Hallo,
da habe ich aber offenbar etwas losgetreten!
Danke Cornelia, der kritische Hinweis mit meinem Zitat ist berechtigt, das habe ich auch nach der Absendung bemerkt, dass englisch-schottische Bücher natürlich für das dortige Klima geschrieben sind (was bei den oft mangelhaften deutschen Übersetzungen meist schamhaft verschwiegen wird), aber ich hatte im Hinterkopf tatsächlich auch Bücher aus den USA und englischsprachige Bücher aus anderen Ländern.
Dem mehrfachen Hinweis auf Titelbeispiele komme ich gerne nach, aber ich greife zunächst nur die heraus, die ich öfters benutze bzw. lese.
Fast unabsehbar ist das Angebot an Pflanzenmonographien ganz im Gegensatz zu Deutschland, wo als Monographiegattungen eigentlich nur Rosen, Clematis oder Rhododendren, aber kaum Stauden erscheinen. Ich erwähne davon :
Rick Darke: The Encyclopedia of Grasses for Livable Landscapes . Timber Press 2007
Nicht gerade billig, aber wohl unübertreffbar in der Fülle der Informationen und auch der Bilder. Zuerst 215 Seiten allgemeinere Themen (Originalstandorte, Familien, Schönheitskategorien, Grasdesign, Kultivierung, Nomenklatur), dann auf ca. 240 S. die eigentliche Enzyklopädie in alphabetischer Reihe.
Mary Toomey & Everett Leeds: An Illustrated Encyclopedia of Clematis. Timber Press 2001
Auch hier ein allgemeiner Teil von 100 S., dann 300 S. Arten und Sorten (natürlich nach dem Stand des vorigen Jahrhunderts bzw. Jahrtausends), anschließend einige Tabellen und Listen. Übertrifft das entsprechende dicke deutsche Clematisbuch bei weitem und enthält vor allem nicht so viele Fehler ...
Kenneth Cox: Rhododendrons and Azaleas. A Color Guide.The Crowood Press 2005 (leichter direkt bei der Firma: Glendoick Gardens, Perth)
Der sehr gut aussehende jüngste rhododendronaktive Spross der Cox-Dynastie schreibt zwar nur 32 Seiten allgemeinen Teil vor den über 180 S. Lexikonteil, aber es ist das Beste, was man z. Z. darüber lesen kann; auch die Tabellen und Listen vor und nach dem enzyklopädischen Teil (darunter: die 10 schlechtesten Rhodos) lassen kaum etwas zu wünschen übrig. Mit Abstand z. Z. das beste (und bezahlbarste) Rhododendronbuch.
Peter Valder: Wisterias. A Comprehensive Guide. Florilegium 1995
Das australische Buch ist mit seinen 160 Seiten zwar mehr etwas für Spezialisten, aber es bringt Licht in den taxonomischen Wirrwarr dieser Gattung und enthält sicher die besten Beschreibungen und Bilder der Arten und Kultivare.
Birgitte Husted Bendtsen: Gardening with Hardy Geraniums. Timber Press 2005
Das ist nicht nur das beste, sondern bildmäßig auch das schönste Buch zu der neuen Lieblingsgattung der Staudenliebhaber! Die dänische Autorin beschreibt nach ca. 50 S. allgemeineren Fragen (darunter: Geranium und Rosen, Geranium und Bienen, Besuch bei Coen Jansen) auf ca. 90 S. die einzelnen Arten und Sorten zuerst mit einer Schema-Liste (Höhe, Standort, Blütenfarbe, Blütezeit, Vermehrung), dann in jeweils einem ausführlicheren Artikel und oft mit einem Anhang "Other" mit persönlichen Anmerkungen und historischen und biographischen Details der Einfuhr bzw. Züchtung. Für Geraniumfreunde nicht nur ein Muss, sondern eine reine Freude!
Dan Heims and Graham Ware: Heucheras and Heucherellas. Coral Bells and Foamy Bells. Timber Press 2005
Auf 200 Seiten werden vom Züchter der bei allen Gartencenter so beliebten Blattschmuckpflanzen die einzelnen Sorten (auch mit ihren Fehlern) genau beschrieben und auf 116 Farbbildern vorgestellt. Warum die doch so verwandten Tiarellas nicht berücksichtigt sind, blieb mir verschlossen.
Will McLewin / Dezhong Chen: Peony rockii and Gansu MudanWellesley-Cambridge Press 2006
100 Seiten sehr informativer Text, 150 Seiten Bilder, 5 ausführliche Listen der Sorten und Kultivare mit chinesischen Namen in englischer Übersetzung und in chinesischer Schrift... Wer diese Strauchpäonien liebt, die unserem Klima viel besser entsprechen als die japanischen oder die gefüllten chinesischen aus Luoyang oder Heze, wie sie in Baumärkten angeboten werden, der sollte sich dieses Werk der beiden Züchter zulegen.
Nun noch drei Bücher mit allgemeineren Gartenthemen:
Daniel J. Hinkley: The Explorer's Garden. Rare and Unusual Perennials. Timber Press 1999
360 Seiten für Schatten- und Naturgarten-Enthusiasten mit den Pflanzen, die man unbedingt im eigenen Garten haben möchte, wenn man sie auftreiben könnte (auch das gelingt in England leichter, z. B. bei Paul Christian: Rare Plants). Nicht allzu üppig, aber dafür sehr gut illustriert und geballte eigene Erfahrung des Sammlers.
Allan Lacy: The Garden in Autumn. The Atlantic Monthly Press 1990
Wenn man dieses Buch des amerikanischen Autors liest und ansieht, kann man nicht mehr verstehen, warum unsere Gartenschauen so früh schließen oder warum viele Auch-Gartenbesitzer spätestens Ende September/Anfang Oktober so gründlich aufräumen! Der Text ist sehr persönlich, aber auch sehr informativ gehalten (das beherrschen praktisch alle Gartenautoren, die auf Englisch schreiben), und die meisten Tipps sind auf unsere Verhältnisse übertragbar.
Peter Smithers: Adventures of a Gardener. The Harvill Press with The Royal Horticural Sciety 1995
Das ist (in Englisch) mir das liebste Gartenbuch. Der vor einigen Jahren gestorbene ehemalige Diplomat hat in seinem berühmten Garten am Luganer See sich ein Paradies mit Magnolien, Glyzinen, Strauchpfingstrosen, Lilien und andren Pflanzen geschaffen und plaudert darüber (auch über seine zahlreichen Misserfolge) in höchst liebevoller und liebenswürdiger Weise. Für seine Fotografien hat er ja mehrfach höchste Auszeichnungen erhalten.
So, das wäre es fürs Erste - zu besprechen gäbe es leicht das Fünffache ...