Eure Diskussion finde ich überaus interessant, aber es bringt niemand auf den Punkt, was nun geändert werden soll. Hans meint zwar, man könnte tierfreundlicher pflanzen, aber dann liegt das Problem nicht in der Herkunft der Sträucher. Ein Vogel nimmt wohl jedes Dickicht an, völlig ungeachtet ob es nun Spireen, Holunder, Hartriegel oder Haselnusssträucher sind.
Und weiter stellt sich die Frage, was ein Gärtner, eine Gärtnerin am Ökosystem groß kratzen kann. Sagen wir, ein Mensch, der in einem Neubaugebiet wohnt, das vorher ein Maisfeld war, würde im Garten nun einfach wilde Wiese wachsen lassen. Zweifellos würde er vielen Tieren Unterschlupf beziehungsweise Neubesiedelungsraum bieten.
Tut das aber jemand in einem Gebiet, das vorher Wald war, dann wird die Sache schon wieder differenzierter: Hat es Sinn, dort Wiese wachsen zu lassen? Würden nicht Pflanzen und Tiere eines ganz anderen Biotopes einwandern?
Man kann die Sache beliebig weiterspinnen und zumindest ich glaube zu erkennen, dass man nie den Ausgangszustand wieder herstellen kann. Ihn zu imitieren kann nur das eigene Gewissen beruhigen, nicht aber helfen.
Hortu meinte
Die 'heile' Landschaft gibt es nicht und hat es nie gegeben.
und da muss ich natürlich fragen, warum er denn heil unter Gänsefüßchen gestellt hat und dann gleich mich selbst fragen, was ich denn unter heiler Landschaft verstehe. Ich glaube, heil ist prinzipiell das falsche Wort, denn nach einem nur allzu natürlichen Lawinenabgang ist nicht mehr heil. Unberührt von Menschen trifft den Sachverhalt schon viel eher, denn das ist es doch, was wir alle der Natur wünschen.
Wie Silvia schon meinte, hilft es der Natur im eigentlichen nicht, wenn man sie sich selbst überlässt. Zu sehr sind Arten betroffen, die wir in unseren Lebensraum zwar einrechnen, die aber hier garnicht heimisch sind. In unseren Breiten, dem Alpenvorland, gab es in Urzeiten bestimmt keine Hasen, was hätten sie in Schluchten und finstren Wäldern auch tun sollen? Dann aber kam der Mensch und fällte die Bäume und legte Äcker an und aus den einzelnen Inseln wurden weite Gebiete und schon kam der Hase angehoppelt und befand, hier ließe es sich gut leben.
Nun laufen in OÖ immer öfter die Tierschützer heiß, der heimische Feldhase würde aussterben, zuviele Füchse, Autos und früh mähende Bauern würden ihm das Leben und den Lebensraum an sich nehmen. Hoppla! Nicht dass ich jetzt den Hasen vertreiben will, aber war der Gute immer schon hier? Hmm...
Spannend wird es dann bei den Wildsauen und den Luchsen. Ganz sicher streiften sie durch unsere Täler, bis der hungrige und gierige Mensch sie alle erschoss oder in entlegene Gegenden vertrieb. Schleichen sich nun von Zeit zu Zeit ein paar dieser Tiere ein, kommt der große Aufschrei: Was sucht dieses Tier bei uns? Wieso wird der Luchs überhaupt ausgesetzt? Was soll der hier? Aha...
Langer Schreibe kurzer Sinn: Bevor wir uns nicht klar sind, was wir als einheimisch deklarieren und somit auch nicht wissen, für wen der Lebensraum (welcher eigentlich?) gerettet werden soll, ist es sinnlos, über die Gärten nachzudenken. Natur wandelt sich, Tiere verschwinden und gehen. Schon früher geschah das durch Widrigkeiten und Feinde. Nichts anderes ist der Mensch. Nicht zuletzt sind auch wir einheimisch
Langatmig, Katrin