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Autor Thema: Keimfähigkeitstest-TTC  (Gelesen 7645 mal)

pjoter petrowitsch

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Keimfähigkeitstest-TTC
« am: 17. Juni 2004, 09:23:31 »

Hi,

bei manchen Sämereien ,die ich nicht zum Keimen bringe
stellt sich mir die Frage ob die Mühe überhaupt lohnt.

Hat jemand Erfahrung mit dem Keimfähigkeitstest mit
TTC (Triphenyltetrazoliumchlorid),
mit dem man über ein Färbeverfahren feststellen kann ob noch Stoffwechsel stattfindet, der Samen also noch lebendig ist?

PP
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pjoter petrowitsch

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Re:Keimfähigkeitstest-TTC
« Antwort #1 am: 17. Juni 2004, 15:12:22 »

Na sowas, keiner weiß nix?
Muß ich also wieder mal selber experimentieren :-?
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denisoliver

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Re:Keimfähigkeitstest-TTC
« Antwort #2 am: 17. Juni 2004, 15:41:49 »

Na sowas, keiner weiß nix?
Muß ich also wieder mal selber experimentieren :-?

in diesem fall wäre ich gespannt auf deine erfahrungen ... ;D
« Letzte Änderung: 17. Juni 2004, 15:42:03 von denisoliver »
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Andi H.

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Re:Keimfähigkeitstest-TTC
« Antwort #3 am: 18. Juni 2004, 13:06:10 »

TTC wird durch die Tätigkeit von Dehydrogenase-Enzymen zu Formazan reduziert und färbt sich rot, wird zum Nachweis bestehender Zellatmung verwendet (auch bei Mikroorganismen). Je dunkler die Farbe, desto aktiver der Stoffwechsel.

Die Sämereien gehen dabei natürlich kaputt -> normalerweise wird der TTC-Test an einer Stichprobe der Samen durchgeführt, das Ergebnis in Prozent (ehemals ;)) lebender (also potenziell keimfähger) Samen angeführt.

Größere Samen sollten aufgeschnitten werden, bzw. sollten die Samenschalen nach Möglichkeit entfernt werden, um dem TTC besseren Zutritt zu verschaffen. Die Einwirkzeit hängt stark von den verwendeten Samen ab, in online-Quellen hab ich eine Spanne von 2-24 h gefunden. Ein hoher pH-Wert (wie hoch?) scheint die Reduktion (und damit die Färbung) zu unterstützen. Die TTC-Konzentration sollte nicht zu hoch liegen, etwa 0,1% sollten genügen. Muss aber noch gscheite Quellen ausfindig machen.

Liebe Grüße
Andreas
« Letzte Änderung: 18. Juni 2004, 13:07:35 von Andi H. »
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Günther

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Re:Keimfähigkeitstest-TTC
« Antwort #4 am: 18. Juni 2004, 13:31:43 »

Es gibt im Handel (teuer) spezielle dip-slides bzw. dip-sticks, auf denen TTC-Agar aufgebracht ist, und die normalerweise zur bakteriologischen Kontrolle von Wässern verwendet werden. Ins Wasser eintauchen, rausziehen, und bebrüten. Bakterien bilden Kolonien und dadurch rote Flecken, daraus kann man sehr grob die Keimzahl abschätzen. Müßte dann eigentlich auch irgendwie mit Sämereien gehen.
Eine Quelle ist Orion Diagnostica, Easicult TTC, Merck hat ein ähnliches Produkt. Fertige TTC-Nährböden gibts auch im Handel, wenn ich muß, versuche ich noch ein Rezept zu finden.
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Andi H.

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Re:Keimfähigkeitstest-TTC
« Antwort #5 am: 18. Juni 2004, 13:32:26 »

So, jetzt kann ich ein paar Infos mehr anbieten:

Zur Wirkungsweise von TTC gibz in "Biochemica" dieses Paper von M. V. Berridge et al. (1996). Achtung, nur was für Wagemutige - außerdem bezieht sich die Arbeit hauptsächlich auf tierisches Gewebe.

Debeaujon et al. (2000) verwenden in ihren Keimungsuntersuchungen an Arabidopsis thaliana eine wässrige Lösung von TTC (1%), die sie bei 30°C über Nacht (Dunkelheit!) einwirken lassen. Sie beziehen sich dabei auf eine Standardmethode, auf deren Original-Paper ich leider keinen Zugriff habe. Die Methode klingt soweit mal recht einfach und praktisch (auch ohne Einstellen eines bestimmten pH). Allerdings wird bei größeren Samen (die von A. thaliana sind etwas klein, etwa 0,5 x 0,3 x 0,2 mm) möglicherweise eine längere Einwirkzeit notwendig sein. Bzw. sollten oben genannte Methoden (Entfernung der Testa, Aufschneiden) auch zum gewünschten Ergebnis führen.

Die TTC-Nährböden halte ich bei Sämereien für ungeeignet, da die Kontaktfläche zu klein sein dürfte. Inkubation in einer Lösung ist hier m.E. die bessere Alternative.

Hoffe geholfen zu haben
& liebe Grüße
Andreas
« Letzte Änderung: 18. Juni 2004, 19:14:47 von Andi H. »
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Günther

  • Gast
Re:Keimfähigkeitstest-TTC
« Antwort #6 am: 18. Juni 2004, 13:45:37 »

Was ich am schnellsten bei der Hand hab:
Standard Methods For the Examination of Water and Wastewater.
Dort: 9-23 Coliphage Detection.
Die fabrizieren Nährböden bzw. Nährlösungen, dazu vor Gebrauch eine 1%ige (Gewicht) TTC-Lösung in Ethanol, die möglichst frisch zubereitet werden soll (max. 1 Woch alt).
Dort wird das Zeug in Autoklaven sterilisiert, und die Nährböden sind speziell für Coliforme zusammengesetzt.
Das heißt aber auch, daß andere, bakterielle, mikrobiologische Aktivität die Keimaktivität überlagern kann.
Wenn man zu den Rohstoffen Zugang hat und die Patzerei mag, kanns einen Versuch wert sein...
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