Es freut mich sehr, dass es doch möglich ist, das Thema zu diskutieren. Muss sich doch niemand auf den Schlips getreten fühlen!
Es sind einige interessante und sehr verschiedene Aspekte des Themas angesprochen worden, ich komme aber nochmal auf die Frage der Farbigkeit zurück.
Ich finde ja immer konkrete Beispiele gut, und so finde ich es besonders nett, dass Frank die Vorlage für seine Bearbeitung eingestellt hat - vielen Dank!
Ich erlaube mir, beide Fotos hier untereinander einzukopieren, so kann man besser vergleichen:


Zu diskutieren, was 'wirklich' ist, ist sicher interessant, auch wenn man es auf physikalisch-technische Aspekte bezieht wie Farbtemperatur, Weißabgleich etc.
Im Beispiel erkennt man, dass auch im Originalbild in den tiefen Schatten (links unten) starke Blautöne auftreten, die stark zu den warmen Rottönen der sonnenbeschienenen Blätter kontrastieren. Das ist zwar extrem, aber Physik. Es erscheint im Foto extremer als 'in Wirklichkeit', weil unser Gehirn die Wahrnehmung des Auges korrigiert, d.h. wir 'sehen' im Zweifel diese Situation nicht so farbkontrastreich. Das unbearbeitete Foto kann deshalb auf den Betrachter bereits 'unnatürlich' wirken. (Günther hat oben in #13 das Beispiel von Schnee im Schatten genannt, der auf Fotos eben auch extrem blau dargestellt wird.)
Nun kommt Franks Bildbearbeitung ins Spiel, die in dem Fall den Farbkontrast noch steigert.
Mir persönlich ist's dann zu bunt. Aber das ist zum großen Teil auch Geschmackssache. - Ich hätte vielleicht sogar versucht, das Blau der Schattenpartien etwas abzumildern, um dem Eindruck näher zu kommen, den ein Betrachter in der Situation höchstwahrscheinlich hatte.
Liebe Grüße
Thomas