Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob ich noch Neues beitragen kann. Wir beide haben gp-mäßig eine große Schnittmenge festgestellt. Der Rest geht, würde ich sagen, auf unterschiedliche Bedürfnisse. Ich sehe Dich überhaupt nicht daneben liegen; die Leseerwartungen haben einfach eine gewisse Breite.
Was die Buchproduktion angeht, fällt mir auch auf, dass die Erleichterung des Schreibens per Computer und die Ökonomisierung das Entstehen weniger gut gemachter Bücher erleichtert. Auch ich bin bei Schreibfehlern penibel. Schreibfehler sind eine Ohrfeige für Leser, so wie Dichter, die ihre Texte vom Podium nuscheln oder röcheln. Satzfehler (mit, gendermaingestreamt ausgedrückt, unehelichen Kindern mit sittenrelevantem Beschäftigungshintergrund, Auszubildenden des Schuhmacherhandwerks und Ähnlichem) fallen vielleicht nur mir auf, aber sie stören das Schriftbild und den Lesefluss.
Aber in Zeiten, wo sich nicht nur das Wissen, sondern auch die Datenmengen vervielfachen, ist das möglicherweise der Preis, den wir zahlen müssen. Wir wollen ja andererseits auch nicht, dass Bücher teuer oder, wie in der DDR, rationiert und selektiert werden.