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Autor Thema: C/N-Verhältnis im Kompost  (Gelesen 14765 mal)

b-hoernchen

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Re: C/N-Verhältnis im Kompost
« Antwort #75 am: 10. März 2017, 22:39:38 »

Ich les' heute keine 14 Seiten mehr... .

Allerdings sehe ich bei mir im Garten durchaus einen Effekt von der Pferdemistdüngung (Flächenkompostierung) - einen sehr positiven!

Zumindest im Garten, denke ich, übersehen viele Leute, die nur düngen (Blaukorn!), dass es auch noch ein Bodenleben gibt, das mit organischem Material gefüttert werden und mit Sauerstoff versorgt sein will.

Was jetzt mir immer noch nicht rechtr weiter hilft, bei der Bereitung von Moorbeeterde aus Sägespänen. Luftig ist das Zeugs - derzeit - noch.
Aber wieviel Stickstoffdünger in welcher Zeit wird gebraucht, um die Heidelbeeren nicht hungern zu lassen (oder zu überdüngen)? Ich bräuchte eine Glaskugel - oder zumindest die Erfahrungen von Heidelbeerplantagen auf Hügelkultur mit Sägespänen. Wie oft düngen die mit wieviel bei welcher Temperatur und welchem Zersetzungszustand?
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Nemesia Elfensp.

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Re: C/N-Verhältnis im Kompost
« Antwort #76 am: 10. März 2017, 23:05:46 »

Ich les' heute keine 14 Seiten mehr........
der Text ist aber sehr erhellend....................

Aber wieviel Stickstoffdünger in welcher Zeit wird gebraucht, um die Heidelbeeren nicht hungern zu lassen (oder zu überdüngen)?

Damit sich Heidelbeeren so richtig wohlfühlen scheint was ganz anderes wichtig zu sein - guckst Du hier aus dem verlinkten PDF (Seite 8):
Zitat
Qualitativ neue Aspekte für eine effiziente Gestaltung der Substratkultur ergaben sich aus der Analyse der Mikrobengesellschaften in den Wurzeln, der Mykorrhizierungsrate der Wurzeln und der vegetativen und generativen Leistung der Heidelbeerpflanzen (1). 
Eine Erkenntnis, die in diesem Zusammenhang von großer Bedeutung ist, leitete sich aus der unterschiedlichen Anzahl von dominanten Pilz- und Bakteriengattungen in dem Wurzelgewebe ab.
Das Leistungsvermögen der Einzelpflanzen war an die Anzahl der dominanten Pilzgattungen gebunden. Es bestanden grundsätzliche Unterschiede im Verhalten der Sorten, während die unterschiedlichen Suptypen (Chloroplasten-Genotypen) der Sorte 'Duke' Höchstleistungen mit bereits drei Pilzgattungen erzielen konnte, war dies erst mit fünf Pilzgattungen bei den leistungsstärksten Chloroplasten-Genotypen der Sorte 'Reka' möglich. Die weitere Untersuchung dieser beiden, bei 'Reka' leistungsstimulierenden Pilzgattungen ergab, dass es sich bei einer um eine Hochmoortorf spezifische Pilzgattung handelte.
Das unterschiedliche Verhalten der Sorten geht mit großer Wahrscheinlichkeit auf den unterschiedlichen genetischen Ursprung der Sorten und die damit verbundenen Standortanpassungen der Elternlinien zurück. 

Zitat
Ich bräuchte eine Glaskugel - oder zumindest die Erfahrungen von Heidelbeerplantagen auf Hügelkultur mit Sägespänen. Wie oft düngen die mit wieviel bei welcher Temperatur und welchem Zersetzungszustand?
Jup:
Wie oft düngen die mit
was (von mir noch hinzugefügt)
wieviel
bei welcher Temperatur und
welchem Zersetzungszustand?
Bei uns in der Nähe gibt es einen Obstbauern mit einer recht gesunden Heidelbeerplantage - da könnte man mal nachfragen, vielleicht plaudert er aus dem Nähkästchen.
Das jedenfalls wäre mein Weg...........
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thuja thujon

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Re: C/N-Verhältnis im Kompost
« Antwort #77 am: 11. März 2017, 00:05:35 »

Nemesia, das ist der Teil, den wir nicht beeinflussen können, vielmehr sollte das der Jungpflanzenhändler unseres Vertrauens schon längst verinnerlicht haben.

Praxisrelevanter finde ich diesen Teil (Seite 11):
Zitat
Stickstoffdüngung
Einen  Schwerpunkt  in  diesem  System  der  Substratkultur  bildet  die  Stickstoffdüngung.  Sie 
dient  der  Ernährung  der  holzabbauenden  Mikrobengesellschaften  und  der  Absicherung  der 
Nährstoffversorgung  der  Heidelbeerpflanzen.  Die  Temperaturbereiche,  in  denen  die  beiden 
"Verbrauchergruppen"  ihre  Stoffwechselaktivitäten  entfalten,  unterscheiden  sich.  Die 
holzabbauenden  Prozesse  laufen  bereits  im  Temperaturbereich  um  den  Gefrierpunkt  bis 
5  °C  an  (Herbstmonate  und  Nachwinter),  während  die  Heidelbeerpflanzen  erst  oberhalb 
dieses Bereiches aktiv werden. 
Bei  ausreichenden  Blattnährstoffgehalten  wird  im  Herbst  auf  eine  Stickstoffdüngung 
verzichtet,  um  ungewollten  Verlagerungen  ins  Grundwasser  vorzubeugen.  Die  Düngung  im 
Nachwinter,  je  nach  Winterverlauf  ab  Ende  Februar  bis  Anfang  März,  kommt  in  erster  Linie 
den  mikrobiellen  Abbauprozessen  zu  Gute.  In  der  Substratschicht  erfolgt  in  den  Tagen  und 
Wochen  nach  der  Düngung  eine  intensive,  auch  visuell  wahrnehmbare  Verpilzung  des 
Ausgangssubstrates  (Zelluloseabbau).  Die  Pilzhyphen  und  Fruchtkörper  stellen  eine 
Anhäufung energiereicher Eiweißverbindungen dar und bilden die Grundlage für eine ganze
Nahrungskette    (Abb.    5).    Alle    nachfolgenden    mikrobiellen    Abbauprozesse    wie    die   
Ammonifizierung,    Nitrifikation    und    Denitrifikation    werden    durch    unterschiedliche   
Bakteriengattungen  geleistet  und  laufen  mit  einer  entsprechenden  Phasenverschiebung  ab. 
Die  Intensität  und  zeitliche  Folge  der  Abbauschritte  wurden  mit  Hilfe  von  Enzymanalysen 
nachgewiesen  (1).  Das  tierische  Eiweiß  der  Bakterien  wird  in  dem  nächsten  Glied  der 
Nahrungskette von der Heidelbeerpflanze erschlossen. Sie wächst dazu mit ihren Wurzeln in
die  Zonen  der  höchsten  Stoffwechselaktivität  im  Substrat  und  transportiert  die  Mykorrhiza 
unmittelbar zu diesen Zentren. Diese scheidet Bakterizide aus und schafft die Grundlage für den
Aufschluss und die Aufnahme der Eiweißverbindungen durch die Heidelbeerpflanze. 

Ums auf den Punkt zu bringen:
Zitat
Die  Kunst  der  Düngung  besteht  in  der  terminlichen  Splittung  der  Düngermengen  und  den 
geeigneten    Applikationsformen.    Während    der    Vegetationsperiode    stehen    den   
Heidelbeerpflanzen    Nährstoffmengen    aus    der    Mineralisation    (temperatur-    und   
wasserabhängig)  und  der  zusätzlichen  mineralischen  Düngung  zur  Verfügung.  Gute 
Erfahrungen  wurden  in  der  Versuchstation  Müncheberg  mit  Gesamt-Stickstoffmengen  von
12  -  16  g/  lfdm.  Pflanzstreifen  erzielt.  Diese  wurden  auf  vier  Gaben  von  Ende  Februar 
(bei  Frostfreiheit)  bis  Anfang  Juni  verteilt
  und  im  Bandgießverfahren  (1  %  Düngerlösung 
eines Mehrnährstoff-Moorbeetdüngers mit 11 % RNST N) appliziert. 
Die  Effizienz  der  Düngung  wird  maßgeblich  von  der  Verfügbarkeit  des  Wassers  in  der 
Substratschicht  bestimmt.  Die  Beregnung  ist  so  zu  gestalten,  dass  ein  Austrocknen  des 
Dammes  verhindert  und  die  Gefahr  einer  unerwünschte  Nährstoffauswaschung  minimiert 
werden. 
Absolute, kalendarische Termine kanns nicht geben, mann muss selbst beobachten wenn man was erreichen will. Soll heißen, früh anfangen, damit die Pilze schon was aufschließen, das was da ist, wenn das Triebwachstum beginnt, ab der Blüte ist Futter an den Wurzeln auch wichtig, Ende Blüte bis Fruchtreife der Rest, danach Triebe ausreifen lassen. Zwischendrin im Urlaub zuhausebleiben oder qualifizierte Giessgehilfen einstellen.

Die Kurve zum C/N-Verhältnis kratz:
hier reden wir auch wieder von 12-16g N pro ungefähr ein m². Macht max. 70g SSA pro Jahr. Keine 3 Giesskannen Dünger. => Kein ganzes Kilo Moorbeetdünger aus der Pappschachtel.
Und auch kein Kilo Reinstickstoff, wie es bei einer noch recht dünnen Mulchschicht auf der Erdoberfläche für Gemüse notwendig wäre.
Ein Blumenkohl fühlt sich von der Frische und Lebenskraft beim Weg zum kompostieren doch auch völlig anders an als trockenes Heu oder hartes Holz. Die Frage nach welchem C/N-Verhältnis optimal ist, ist wohl nur, für was man den Kompost später benutzen will. Düngt man nur mit dem fertigem Kompost, kommt immer etwas weniger raus, als man vorher reingetan hat.

Um das andere Extrem zum Starkzehrer-Gemüse auch zu zeigen, Holz wie gewachsen als Substrat, ich hatte mal einen 4/5-vertrockneten Farn aus einer plötzlich von Bäumen freigestellten Betonwand gerettet:


Wurzeln waren noch genug übrig


Im Minigewächshaus Marke Ferrrero wieder rehydriert


Mit Moos als Lückenfüller in einen modrigen Baumstumpf gepflanzt


ein paar Jahre später, das poröse Holz wurde bereits komplett durchwurzelt


Düngung war in der Zeit fast nix, ein Schluck Volldünger pro Jahr, der Spuckrest aus der Giesskanne vom Gemüse.
Würde man die Blattmasse vom Farn verbrennen, wäre da auch nur ein Minihäufchen Mineralien übrig. Die Frage die sich da stellt, warum sowas Gramm- oder Löffelweise düngen, wenns eh nicht genutzt/verbraucht wird, sondern nur verloren geht oder Probleme macht.

PS: der Farn war prädestiniert für den Holzstumpf, weil der noch nie viel Dünger und echte Erde gesehen hatte, war also defintiv noch nicht faul geworden oder versaut. Mit solchem Material lässt sich spielen, das ist nicht vergleichbar mit ausgetopften und vom Substrat befreiten Pflanzen vom Gärtner des Vertrauens. Womit wir wieder bei dem verlinkten Teil von Nemesia wären...
« Letzte Änderung: 11. März 2017, 00:08:54 von thuja thujon »
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Nemesia Elfensp.

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Re: C/N-Verhältnis im Kompost
« Antwort #78 am: 11. März 2017, 00:46:26 »

Nemesia, das ist der Teil, den wir nicht beeinflussen können, vielmehr sollte das der Jungpflanzenhändler unseres Vertrauens schon längst verinnerlicht haben.
ja schon, aber das war für mich der spannende Teil

Zitat
Praxisrelevanter finde ich diesen Teil (Seite 11):
Zitat
Stickstoffdüngung
Einen  Schwerpunkt  in  diesem  System  der  Substratkultur  bildet  die  Stickstoffdüngung.  Sie 
dient  der  Ernährung  der  holzabbauenden  Mikrobengesellschaften  und  der  Absicherung  der 
Nährstoffversorgung  der  Heidelbeerpflanzen.  Die  Temperaturbereiche,  in  denen  die  beiden 
"Verbrauchergruppen"  ihre  Stoffwechselaktivitäten  entfalten,  unterscheiden  sich.  Die 
holzabbauenden  Prozesse  laufen  bereits  im  Temperaturbereich  um  den  Gefrierpunkt  bis 
5  °C  an  (Herbstmonate  und  Nachwinter),  während  die  Heidelbeerpflanzen  erst  oberhalb 
dieses Bereiches aktiv werden. 
Bei  ausreichenden  Blattnährstoffgehalten  wird  im  Herbst  auf  eine  Stickstoffdüngung 
verzichtet,  um  ungewollten  Verlagerungen  ins  Grundwasser  vorzubeugen.  Die  Düngung  im 
Nachwinter,  je  nach  Winterverlauf  ab  Ende  Februar  bis  Anfang  März,  kommt  in  erster  Linie 
den  mikrobiellen  Abbauprozessen  zu  Gute.  In  der  Substratschicht  erfolgt  in  den  Tagen  und 
Wochen  nach  der  Düngung  eine  intensive,  auch  visuell  wahrnehmbare  Verpilzung  des 
Ausgangssubstrates  (Zelluloseabbau).  Die  Pilzhyphen  und  Fruchtkörper  stellen  eine 
Anhäufung energiereicher Eiweißverbindungen dar und bilden die Grundlage für eine ganze
Nahrungskette    (Abb.    5).    Alle    nachfolgenden    mikrobiellen    Abbauprozesse    wie    die   
Ammonifizierung,    Nitrifikation    und    Denitrifikation    werden    durch    unterschiedliche   
Bakteriengattungen  geleistet  und  laufen  mit  einer  entsprechenden  Phasenverschiebung  ab. 
Die  Intensität  und  zeitliche  Folge  der  Abbauschritte  wurden  mit  Hilfe  von  Enzymanalysen 
nachgewiesen  (1).  Das  tierische  Eiweiß  der  Bakterien  wird  in  dem  nächsten  Glied  der 
Nahrungskette von der Heidelbeerpflanze erschlossen. Sie wächst dazu mit ihren Wurzeln in
die  Zonen  der  höchsten  Stoffwechselaktivität  im  Substrat  und  transportiert  die  Mykorrhiza 
unmittelbar zu diesen Zentren. Diese scheidet Bakterizide aus und schafft die Grundlage für den
Aufschluss und die Aufnahme der Eiweißverbindungen durch die Heidelbeerpflanze. 
Stimmt das ist praxisrelevanter :)

Zitat
Ums auf den Punkt zu bringen:
Zitat
Die  Kunst  der  Düngung  besteht  in  der  terminlichen  Splittung  der  Düngermengen  und  den 
geeigneten    Applikationsformen.    Während    der    Vegetationsperiode    stehen    den   
Heidelbeerpflanzen    Nährstoffmengen    aus    der    Mineralisation    (temperatur-    und   
wasserabhängig)  und  der  zusätzlichen  mineralischen  Düngung  zur  Verfügung.  Gute 
Erfahrungen  wurden  in  der  Versuchstation  Müncheberg  mit  Gesamt-Stickstoffmengen  von
12  -  16  g/  lfdm.  Pflanzstreifen  erzielt.  Diese  wurden  auf  vier  Gaben  von  Ende  Februar 
(bei  Frostfreiheit)  bis  Anfang  Juni  verteilt
  und  im  Bandgießverfahren  (1  %  Düngerlösung 
eines Mehrnährstoff-Moorbeetdüngers mit 11 % RNST N) appliziert. 
Die  Effizienz  der  Düngung  wird  maßgeblich  von  der  Verfügbarkeit  des  Wassers  in  der 
Substratschicht  bestimmt.  Die  Beregnung  ist  so  zu  gestalten,  dass  ein  Austrocknen  des 
Dammes  verhindert  und  die  Gefahr  einer  unerwünschte  Nährstoffauswaschung  minimiert 
werden. 
nicht einfach das - filigrannes meisterwerkeln halt. Wäre es mit eine Tropfbewässerung nicht einfacher?

Zitat
Absolute, kalendarische Termine kanns nicht geben, mann muss selbst beobachten wenn man was erreichen will. Soll heißen, früh anfangen, damit die Pilze schon was aufschließen, das was da ist, wenn das Triebwachstum beginnt, ab der Blüte ist Futter an den Wurzeln auch wichtig, Ende Blüte bis Fruchtreife der Rest, danach Triebe ausreifen lassen. Zwischendrin im Urlaub zuhausebleiben oder qualifizierte Giessgehilfen einstellen.
Urlaub??? ich liebe mein eigenes Zuhause - wegfahren ist ne Strafe........dann kann ich ja ganz ideal Heidelbeeren hüten :D

Zitat
Die Kurve zum C/N-Verhältnis kratz: Gut gekratze Kurve!!!
hier reden wir auch wieder von 12-16g N pro ungefähr ein m². Macht max. 70g SSA pro Jahr. Keine 3 Giesskannen Dünger. => Kein ganzes Kilo Moorbeetdünger aus der Pappschachtel.
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Ein Blumenkohl fühlt sich von der Frische und Lebenskraft beim Weg zum kompostieren doch auch völlig anders an als trockenes Heu oder hartes Holz.

Zitat
Die Frage nach welchem C/N-Verhältnis optimal ist, ist wohl nur, für was man den Kompost später benutzen will. Düngt man nur mit dem fertigem Kompost, kommt immer etwas weniger raus, als man vorher reingetan hat.
da kann ich Dir grad nicht folgen.................. ::)
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Re: C/N-Verhältnis im Kompost
« Antwort #79 am: 11. März 2017, 01:25:33 »

Urlaub frühestens ab September, wenn die Herbstsaaten drin sind und eine zuverlässige Giessvertretung da ist...
Der Garten will jeden Tag seinen Gärtner sehen, damit hat sich auch die Frage nach der Tröpfchenbewässerung geklärt.

Kompost: rein kommen die Mineralien und raus kommen die Mineralien und das was vom ursprünglichen Stickstoff noch vorhanden/übriggeblieben ist.
Stickstoff geht immer bisschen verloren, nicht für die Bakterienmasse, die Bakterienleichen sind später auch Humus.
Stickstoffverluste als Gas ist klar, Bakterien und Corg siehe:  http://www.pflanzenforschung.de/de/journal/journalbeitrage/tote-bakterien-machen-boeden-fruchtbar-2158

Schmeiss ich einen Haufen Gras mit umgerechnet 2kg Trockenmasse auf den Kompost, bekomme ich mit dem düngen des fertigen Komposts daraus nie wieder die Trockenmasse raus, die ich vorher reingetan habe.
Permakultur geht genausowenig wie perpetuum mobile. Die Pflanzen erschließen sich höchstens neue Bodenhorizonte und werden mit ein wenig Dünger durch den Staub aus der Luft versorgt und deswegen gehts lange Zeit gut.
Das Problem für die Praxis mit dem Kompost ist, wie kann man steuern, dass die Heidelbeeren aus dem Beispiel etwa auch wirklich löslichen Stickstoff im Februar zur Verfügung haben?
Kompost geht nie geziehlt, abhängig von Temperatur usw, man braucht immer eher viel für wenig Effekt. Der Klecks Mineraldünger im Februar, wenig Masse, viel Effekt.
Für Farn und Co ist Laubkompost genau richtig, wenig Salzfracht (Chlorid) und genug Nährstoffe. Rasenschnitt im Kompost für Farn würde schon eher Krankheiten fördern, zuviel des guten.
Für Gemüse wäre Grasschnitt/Laubkompost zu gezielter, termingerechter Düngung der Unterschied zwischen möglichem Totalausfall und überwiegendem Erfolg. Es reicht einfach nicht, ist nicht bedarfsgerecht, auch wenn man das dreifache gibt, wie im Hobbygarten üblich, es reicht dann immernoch nicht, da fehlernährt.
« Letzte Änderung: 11. März 2017, 01:32:18 von thuja thujon »
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Re: C/N-Verhältnis im Kompost
« Antwort #80 am: 11. März 2017, 23:11:59 »

Der Text von Schätzel ist wirklich interessant, vor allem der Hinweis im Torf vorkommenden Mykorrhizapilze.

Zitat
Tab. 4: Ergänzung der Substratschicht je nach Bedarf, jährlich bzw. in zweijährigem Abstand 
(ca. 0,5 l Hochmoortorf plus 80 l Kiefernholzspäne/ lfdm.), jeweils im Nachwinter bei noch vorhandenem Bodenfrost

Jetzt weiß ich, wie ich unseren beiden Heidelbeersträuchern helfen kann. Ein paar Kiefernäste zu besorgen und zu häckseln ist machbar. Nur woher bekomme ich 1 Liter Hochmoortorf? Ich gärtnere sonst ohne Torf. Und wer verkauft schon so kleine Mengen davon?
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Nemesia Elfensp.

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Re: C/N-Verhältnis im Kompost
« Antwort #81 am: 20. März 2017, 15:31:32 »

Der Text von Schätzel ist wirklich interessant, vor allem der Hinweis im Torf vorkommenden Mykorrhizapilze.

Zitat
Tab. 4: Ergänzung der Substratschicht je nach Bedarf, jährlich bzw. in zweijährigem Abstand 
(ca. 0,5 l Hochmoortorf plus 80 l Kiefernholzspäne/ lfdm.), jeweils im Nachwinter bei noch vorhandenem Bodenfrost

Jetzt weiß ich, wie ich unseren beiden Heidelbeersträuchern helfen kann. Ein paar Kiefernäste zu besorgen und zu häckseln ist machbar. Nur woher bekomme ich 1 Liter Hochmoortorf? Ich gärtnere sonst ohne Torf. Und wer verkauft schon so kleine Mengen davon?
Moin Rieke,
ja, ich fand das alles auch sehr spannend zu lesen.
Auch ich hatte daraufhin beschlossen meine Blaubeeren etwas gutes zu tun.
Torf wollte ich auch nicht so gerne kaufen, drum ist meine Planung Eichenblattkompost/ humus zu nehmen (davon habe ich hier). Ausserdem habe ich mir eine Beutel Kiefernrindenmulch besorgt und eine Packung "DCM Myko-Aktiv" mit lebenden Mykorrhizapilze (ich hoffe mal, es stimmt was auf der Packung steht ;D )
Vielleicht funktioniert das mit den Pilzen aus der Packung ja auch ::)

LG
von
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Re: C/N-Verhältnis im Kompost
« Antwort #82 am: 20. März 2017, 15:52:55 »

@Nemi: danke für die PM, aber ich hatte Deinen Beitrag schon gesehen  :D.

Ob "normale" Mykorrhizapilze funktionieren? Ich hatte den Eindruck, daß es spezielle Hochmoor-Pilze sein müssen.

Geschredderte Kiefernäste habe ich den Heidelbeeren vor ein paar Tagen zu Füßen gelegt. Die waren allerdings noch sehr frisch, dieses Jahr nutzen sie den Sträuchern wahrscheinlich noch nichts. An Rindenmulch hätte ich ja auch denken können, habe ich noch da, ich weiß nur nicht von welchen Bäumen - danke für den Hinweis. Torf haben die Heidelbeeren bei der Pflanzung bekommen (2 Säcke mit Torf lagen im Garten, die haben wir mitgekauft), aber das ist jetzt schon ein paar Jahre her.
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Nemesia Elfensp.

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Re: C/N-Verhältnis im Kompost
« Antwort #83 am: 20. März 2017, 16:27:23 »

@Nemi: danke für die PM, aber ich hatte Deinen Beitrag schon gesehen  :D.
:)

Zitat
Ob "normale" Mykorrhizapilze funktionieren? Ich hatte den Eindruck, daß es spezielle Hochmoor-Pilze sein müssen.
da bin ich eben auch nicht sicher..............ich werd berichten wie sich meine Pflanzen machen.

LG
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Re: C/N-Verhältnis im Kompost
« Antwort #84 am: 21. März 2017, 09:12:43 »

Zitat
Ob "normale" Mykorrhizapilze funktionieren? Ich hatte den Eindruck, daß es spezielle Hochmoor-Pilze sein müssen.
da bin ich eben auch nicht sicher..............ich werd berichten wie sich meine Pflanzen machen.
Ganz gleich wie sich deine Pflanzen entwickeln werden, du wirst nicht wissen ob es am Vorhandensein oder am Fehlen von Mykorrhizapilzen liegt.
Ich habe solche Experimente hinter mir und kann eigentlich nur sagen, dass es bei den Pflanzen mit gutem Wachstum nicht geschadet hat.
Ich werde mal unter Pflanzengesundheit einen neuen Thread öffnen, vielleicht gibt es ja entsprechende Erfahrungen.
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Nemesia Elfensp.

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Re: C/N-Verhältnis im Kompost
« Antwort #85 am: 21. März 2017, 09:38:19 »


Ich werde mal unter Pflanzengesundheit einen neuen Thread öffnen, vielleicht gibt es ja entsprechende Erfahrungen.
Ja, mach mal bitte. Hier waren wir mit dem Thema Blaubeeren und M.-Pilze ja nun völlig OT - es hatte sich halt so ergeben ::)


Ganz gleich wie sich deine Pflanzen entwickeln werden, du wirst nicht wissen ob es am Vorhandensein oder am Fehlen von Mykorrhizapilzen liegt.
ganz sicherlich wird das so sein, schließlich haben wir ja nicht die Möglichkeiten die Mykorrhizapilzen nachzuweisen.


Ich habe solche Experimente hinter mir und kann eigentlich nur sagen, dass es bei den Pflanzen mit gutem Wachstum nicht geschadet hat.
;D ;D ;D
und wie war es bei Pflanzen die nicht so gut wachsen wollten? haben die dann offensichtlich profitiert?

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