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|23|11|Herbst ist für mich der Moment wo ich in der Luft schnuppere und einen gewissen Duft wahrnehme...von verrottendem Laub und einem Hauch Ahnung von baldigem Frost :D :D :D :D (rorobonn)

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Autor Thema: professionelle Pflanzenzüchtung  (Gelesen 60556 mal)

Staudo

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Re:professionelle Pflanzenzüchtung
« Antwort #45 am: 03. Februar 2008, 17:33:40 »

Heiteres Beruferaten. Impfstoffe?
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pearl

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Re:professionelle Pflanzenzüchtung
« Antwort #46 am: 03. Februar 2008, 17:35:48 »

nein, wieso?
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Staudo

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Re:professionelle Pflanzenzüchtung
« Antwort #47 am: 03. Februar 2008, 17:44:39 »

Wegen der Eier. Wird Serum nicht zum Teil aus Hühnereiern gewonnen? Ist aber eigentlich hier nicht das Thema.

Ich finde es toll, wie Du Dich auskennst. Ich habe selber mal Pflanzenzüchtung studiert. Allerdings ist da viel verschüttet, weil ich nie der Wissenschaftlertyp war. Ich habe mich schnell wieder aus dem Institutsbetrieb verabschiedet.


Viele Grüße

Peter
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pearl

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Re:professionelle Pflanzenzüchtung
« Antwort #48 am: 03. Februar 2008, 17:51:08 »

kann ich voll verstehen. Wissenschaftler sind eine Sache, der Wissenschaftsbetrieb eine andere, aber immerhin lernt man in den Naturwissenschaften geradeaus zu denken.

Klassische Genetik, also die Grundlage der Pflanzenzüchtung habe ich nie kapiert. Diese ganzen F1 und so und diese Inzuchtstämme oder was. Da wird man ja dusselig im Kopf.
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enigma

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Re: professionelle Pflanzenzüchtung
« Antwort #49 am: 10. August 2015, 10:45:58 »

Was es nicht alles an Threads gibt, wenn man zu suchen anfängt.  ;)


Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit brach im Frühjahr ein neuer Streit vom Zaun, was als "Gentechnik" und was als "traditionelle" Methode in der Pflanzenzucht anzusehen ist.

Hintergrund: Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat eine neue Rapssorte zugelassen, in der mit einem neuen molekularbiologischen Verfahren gezielt eine Mutation ins Erbgut eingeführt wurde, die die Pflanze resistent gegen bestimmte Herbizide (Sulfonylharnstoffe) macht.

Gentechnikgegner befürchten, dass dadurch Gentechnik durch die Hintertür in der Landwirtschaft eingeführt wird.
Die Befürworter dieser Technik hingegen weisen darauf hin, dass man damit lediglich gezielt das ausführt, was man in der klassischen - nicht genehmigungspflichtigen - Pflanzenzucht durch blinden "Versuch und Irrtum" hinbekommen möchte.

Einen lesenswerten Kommentar dazu brachte der Tagesspiegel: Ist das Gentechnik oder kann das auf den Acker?
« Letzte Änderung: 10. August 2015, 10:51:29 von Bristlecone »
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Malvegil

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Re: professionelle Pflanzenzüchtung
« Antwort #50 am: 10. August 2015, 13:49:16 »

Interessanter Konflikt: Für die Patentierbarkeit der Pflanze darf sie nicht einem "im Wesentlichen biologischen Züchtungsverfahren" entstammen, hier muß technologischer Aufwand nachgewiesen werden. Für die europäische Öffentlichkeit muß das Verfahren aber ganz niedrig gehängt werden, "eigentlich alles ganz natürlich".

Der entscheidende Punkt dürfte doch aber sein, und den spricht der Artikel nicht an: Wo kommt die Information über das 'neue' Gen (das entsteht, wenn ich das 'normale' Gen in einem oder mehreren Basenpaaren abändere) her? Ist sie am Computer ausgedacht worden, oder in einem anderem Lebewesen (z. B. Bakterium) entdeckt? Für jeden naturwissenschaftlich vernünftig denkenden Menschen sollte doch nicht die Technik der Einschleusung/Abänderung von Genen ausschlaggebend sein, sondern die darin steckende genetische Information. Übertrage ich eine Eigenschaft einer Wildzwiebel auf eine Anbausorte, oder übertrage ich Bakteriengene in Tomaten, oder probiere ich gar nur etwas aus, mit offenem Ergebnis (wie bei der klassischen Mutation)? Das macht dann doch einen Unterschied.

So sonderlich gut paßt das aber nicht in diesen Colchicin-Thread. ;)
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enigma

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Re: professionelle Pflanzenzüchtung
« Antwort #51 am: 10. August 2015, 20:30:29 »

Ich würde noch weiter gehen: Weder die Technik noch die Herkunft des Gens spielt eine Rolle, sondern das Ergebnis. Davon sollte abhängen, ob und wenn ja, welchen Bewertungen und Tests die neue Züchtung unterzogen werden sollte.

Der gegenwärtige Zustand kommt mir so vor wie in folgendem Vergleich:

Ziel ist es, auf einer Pappscheibe durch ein Lochmuster einen Smilie zu erzeugen.
Das klassische Verfahren verwendet ein Gewehr, mit dem man Schrotkugeln auf tausende von Pappscheiben schießt, bis man in einem Teil des entstandenen Löcherwusts den gewünschten Smilie ausmacht.
Das moderne Verfahren verwendet eine Stanzmaschine, mit der man das gewünschte Muster erzeugt.
Das Verfahren ist aber verboten, weil die Anhänger es alten Verfahrens behaupten, dass die Stanzmaschine fehlerhaft arbeiten und statt Smilies Teufelsfratzen erzeugen könnte.

Tatsächlich ist es "schlimmer": Das alte Verfahren erzeugt an diversen Stellen im Genom völlig ungerichtet und zufällig Mutationen. Deren Auswirkungen bleiben unerkannt und unerforscht, wenn sie dem Augenschein nach nicht zu unerwünschten Ergebnissen führen.
Sollte es da nicht umgekehrt sein: Strengere Sicherheitsvorkehrungen für die Schrotschusstechnik?
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enigma

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Re: professionelle Pflanzenzüchtung
« Antwort #52 am: 19. August 2015, 21:51:05 »

Lesenswert: Warum diese Angst vor Gentechnik - trotz ihrer Unbedenklichkeit?

Ein Kommentar in "Spektrum der Wissemschaft" von Stefaan Blancke, Philosoph an der Ghent University und Mitherausgeber des Buches "Creationism in Europe". Er beschäftigt sich mit Pseudowissenschaft und dem Einfluss von Intuition auf ihre Urteile.
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lerchenzorn

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Re: professionelle Pflanzenzüchtung
« Antwort #53 am: 19. August 2015, 22:50:14 »

"sicher ... umweltverträglicher ... nachhaltiger".

"sollte ... ein Bildungskonzept entgegengesetzt werden, das schon früh in der Schule einsetzt und die Bevölkerung gegen unbegründete Antigentechnikargumente immunisiert. Über die Rolle von Wissenschaft und Technologie in der Gesellschaft, aber auch über berechtigte Kritikpunkte könnte dann in einem größeren Zusammenhang besser diskutiert werden"

Prost Mahlzeit.
Kein einziger "berechtigter Kritikpunkt" wird namentlich erwähnt oder gar ausgeführt. Im weiter verlinkten Beitrag ("Was Sie ... wissen sollten") wird zur hauchzart angetippten "Kritik" stets sogleich der passende Weichspüler gereicht. Komisches Medium ist das. Sowas ist für mich tendenziöse Schreiberei, aber keine umfassende Vermittlung von Sachwissen "in einem größeren Zusammenhang". Tut mir leid.
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zwerggarten

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Re: professionelle Pflanzenzüchtung
« Antwort #54 am: 20. August 2015, 06:03:31 »

... Kein einziger "berechtigter Kritikpunkt" wird namentlich erwähnt oder gar ausgeführt.  ...

da bin ich aber beruhigt, dass diese beiden sogar doppelt benannten kritikpunkte offenbar nicht berechtigt sind:

Zitat
... Herbizidresistenz, und womöglich undurchsichtige Interessen von multinationale Großkonzernen ...

Zitat
... Ziele des Engagement multinationaler Konzerne oder die Bedrohung durch neue Herbizidmultiresistenzen ...

;)

edit:

... hauchzart angedeuteten "Kritik" ...

naja:

Zitat
... Löschen sie ganze Ökosysteme aus? ...

Zitat
... Neben resistenten "Superunkräutern" und gegen bewährte , gegen Bt-Toxine unempfindliche Schädlinge könnten auch höhere Preise für genetisch verändertes Saatgut ...

Zitat
... Allerdings schließt das natürlich nicht aus, dass eine bestimmte veränderte Sorte tatsächlich gefährlich ist. Eine der am weitesten verbreiteten Sorgen ist, dass genetisch veränderte Pflanzen Lebensmittelallergien hervorrufen können, weil sie Allergene anderer Pflanzen oder gar völlig neue Allergene erzeugen. ...

Zitat
... ist umstritten, welche Auswirkungen so genannte Bt-Pflanzen auf die biologische Vielfalt haben. Sie produzieren Insektengifte natürlicher Herkunft, die als Pestizid ...

Zitat
... Der Effekt herbizidresistenter Pflanzen wiegt notwendigerweise deutlich schwerer, da eine weit größere Bandbreite von Wildpflanzen von den Feldern ferngehalten werden soll – und das gelingt auch. Unter dem Verlust solcher Pflanzen leiden Bestäuber wie Hummeln oder Wildbienen, die durch Pestizide und veränderte Flächennutzung bereits erheblich unter Druck sind. ...

Zitat
... birgt die Gefahr, dass Bauern die Rückkehr zu nicht veränderten Sorten verwehrt ist, einfach weil es keine mehr gibt. Auf diese Weise setzt sich ein Trend der letzten Jahrzehnte fort: Immer weniger Sorten machen einen immer größeren Anteil der Feldfrüchte aus ...

Zitat
... berge die Gefahr, dass genetische Methoden die klassische Züchtung verdrängen und die wichtigsten Feldfrüchte langfristig in der Hand einiger weniger Unternehmen landen – ein Szenario, in dem das Wohlergehen ganzer Staaten von den ökonomischen Entscheidungen dieser Firmen abhängt ...

wieviel dramatischer und gröber hättest du es denn gern?
« Letzte Änderung: 20. August 2015, 06:23:46 von zwerggarten »
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"(…) die abstrakten worte, deren sich doch die zunge naturgemäß bedienen muß, um irgend welches urteil an den tag zu geben, zerfielen mir im munde wie modrige pilze." hugo von hofmannsthal – der brief des lord chandos

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lerchenzorn

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Re: professionelle Pflanzenzüchtung
« Antwort #55 am: 20. August 2015, 07:21:41 »

Lies bitte genau und achte auf den Kontext.
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enigma

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Re: professionelle Pflanzenzüchtung
« Antwort #56 am: 20. August 2015, 09:13:53 »

Sämtliche Widerstände, die gegen die molekularbiologischen Methoden der gentechnischen Züchtung von Pflanzen vorgebracht werden, müssten ebenso gegen die konventionelle Pflanzenzucht vorgebracht werden.

Dass heute praktisch nur noch multinationale Konzerne mit ihren finanziellen Mitteln mit diesen Methoden an der praktischen Züchtungsforschung arbeiten, ist nicht Schuld der Molekularbiologie.
Vielmehr hat das damit zu tun, dass zum einen diese Forschung in öffentlichen Einrichtungen und mit öffentlichen Geldern nicht mehr vermittelbar ist und dafür keine Gelder zur Verfügung gestellt werden, zum anderen die Hürden für ein Zulassungsverfahren so hoch sind, dass sich nur noch finanzstarke Firmen darauf einlassen.

Und falls es doch einmal ein Projekt in Deutschland gibt, für das sich eine Finanzierung findet, kostet die Bewachung und Sicherung von Flächen, auf denen gentechnisch veränderte Pflanzen zu Forschungszwecken angebaut werden, mehr als die Forschung selbst, da sich immer militante Kritiker finden, die das Feld abräumen.

So gibt's eine sich selbst erfüllende Prophezeiung: Grüne Gentechnik ist etwas, dass die Macht der Multis stärkt und deshalb schlecht ist.


Viele Grüne, Linke und Natur- und Umweltverbände haben sich hier inzwischen vollkommen verrannt und stecken längst in einer Sackgasse, aus der herauszukommen sehr schwer ist. Und nicht unbedenklich: Würde man sich einem kritischen Dialog öffnen, brächen Sympathien bei Wählergruppen und Mitgliedern weg - und damit Geld und Einfluss. Also werden immer neue "Gefahren", von manchen gar Horrorszenarien heraufbeschworen und Untersuchungen gefordert, bis zum Sankt Nimmerleinstag.


Was mich daran so wütend macht: Diese Fixierung erweist dem dringend notwendigen Naturschutz einen Bärendienst.
« Letzte Änderung: 20. August 2015, 10:09:06 von Bristlecone »
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enigma

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Re: professionelle Pflanzenzüchtung
« Antwort #57 am: 20. August 2015, 09:39:26 »

Ich versuch's nochmal:

In der einen Pflanze (meinetwegen einer Lupine oder einer Gurke) wird mit molekularbiologischen Methoden die Fähigkeit zur Bildung eines Bitterstoffs ausgeschaltet.
In der anderen Pflanze wird letztendlich dasselbe Ziel mit klassischen Züchtungsverfahren erreicht, d.h. durch den Einsatz erbgutverändernder Strahlung oder Chemikalien an zahlreichen unbekannten Stellen das Erbgut verändert, bis man unter all den erzeugten Zufallsmutanten die gewünschte gefunden hat.

Pflanze 1 ist nun ganz schlimm und gefährlich, weil ein Produkt der Gentechnik.
Pflanze 2 ist ein Erfolg der züchterischen Arbeit und hochwillkommen, weil man nun endlich diesen unerwünschten Stoff draußen hat.



Zweites Beispiel:

Pflanze 1 wird durch Gentechnik herbizidresistent.
Pflanze 2 wird herbizidresistent, indem man wiederum ungerichtete Mutationen erzeugt und nach Versuch und Irrtum die gewünschte aussucht.

Pflanze 1 befördert den Herbizideinsatz auf dem Acker, wodurch dort alle anderen Pflanzen totgespritzt werden, die Artenvielfalt schwindet und "das Ökosystem" (was immer das gerade sein mag) bedroht ist oder dieses zerstört zu werden droht. Böse Gentechnik.

Pflanze 2 hingegen befördert den Herbizideinsatz auf dem Acker, wodurch dort alle anderen Pflanzen totgespritzt werden, die Artenvielfalt schwindet und "das Ökosystem" (was immer das gerade sein mag) bedroht oder dieses zerstört zu werden droht. Böse ... äh???
« Letzte Änderung: 20. August 2015, 10:08:13 von Bristlecone »
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zwerggarten

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Re: professionelle Pflanzenzüchtung
« Antwort #58 am: 20. August 2015, 09:44:29 »

die landwirti sollen ja gar kein herbizide ausbringen, und auch keine "chemischen" dünger, sondern alles manuell tun, aber bitte boden(leben)-, wildpflanzen- und wildbienen/insektenschonend...
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Re: professionelle Pflanzenzüchtung
« Antwort #59 am: 20. August 2015, 09:46:12 »

Und das sie das heute schon nicht (mehr) tun, liegt daran, dass wir in Deutschland keine grüne Gentechnik erlauben?  :-X

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