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Autor Thema: Pergolen selber bauen  (Gelesen 37006 mal)

Susanne

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Pergolen selber bauen
« am: 10. Juni 2004, 21:38:13 »

Auf besonderen Wunsch eines einzelnen Herrn
Zitat
Kannst du nicht mal bessere detailierte Bilder deiner Pergola zeigen? Eventuell noch die Bauzeichnung gleich mit dranhängen?
starte ich jetzt mal den Pergola-selber-bauen-thread.

Kleine Vorgeschichte
Die Pergola stand ursprünglich im Garten meiner Eltern (neben meinem) und rahmte dort die erhöht liegende quadratische Terrasse neben dem Teich ein. Sie sollte als eine Art Naturlaube dienen und im Sommer Schatten spenden.
Als meine Eltern den Garten abgeben mußten, erging die Auflage, die Pergola zu beseitigen. Also habe ich nach einem Platz in meinem Garten gesucht, wo sie noch hinpaßte. Die Konstruktion erlaubt, daß man von der quadratischen Form abweicht und beispielsweise die Elemente mit Hilfe eines zusätzlichen Pfostens zu einer Zickzacklinie zusammensetzt, oder zu einem offenen U mit Verlängerung. In beiden Fällen wäre die Pergola aber nicht mehr so stabil gewesen, deshalb habe ich mich entschlossen, die ganz Chose um meine Laube herumzudrapieren.

« Letzte Änderung: 10. August 2009, 09:32:22 von Susanne »
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Susanne

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Re:Pergolen selber bauen
« Antwort #1 am: 10. Juni 2004, 21:44:58 »

Zum Material. Ich wollte was für die Ewigkeit haben, damit ich nicht schon nach kurzer Zeit Teile erneuern und dafür womöglich Rosen oder Clematis massakrieren muß. Aus dem Grund war mir auch wichtig, daß ich im Nachhinein jedes einzelne Teil austauschen kann, ohne die ganze Pergola auseinandernehmen zu müssen.

Ich habe mich nach längerem Hadern mit meinem ökologischen Gewissen für Kanadische Rotzeder (?) entschieden, weil sie sehr witterungsbeständig ist. Alle Holzteile wurden zuerst gesägt, dann wurden alle Löcher gebohrt und anschließend das Holz mit einem Dickschicht-Schutzanstrich behandelt. Erst danach habe ich das Teil zusammengesetzt.

Zitat
Was braucht man denn da für eine Konstuktion damit die Rosen das Gestell nicht kaputt machen?

4 Eckpfosten 10 x 10 x 400 cm
8 Kanthölzer 4,5 x 8 x 400 cm
1 Brett 4,5 x 10 x 120 cm
24 oder mehr Schrauben für die Verbinder

Das Brett wird in 12 Teile gesägt. Je 3 Teile dienen als Verbinder für 2 Kanthölzer.

« Letzte Änderung: 10. Juni 2004, 22:10:04 von Susanne »
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Susanne

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Re:Pergolen selber bauen
« Antwort #2 am: 10. Juni 2004, 21:53:03 »


Zur Aufstellung der Pfosten:
4 Abwasserrohre, ca. 80 x 15 cm
Grober Kies
Empfehlenswert: Erdbohrer 15 cm

Wichtig ist, daß man alle Bohrungen fertig macht, bevor die Pfosten gesetzt werden. Es ist eine Schweinearbeit, oben auf der Leiter mit der Bohrmaschine zu jonglieren, vor allem bei so hartem Holz, und wenn man nicht schwindelfrei ist.

Ich habe die Erdlöcher tiefer ausgebohrt als ein Abwasserrohr lang ist. Anschließend wurde das Rohr eingelassen, mit leichtem Überstand, damit keine Erde reinfließen kann, und ganz unten der freie Raum mit Kies aufgefüllt. Dann wurde der Pfosten (Achtung, Bohrungen oben!) lose in das Rohr gestellt.
Erst wenn die Pergola fertig montiert ist, werden alle Pfosten nochmal ausgerichtet und dann die Zwischenräume zwischen Pfosten und Rohr mit Kies aufgefüllt.

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Silvia

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Re:Pergolen selber bauen
« Antwort #3 am: 10. Juni 2004, 21:55:35 »

Die Idee mit den Abwasserrohren finde ich klasse. Woher hattest du denn den Erdbohrer, Susanne? Kann man den irgendwoher leihen?

LG Silvia
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Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst.

Susanne

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Re:Pergolen selber bauen
« Antwort #4 am: 10. Juni 2004, 21:56:21 »

Wenn alle Pfosten stehen, werden die Kanthölzer verschraubt.
Ich habe aus gutem Grund 12 mm Bohrungen genommen, weil das Holz in sich nicht immer gerade ist und deshalb nicht auf den Millimeter genau gearbeitet werden kann.
Mit den unten liegenden Kantholzverbindungen anfangen. Ich habe das damals alleine gemacht, besser und einfacher geht's mit Hilfe.


« Letzte Änderung: 10. Juni 2004, 22:11:02 von Susanne »
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Susanne

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Re:Pergolen selber bauen
« Antwort #5 am: 10. Juni 2004, 21:58:29 »


Für die Verschraubung der Kanthölzer braucht man:
2 m Gewindestange 10 mm
32 Unterlegscheiben 10 mm innen
16 Muttern für 10er-Schrauben
16 Hutmuttern für 10er-Schrauben

Ich habe, soweit erhältlich, verzinktes Material genommen und alle Metallteile mit ein bißchen Rostschutzzeug besprüht. Bisher habe ich noch keinen Rost feststellen können.

Die Gewindestangen nicht zu knapp einteilen, absägen kann man immer noch.
« Letzte Änderung: 10. Juni 2004, 22:12:38 von Susanne »
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Re:Pergolen selber bauen
« Antwort #6 am: 10. Juni 2004, 22:01:27 »


Das Bild ist ein bißchen daneben, hier zum besseren Verständnis ein Kantholzduo von oben gesehen - die Pfosten stehen außen.
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Susanne

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Re:Pergolen selber bauen
« Antwort #7 am: 10. Juni 2004, 22:04:12 »


Entgegen aller Be- und Verstrebungen der Fachleute bezieht die Pergola ihre Stabilität nicht aus Streben, sondern aus den tief eingelassenen Pfosten, den seitlich verschraubten Kanthölzern und dem quadratischen Grundriß. Nicht zuletzt kann sie selbst bei Orkan nicht umfallen, weil sie um die Laube herum gebaut wurde. Auch das ging aber nur, weil die Laube winzig ist, 2 x 2 m Grundfläche und 2,10 m Höhe.

Hier noch ein Foto vom letzten, noch nicht bepflanzten Pfosten.

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ernst

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Re:Pergolen selber bauen
« Antwort #8 am: 10. Juni 2004, 22:17:18 »

Hallo Susanne!
Kanadische Rotzeder?
Ich nehme an, du meinst Thuja gigantea. Es laufen noch andere Hölzer unter der Bezeichnung, zB. Juniperus virginiana,-halte ich aber eher für unwahscheinlich.
Dieses Holz hat an sich tolle Eigenschaften, ist leicht, relativ weich, schlicht rotbraun, wirfts sich nicht und ist äußerst witterungsbeständig.
Ich denke, du brauchst kein schlechtes ökologisches Gewissen zu haben wegen der Holzwahl, wird forstlich angebaut und genutzt.
Habe schon öfter dieses Holz verwendet, vom Saunabau bis zu Hochbeeten, es bekommt mit der Zeit einen wunderschönen silbrigen Grauton und hält ewig und 3 Tage.
Ein schlechtes Gewissen hätte ich wegen der Dickschichtlasur. Die blättert garantiert nach einigen Jahren zumindest an der Südseite ab, ist auf diesem Holz (ölhaltig) nicht die erste Wahl, sieht dann irgendwie aus und der Anstrich ist wegen der Kletterpflanzen nicht zu sanieren.
Dickschichtlasuren erzeugen bei einem verantwortungsbewußten Bautechniker Schreikrämpfe.- entschuldige, aber ich kann nicht anders.
lG, ernst
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Susanne

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Re:Pergolen selber bauen
« Antwort #9 am: 10. Juni 2004, 22:26:50 »


Nachdem ich die Pergola das erste Mal aufgebaut hatte, konnte ich schon nach kurzer Zeit beobachten, wie eine Katze das Gerät von oben inspizierte.
Weil inzwischen zwei Nistkästen an der Pergola hängen, habe ich alle Pfosten und einen Teil der Kantholz-Duos mit grün lackiertem Stacheldraht umwickelt. Das hält die Katzen unten und hat sich außerdem als gute Kletterhilfe für Clematis und Wein erwiesen.

Zitat
Woher hattest du denn den Erdbohrer, Susanne? Kann man den irgendwoher leihen?
Vielleicht kann man sowas leihen, aber ich habe mir damals einen gekauft, weil ich diese elende Buddelei mit dem Spaten nicht mehr ab konnte. Seitdem möchte ich diesen Bohrer nicht mehr missen, er ist wirklich eine tolle Hilfe.
Es gibt auch Bohrer mit einem kleineren Format für runde Holzpfosten, ich überlege ernsthaft, mir so ein Ding auch noch anzuschaffen.
Kaufpreis für den größeren war damals etwa 100 Mark (Genossenschaft).

« Letzte Änderung: 10. August 2009, 09:36:03 von Susanne »
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Susanne

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Re:Pergolen selber bauen
« Antwort #10 am: 10. Juni 2004, 22:31:55 »



Zitat
Dickschichtlasuren erzeugen bei einem verantwortungsbewußten Bautechniker Schreikrämpfe
Schade, daß das Forum kein Audio hat... ;D

Ich weiß nicht mehr genau, was für ein Holz es war, halt nur, daß es als etwas Kanadisches vertickert wurde. Rötlich ist es schon, jedenfalls dort, wo es frisch geschnitten ist. Ansonsten ist es jetzt überall graubraun.
Wegen der Dickschichtlasur mach' dir mal keinen Kopf. Die ist an den offenen Holzpartien schon lange abgeblättert. :) Ich bin ja auch kein Bautechniker... 8)



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Thomas

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Re:Pergolen selber bauen
« Antwort #11 am: 10. Juni 2004, 23:45:08 »

Hallo Susanne,

das ist eine gute Beschreibung. Und vor allem realitätsnah und deshalb wirklich hilfreich ;)

Vielen Dank,
Thomas
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Kaum macht man etwas richtig, klappt es auch.

Matthias

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Re:Pergolen selber bauen
« Antwort #12 am: 11. Juni 2004, 01:38:47 »

Hallo Susanne,

vielen Dank für die ausgezeichnete Beschreibung, ich habe sie mir soeben ausgedruckt. :D

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fromme-helene

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Re:Pergolen selber bauen
« Antwort #13 am: 09. August 2009, 14:35:30 »

Hallo Susanne,

ich hole diesen Thread mal aus der Versenkung, weil ich mit dem Gaedanken an den Bau einer Pergola spiele. Schöne Beschreibung!

Was kannst Du denn nach den fünf vergangenen Jahren zur Haltbarkeit sagen, und wie alt ist die Pergola denn jetzt insgesamt?

Gruß Lene
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Susanne

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Re:Pergolen selber bauen
« Antwort #14 am: 10. August 2009, 00:49:36 »

Zitat
Was kannst Du denn nach den fünf vergangenen Jahren zur Haltbarkeit sagen, und wie alt ist die Pergola denn jetzt insgesamt?

Die Pergola geht jetzt ins fünfzehnte Jahr. Sie könnte wohl noch zwei Jahre stehen, bis sie renoviert werden müßte. Einige der Kanthölzer zeigen aber morsche Stellen. Die Konstruktion hält jedoch noch gut, weil es je zwei querverbundene Kanthölzer sind und die morschen Stellen nicht über die ganze Länge gehen.

Der letzte Winter hat allerdings bewirkt, daß die Kletterrosen (MAC, Antike 98 und Treasure Trove) nach Frostschäden unten neu ausgetrieben haben. Also werde ich die günstige Gelegenheit wahrnehmen und im Frühwinter alle alten Triebe der Rosen herausnehmen und dann die 8 Kanthölzer erneuern.

Der sichtbare Teil der Eckpfosten ist im guten Zustand. Ein wenig Sorge bereitet mir der Zustand der Eckpfosten in den Standrohren. Durch Wachstum, Kompostauflage, Mulchen und andere Gartenarbeiten, vielleicht auch durch normale Senkvorgänge im Erdreich stehen die Rohre inzwischen tiefer. Obwohl ich versuche, sie frei zu halten, wird immer wieder Laub und Erdreich eingeweht oder eingeschwemmt. Ich muß also annehmen, daß die Pfostenenden inzwischen durchgehen naß stehen.
Deshalb werde ich nach der Demonage der alten Kanthölzer einen Eckpfosten aus dem Rohr heben (allerdings weiß ich noch nicht wie) und auf seine Standfestigkeit hin untersuchen.
Gegebenenfalls muß ich halt auch die Eckpfosten erneuern und bei der Gelegenheit dann entweder die Rohre höher ziehen oder sogar ganz auf Pfostenschuhe ausweichen.

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