Hallo, Fars,
Und wenn man mit "Bio"-Methoden konsequent dranbleibt, kommt man auf lange Sicht wahrscheinlich ohne Chemiekeule aus.
Wobei "Bio" ja auch nichts anderes als Chemie ist. Unsachgemäß angewandt vermutlich ähnlich schädlich.
ups, hab' mich offenbar zu salopp ausgedrückt - nee, was ich mit "Bio"-Methode meine, hat mit "Chemie" im klassischen Verständnis nix zu tun (mit Biochemie natürlich schon

). Also mal ein Versuch, genauer zu definieren. Unter "Bio"-Methode verstehe ich reine Prophylaxe: Pflanzen so ziehen, dass sie möglichst hohe Widerstandskraft gegen Krankheiten entwickeln. Das schließt Spritzen zwar ein - aber nur mit Mitteln, die das Pflanzengewebe kräftigen und auf diese Weise pilzlichen Organismen das Eindringen in die Pflanze erschweren. Schachtelhalmbrühe, beispielsweise, funktioniert so; dass sie schädliche Nebenwirkungen haben könnte, habe ich noch nie gehört.
Analogie zur Humanmedizin (wie jeder Vergleich dieser Art mit Vorsicht zu genießen) wäre in etwa, möglichst viel zu tun zur allgemeinen Stärkung des Immunsystems, wenn Erkältungswetter droht. Das Immunsystem zu stärken, nützt unsereinem freilich nix mehr, wenn eine Grippe-Epidemie umgeht; dann werden auch Leute mit intaktem Immunsystem krank. Aber vermutlich etwas später als Menschen mit schwächeren Abwehrkräften. Und die Chancen stehen gut, dass die Erkrankung milder verläuft. Wobei im Krankheitsfall natürlich Schluss ist mit Nur-Stärkungsmitteln; dann müssen gezielte Therapeutika her.
In dieser Hardcore-Form habe ich das noch nie gemacht. Werde es in diesem Jahr aber mal tun, ausnahmsweise.
Das heißt also du traust der Bio-Methode auch nicht ganz.

@Crispa: Nö, ganz so kann man's nicht sagen. Ich traue der Sache schon. Ich denke nur, dass "Bio"-Methoden (=reine Vorbeugung) da ihre Grenzen haben, wo - um den hinkenden Vergleich nochmal zu strapazieren - die Grippe-Erreger epidemisch werden. Gärtnerisch gesprochen: wo der Befallsdruck zu hoch wird. Solch ein Punkt ist m. E. jetzt in meinem Garten erreicht. Ich find's an der Zeit, den viel zu zahlreichen SRT-Pilzsporen mal das Leben oder doch wenigstens das Keimen schwer zu machen.
@Martina: Die gegen Rosen-Pilze wirksamen Fungizide, die ich für Hausgarten-Zwecke kenne, schaden Bienen, Marienkäfern & Co. nicht (bei manchen Insektiziden ist das anders). Einige Fungizide gelten allerdings als problematisch für Wasser-Organismen wie z. B. Algen - für mich Grund genug, damit zurückhaltend umzugehen, auch wenn mein Garten kilometerweit weit entfernt liegt von jedem Oberflächengewässer.
Geläufige Anti-SRT-Mittel, die mir bisher untergekommen sind, enthalten als Wirkstoff entweder Fenarimol oder Bitertanol. Vielleicht weiß ein Fachmensch (Daniel?) ja mehr darüber, wie es bei diesen Stoffen um den möglichen Nutzen (gärtnerisch) und den möglichen Schaden (ökologisch) steht?
Schöne Grüße
Querkopf