Ich hatte ja schon im Rosenblüten-Thread geschrieben, dass die teilweise im Handel befindliche, dunkelrote irgendeine Remontant-Hybride sein sollte. Etwas Portlandiges hat sie jedenfalls in meinen Augen nicht.
Ich habe seit einigen Jahren eine Vergleichsgruppe 'Rose du Roi' und bin der Meinung, dass darunter auch die richtige sein muss. Das Thema hängt eigentlich hauptsächlich ein bisschen an der Farbe. Ich habe zwei Mal cf. 'Rose du Roi', die jeweils identisch sind. Eine war cf. Fornarina aus Sangerhausen, die ist aber mit der Rose du Roi aus Sangerhausen identisch. Die andere habe ich über einen Umweg erhalten und ist ursprünglich von Schmid.
Zudem habe ich noch drei Rosen, die Sports von Rose du Roi sein sollen, nämlich Rose du Roi à Fleures Pourpre (Schultheis), Panachée de Lyon (Loubert) und Celina Dubois (Sangerhausen).
Was ich über die Rosen sagen kann:
- von den botanischen Merkmalen her sind die Rosen den Portlands zuzuordnen
- von Rose du Roi gibt es relativ viele historische Beschreibungen, wo die Rose quasi als eierlegende Wollmilchsau beschrieben wird, lang- und reichglühend, gut remontierend, guter Wuchs etc.; dem könnte ich zustimmen
- mit Ausnahme von Celina Dubois, die man noch nicht beurteilen kann, weil sie noch etwas schwächelt, bin ich sehr sicher, dass die anderen drei Rosen tatsächlich Sports voneinander sind, weil die entscheidenten Merkmale identisch sind, lediglich die etwas dunkler blühende RdRàFP hat auch etwas dunklere, ins rötliche gehende Stiele
- ein Merkmal, das in den historischen Quellen beschrieben wird, ist, dass RdR öfter Blüten mit sechs statt nur fünf Kelchblättern macht; dieses Merkmal haben sowohl meine Rosen als auch alle mir bekannten Exemplare in Sangerhausen, die wiederum mit meiner identisch sind; am größten Strauch in Sangerhausen habe ich vor einigen Jahren mal nach 25 gezählten Blüten aufgehört weiterzuzählen
- auch die sonstigen, botanischen Beschreibungen scheinen zu stimmen
Diese Merkmale deuten für mich stark darauf hin, dass diese Rosen zumindest als Gruppe cf. Rose du Roi eingeordnet werden können, da Panachée de Lyon zumindest teilweise panaschierte Blüten macht, würde ich die daher auch als richtig einstufen. Die beiden anderen blühen so:
 cf. Rose du Roi
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 cf. Rose du Roi à Fleures Pourpres
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Was mich eigentlich dazu tendieren lässt, die linke Rose als RdR einzustufen, ist das Verhalten der Rose insgesamt, also gesund, wüchsig, macht tolle Sträucher; während die mir bekannten Exemplare von RdRàFP eher etwas schwächlich sind. Vielleicht kann mir jemand auch etwas anderes bestätigen.
Von der Blütenfarbe her ist es etwas schwierig. Ich muss allerdings dazu sagen, dass die Farbe der linken Rose sich relativ schwer darstellen lässt, gerade die frisch aufgeblühten Blüten haben mitunder eine ganz besondere Farbintensität mit einem intensiven Leuchten in der Mitte. Dieses Jahr ist die Farbe allerdings eher etwas verwaschen.
In den historischen Quellen wird die Farbe von RdR jedenfalls auf französisch als 'pourpre' bezeichnet, auf englisch als 'crimson', was man schon beides als purpur bezeichnen könnte. Das wirft dann allerdings folgende Fragen auf:
- wurden die Farben damals schon so bezeichnet wie heute?
- wenn Rose du Roi als 'pourpre' bezeichnet wurde, warum gibt es dann noch 'Rose du Roi à Fleures Pourpre'?
- wenn man die Farben in die Suchmaschine eingibt, kommt etwas unterschiedliches raus, 'pourpre' ist dann - wenn überhaupt - eher die linke Rose, 'crimson' die rechte. Was sagt uns das?
Bei Jäger ist die Farbe als karmin-purpur mit violetten Reflexionen beschrieben.
So, soweit zu meinen Erkenntnissen, ist leider etwas lang geworden, Glückwunsch an alle, die bis zum Ende durchgehalten haben.
