Hallo, Rheinau-Süd,
sehr kräftig schneiden würde ich auch, Weiden verkraften das grundsätzlich gut (eigene Erfahrung: Musste ich vor 2 Jahren mit einer hohen, schlanken Korkenzieherweide tun, weil eine kommunale Baumaßnahme den Grundwasserspiegel gesenkt hatte - der Baum, der zuvor schon ab Juni Laub plus Äste abwarf, hat vom Stamm her neu ausgetrieben und ist wieder vital). Wie kräftig der Schnitt bei eurem Baum sein sollte, lässt sich aber schwer sagen. Denn du hast wenig über den Patienten erzählt. (Wie hoch ist er? Welchen Durchmesser hat die Krone? Wie groß war der Ballen, den ihr jetzt neu gepflanzt habt - wurden beim Umsturz Wurzeln im weiten Umkreis um den Stamm aus lockerem Boden gehebelt, oder sind Wurzeln in Stammnähe gerissen/ gebrochen? Wie lange lag der Ballen vorm Neueinpflanzen trocken?) Vielleicht kannst du den Patienten ja mal im Bild zeigen?
Auf jeden Fall solltest du beim Schnitt versuchen, die vorherige Kronenform des Baums zu wahren. Nur eben deutlich kleiner

, so dass die verringerte Wurzelmasse den oberirdischen Teil des Baums noch versorgen kann.
Ob man Wundverschlussmittel benutzen sollte, ist m. W. umstritten unter den Fachleuten (dazu gehöre ich nicht). Bei unserer Weide wurde keins verwendet, obwohl auch Starkäste gekappt wurden. Es scheint dem Baum zumindest nicht geschadet zu haben.
Toitoitoi und schöne Grüße
Querkopf