Ich kann beide Positionen verstehen und bin etwas ratlos. Wenn ich als Züchter Arbeit und Entwicklungsaufwand betrieben habe, um eine neue samenfeste Sorte zu entwickeln, bin ich natürlich nicht begeistert, wenn ich die quasi nur einmalig verkaufen kann und der Bauer oder Gärtner sie dann einfach nachbaut.
Frida, kann man machen, dann wird es eben nur teurer, wird auch manchmal gemacht.
Andererseits - wie soll ein Bauer z.B. eine Sorte noch besser an seine Standortbedingungen anpassen, wenn er sie nicht nachbauen kann?
Eine Sorte, die heute in den Markt kommt, wird heute unter so vielen verschiedenen Standortbedingungen getestet, wie es früher undenkbar war. Sie wird übrigens meisstens auch regional selektiert, was auch viele nicht wissen und vor der Markteinführung immer erst bei Gärtnern getestet.
Und ist es tatsächlich gesetzlich verboten, die eigene Ernte wieder als Saatgut zu verwenden?
nein
Faktisch führt ein Züchtermonopol eben dazu, daß es immer weniger regional angepaßte Sorten geben kann.
Es gibt in keiner einzigen Gemüseart ein Monopol, wie es hier immer wieder fälschlich beschrieben wird, es gibt einen extrem harten Wettbewerb um die besten Sorten, in nie gekannter genetischer Vielfalt und immer mehr regional selektiert. Ein internationaler Züchter hat in jedem Land, wo er aktiv ist Selektionsflächen, meisstens in jeder Region. Bin immer wieder überrascht, wie wenig über die reale Züchtungslandschaft bekannt ist.
Es könnte ja auch Regelungen geben wie eine Lizenzgebühr, sagen wir mal ganz naiv wie bei der GEMA als allgemeine Abgabe oder eben auch als ganz konkrete Abgabe. Gibt es so etwas irgendwo?
Diese Überlegungen gibt es auch im Gemüsebau und werden zur Zeit getestet.
l.g.
Yorvik