Allerdings weigere ich mich, Bäume nur unter dem Gesichtspunkt von etwaigen Haftungsfragen aus zu sehen.
Das musst du aber
auch als Grundstückseigentümer, wenn von deinen Bäumen andere Grundstücke beeinträchtigt werden können. Alles andere wäre leichtfertig.
So würden wir doch hier nie den Rat erteilen, starkwüchsige Bäume in Grenznähe zu pflanzen oder gar eine Weide unmittelbar an der Wand zum Nachbarn.
"Dem Anschein nach gesunde bleiben stehen"...Und wer trifft diese Feststellung, der in den Baum verliebte Grundstückseigentüpmer oder ein neutraler Sachverständiger? Niemand, auch keine Versicherung wird verlangen, Bäume
jährlich untersuchen zu lassen. Aber die Versicherung wird im Schadensfall fragen, wann er zum letzten Mal untersucht wurde. Unschwer auszumalen, wie die Versicherung reagiert.
Offensichtlich sind deine Kenntnisse in Versicherungsfragen bisher noch von keinen Schadensfällen getrübt. Auch bei Wohnungsbränden oder Rohrbrüchen fragt jede Versicherung nach einem etwaigen Mitverschulden. Und eine fehlende Baumpflege wird als ein Mitverschulden im Schadensfall ausgelegt werden.
Die Emotionaliserung durch "dann haben wir in absehbarer Zeit keine Bäume mehr in Wohngebieten" ist völlig unangebracht. Hier geht es um einen konkreten Einzelfall und die Abwägung, welche Folgen sich aus der nachbarschaftlichen Beschwerde ergeben können.