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Re: Mein neuestes Gartenbuch! - Gärten aus Stein
« Antwort #1078 am: 11. April 2017, 22:58:44 »

Und ich muss sie beide noch haben!

Habe vorerst, nicht als neuestes, aber doch noch recht frisch, etwas anderes bekommen:

War es ein Beitrag von Kasbek? Die  Frage, ob es sich bei einem historischen Pflanzenbild um Fantasie oder Realität handelt, hat mich erinnert, dass ich vor einigen Jahren im Naumburger Dom stand und mich fragte, ob die mittelalterlichen Steinmetze Maulbeeren nach örtlichem Vorbild haben hauen können oder ob der Baum erst später nach Europa gelangt ist. Zur Landesausstellung im Jahr 2011 war am Dom ein Teil der in den Kapitellen und anderen Bauteilen wiedergegebenen Pflanzen in klostergarten-ähnlicher Weise angepflanzt worden. Erstaunlich ist die Vielfalt auch kleinerer, regionaler Wildpflanzen an den Kapitellen, die nicht unmittelbar in der Stadt gewachsen sein können, sondern nur mit Gängen durch die Landschaft zu erschließen waren. Beeindruckend auch die manchmal sehr detaillierte Wiedergabe im Stein, die ein langes und gutes Betrachten des Originals verrät.

Günter Donath und Frank Richter haben sich die Vielfalt in Stein zur Brust genommen und die steinernen Gärten der Dome von Naumburg und Meißen sowie das "steinerne Herbarium" der Kathedrale von Reims umfassend und in sehr attraktiver Aufmachung in ein Buch "eingelegt": Gärten aus Stein - Die Pflanzenwelt des Naumburger Meisters.

Für mich ist es jeden der nicht ganz wenigen Euro wert. Es gibt zu staunen und zu bewundern. Es bleibt genug Raum zum eigenen Rätseln und, ein wenig, auch zum Widerspruch.
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Gartenplaner

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Re: Mein neuestes Gartenbuch!
« Antwort #1079 am: 19. April 2017, 00:37:07 »

Das Buch "AvantGardening" von Torsten Mattschies und Jürgen Becker habe ich nun vor Kurzem auch gelesen und möchte meine Eindrücke zur weiteren Differenzierung hier dranhängen.

Mein Eindruck ist, dass ich den Autor gern noch länger gelesen hätte, ein angenehmer, guter Stil.
Und ich hab ein bisschen den Eindruck gewonnen, dass er auch noch wesentlich mehr zu schreiben gehabt hätte, auch wenn die intensive Gartengestaltungs-Erfahrung erst knapp 12-13 Jahre zurück reicht.

Wie ein "guter" Avantgardist hat er sich auch erstmal die grundlegenden "klassischen" Regeln (Hansen/Stahl) genau angeschaut, ehe er zum Experimentieren schritt.
Ich hätt auch gern noch mehr z.B. zu dem Experiment des sich selbst überlassenen Beetes gelesen  ;)

Die Prairie-Großzügigkeit der Pflanzungen, wobei diese durch sehr viele sehr hohe Stauden eher zu einer starken Raumbildung beiträgt und sich nur an manchen Stellen zu der Weite öffnet, die man mit Präriepflanzungen assoziiert , das Zusammenbringen von Stauden aus anderen Kontexten, hauptsächlich auf Wirkung und gutes Funktionieren auf seinem Boden abgestimmt, finde ich spannend (zumal die wechselfeuchten Bodenbedingungen meinen ja sehr ähnlich sind!).
Ebenso wie das Nichtschneiden abgestorbener Staudenreste und wie das im weiteren Verlauf aussieht/funktioniert (ich hab mich schon oft gefragt, wer denn Miscanthus in seinem natürlichen Lebensraum zurückschneiden mag  ;D)
Insofern wäre bei diesem Buch mehr Text wirklich sehr wünschenswert gewesen.

Das Ergebnis finde ich interessant - aber für mich erstmal gewöhnungsbedürftig  ;D
Es gibt ein Vogelperspektive-Foto, das eine "zellenartige" Struktur von unterschiedlich großen - meist eher größeren als kleineren - Beeten und dem Wegesystem drumherum zeigt.
Der Autor schreibt auch, dass er die Raumbildung von Gehölzen auf Großstauden zu einem guten Teil übertragen hat.
Für mich, der ich stark vom englischen Garten des 20 Jh. beeinflusst bin, ist das Ganze etwas zu fluffig, ohne Übergänge oder Abtrennungen, die für mich klarer sein müssten - mir kam die Assoziation eines Mais-Labyrinths bei manchen Fotos.
Aber das ist ja auch die Reibung zwischen Althergebrachtem und mutigem Experiment.
Die Umgebung ist flaches Ackerland, Felder, Weiden, unterbrochen von wenigen Hecken/Baumreihen, kleinen Waldstückchen in weiterer Entfernung - und sehr prägnanten großen weißen Windrädern, die von vielen Stellen das Gartens aus sichtbar sind.
Zumindest mit denen hätte ich mir einen kleinen "Dialog" nicht verkneifen können, wie auch immer der ausgesehen hätte (vielleicht rotlaubige Baum-Säulenformen?  ;D 8))
Ok, das ist jetzt schon eher eine Garten-Rezension, dazu noch gewagt nur anhand der Fotos.

Ich finde es aber auch schade, wie hier von MarkusG schon angemerkt, dass im Buch keine Fotos aus der Genesis gezeigt werden - wie aber eigentlich leider immer in Gartengestaltungsbüchern.
Spontan fällt mir grad nur "Mein Gartenparadies" von Mary Keen ein, die Fotos von der Ausgangssituation ihrer Gartenräume oder auch Fotos während oder kurz nach Ende der Arbeiten zeigt, ehe die Vorzeigebilder kommen.
Dem auf der Suche nach Hilfe und/oder Inspiration umherirrenden Neu-Gartengrundstücksbesitzer werden Hochglanzbilder gezeigt, von den schönsten, am besten eingewachsensten Ecken und Enden nach 5 oder 10 Jahren - aber wie fürchterlich der erste Anblick nach dem Neubau des Hauses sein kann, wird immer ausgeklammert, dabei ist ja gerade ein Garten kein Instant-Produkt, was "aufgestellt" wird und dann fertig "da" ist.
Da fänd ich mehr Mut angebracht, "Verstörendes" zu zeigen - um auch Hoffnung zu machen in dem Sinn "Gott, da sah es so aus wie jetzt bei mir - vielleicht besteht noch Hoffnung!"  ;D
Vielleicht steht da dann oftmals die unterschwellige Intention solchen Fotos im Weg, dass das Werk auch als "Coffetable"-Buch durchgehen können soll.

Mich liess der Titel nur dahingehend aufmerken, weil ich das Buch "AvantGardeners" von Tim Richardson habe, in welchem moderne bis hypermoderne Entwürfe der Gartengestaltung der letzten Jahre in kurzer Form vorgestellt werden und ich zuerst so etwas erwartete.
Aber ich gehe nach der Prämisse vor "don't judge a book by it's cover" (or it's title) und lese an oder blätter durch.
Wenn der Inhalt gut ist, ist mir der Titel egal - ein Buch soll verkauft werden, um sich "hervorzuheben" greift man in die Marketingkiste (wenngleich 15 Jahre nachdem alle anderen Wirtschaftsbereiche damit schon durch sind  ;D)
Dass sich manche hier so darüber aufregen können, versteh ich ehrlich gesagt nur zu einem geringen Teil - für den alten Fritz war es en vogue und chic, Französisch zu parlieren, heute ist eben Englisch in, so what - in 50 Jahren möglicherweise Guānhuà?
Liegt aber vielleicht auch daran, dass ich ab Grundschule Dreisprachig aufwuchs und später noch eine vierte Sprache dazu kam.

Also alles in allem ein sehr interessantes Garten-Projekt, aus dem noch mehr Wissen und Erfahrungen dem Leser hätten zugute kommen können.


Weiter oben war auch schon über "Lost Gardens of Heligan" kurz geschrieben worden.
Auch dieses Buch habe ich kürzlich gelesen.
Allerdings fällt da meine Beurteilung hauptsächlich negativ aus.
Eigentlich, dachte ich, könnte es für mich nichts Spannenderes geben, als einen ehemals nicht allzu kleinen und bekannten englischen Garten, der 40 Jahre radikal verfiel und die 30 Jahre davor nur noch marginal unterhalten werden konnte, bei seiner "Ausgrabung" und Wiederherstellung/Rekonstruktion/ Neuinterpretation oder was auch immer zu begleiten.
Leider schreibt Tim Smit, einer der Wiederentdecker und Projekt-Anschieber, eher ein langatmiges Résumé der Ereignisse von 1989 bis hauptsächlich 1998, einige heraushebend, ohne daß sie dem Leser aber wirklich näher kämen.
Es werden unzählige näher und ferner beteiligte Personen eingeführt und auch immer wieder erwähnt (zwischendurch erinnerte mich das etwas an den Loriot-Sketch "Die 2 Cousinen" - unzählige Namen, über die man schnell den Überblick verliert), was angesichts deren Engagement ja auch absolut richtig ist - aber vielleicht hätte es dafür eine bessere literarische Form geben können.
Die gartendenkmalpflegerische Diskussion kommt mir auch etwas zu kurz - manche Bereiche, vor allem vom Nutzgarten mit dem Ananasgraben werden akribisch auf den Zustand der Erbauung rekonstruiert und spätere Nutzungen dafür abgetragen, beim ehemaligen Steingarten in der "Ravine" hingegen wird ein schattiger, gehölzbewachsener Farngarten draus.
Und ein Mittelweg, der Versuch einer behutsamen Freilegung mit dem Erhalt des Charmes des Verfallenen wurde anscheinend nie näher in Betracht gezogen.

Der größte Minuspunkt für mich ist aber die für mein Empfinden spärliche Bebilderung, vor allem des verwilderten Zustandes.
Ja, es gibt immer mal wieder ein Foto von der Spitze eines verfallenen Gewächshauses, das aus Brombeerdickicht lugt, des alten Heizofens für die Gewächshäuser, der in einem verfallenen Gebäude steht, der Bienenmauer, des italienischen Gartens....aber irgendwie bringen einen diese Fotos nicht "dahin".
Wäre hier ein größeres Buchformat besser gewesen?
Oder wesentlich mehr Bilder des Dornrösschenschlafes?
Vielleicht hat der Autor auch von dem Zustand nicht so viele Bilder gemacht - es hieß ja erstmal anpacken!
Aber es wurden mehrere TV-Dokumentationen in den 90ern gemacht, auch da hätte man doch bestimmt Bildmaterial abzweigen können.

Irgendwie hat mich das Buch nicht so wirklich mit auf die Reise genommen, leider.
« Letzte Änderung: 20. April 2017, 10:47:38 von Gartenplaner »
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