Im BoGa Marburg, gewiss nicht klimatisch besonders milde, wachsen seit vielen Jahren Cupressus sempervirens im Freien. Diverse Zistrosen ohnehin.
Hier in Bonn genauso. Cupressus sempervirens steht hier auf der Kiesterrasse. Auf einem Friedhof habe ich neulich ein Riesenexemplar der
Cupressus macrocarpa 'Goldcrest' gesehen, sieht als "Wegwerfartikel" von Aldi lächerlich aus, in mehrjahrzehntiger Größe nur noch stattlich. Und trotz des Alters für die macrocarpa noch ziemlich schlank

.
Mit argentinischen und chilenischen Späßen hat ein lieber Freund bei Krefeld reichhaltig Erfahrung gesammelt:
Luma apiculata wäre da so ein Favorit, der bei uns hier in Bonn wie in seiner Heimat am Wasser steht. In kälteren Klimaten sollte man sie eher trockener pflanzen. Unsere hat heuer gut geblüht und ist sehr gut über den vergangenen milden Winter gekommen.
Der immergrüne
Nothofagus dombei hat wohl einige Jahre überlebt, um dann in einem schlimmen Winter doch das Zeitliche zu segnen. In einem Bornheimer Garten stehen schon wieder einige seit einigen Jahren.
Auch
Mutisia sind wohl erfolgreich versucht worden.
Bei uns werden auch nach und nach die ein oder anderen Neuseeländer gepflanzt.
Libertia peregrinans hat den Winter überstanden, dieses Jahr aber keinen bedeutenden Zuwachs gemacht. Ist aber auch eine Pflanzung vom letzten Sommer, also geben wir ihr noch etwas Zeit, bevor wir sie verurteilen!
Dianella caerulea und
D. tasmanica haben ebenfalls die Winter gut überlebt, haben alle mehr oder weniger geblüht, Dianella tasmanica hat ihre schönen Früchte präsentiert. Die Sorte von D. t. 'Tas Red' hat nicht geblüht, sondern nur ihre schön eingefärbten Triebbasen gezeigt.
Gladiolus tristis, auch eine Lieblingszwiebel, hat den ersten Winter ebenfalls gut überstanden, ebenso
Phlomis italica, die hier bereits von Besucherseite ob ihres aromatischen Duftes in Verbindung mit dem grau strukturiertem, wohl geformten Erscheinungsbild bewundert wurde.
Salvia blancoana muss ich unbedingt wieder mitbringen aus England. Er ist dummerweise erst nach dem Winter gepflanzt worden und an was weiß ich was eingegangen.
Ach ja:
Euphorbia stygiana hat sich hier an unserer Wand wie eine E. mellifera breit gemacht und sieht wunderschön aus. Auch sie hat über den letzten Winter nur müde gelächelt. Auch die schöne Iridaceae
Moraea huttonii mit sattwintergrünem überhängeden Laub sah den ganzen Winter über wie gemalt aus. Ich mußte mich immer mal wieder vergewissern, ob die wirklich echt ist. Geblüht hat sie dann aber wie jeck...
Mein ganzer Stolz war dann aber die "wüstenangepasste"
Tropaeolum polyphyllum. Ohne Blüte hat sie mich im Frühjahr bis Frühsommer nur mit ihrem wunderschönen grauen Laub beglückt. Sie macht einen extrem nässeempfindlichen Eindruck, wurde daher von mir sehr tief auf einen Microhügel mit viel Lawa in den Füßen gepflanzt.
Ach ja, die mehrfarbige
Erysimum scoparium hat sich hier auch breiter gemacht, als vorgesehen.
Alle übrigen aufgeführten Pflanzen stehen natürlich - wenn nicht anders angegeben - eher trocken und gut drainiert und leider erst seit einem Winter hier.
Übrigens hat ebenso meine Myrthus communis im Topf an geschützter Stelle auf der Terrasse überwintert.
Oliven, Oleander... vieles hat hier im Rheinland schon einige Jahre geschützt im Freien überwintert. Das ist aber sicher nichts für die Dauer(?).
Experimentelle Grüße von einer Iris (die bald wieder nach England fährt und hier doch leider viel zu wenig Platz für solche Experimentli hat!)
Bild von einem kleinen Teil unserer Euphorbia stygiana, die hier regelrecht explodiert ist!