Hallo, Orchidee,
...Ich wäre dafür, den Wein zu entfernen, aber GG meint, das geht nicht mehr sonst ist die ganze Fassade kaputt und müsste frisch verputzt werden. Ist das so? Wie kann ich die vielen "Füsschen" entfernen, ohne dass der Verputz wegfällt??
sofern Putz und Farbe intakt sind, werden sie brav an der Wand bleiben, wenn du den Wilden Wein entfernst. Sofern sie angejahrt sind und (mit bloßem Auge unsichtbare) Haarrisse und Sprödstellen haben, können beim Abreißen der Pflanze Putz- und/oder Farbbrösel (meist Letztere) mit runterkommen. So oder so wird der Wilde Wein seine Haftscheiben zum Teil an der Wand lassen. Wie & wie gut man sie abkriegt, hängt von der Oberfläche ab; an deiner Stelle würde ich das einfach mal an einer diskreten Stelle ausprobieren.
Unseren Wilden Wein habe ich vor drei Jahren gerodet. Voller Trauer, denn er war schön. Aber er wuchs trotz Schnitt unbremsbar (20-Meter-Triebe!), kroch in die Fassadenverkleidung und aufs Dach, schob sich mit dicken Ästen hinters Fallrohr, drohte Fenstergitter abzusprengen – die Hauswände und die von den Haus-Vorgängern "geerbten" Pflanzen passten leider nicht zusammen.
Von Glattputz lassen sich Rest-Ästchen und Haftscheiben gut per Spachtel lösen; wenn man die Pflanzen-Überbleibsel ein paar Wochen oder Monate trocknen lässt, wird's leichter (erprobt). Harte Bürste geht auch. Bei Strukturputz mit rauer Oberfläche hingegen ist das Abkratzen extrem schwierig (ebenfalls erprobt)

... Die verbliebenen Pflanzenreste sind bei uns erst jetzt so dürr und mürbe, dass man sie mit Bürste oder Schrubber leicht abkriegt. Jetzt ist's freilich egal, denn jetzt wird endlich die (schon längst fällige, aber mehrmals aufgeschobene) Putz-Erneuerung erledigt. (Danach wird's – obwohl kein Selbstklimmer mehr an die Wände darf, sondern nur noch Kletterer am Drahtseil – nirgends mehr Rau-, sondern überall Glattputz geben

…)
Mein Tipp wäre: Wenn du dich mit dem Wilden Wein partout nicht anfreunden kannst, dann entferne ihn möglichst rasch - je länger du wartest, desto mühsamer wird's. Alternative: Du hältst ihn streng im Zaum (harter Schnitt zwei Mal jährlich). Und wenn du ihn dann immer noch loswerden möchtest, nimmst du ihn halt ab, wenn ihr ohnehin mal wieder die Fassade renovieren müsst.
Was tote Bienen und blaue Vogel-Hinterlassenschaften angeht, kann ich Biotekts Anmerkungen nur unterstreichen: Beides muss nicht am Wilden Wein liegen. Kann eigentlich kaum. Jedenfalls habe ich in unseren gut zehn Jahren mit fast 150 Parthenocissus-Wandquadratmetern dort zwar stets lebhaftes Sommergesumsel und ebensolchen Vogel-Flugbetrieb beobachtet, aber nie Insektensterben oder Farbkleckse.
Schöne Grüße
Querkopf