Sei wie es will: in einem bunten Garten geht's auch bunter zu. Wichtiger als der Streit über die korrekte Bepflanzung ist m.E. der dichte Bewuchs und genügend Pollenträger.
Zum Zitat:
Das halte ich in meinem Garten auch so, ich denke es kommt darauf
an großen Struktur-Reichtum zu schaffen das bedeutet Licht- und
Schatten, feuchte und trockene Flächen, Stein- und Totholzhaufen
hohe Bäume und Grasflächen wo dies möglich ist.
Einheimisch oder nicht:
Die Frage was nun einheimisch ist läßt sich sicher nicht abschließend
beantworten.
Wie hier oft schon angesprochen ist es eine Frage welchen
Zeitraum man zugrundelegt.
Für die Zeit seit der letzten Eiszeit gab es wie die Paläobotaniker
herausgefunden haben, je nach Klima und menschlichem Einflluß
ja auch verschiedene Perioden in denen sich unterschiedliche
Waldtypen abgewechselt haben.
Mal waren lichtliebende Pioniergehölze wie Birken, Kiefern und
Haseln obenauf, dann nach stärkerer Erwärmung und fortschreitender
Bewaldung Eichen, Hainbuchen und Linden, dann wurds wieder kühler und die zunehmende Bevölkerung hat die Auerochsen und Wisente
dezimiert, was zur Folge hatte, daß die verbißempfindlichere Buche
die Oberhand über andere Baumarten gewann...
So oder so ähnlich verlief und verläuft wohl die Entwicklung.
Fazit:
Einen Stillstand gibt es wohl nicht, ein Gleichgewicht kann man sich
wohl auch nur als Fließgleichgewicht vorstellen.
Und gerade diese Dynamik ist es wohl, die das Gesamtsystem,
das man Natur oder Leben nennen kann, auf Dauer gewährleistet.
Wußte ja schon der alte Heraklit ;-)
Für mein Gärtschen bedeutet mir das, ich lasse Teil über längere
Zeit so wachsen wies will, ab und zu, wenn mir das über den Kopf
wächst wird ausgelichtet, wobei ich das anfalllende Material der
natürlichen Entwicklung zu überlassen versuche.
Bei der Auswahl der Gehölze ist mir wichtiger, daß sie sich ohne
dauernde Eingriffe meinerseits entwickeln können, wobei ich
bei Fremländern solche vermeiden würde die sich unkontrolliert
vermehren.
Aber bei Gehölzen ist diese Gefahr wohl sehr gering,
z.B. werden seit Jahrhunderten Platanen und Roßkastanien
angepflanzt, ich kann mich aber nicht erinnern von einer
nennenswerten Naturalisierung gehört zu haben.
Für die freie Landschaft
und den angesprochenen Konfliktzwischen den Naturschutz-Fraktionen der "Eingreifer" und der "Wucherer" würde meine Empfehlung sein, beiden Glaubensrichtungen größere Flächen zu überlassen, da je nach zu schützenden Organismen beide Denkansätze Berechtigung haben.
PP