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|1|9|Da hat er sogar Recht! Ich kriege gerade Angst vor meinen Physostegia..... (Daniel - reloaded)

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Autor Thema: Gibt es "Trends" in der Gartengestaltung  (Gelesen 15512 mal)

fars

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Re:Gibt es "Trends" in der Gartengestaltung
« Antwort #225 am: 21. Juli 2008, 08:35:42 »

Das mag ein Grund sein. Ein anderer ist die Verallgemeinerung. Ein "Volk"? Ein Volk der Denker, ein Volk der Religiosität, ein Volk der buddhisten Garteninspiration?
« Letzte Änderung: 21. Juli 2008, 08:36:20 von fars »
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sarastro

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Re:Gibt es "Trends" in der Gartengestaltung
« Antwort #226 am: 21. Juli 2008, 10:21:51 »

Das Volk der Iraner ist pragmatischer und nüchterner als viele allgemein annehmen, ebenfalls die Japaner. Sie pilgern nicht jeden Morgen in ihren heiligen Garten, auch beten Iraner längst nicht 5 x am Tag. Allerdings existieren auf dieser Welt Völker, welchen der Garten ideel gesehen durchschnittlich wesentlich mehr bedeutet wie uns. Und dies nicht nur den Engländern!
Fußball hat, wie wir wissen, bei den Deutschen einen enormen Stellenwert, der finanziell an allen Ecken und Enden gestützt wird. In Österreich ist es hingegen die Musik. Und trotzdem finden wir in unserem Land Japaner und Iraner, welche mit klassischer Musik wesentlich mehr anfangen können als der Durchschnittsösi. Und ich verdaue orientalische Musik leichter als mancher meiner Mitbürger. Und so verhält es sich auch bei Gartenthemen.
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persephone

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Re:Gibt es "Trends" in der Gartengestaltung
« Antwort #227 am: 21. Juli 2008, 12:59:47 »

Mmh,

hier um´s Eck gibt´s eine Straße mit relativ großen Vorgärten. Wenn man die entlangläuft erlebt man optisch alles von Kiesgrube mit Bambüsschen über "vorbildlich" angelegte, höhenmäßig korrekt abgestufte Beete, Dreirad-und-Sandkasten-Idylle bis zum vollkommen vernachlässigten Dickicht aus zwei 20-m-Tannen plus Fliederfilz und Seggenteppich. Darunter gibt´s auch einen Vorgarten, der besteht aus gestutzem Rasen (laaangweilig) und einem kleinen fein säuberlich frei gehaltenem Beet, in dem außer einer traurigen Parade von 7 quietschfarbenen 70er-Jahre-Rosenhochstämmen garantiert nichts wächst. Dazu sind die Teile noch fast nackig und bringen zusammen pro Sommer vielleicht noch 20 Blüten hervor.

Den fand ich immer sagenhaft hässlich, eine Beleidigung für den Betrachter. Einmal kam ich aber vorbei, als der Besitzer zugange war. Ein uraltes Hutzelmännchen, das sich kaum gerade aufrichten konnte und liebevoll an den Teilen schnippelte. Das war *sein* Garten, vor Jahrzehnten angelegt nach allen Regeln der damaligen Kunst und seitdem mit aller Kraft und Hingabe von ihm "erhalten".

Ich kann seitdem nicht mehr an dem Garten vorbeigehen, ohne an den alten Mann zu denken, zu schmunzeln, und ihm zu wünschen, dass er noch möglichst lange an seinen Stämmchen zuppeln kann, die ich mit aller Gewalt nicht mehr abscheulich finden kann. Herzblut zählt für mich mehr als Oberfläche. Schönheit liegt im Auge des Betrachters und in seinen Augen ist der Garten einfach genau so, wie er sein sollte.

Die Straße wäre ziemlich öde, wenn alle Gärten demselben Geschmack entsprächen, finde ich. Dann müssten die Bewohner sich wohl auch alle gleich einrichten und gleich anziehen. Totale Harmonie.....?!

p.

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Manfred

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Re:Gibt es "Trends" in der Gartengestaltung
« Antwort #228 am: 21. Juli 2008, 14:01:32 »

Ein sehr schönes Plädoyer! Dem kann ich mich nur anschließen.
Evtl. ist der gegensätzliche Trend der zwar "perfektere", weil von Fachmann angelegte, aber dafür lieblosere Garten?
Ich kenne nur einen Garten, der mir so richtig gegen den Strich geht. Da könnte es aber auch am zugehörigen Personal liegen, wenn ich genau darüber nachdenke. :-[
Wo Oma oder Opa mit viel liebe gartelt, fallen mir schafe Rasenkanten und nackte Rosenbeete gar nicht so auf. Anscheinend kann man (ich) Garten und Gärtner(in) nicht mehr trennen, sobalb man beide kennt.
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freitagsfish

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Re:Gibt es "Trends" in der Gartengestaltung
« Antwort #229 am: 21. Juli 2008, 15:54:46 »

das geht mir auch so mit meinen nachbarn zur rechten: rasen, koniferen, nackte rosen (quietschbunt) auf nackten beeten, ein paar stauden hier und da. je besser ich meine liebenswürdigen und hilfsbereiten nachbarn kenne, umso weniger finde ich ihren garten abscheulich! das ist wohl eine art gehirnwäsche im positiven sinne. ::) ;)

das sich mein garten allerdings optisch dem ihren angleicht, kann ich - jedenfalls bis heute - noch ausschließen...
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Zazoo

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Re:Gibt es "Trends" in der Gartengestaltung
« Antwort #230 am: 21. Juli 2008, 20:34:20 »

Ich bin auch für mehr Menschlichkeit! Zumal wir uns doch (zumindest beruflich) mehr als uns gut tut mit halb vor der Individualität des Anderen geschlossenen Augen durch den Alltag bewegen.

Schön geschrieben, Persephone!
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freitagsfish

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Re:Gibt es "Trends" in der Gartengestaltung
« Antwort #231 am: 21. Juli 2008, 21:52:10 »

Zumal wir uns doch (zumindest beruflich) mehr als uns gut tut mit halb vor der Individualität des Anderen geschlossenen Augen durch den Alltag bewegen.

nein, ich tue das nicht. das gegenteil ist der fall!
« Letzte Änderung: 21. Juli 2008, 21:52:32 von freitagsfish »
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bristlecone

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Re:Gibt es "Trends" in der Gartengestaltung
« Antwort #232 am: 21. Juli 2008, 22:07:22 »

Einem mit Herzblut bearbeitetem Garten, der absolut nicht mein Stil ist, in dem man aber die persönliche Note des Gartenliebhabers spürt, ist mir in den meisten Fällen auch lieber als ein Designergarten von der Stange.
Das sind allerdings zwei Fälle am jeweiligen extremen Ende der Skala. Die meisten Gärten, die ich mir anschaue, liegen irgendwo dazwischen.
Was mich nervt, sind Pauschalvorschriften von Nachbarn, wie Gärten anderer Leute in ihren Augen zu sein haben. Hier in der Kleinstadt heißt das vor allem: kein Unkraut in den Fugen, kein Bewuchs zwischen den Rosen, kein Moos und keine Gänseblümchen im Rasen, kein Laub auf den Beeten, keine abgeblühten Zweige oder Staudenreste.
Mir fällt immer auf, dass in erster Linie alles Mögliche nicht sein darf - da es unordentlich wirkt.

Erlaubt sind hingegen Farbkombinationen von Rosenblüten, bei denen einem die Augen tränen. Macht aber nichts, die Büsche sind ordentlich geschnitten und stehen in nackter Erde.
Wenn das wirklich überlegt gewollt wäre: schön. Ich befürchte aber, in den meisten Fällen ist es schlichtweg Gedankenlosigkeit.
 
« Letzte Änderung: 22. Juli 2008, 08:28:45 von bristlecone »
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freitagsfish

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Re:Gibt es "Trends" in der Gartengestaltung
« Antwort #233 am: 21. Juli 2008, 22:11:21 »

es ist vielleicht mehr zwanghaftigkeit als gedankenlosigkeit. und extreme unterordnung unter gedachte vorschriften...
« Letzte Änderung: 21. Juli 2008, 22:11:45 von freitagsfish »
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Raphaela

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Re:Gibt es "Trends" in der Gartengestaltung
« Antwort #234 am: 21. Juli 2008, 22:13:54 »

...vielleicht ist aber auch Farbenblindheit verbreiteter als man denkt?
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pearl

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Re:Gibt es "Trends" in der Gartengestaltung
« Antwort #235 am: 21. Juli 2008, 23:44:55 »

nun, im Garten drückt sich aus, wie der Gärtner ist. Leider sind in vielen Gärten die Sichtweisen für Ordnung ausgeprägter, als die für Schönheit und Farbempfinden oder Formen und Texturen oder Kontraste und Harmonien. Das zeigt den Entwicklungsstand und den Grad der Zivilisiertheit einer Gesellschaft.

Bei der Sprache kennen wir elaborierten und restringierten Code. Im Garten und beim Gärtner finden wir etwas in der Art wieder.

Nun ist es völlig egal wie ausgefeilt ein Garten angelegt ist. Aus welcher Kultur er stammt. Die Haltung, in der ein Garten angelegt ist, die ist es auf die es ankommt. Nun gut, mir ankommt. Ein Tuff Zwergiris in einem Bauerngarten umgeben von alten Mauern in der Pfalz oder ein Moosteppich in einem japanischen Wald können beide die gleiche Wirkung haben.

Solche Gartenbilder unterscheiden sich deutlich sichtbar für den, der sehen kann von vielen gestylten Gartenarrangements. Besonders, wenn es Innerlichkeit oder Poesie oder noch schlimmer Nostalgie künstlich herstellen will. Das letztere ist Trend. Das erstere ist Kultur.

Zur Kultur gehören unbedingt größere Bestände Brennesseln!

Oder braune Samenstände von Ampfer im Juli auf dem Seitenstreifen der Autobahn. In gewissen Augenblicken gewinnen solche Dinge eine ungeheuere Bedeutung.
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fars

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Re:Gibt es "Trends" in der Gartengestaltung
« Antwort #236 am: 22. Juli 2008, 06:20:18 »

Demnach müssen Bauerngärten seit ewigen Zeiten "Unkultur" gewesen sein. Brennnesseln in einem Bauerngarten? Undenkbar. Es sei denn, die Bäurin liegt seit Monaten im Wochenbett oder ist des Laufens nicht mehr mächtig.

Dass Gärten gewisse Charaktereigenschaften des Gärtners widerspiegeln ist banal oder eine Binsenwahrheit. Aber eben nur eine.

Die Bäurin von gegenüber ist eine mildherzige, hilfsbereite und jederzeit zu Tränen rührende Witwe, deren Gartenpflanzen auch auf dem Friedhof das Attribut "Zinnsoldaten" verdienen. Abgeblühtes bezeichnte sie als "Dreck!!!", mit drei Ausrufezeichen, der mit einer solchen Rigorosität bekämpft wird, dass einem Angst und Bange wird.

Die ältere Dame, die in der Nähe zwischen alten Klosterruinen einen recht hübschen Kräutergarten angelegt hat, ist mitnichten religiös, sondern steht dem Klerus sehr kritisch gegenüber. Auch mit Erdgeistern hat sie nichts am Hut. Sie ist einfach nur sehr pragmatisch und beliefert ein unmittelbar angrenzendes Restaurant und den Wochenmarkt.

Late Col. Collingwood Ingram, aus Benenden/Kent/GB, hingegen, ein hochdekorierter Militär, liebte es, Bienchen bei Jap. Kirschen zu spielen, deshalb sein dörflicher Spitzname "Cherry-Ingram", und hatte einen verwunschenen Garten.

Schlussfolgerung: Nur Goethe hatte lediglich zwei Seelen in seiner Brust und nahm den Ginkgo biloba als ausreichend erklärendes Symbol für sein Inneres. Der Hortulanus communis ist facettenreicher. Der Garten kann allenfalls als Indiz für einige Facetten herhalten.

Was Geschmäcker und Trends betrifft, so können Kinder trotz Gartenzwergen, Windmühlen, Kugelbäumen, Thujen, Rosenmonotonie unbeschadet aufwachsen und eines Tages doch des Schönen, Guten, Wahren teilhaftig werden.
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sarastro

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Re:Gibt es "Trends" in der Gartengestaltung
« Antwort #237 am: 22. Juli 2008, 07:50:14 »

Aber....: Kindheit prägt. Meine Eltern liebten Dahlien, wir mussten jedes Jahr auf die Mainau mitfahren und uns den Dahlienwettbewerb samt seinem zinnsoldatigen Metapher ansehen, zum Kot...n! Bis zum heutigen Tag ist es dabei geblieben, mit wenigen Ausnahmen.

Und es gibt auch wenige Ausnahmen, wo zumindest Staudengärtner das ganze Jahr über einen gepflegten Garten besitzen. Aber ich stehe dazu, wenn bei mir zu gewissen Zeiten das Unkraut überhand nimmt. Der Grundcharakter meines Gartens ist ersichtlich und widerspiegelt meine Einstellung dazu, ob in gutem oder schlechten Pflegezustand.
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fars

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Re:Gibt es "Trends" in der Gartengestaltung
« Antwort #238 am: 22. Juli 2008, 08:28:03 »

Aber....: Kindheit prägt.

Zweifellos. Dennoch kann sich der Geschmack ändern.
Ich liebe inzwischen Dahlien, obwohl ich sie als Kind wegen ihres herben Geruchs nicht mochte.

Für mich ist ein kunterbunt blühende Dahlienansammlung der Inbegriff des Sommers. Und wenn deren Stängel dann noch durch krumme Stöcke, alte Zaunlatten oder abgebrochene Besenstiele gestützt werden, dann drängt sich mir die kindliche Barfußzeit überstark auf.
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Mari1234

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Re:Gibt es "Trends" in der Gartengestaltung
« Antwort #239 am: 22. Juli 2008, 08:43:21 »

Aber....: Kindheit prägt. Meine Eltern liebten Dahlien, wir mussten jedes Jahr auf die Mainau mitfahren und uns den Dahlienwettbewerb samt seinem zinnsoldatigen Metapher ansehen, zum Kot...n! Bis zum heutigen Tag ist es dabei geblieben, mit wenigen Ausnahmen.

:)
Ach das geht anderen auch so?
Mir gehts so mit Gladiolen. Meine Eltern haben die geliebt. Ich fand/finde sie gräßlich! :)

Und Dahlien hatten wir auch massenhaft im elterlichen Garten. Bunte, "stachelige", aufgeplusterte Bälle.
Erst heuer habe ich selbst zum ersten Mal ein Dahlienrhizom eingegraben. Es ist aber immer noch nicht so, dass ich für Dahlien in Liebe dahinschmelzen würde.

Mari

« Letzte Änderung: 22. Juli 2008, 08:47:00 von Mari1234 »
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