Das Prinzip:
Ob eine Hortensie blau oder (rosa)rot blüht, hängt von 2 Faktoren ab, die nicht ganz unabhängig voneinander sind:
a) vom pH-Wert des Bodens ab, der wiederum ganz wesentlich vom Kalkgehalt bestimmt wird,
b) vom Gehalt an pflanzenverfügbaren Aluminium (das in seiner Wirkung z.T. durch Eisen ersetzt werden kann).
Gelöstes Aluminium bildet mit den Farbstoffen in der Blüte sogenannte Komplex-Verbindungen, die blau gefärbt sind.
In kalkhaltigen Böden wird das Aluminium infolge des hohen pH-Werts solcher Böden in eine für Pflanzen nicht mehr verfügbare, unlösliche Verbindung überführt. Folge: es bilden sich keine Aluminium-Komplexe, und die nach wie vor vorhandenen, aber nun nicht mehr komplexierten Farbstoffe in der Blüte zeigen eine rötliche Farbe.
Lösliche Aluminiumsalze wie Alaun (Kaliumaluminiumsulfat) reagieren außerdem sauer und senken dadurch den pH-Wert des Bodens, was für sich allein schon eine Blaufärbung begünstigt.
Diese Wirkung hat auch Eisen, allerdings offenbar nicht in demselben Maße.
Die unterschiedlichen Farbstoffe, die in der Blüte vorhanden sind, reagieren unterschiedlich stark mit Aluminium unter Bildung blau gefärbter Komplexe. Manche Sorten, die unter unterschiedlichsten Bedingungen eher rötlich blühen, enthalten offenbar hauptsächlich Farbstoffe, die mit Aluminium kaum blaue Komplexe bilden.
Eine etwas mit Chemikerchinesisch angehauchte Erklärung findet sich
hier.
Es müsste demnach so sein, dass jede blau blühende Hortensie sich durch "Aluminiumentzug" auf kalkreichen Böden in eine rote verwandeln lässt, aber nicht jede rötliche durch Alaungabe oder Kultur auf saurem Boden wirklich blau wird.