Ich weiß gar nicht, worüber ihr euch so echauffiert. Ich verteufle Krähen nicht, ich habe sie bei München in Action erlebt und habe gesehen, wie Jungtiere aussehen, wenn die Krähen bei ihrem Fraß an ihnen unterbrochen werden. Ich verteufle auch Marder und Katzen nicht (hatte selbst lang genug welche) und werte auch nicht deren Freßverhalten. Ich halte es für völlig normal, daß ein Tier seine Beute erstmal effektiv abmurkst, ob das durch Biß in Kehle oder Hieb in Augen/Kopf erfolgt, dürfte vom verfügbaren Werkzeug (in dem Fall: Schnabel) abhängen.
Spinnt also euer Bessermenschentum nicht mit mir als Gegenpart, ich bin auf dem Land aufgewachsen und neige weder dazu, Tiere zu glorifizieren noch sie zu verdammen.
Zu den Krähen: bis gestern war mir tatsächlich der Unterschied zwischen Saatkrähen und Aaskrähen nicht bekannt. Was ich bei München kennen gelernt habe waren diese Unmengen von Saatkrähen. Ich lebte damals an der Peripherie (Pullach), und wenn diese Vögel v.a. im Winter da waren, dann gleich zu einigen Hundert. Erzählt was ihr wollt, die richteten damals regelmäßig riesige Sauereien an: Saatgut blieb nicht im Boden, gefressen wurde was erwischt werden konnte.
Was ich nach den Beschreibungen der angeblichen Lebensräume von Saatkrähen nicht verstehe: ich habe gesehen, daß diese Vögel in Windeseile (wir waren zum Mittagessen im Haus) das leichte Vogelnetz vom Kaninchenauslauf im Garten zerrupft und die beiden Kaninchen und die beiden Jungenten, die wir am selben Vormittag gekauft hatten, verhackstückt haben. Wären wir durch den Krawall draußen nicht aufmerksam geworden wäre von den Jungtieren sicher nicht viel übrig geblieben, so aber blieben die Kadaver ohne Augen und teilweise Köpfe liegen. Und das war in München relativ zentral - der Garten liegt direkt am Petuelring (für diejenigen, die München nicht kennen: eine der verkehrsreichsten großen Ringstraßen). Wieso haben sich diese Krähen nicht an die NABU-Beschreibung gehalten?
Wie auch immer: Tierschutz ist eine feine Sache, aber gedient ist ihr nicht wenn sollche "Aufklärer" wie hier versuchen, jeden, der seine Erfahrungen gemacht hat, für unglaubwürdige Märchenerzähler abzukanzeln oder für dumme Hascherl, die an den mittelalterlichen bösen Drachen glauben, sobald sie was flattern sehen.
@Peter: Katzen könnten ein leichtes Vogelnetz vielleicht zerstören, Marder auch. Aber ich habe nie erlebt, daß die so schnell eine relativ kurze Abwesenheit von Menschen derart effektiv ausnutzen können wie die Krähen damals.