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Autor Thema: Aprikosen: welche ist die Beste ?  (Gelesen 47062 mal)

Lady Gaga

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Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
« Antwort #135 am: 03. Dezember 2021, 21:17:17 »

Eine Aprikose kann man an der Nordseite eines Hauses pflanzen, damit sie etwas später austreibt und blüht. Richtige Sortenwahl wäre das Wirksamste. Interessant sind zum Beispiel Sorten aus baltischen Ländern oder Kanada, deren Blütenknospen sind oft robust gegen Frost.
Kalkanstrich hilft gegen Frostrisse im Winter und gegen Pilzinfektionen über das ganze Jahr. Mir ist nicht bekannt, ob es den Austrieb verzögert. Eher nicht.
Gegen Monilia hilft Wegschneiden oder Spritzen. Andere Möglichkeit wäre Überdachung, was schwierig ist.

Danke für die Tipps! Die vor meiner Zeit gepflanzten Marillen kann ich leider vom Platz und Sortenwahl her nicht mehr beeinflussen. Deshalb rätselte ich, was sonst möglich wäre.
Wenn noch jemand Ideen hat...  8)
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cydorian

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Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
« Antwort #136 am: 03. Dezember 2021, 21:18:45 »

Interessant sind zum Beispiel Sorten aus baltischen Ländern oder Kanada, deren Blütenknospen sind oft robust gegen Frost.

Auf diese Fehleinschätzung bin ich am Anfang meiner Aprikosenpflanzungen auch schon hereingefallen. Ich habe es schon geschrieben, hier noch einmal detaillierter: In den meisten Teilen Deutschland ist wie gesagt das (stark zunehmende) Problem die warmen Winterphasen. Ein Beispiel von diesem Jahr, über zwei Wochen im Januar: 19.1.2021 bis 7.2. tägliche Temperaturen bis 15°C, meistens 10-12°C. Der Baum kommt in den Saft, die Knospen schwellen, die Frostfestigkeit sinkt. Am 10.2. kam plötzlich ein extremer Absturz auf -10°C nachts. Vier kräftige Frostnächte in Folge. Die -10° hält die Aprikose in Winterruhe problemlos aus. Ihre theoretische Frostfestigkeit ist nicht das Problem. Aber die ist nicht mehr in Winterruhe! Und dann erwischt es die Knospen zuerst. Ich hatte auch schon Jahre, da blühte eine unbesonnte nordseitig gepflanze Ungarische Beste (meine erste Sorte) deshalb schon im Februar.

Und damit sind die Sorten aus kontinentalem Klima (Sommer warm, Winter durchgehend kalt) wie Kanada eben gerade das Problem und nicht die Lösung. In Kanada ist die Züchtung eh längst durch, so wie der Anbau. Die haben noch 100 Hektar Anbaufläche, früher waren das mal 2000. Die Kriterien für Deutschland (mit Ausnahme von Küsten- und Hochlagen) sind genau gegenteilig:

  • Sie müssen deutlich langsamer, verzögerter aus der Winterruhe kommen
  • Sie müssen sehr spät blühen, wir haben in D noch bis Mai Wechsel aus milder Atlantikluft und kontinentaler Festlandluft, während in Kanada und Ostasien die Kurve stetig aufwärts geht mit viel geringeren Rückschlagsrisiken. Man sehe sich mal die Klimatabellen der Gegenden mit Aprikosen dort an! Am meisten Aprikosen gibts in Kanada noch im Okanagan Valley, sehr trocken übrigens.
  • Die absolute Frostfestigkeit des Holzes ist in D selten ein Problem, wenn der Baum in Winterruhe ist. Früher ja, seit 20 Jahren nicht mehr.

Schwefel gegen Monilia würde mich noch interessieren.
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Wurmkönig

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Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
« Antwort #137 am: 04. Dezember 2021, 11:10:19 »

Eine Überdachung ist für die Baumgesundheit das Beste was machbar ist. Solche Vorschläge findet man auch in Büchern die über 170 Jahre alt sind und seitdem hat sich nichts daran geändert. An alten Bauernhäusern in abgelegenen Gegenden finden sich zum Teil sehr alte Bäume, ich habe in der Kindheit in so einem Haus gelebt.

Aprikosen mit nassem Holz, so wie heuer im Frühjahr - 6 Wochen lang feucht und Temperaturen unter 8 Grad - gelegentlich noch Frostnächte, das macht kein Baum lange mit und da hilft auch keine Stammweisseln. Das sind Idealbedingungen für alle möglichen Bakterienkrankheiten.

Die Winterruhe ist aber doch etwas sortenabhängig. Bei Aurora habe ich den Eindruck, dass sie gar nicht in die Winterruhe geht.
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Nordfeige

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Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
« Antwort #138 am: 04. Dezember 2021, 11:12:52 »

Zitat von: cydorian link=topic=[b
Link entfernt!1[/b]3788855#msg3788855 date=1638562725]
Schwefel gegen Monilia würde mich noch interessieren.

Auf der Suche nach einem biologischen Mittel gegen Monilia-Spitzendürre bei Aprikosen haben wir entschieden, Netzschwefel auszuprobieren (2,5 g pro Liter Wasser). Wir haben zwei bzw. drei Mal gespritzt: Das erste Mal auf die „rosa Knospen“, kurz bevor sie sich öffnen, das zweite Mal beim Abblühen. Einen Baum haben wir auch während der Vollblüte gespritzt. Das Ergebnis: auf 2 von 4 Bäumen gab es keine Monilia, auf 2 weiteren haben wir jeweils einen Trieb (15 und 30 cm) ausschneiden müssen. Prunus tomentosa, die daneben wächst und unbehandelt blieb (so eine Art Kontrolle) mussten wir in diesem Jahr (wie fast jedes Jahr) fast bis zum Boden zurückschneiden - wegen Monilia-Befall.

Es war der erste Versuch, und das Ergebnis kann reiner Zufall sein, zumal die Bäume noch sehr jung sind (3-4 Jahre nach der Pflanzung) und daher vital. Außerdem stehen sie teilweise unter einem Dachvorsprung. Doch an diesen Stellen sind manche Aprikosen in diesem Alter schon eingegangen. Allerdings waren das auch andere Sorten.

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cydorian

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Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
« Antwort #139 am: 04. Dezember 2021, 11:34:52 »

Die Winterruhe ist aber doch etwas sortenabhängig. Bei Aurora habe ich den Eindruck, dass sie gar nicht in die Winterruhe geht.

Da kenne ich leider auch nur Sorten, die nach unten ausreissen. Ungarische Beste war auch so eine. Positive Ausreisser leider nicht. Der Normalfall ist, dass acht bis zehn Tage über 10°C ausreichen, damit sie in den Frühling will.
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Lady Gaga

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Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
« Antwort #140 am: 04. Dezember 2021, 13:08:18 »


Auf der Suche nach einem biologischen Mittel gegen Monilia-Spitzendürre bei Aprikosen haben wir entschieden, Netzschwefel auszuprobieren (2,5 g pro Liter Wasser). Wir haben zwei bzw. drei Mal gespritzt: Das erste Mal auf die „rosa Knospen“, kurz bevor sie sich öffnen, das zweite Mal beim Abblühen. Einen Baum haben wir auch während der Vollblüte gespritzt. Das Ergebnis: auf 2 von 4 Bäumen gab es keine Monilia, auf 2 weiteren haben wir jeweils einen Trieb (15 und 30 cm) ausschneiden müssen. Prunus tomentosa, die daneben wächst und unbehandelt blieb (so eine Art Kontrolle) mussten wir in diesem Jahr (wie fast jedes Jahr) fast bis zum Boden zurückschneiden - wegen Monilia-Befall.

Das klingt fast gut, soferne ich wo Netzschwefel kaufen kann. Wie ich einen großen Baum spritzen kann, ohne selbst in Netzschwefel zu duschen, kann ich mir nicht recht vorstellen.  :-\
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Nordfeige

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Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
« Antwort #141 am: 04. Dezember 2021, 13:46:04 »

Spritzen ist auch so eine Sache, ich würde es bei größeren Bäumen auch nicht machen, nur mit Kalk anstreichen. Wie gesagt, das war nur ein Versuch, den ich wohl im kommenden Jahr wiederholen werde. Netzschwefel gibt es im Baumarkt in der Gartenabteilung. Google mal „Netzschwefel Baumarkt“.
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Nordfeige

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Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
« Antwort #142 am: 04. Dezember 2021, 14:10:31 »

Zitat von: Wurmkönig link=topic=[b
Link entfernt!1[/b]3788810#msg3788810 date=1638557814]
Aprikosen sind die Mimosen unter den Obstgehölzen.

Ja, die Aprikose ist eine Mimose (in unseren klimatischen Bedingungen), das stimmt. Aber auch mit ihren robusteren Verwanden,  Kirschen oder Pflaumen, haben wir im nördlichen Schleswig-Holstein nicht weniger Probleme, und unsere gärtnerischen Erfolge mit Kirschen oder Pflaumen sind fast ebenso bescheiden, wie mit der Aprikose. Trotzdem freuen wir uns jedes Jahr auf die schönen blühenden Bäume und auf die kleine Ernte, die sie uns schenken.
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Tomesen

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Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
« Antwort #143 am: 04. Dezember 2021, 14:19:00 »

Also ich habe jetzt hier in Niederbayern an mehreren Ecken Aprikosen gepflanzt, Ostwand mit Dach, Südwand, gar keine Wand, Innenhof, usw. Als Unterlage starkwüchsige Pfirsichsämlinge und Kirschpflaume, Pluots auch auf Prunus tomentosa und Schlehe.
Als Sorten habe ich Ungarische Beste, Nancy, irgendeine Hunza Wildaprikose, einen angeblich kernechten Sämling aus Ungarn und pepito del rubio aus Spanien. Die meisten Veredelungen sind zwei Jahre alt, neuere Sorten hab ich leider noch nicht. Bis jetzt wachsen alle gut und sind gesund, bis auf eine ungarische Beste, die in sehr schwerem Boden steht und dieses Jahr fast abgesoffen wäre.
Pepito del rubio aus (Süd-)Spanien wurde vom Frost etwas überrascht, hat den letzten Winter aber gut überstanden. Die soll in Spanien eher spät blühen, vielleicht legt sie dann bei uns auch in Warmphasen im Winter nicht gleich los.
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kaliz

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Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
« Antwort #144 am: 21. Mai 2022, 23:08:51 »

Dieses Jahr wird es viele Marillen geben. Vertige (Bild) hängt voll und auch Bergeval hat ein paar erste Probierfrüchte dran.
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Nordfeige

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Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
« Antwort #145 am: Heute um 13:30:01 »

Bei uns hat in diesem Frühjahr Hargrand an der Hauswand am besten angesetzt, der Orangenred (auch an der Hauswand) weniger. Dabei war das Wetter eigentlich sehr gut mit langen sonnigen und trockigen Wochen während der Blüte.
Nancy, Kuresia, Ananas und Kaunas haben allesamt keine Früchte angesetzt.

Es wiederholt sich: Hargrand ist im hohen Norden die einzig mehr oder weniger sichere Sorte.

Ich habe noch weitere Sorten bei Schreiber gekauft, aber die sind erst im letzten Herbst gepflanzt.
Erfreulich ist bei allem Sorten von Aprikosen die Holzgesundheiten, seit ich die Stämme mit Kalk weiße. Monilia habe ich in diesem Jahr zum Glück auch nicht.
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cydorian

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Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
« Antwort #146 am: Heute um 14:28:51 »

Hier wieder wie das letzte Jahrzehnt Frostschaden. Und wie üblich kein schwerer oder später Frost. Aber ein Austrieb, der nun schon regelmässig im Februar anfängt. Und da der März eben nicht frostfrei ist...

Ein paar Früchte hat die Wildaprikose, nicht weil sie nicht geschädigt wurde, sondern weil sie extrem folgernd blüht, über einen Monat hinweg. Es gibt immer noch ein paar einzelne Spätblüten und die überleben, setzen auch zuverlässig an. Taugen halt nicht viel, kleine Früchte, nur zwei Tage lang gut.
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Nordfeige

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Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
« Antwort #147 am: Heute um 17:02:49 »

Hallo @cydorian, woher stammen Deine Wildaprikosen?
Ich habe auch "wilde" Aprikosen-, sie wachsen in Saporishija in der Ukraine als Straßenbäume. Anders die dortigen Kulturaprikosen tragen sie jedes Jahr und sehr reichlich, aber sie sind kleinfrüchtig. Interessant ist, dass sie dort eine ganz große Diversität von Farbe (oragne nit roten Backen bis fast weiß), Form (rund, länglich, manchmal mit spitzer Nase), Größe und Geschmack (mal mehlig, mal saftig, mal wässerig; von sehr gut bis fast ungenießbar bitter/sauer) aufweisen. Ich habe ein paar Steine von dort. Inzwischen sind daraus kleine Bäumchen geworden, aber sie haben noch nicht geblüht.
Sind Deine Wildaprikosen ähnlich?
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Nordfeige

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Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
« Antwort #148 am: Heute um 17:06:32 »

@kaliz
Beeindruckendes Foto von der Vertige-Aprikose! Von so einem Fruchtansatz können wir hier (gefühlt kurz vorm Polarkreis  :)) nur träumen.
Steht der Baum besonders geschützt?
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cydorian

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Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
« Antwort #149 am: Heute um 17:39:05 »

Sie stammen aus Südosteuropa, von einem Versender. Da ich nur eine habe, kann ich zur Diversität nichts sagen. Sie ist kleinfrüchtig, hoher Steinanteil, gelborange, optisch wie eine kleine Aprikose. Bis kurz vor Reife mit säuerlichen und bitteren Tönen, dann wird sie plötzlich weich und bekommt schönes Aprikosenaroma - das das sich aber auch sofort wieder veratmet. Saftig, dann mehlig. Wie gesagt, wirklich gut ist sie nur ein bis zwei Tage. Der Baum ist wuchskräftig und schon 4m hoch. Hat etwas Monilia, aber im Vergleich zu den meisten anderen Sorten recht gesund.

Der Knaller ist aber die stark folgernde Blüte. Es sind die letzten Blüten, die in der Regel erst nach den Frösten blühen und dann etwas Naschobst bringen. Bei Aprikosen steht und fällt einfach alles mit dem Blühzeitpunkt. Und wer da nicht in einer Gunstlage ist, hat einfach Pech gehabt. Sehr warmer Winter, kalte Frühlingsmonate, das ist beschissen.



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